Schweiz
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Italienische Gastarbeiter warten am 17. Dezember 1966 auf dem Hauptbahnhof in Zuerich auf Informationen ueber die Streiks in Italien. Die Gastarbeiter wollen die Feiertage ueber Weihnachten in ihrer Heimat verbringen. (KEYSTONE/Str)

Italienische Gastarbeiter warten im Dezember 1966 im Hauptbahnhof Zürich auf einen Zug Richtung Heimat.
Bild: KEYSTONE

Die Schweiz holte Gastarbeiter und erhielt Mitbewohner: Geschichte einer schwierigen Beziehung

In kaum einem europäischen Land leben so viele Menschen mit Migrationshintergrund wie in der Schweiz. Sie arbeiten und sichern unseren Wohlstand. Warum tun wir uns trotzdem schwer damit, sie als vollwertige Mitbewohner zu akzeptieren?



Wer das Verhältnis zwischen Schweizern und Ausländern beschreiben will, landet unweigerlich bei Max Frisch. Sein Satz «Wir riefen Arbeitskräfte, und es kamen Menschen» ist vielleicht zu oft zitiert worden. Zeitlos gültig bleibt er trotzdem, besonders wenn man liest, was der Grossschriftsteller 1965 im Vorwort zum Buch «Siamo Italiani» genau geschrieben hat: «Ein kleines Herrenvolk sieht sich in Gefahr: Man hat Arbeitskräfte gerufen, und es kommen Menschen.»

Das Buch erschien auf dem Höhepunkt des wirtschaftlichen Nachkriegsbooms, der eine grosse Einwanderungswelle zur Folge hatte, vorab aus Italien. Längst nicht alle Angehörigen des «kleinen Herrenvolks» hiessen die oft lauten und temperamentvollen «Gastarbeiter» willkommen. «Überfremdung» wurde zum politischen Kampfbegriff. Ein Zürcher Grossbürger namens James Schwarzenbach lancierte die nach ihm benannte Volksinitiative, die eine Begrenzung des Ausländeranteils auf zehn Prozent verlangte und 1970 einen Ja-Anteil von 46 Prozent erreichte.

Fernsehbericht von 1962: Werden Gastarbeiter aus Italien gut behandelt?
video: srf

In den folgenden Jahren wurden weitere «Überfremdungs-Initiativen» eingereicht, die ausnahmslos abgelehnt wurden. Wenige Tage vor einer dieser Abstimmungen erzählte mir ein Schulfreund, wie sein Vater – Inhaber einer Spenglerei – einem italienischen Angestellten auftrug, was er am folgenden Montag zu erledigen habe. Dieser habe geantwortet: «Vielleicht muss ich dann schon ‹s' Köferli› packen.» Wir lachten, aber für den Italiener war es der bittere Ernst.

Er musste nicht packen. Seither sind rund 40 Jahre vergangen. Der Anteil der ausländischen Wohnbevölkerung in der Schweiz beträgt fast 25 Prozent. Mehr als ein Drittel aller Einwohnerinnen und Einwohner hat einen Migrationshintergrund: Sie sind Ausländer, Eingebürgerte oder gebürtige Schweizerinnen und Schweizer, deren Eltern beide im Ausland geboren wurden. In kaum einem europäischen Land leben so viele Menschen mit «fremden» Wurzeln.

Von «Überfremdung» redet trotzdem kaum noch jemand, zumindest in der Öffentlichkeit. Menschen mit Migrationshintergrund sind auf den ersten Blick akzeptiert, man anerkennt, dass sie in Frischs Terminologie «für den Wohlstand unerlässlich» sind. Dank unseres Bildungssystems gelingt ihnen der Einstieg in die Arbeitswelt. In der Schweiz brennen keine Asylunterkünfte, es gibt wenige Übergriffe mit fremdenfeindlichem Motiv. Bei uns findet man auch keine «Ausländer-Ghettos» wie in Frankreich oder Belgien.

Politiker vor allem bürgerlicher Couleur brüsten sich gerne damit, wie ausländerfreundlich die Schweiz doch sei, nicht zuletzt bei Auftritten im Ausland. Aber ist trifft das auch zu?

«Ich bin Eidgenosse, denn Schweizer kann jeder werden.» Papierlischwiizer eben, höchstens geduldet, kaum akzeptiert.

Man muss nicht die zahllosen Gehässigkeiten gegenüber Ausländern in den sozialen Medien zitieren, um das schöne Image einer xenophilen Schweiz zu hinterfragen. Der Begriff «Gastarbeiter» mag aus der Mode gekommen sein, doch nach wie vor ist die Ansicht verbreitet, wonach Ausländer «Gäste» in der Schweiz sind, auch wenn sie seit Jahrzehnten hier leben.

Man toleriert sie, so lange sie Geld bringen oder arbeiten, aber eigentlich erwartet man, dass sie irgendwann gehen. Und wenn sie sich nicht zu benehmen wissen, wirft man sie hinaus.

Werner Stauffacher, Walter Fuerst und Arnold von Melchthal beschliessen den Bund der drei Eidgenossen gegen die Tyrannei anlaesslich der Tell-Freilichtspiele am Montag, 23. Juni 2014 in Interlaken. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Rütlischwur bei den Tellspielen in Interlaken: Eidgenosse wird zum Ausdruck der Abgrenzung gegen «Papierlischwiizer».
Bild: KEYSTONE

Mit dieser Einstellung tun sich viele Menschen mit Migrationshintergrund schwer. Der Publizist Lukas Tonetto hat dazu für die Silvesterausgabe der «Aargauer Zeitung» einen glänzenden Essay verfasst. Er ist ein «halber» Ausländer (Vater Italiener, Mutter Schweizerin), wurde in Aarau geboren und als Kind eingebürgert. Dennoch bleibt er für viele ein «Papierlischwiizer» – einer, der «in den Augen gewisser Kreise» seit seiner Einbürgerung 1977 das Bild der Schweiz verfälscht.

Wen er mit «gewisse Kreise» meint, schildert Tonetto anhand einer Anekdote: In Aarau beobachtete er eine Frau, die aus einem Auto mit Schweizer Kennzeichen stieg: «Auf der getönten Heckscheibe stand in Fraktur: Eidgenossin.» In den «gewissen Kreisen» ist dies zu einem Code geworden, mit dem man sich von denen mit Migrationshintergrund abgrenzt: «Ich bin Eidgenosse, denn Schweizer kann jeder werden.» Papierlischwiizer eben, höchstens geduldet, kaum akzeptiert.

In seinem Text setzt sich Lukas Tonetto mit dieser Gefühlslage auseinander, nicht ohne Spott an die Adresse jener «Eidgenossen», die so stolz seien auf ihre Mundart und sie dennoch schlechter sprächen als er: «Bei diesen Schweizern steht dann etwa än Schrank unter dä Träppe, wo doch bei mir e Chaschte unter der Schtäge steht.» Eine treffliche Beobachtung: Gerade «senkrechte» Schweizer sprechen nicht selten eine verhochdeutschte Form des Dialekts.

Für den Mittelstand war es eine Win-Win-Situation. Die Ausländer mehrten den Wohlstand, während er durch den Inländervorrang geschützt war.

Dennoch definiert sich das rechte Spektrum der Gesellschaft mit Vorliebe durch seine Abgrenzung gegenüber den Ausländern. Auf der linken Seite hingegen frönt man häufig einer unreflektierten Multikulti-Romantik und neigt dazu, die unschönen Seiten der Zuwanderung herunterzuspielen. Dazwischen findet man jene Schweizerinnen und Schweizer, die Zugewanderte so akzeptieren, wie sie sind. Und jenen nicht geringen Teil der «Urbevölkerung», dessen Haltung ambivalent ist: Man weiss, dass die Migranten gebraucht werden, und tut sich trotzdem schwer mit ihnen.

Die Nationalraetin Anita Fetz, SP-BS, Sibylle Berger-Bono, Praesidentin FDP Frauen Schweiz, die Nationalraetin Milli Wittenwiler, FDP-SG, Brigitte Hauser-Suess, Praesidentin CVP Frauen Schweiz, und die Nationalraetin Ursula Haller, SVP-BE, von links nach rechts, haben sich am Freitag, 8. September 2000 in Bern gegen die 18%-Initiative ausgesprochen. (KEYSTONE/Juerg Mueller) ===ELECTRONIC IMAGE===

Kampagne gegen die 18%-Initiative.
Bild: KEYSTONE

Lange sah es so aus, als ob das Pendel in Richtung Akzeptanz schwingen würde. Der Ja-Anteil bei den Überfremdungs-Abstimmungen nahm laufend ab, von 46 Prozent für Schwarzenbach 1970 bis knapp 37 Prozent für Philipp Müllers 18%-Initiative im Jahr 2000. Damals erfolgte die Zuwanderung vor allem in den unteren und oberen Schichten der Gesellschaft. Die Ausländer erledigten jene Arbeiten, die die Schweizer nicht machen wollten oder konnten.

Für den Mittelstand war es eine Win-Win-Situation. Die Ausländer mehrten den Wohlstand, während er durch den Inländervorrang geschützt war. Die Personenfreizügigkeit mit der EU brachte diesen Wall zum Einsturz. Die mittelständische Schweiz sah sich mit Konkurrenz konfrontiert, auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt, im öffentlichen Verkehr. Das Unbehagen nahm zu. Man muss von einem historischen Versagen der Eliten in Politik und Wirtschaft sprechen, dass sie diese Entwicklung ignoriert oder kleingeredet haben.

Die Quittung erhielten sie mit dem Ja zur Masseneinwanderungs-Initiative. Schon zuvor hatte die Duldsamkeit gegenüber jenen «Fremden» abgenommen, die unangenehm auffielen. Die Minarett-Initiative wurde genauso angenommen wie die Ausschaffungs-Initiative. Muslime dürfen Gebetshäuser haben, aber man soll sie möglichst nicht sehen. Wenn muslimische Mädchen in der Schule ein Kopftuch tragen, rufen «gewisse Kreise» den nationalen Notstand aus. «Kriminelles» Verhalten wird ohnehin nicht toleriert: Ausländer raus, und zwar subito!

Wir sollten Ausländer nicht als «Gäste» betrachten, wie dies «gewisse Kreise» gerne tun, sondern als Mitbewohner.

Diese Mentalität erklärt, warum die Durchsetzungs-Initiative in den Umfragen auf derart viel Zuspruch stösst, so radikal und rechtsstaatlich fragwürdig sie sein mag. Die zunehmend unsichere und verworrene Welt verstärkt die Abwehrreflexe gegenüber den «Fremden». Wir verlangen von ihnen Integration, meinen aber Assimilation – sie sollen sich möglichst unsichtbar machen. Ausser sie bringen viel Geld mit, dann dürfen sie sich (fast) alles erlauben.

Man kann einwenden, dass die Einstellung gegenüber Ausländern anderswo nicht besser ist. Die Schweiz fällt nur deshalb auf, weil das Volk über solche Fragen abstimmen darf. Nur ändert das nichts daran, dass die Einbürgerung bei uns so hürdenreich abläuft wie in keinem anderen europäischen Land. Man muss jahrelang im gleichen Kanton leben und sich in dieser Zeit mustergültig verhalten, einen Test machen, bei dem mancher «Original-Schweizer» durchfallen würde, eine oft happige Gebühr entrichten und riskiert am Ende dennoch eine Abfuhr durch die Gemeindeversammlung.

Wer den Pass hat, ist deswegen noch lange nicht akzeptiert. Davon kann nicht nur Lukas Tonetto ein Liedlein singen. In der Politik ist der grosse Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund massiv untervertreten. Ein Grund dafür mag sein, dass viele Secondos den Aufstieg hierzulande mehr durch berufliche als politische Tätigkeit definieren. Oft aber werden fremdländisch klingende Namen einfach von den Wahlllisten gestrichen. Eine Erfahrung, die nicht zuletzt jene Secondos machen mussten, die in superpatriotischer Überangepasstheit der SVP beigetreten waren.

Wie es ginge, zeigt ausgerechnet jenes Frankreich, das wegen seiner Integrationsprobleme in den Banlieues oft und zu Recht am Pranger steht. Drei der führenden Politiker des Landes haben keinerlei französische Wurzeln: Der frühere Präsident und heutige Oppositionsführer Nicolas Sarkozy hat einen ungarischen Vater und eine griechisch-jüdische Mutter. Premierminister Manuel Valls ist Katalane, die Pariser Stadtpräsidentin Anne Hidalgo stammt aus Andalusien.

Paris mayor Anne Hidalgo,left,  looks at former French President Nicolas Sarkozy, shaking hands to Prime Minister Manuel Valls, before a ceremony in the courtyard of the Invalides in Paris, Friday, Nov. 27, 2015. France is mourning and honoring those killed in the Nov. 13 attacks in a somber ceremony presided by French President Francois Hollande. (AP Photo/Francois Mori)

Anne Hidalgo, Nicolas Sarkozy und Manuel Valls (r.): Keiner der drei hat französische Wurzeln.
Bild: Francois Mori/AP/KEYSTONE

Die beiden letzteren sind nicht einmal in Frankreich geboren, sie kamen mit ihren Eltern ins Land und wurden eingebürgert. Trotzdem gelten sie als künftige Anwärter auf eine Präsidentschaftskandidatur bei den Sozialisten. Der vergleichsweise populäre Valls könnte schon nächstes Jahr den glücklosen François Hollande ersetzen. Bei uns dagegen wird noch viel Wasser die Aare hinunterfliessen, ehe ein Secondo oder eine Seconda in den Bundesrat gewählt wird.

Warum tun wir uns so schwer mit Menschen aus anderen Kulturkreisen? Vielleicht liegt es daran, dass wir als mehrsprachiges Land selber über keine eindeutige kulturelle Identität verfügen. Umso mehr definieren wir uns über die Herkunft. Wer nicht über mindestens einen Elternteil tief im hiesigen Boden verwurzelt ist, für den gilt: Einmal ein Ausländer, immer ein Ausländer.

Und die Realität? Sie arbeiten, zahlen Steuern und Abgaben, dürfen aber ausser in wenigen Kantonen nicht mitbestimmen, wofür ihr Geld verwendet wird. Wir fordern mit Recht, dass sie unsere Regeln einhalten, sollten ihnen gegenüber aber nicht päpstlicher sein als der Papst. Und sie nicht wegen jeder Lappalie vor die Tür stellen.

Wir sollten Ausländer nicht als «Gäste» betrachten, wie dies «gewisse Kreise» gerne tun, sondern als Mitbewohner.

Umfrage

Was ist der Unterschied zwischen einem «Inländer» und einem «Ausländer»?

  • Abstimmen

3,106 Votes zu: Was ist der Unterschied zwischen einem «Inländer» und einem «Ausländer»?

  • 23%Der Pass. Nur der Pass. Also nur ein Papier.
  • 14%Die Herkunft.
  • 30%Die Gesinnung. Wer sich anpasst, kann hier bleiben.
  • 32%Keiner. Es ist nur eine Frage der Zeit. Irgendwann sind alle «Inländer» oder «Ausländer».

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    Alle Leser-Kommentare
  • dä dingsbums 11.01.2016 00:27
    Highlight Highlight Als meine Eltern in die Schweiz kamen, hat noch keiner von Integration gesprochen. Sie waren hier um zu arbeiten, ob sie Deutsch lernen war unwichtig.
    Unsere Nachbarn waren zuerst freundlich aber distanziert, haben aber bald ihr Herz geöffnet. Ich hab als Kind viele Nachmittage bei ihnen verbracht und Aufgaben gemacht. Für mich waren sie meine Grosseltern. Wir haben viel zusammen unternommen und als sie dann nach 30 Jahren ins Altersheim mussten, haben wir sie öfters besucht als ihre eigene Familie.
    Ja, es kamen Menschen und sie trafen auf Menschen. Darüber sollte man auch mal sprechen.
  • Amanaparts 10.01.2016 11:34
    Highlight Highlight Wir sind gekommen um zu bleiben. Ob mich jemand als Schweizer akzeptiert oder nicht, kann zwar verletzend sein, aber es ändert nichts daran, dass ich auch einer bin. Keine Zeit für diese "Eidgenossen" (ich nenne sie Schweizer mit Minderwertigkeitskomplex), ich habe ein Leben zu leben. Tschöö
    • Dä Brändon 11.01.2016 09:24
      Highlight Highlight 👍👍👍
  • atomschlaf 09.01.2016 16:12
    Highlight Highlight Übrigens: Geiles Foto! Sciopero 1966... some things never change ;-)
    • FrancoL 09.01.2016 22:10
      Highlight Highlight Bezeichnend finde ich weniger den "Sciopero", sondern den Bahnhof. Wer mag sich nicht an die vielen Gastarbeiter, die sich immer sehr gerne am Bahnhof trafen, erinnern. Der Bahnhof war ihre zweite Heimat, der Draht zu ihren Wurzeln.
  • Kookaburra 09.01.2016 15:28
    Highlight Highlight Ja, ja Herr Blunschi. Ihr (und vor allem die Baby-Boomer) hattet doch noch alles: Jobs, die Chancen auf Familie und Haus, bezahlbare KK, eine Zukunft...

    Und dann habt ihr aus Wohlstand die AHV eingeführt und damit das Öffnen der Schleusen legitimiert...

    Und Heute? Heute hat die Hälfte der Bev. keine richtige Identität mehr (Secondos wie Schweizer), die AHV ist am A., die KK-steigt, Wohnen wird immer teurer, die Infrastruktur reicht nicht, der Mittelstand sinkt, die Sozialindustrie explodiert...

    Also wieso? Was hat es gebracht? Ausser, dass jeder Mensch weniger wert ist?

    Win-win my a..
    • luigi proietti 09.01.2016 15:54
      Highlight Highlight 3-Zimmer für 5 Personen war in der Stadt Zürich üblich. Kein Büezer konnte sich Wohneigentum leisten. Nach der Lehre 1982 fanden etliche meiner Freunde keinen Anschlussjob. Mein Vater verlor 1995 mit 55 Jahren seinen Job. Niemandem wurde etwas geschenkt. Sie haben das kämpfen verlernt oder nie gelernt.
    • Kookaburra 09.01.2016 16:17
      Highlight Highlight @Luigi

      Mitte der 70er gab es mal 77 Arbeitslose in der ganzen Schweiz...

      Heute müssen wir jeden Tag mit 300 Migranten MEHR um die Arbeitsplätze kämpfen...

      Die Italiener hatten ja noch Glück, als dann aber Mitte 90er die Menschen aus dem Balkan kamen, verloren halt viele ihre Jobs...

      Und Heute haben wir eine "Dog eat dog" Welt, in der Neid und Missgunst herrschen.

      Und wozu? Für die Reichen und das gute Gewissen der Linken, verloren hat die ganze Bevölkerung, das Individuum ist nichts mehr wert...

      Sicher eine gute Zeit für unsere Eltern - aber eine sehr schwere Erblast für die Jüngeren...
    • FrancoL 09.01.2016 19:52
      Highlight Highlight Was hat es gebracht? Ausser, dass jeder Mensch weniger wert ist?

      Der Wert eines Menschen ist weitgehend von seiner Leistung (nicht nur Arbeit) und seiner Einstellung abhängig und nicht von seinem Güterstand!
      Wenn Du den Güterstand als Wertemassstab für Dich nimmst, ja dann ist Deine Aussage für Dich wohl richtig aber ich hoffe, dass DU ein Einzelfall bist und ein guter Teil der Bevölkerung einen sinnigeren Massstab anwendet.
      Zudem; Deine Einschätzung der damaligen Zustände ist neben der damaligen Wirklichkeit! Dies vor allem auch in Hinblick auf die Möglichkeit, Wohneigentum zu generieren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Luca Brasi 09.01.2016 13:26
    Highlight Highlight Ein interessanter Artikel, der viele Facetten der Debatte darlegt und auch die historischen Entwicklungen zum Thema nicht vernachlässigt. Ich frage mich einfach immer wie andere Länder wie z.B. Luxemburg (Ausländeranteil ca. 45%) damit umgehen. Bei der Repräsentation der Schweizer mit Migrationshintergrund im Parlament fällt mir einfach auf, daß v.a. die Italiener (Wermuth, Pardini, Heer, etc.) gut vertreten sind und teils schweizerischer als "Normalschweizer" auftreten. ;) Bei der Perzeption von Ausländern sehe ich aber auch Unterschiede zwischen Romandie/Deutschschweiz, Stadt/Land.
  • ferox77 09.01.2016 13:03
    Highlight Highlight "«Kriminelles» Verhalten wird ohnehin nicht toleriert: Ausländer raus, und zwar subito!"
    Nein! So ist es nach wie vor nicht. Es ist und bleibt weiterhin so:
    «Kriminelles» Verhalten wird ohnehin nicht toleriert: Kriminelle Ausländer raus, und zwar subito!
  • atomschlaf 09.01.2016 12:48
    Highlight Highlight Genau die im Artikel beschriebene Win-Win-Situation gilt es mittels Wiedereinführung des Inländervorrangs wieder herzustellen!
    Und nein, das hat nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun, das machen nämlich die grossen Einwanderungsländern wie Australien, Canada oder die USA genau gleich.
    • christianlaurin 09.01.2016 15:01
      Highlight Highlight Immer wieder diesen Scheich wie es Kanada macht. Ich sage es ihnen wie Kanada es macht. Sie machen ein punkten Test und bestehen sie es, dürfen sie rein. Und dann vier Jahre später kann jeder die Staatsbürgerschaft beantragen. Es gibt kein Inländer voran weil das System ganz anders ist. Und bitte die Schweiz nicht mit Kanada, USA, oder Australien vergleichen weil hätten wir so viele Immigranten wäre schon ein Zaun gebaut rund um die Schweiz. Ich sagen nicht das die Schweiz besser oder schlechter ist. Ich sage hören wir mal auf mit diesen vergleiche weil es sind Äpfeln und Birnen.
  • Grundi72 09.01.2016 12:44
    Highlight Highlight Ach herrjeh muss es für gewisse Leute anstrengend sein, das verfluchte Land in dem sie geboren wurden online so fest nicht zu mögen.

    Die Statistik unten und alle meine Secondo-Kumpels bestätigen mir, dass wir das mit der Zuwanderung in der Schweiz sehr gut machen. Ein Kompliment an uns und allen Ausländern und Eingebürgerten die den Willen hatten, sich zu integrieren und gleichzeitig mit ihrer Kultur die Schweiz etwas bereichert haben. Die anderen können mich kreuzweise, sie müssen wir zum Land rausschmeissen.

    Gewisse linke Heimathasser könnten ja auswandern, Tschechien zB?
    User Image
    • Peter 09.01.2016 13:44
      Highlight Highlight Was ist mit den tadellos Integrierten, die einen Fehltritt begehen? Soll man die auch rausschmeissen? Darum geht es mir in dieser Betrachtung. Zu vielen in diesem Land fehlt das differenzierte Denken im Umgang mit den Zugewanderten.
    • atomschlaf 09.01.2016 13:58
      Highlight Highlight @Peter: Genau. Wir dürfen nicht alle Ausländer über einen Kamm scheren. Das bedingt aber auch eine offene und ehrliche Diskussion, welche die Dinge beim Namen nennt und nicht Kritiker in die rechte Ecke drängt und mit der Nazikeule erschlägt.
      Es ist nun mal ein Faktum, dass zwischen verschiedenen Einwanderen aber auch zwischen verschiedenen Einwanderergruppen gigantische Unterschiede gibt, sowohl was die Kriminalitätsrate als auch was Integrationsfähigkeit und -wille angeht.
      Nicht zuletzt deswegen brauchen wir endlich eine weltoffene aber selektive Einwanderungspolitik.
    • Peter 09.01.2016 14:42
      Highlight Highlight @atomschlaf Es gibt Italiener, die sind nach Jahrzehnten nicht wirklich integriert. Von den Tamilen ganz zu schweigen. Umgekehrt sind viele Kosovaren, Türken, Araber bestens integriert. Etwas mehr Differenzierung wäre wünschenswert.
    Weitere Antworten anzeigen
  • 7immi 09.01.2016 12:36
    Highlight Highlight die heutige pfz mit den nachkriegsjahren zu vergleich hinkt einwenig... einerseits war die Bevölkerung damals halb so gross, zum andern war die arbeitslosenzahl wahnsinnig gering und man brauchte die arbeitskräfte. heute ist vor allem der tiefere lohn der motivationsgrund, arbeitskräfte aus dem ausland zu holen. wir hätten zb genügend ärzte in der schweiz. v.a. ärztinnen nach der babypause sind arbeitslos. leider werden auch hier die ausländer bevorzugt. sie sind schlicht günstiger. nicht alles ist fremdenhass. viele haben angst, ersetzt zu werden.
    • Rööfe 09.01.2016 12:50
      Highlight Highlight Die Zuwanderung in den 60er und 70er war grösser als heute. Dank den tiefen Löhnen der Ausländer konnten nicht überlebensfähige Industrien und Wirtschaftszweige, ein paar Jahrzehnte überleben. Wir bilden absichtlich zu wenig Ärzte aus, weil die Ausbildung schlicht zu teuer ist. Ich kenne keine Ärztin, die nach der Babypause keinen Job fand. Die Angst ersetzt zu werden ist ist vorhanden und auch legitim. Jedoch müsste der Unmut die Arbeitgeber treffen, und nicht die Ausländer, die von diesen geholt werden. Und das ist in der wirtschaftsfreundlichen Schweiz nicht der Fall.
    • atomschlaf 09.01.2016 12:51
      Highlight Highlight Hast Du eine Quelle oder einen Link für die Behauptung, wir hätten genügend Ärzte in der Schweiz?
    • atomschlaf 09.01.2016 14:02
      Highlight Highlight @Rööfe: Die Arbeitgeber nutzen lediglich die Gesetzeslage aus, die ihnen den Zugriff auf einen Arbeitsmarkt von 500 statt 8 Millionen gibt. Bei einem derartigen Überangebot sinken naturgemäss die Preise, d.h. in diesem Fall die Löhne.
      Schuld ist letztlich nicht die Wirtschaft, sondern wir alle, da wir dieses Desaster zugelassen haben. Erfreulicherweise wurde die Korrektur mit der Annahme der MEI eingeleitet.
      Enttäuschend in diesem Szenario sind vor allem die Positionen von SP und Grünen, welche für die reine Ideologie die Interessen der einheimischen Arbeitnehmenden verrraten haben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Daylongultra 09.01.2016 12:28
    Highlight Highlight So sollen Artikel geschrieben werden. Die verschiedenen Ansichten zu diesem komplexen Thema haben alle ihre Berechtigung, basierend auf den verschiedenen Erfahrungen die jeder für sich selbst gemacht hat. Nicht kleinreden sondern ernstnehmen und darauf eingehen. Grosses Lob und weiter so :-).
  • Angelo C. 09.01.2016 12:22
    Highlight Highlight Ich stimme Peter Blunschi mehrheitlich zu, ein an sich recht guter Artikel.

    Wobei er einen klaren Unterschied zwischen beruflich fähigen Zuwanderern und einer generell unerwünschten aus dem kulturfernen Asylsektor, mit Tendenzen zur reinen Inanspruchnahme der soziale Hängematte, erwähnen sollte.

    Es gilt also eine effiziente Differenzierung, wie fast in allen Lebensbereichen notwendig, vorzunehmen!

    Im Übrigen - wie sagte doch der Schweizer Arzt Paracelsus vor langer Zeit recht trefflich :
    „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei."
    • Shlomo 09.01.2016 13:07
      Highlight Highlight Ach mein lieber Angelo. Deine unterstellung, dass sich Asylbewerber nur hierher kommen um sich in der "sozialen Hängematte" auszuruhen ist wie immer tendenziös.
      Ich frage mich da was due den schon alles für diese Gesellschaft geleistet hast damit du dich hier so aufspielen kannst.
    • Angelo C. 09.01.2016 14:13
      Highlight Highlight Ach ja, da ist er ja, der gute alte Shlomo - denn seine ganz speziellen Weisheiten dürfen bei solchen Themen, historisch und anderswie bedingt, natürlich niemals fehlen - wo kämen wir denn sonst auch hin 😊!

      Du hast das Wort DIFFERENZIERUNG in meinem Text gelesen, ein Fremdwort für dich.

      Ich aber praktiziere Differenzierung uneingeschränkt, indem ich auch HIER auf den Unterschied zwischen solchen Asylanten, die aus Kriegsgebieten stammen und bildungsmässig integriert werden können, und Analphabeten, welche kommen, weil man sie hier oft lebenslänglich alimentieren wird, hinweisen möchte.


    • Shlomo 09.01.2016 14:51
      Highlight Highlight Ou jetzt kommt der Antisemitismus wieder bei dir Bravo.
      Und es heisst auch nicht Asylanten sondern Asylbewerber um korrekt zu bleiben.
      Und apropo bildunsfern. Ich muss mich täglich, auch hier mit bildungsfernen schweizern rumschlagen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • whatthepuck 09.01.2016 12:06
    Highlight Highlight Bei solchen Artikeln kommt in mir der Wutbürger hoch. Das ist doch genauso verallgemeinernder, seichter Quatsch wie all das rechtspopulistische Gerede. Hier müssen Einzelschicksale als Beispiele für die breite Masse herhalten, dabei gibt es doch wirklich immer und überall die ganze Palette von allem! Der Autor fragt sich woher denn der kleinbürgerliche Unmut komme? Mehrere Antworten darauf liefert er gleich selbst - vielleicht sollte das Geschriebene mal verinnerlicht werden.

    Und Schweizerdeutsch hat keine Grammatik. So en Seich, dass Zugewanderte die "korrekteren" Begriffe verwendeten!
    • Peter 09.01.2016 13:07
      Highlight Highlight Es geht nicht um Grammatik, sondern um die Einschweizerung hochdeutscher Begriffe. Diesen Unterschied sollte man eigentlich kennen.
  • kamedron 09.01.2016 11:52
    Highlight Highlight Wir sind alle nur auf der Durchreise.
  • Fzutter49 09.01.2016 11:51
    Highlight Highlight Ein sehr guter Artikel!
  • Der Beukelark 09.01.2016 11:16
    Highlight Highlight Für solche Artikel liebe ich Watson!
  • Wolfsblut_2 09.01.2016 11:08
    Highlight Highlight Das Versagen der politischen und wirtschaftlichen Elite ist für mich der Schlüsselsatz. Sie profitiert von sinkenden Personalkosten durch die Rekrutierung von ausländischen Arbeitskräften und gleichzeitig beteiligt sie sich immer weniger an den höher werdenden Infrastrukturkosten durch immer tiefere Steuern. Sie ist es, die die Solidarität und den sozialen Frieden zerstört. Wann merken wir das endlich und richten unsere Wut auf sie und nicht auf die Flüchtlinge?
  • StealthPanda 09.01.2016 11:02
    Highlight Highlight Also ich selbst bin ja auch Halb Thai und Schweizer und kann überhaupt nich bestätigen dass ich jemals irgendwie Rassistisch oder sonstwie angemacht wurde. In der Primar Schule sagten sie mir zwar "Chines" doch wussten sie schlicht nicht wo Thailand liegt. Das Problem oder was in meinen Augen "Ausländer" sind, sind unsere Leute die seit 5,10 oder mehr Jahren hier wohnen und kein Wort Deutsch sprechen. Die wollen sich ja gar nicht Integrieren, sie interessieren sich nicht für uns also wieso sollten wir uns für sie Interessieren? Überhaupt will ich ein Cafi Cremé und nicht ein Kaffee mit Sahne.
    • StealthPanda 09.01.2016 11:36
      Highlight Highlight Darf ich mal Fragen liebes Watson Team. Mögt ihr eigentlich irgendwas in der Schweiz bis auf die Otten? Ich meine auch die User. Anscheinend ist es ja nur noch das Land des Rassismus, Geld neid und Selbstdarstellung. In den letzten 4 Monaten habt ihr kein gutes Haar an unserem Ländle gelassen. Und trotzdem sind alle noch hier...Angst vor dem Auswandern? Oder sind die Alternativen eben doch schlechter? Kritisieren ist immer einfach aber wenn alle Liberalen hier ja das Allheilmittel gefunden haben wie man einen Staat führt, warum nimmt dann keiner die Beine in die Hand?
    • Dä Brändon 09.01.2016 11:38
      Highlight Highlight Wieso? Weil man mit solchen eh nicht sprechen möchte, der Bünzischweizer ist verschlossen und sucht auch nicht den Kontakt. Ein Italiener ist sowas nicht gewohnt, also sucht er automatisch seinesgleichen. In dem Block, wo ich aufgewachsen bin, konnten praktisch alle Jugos perfekt italienisch. Wieso wohl? Erklär mir das mal?
    • StealthPanda 09.01.2016 12:04
      Highlight Highlight Ich weiss ja nicht wo ihr eure Schweizer kennenlernt aber ich lerne jedes Wochenende tolle Leute ( auch Schweizer) kennen. Erklär mir dann wie meine Thailändische Mutter praktisch nur Schweizer Freunde haben kann wenn alle so verschlossen sind? Erklär mir wieso gibts alle Formulare im Strassenverkehrsamt und Stadthäusern in Türkisch, Italienisch, Französisch, Arabisch, Englisch und Deutsch? Sieht so Fremdenfeindlichkeit aus?...in dem man auf sie zukommt? Tut mir leid ich wusste nicht das Jugos ( Jugoslawien gibts gar nicht mehr) die Italienisch können die Norm sind für Integration.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Rööfe 09.01.2016 10:56
    Highlight Highlight Eine Vielzahl von "Eidgenossen" gehören zum Prekariat, Leute die täglich um ihren Wohlstand fürchten müssen. Obwohl sie eigentlich die gleichen oder gar besseren Bildungs-Voraussetzungen als die zugewanderten "Papierlischwizer"/Ausländer hatten, haben die meisten deren Position nicht erreicht. In diesem Biotop entsteht Neid- und Fremdenhasskultur gegen die, die es "geschafft" haben. Darum klammern sich so viele an eine heile, folkloristische Schweiz, die es eigentlich nur in den Köpfen einiger Ewiggestriger gab. Abgrenzung ist der Abwehrreflex der Verlierer.
    • Shlomo 09.01.2016 11:39
      Highlight Highlight Dass die "Eidgenossen" eher aus dem Prekariat stammen, würde ich zustimmen. Dieser eher xenophobe Anteil der Bevölkerung machen aber nicht ca 50% aus, damit Abstimmungen wie die Masseneinwanderungsinitiative zu gewinnen sind. Ein grosser Anteil dieser 50% wird der Mittelstand ausmachen, welcher sich durch die Einwanderung von gut ausgebildeten Eu-Bürgern bedroht sieht. Dabei vergisst oder negiert der Mittelstand der solche Initiativen unterstützt, dass nicht der Ausländer die Wurzel des Problems ist sondern die Wirtschaft, für welche es billiger ist einen günstigen EU-Bürger einzustellen.
    • Rööfe 09.01.2016 12:52
      Highlight Highlight Konvertiten sind immer die grössten Eiferer.
    • Triple 09.01.2016 15:51
      Highlight Highlight @ worlofjem, mach dich mal schlau darüber wie der Faschismus in Italien aufgearbeitet wurde. Das Verhalten deiner Nachbarn wird dir um einiges klarer werden.
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