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Zwei Centiliter des Macallans kosteten 9999 Franken. Dabei war das edle Getränk eine Fälschung. © Hotel "Waldhaus am See"

Der 9999-Franken-Whisky ist wirklich gefälscht – Chinese bekommt sein Geld zurück

03.11.17, 15:25

Im St. Moritzer Hotel «Waldhaus am See» hat ein Gast aus China für zwei Centiliter Whisky 9999 Franken auf den Tresen geblättert. Doch der Macallan war nicht wie deklariert im Jahre 1878 destilliert worden, sondern erst 1970.

25 Jahre lang stand die teuerste Flasche unberührt im Regal der Whisky Bar des St. Moritzer Hotels, ehe ein Gast aus China sich letzten August zwei Centiliter davon gönnte. Für den angeblich 1878 destillierten Macallan zahlte der Mann sage und schreibe 9999 Franken.

Wie das Hotel «Waldhaus am See» nun mitteilte, kam kurz danach der Verdacht auf, das edle und hochprozentige Destillat könnte eine Fälschung sein. In Auftrag gegebene Labortests ergaben tatsächlich eine Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent, dass der Whisky erst 1970 destilliert wurde - also fast 100 Jahre später als das Label anpries.

Das «Waldhaus am See» habe beim Kauf keinen Grund gehabt, an der Echtheit der Flasche zu zweifeln, schrieb Hotelier Sandro Bernasconi. Nun aber erwägt der Engadiner, rechtliche Schritte gegen den Verkäufer der Flasche einzuleiten, um zu seinem Geld zu kommen. Einen hohen fünfstelligen Betrag habe er selber für die Flasche bezahlt, sagte Bernasconi zur sda.

16'000 Kilometer geflogen

Der Hotelier trat nach dem Vorliegen der Labortests zwecks Schadensbegrenzung umgehend eine lange Reise nach Asien an. Insgesamt 16'000 Kilometer legte er im Flugzeug zurück.

Er informierte den Gast, der den Whisky im Sommer bestellt und getrunken hatte, bei einem Nachtessen über das Testergebnis und erstattete ihm die 9999 Franken persönlich. Der Mann habe sich erfreut über die Ehrlichkeit gezeigt und sich bedankt, sagte Bernasconi.

Der chinesische Gast und Whisky-Liebhaber ist in seinem Heimatland kein unbekannter. Es handle sich um den am besten verdienenden Online-Schriftsteller, der mit Fantasie-Romanen grosse Erfolge habe, so Bernasconi.

Das St. Moritzer «Waldhaus am See» ist bekannt für seine «grösste Whisky Bar der Welt». 2500 Sorten stehen laut Angaben des Hotels zur Auswahl. (sda)

Shot Happens, Teil 3: watson mixt Cocktails ... und trgrrm%&

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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7
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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sheldon 04.11.2017 18:02
    Highlight Und wer bitte sehr überprüft, ob diese Geschichte wirklich so stimmt ? Scheint mir eher ein der blühenden Fantasie entsprungener Werbegag sein.
    0 1 Melden
  • atomschlaf 04.11.2017 13:01
    Highlight Bravo! Bernasconi hat Stil und Klasse.

    Ein leuchtendes Vorbild für viele unserer Jammer-Hoteliers.
    5 0 Melden
  • Nelson Muntz 03.11.2017 18:34
    Highlight Da lob ich mir meinen Bourbon und Single Malt aus Strohwilen/TG!
    5 10 Melden
  • crik 03.11.2017 17:45
    Highlight Perfekte Werbung für das Hotel. Flug nach China dürften zwar etwas gekostet haben, und die Ausgaben für die Flasche müssen sie sich vermutlich abschreiben. Dafür geht die Geschichte eine aufrichtigen Hoteliers um die Welt - gut für das Hotel und den Schweizer Tourismus als ganzes!
    61 0 Melden
    • Nuka Cola 03.11.2017 19:36
      Highlight Hab ich mir auch gedacht.

      3 1 Melden
    • Menel 04.11.2017 08:47
      Highlight Service am Kunden zahlt sich halt aus. Vergessen viele leider.
      11 0 Melden
    • Nuka Cola 04.11.2017 17:51
      Highlight @Menel, jein. In Zeiten von "ich gehe jetzt ins Fachgeschäft, liege auf 10 Matratzen zur Probe, notiere mir den Namen und besttel sie dann online" nicht zwangsläufig.

      Ich denke dass zieht nur noch im Hochpreissegment.
      0 0 Melden

Liebe Baslerinnen und Basler, das passiert jetzt mit eurer BaZ ...

Das Zürcher Verlagshaus Tamedia hat die «Basler Zeitung» gekauft. Wer die neue Besitzerin ist, wer sie steuert und was das für ihre Leserinnen und Leser heisst. 

Liebe Baslerinnen und Basler 

Eines vorneweg, damit es nachher nicht heisst, es sei nicht deklariert gewesen: Mein Vater ist der Chef von TeleBasel, der Vater meines Chefs ist der oberste Chef der «bz Basel», ich bin seit vier Jahren bei watson und zuvor habe ich acht gute Jahre bei der Tamedia verbracht. 

Ich bin also in alle Richtungen gleich befangen. Dafür weiss ich, wovon ich euch in diesem offenen Brief berichte.

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