Schweiz
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Schweizer haben Angst um die Altersvorsorge – und vertrauen den Banken (wieder)

Die Ungewissheit, ob man im Alter noch genügend Geld zum Leben hat, macht den Schweizerinnen und Schweizern am meisten Sorgen. Dies zeigt das Sorgenbarometer 2017 der Credit Suisse. Die Angst um die Altersvorsorge hat jene vor der Arbeitslosigkeit abgelöst.

05.12.17, 09:08 05.12.17, 09:30


44 Prozent der Befragten sehen in der Altersvorsorge das grösste Problem der Schweiz, wie die am Dienstag veröffentliche Befragung der CS zeigt. Damit wurde die Arbeitslosigkeit als Top-Sorge der Schweizer Bevölkerung abgelöst. Seit 2003 hatte das Sorgenbarometer mit der Arbeitslosigkeit einen einsamen Spitzenreiter gekannt.

Die Sorgen-Hierarchie habe sich deutlich verschoben, heisst es in der Mitteilung der CS. Alle Bevölkerungsschichten seien sich heute einig, dass die Altersvorsorge saniert werden müsse. So wird denn auch die Frage nach dem wichtigsten politischen Ziel von den meisten Befragten mit der Sanierung der AHV beantwortet.

Die Angst um die Altersvorsorge hat in der Sorgenwahrnehmung gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent zugenommen, wogegen jene vor der Arbeitslosigkeit leicht eingebüsst hat. Der Trend könnte die Altersvorsorge zu einem klimaprägenden gesellschaftlichen Thema werden lassen, schreiben die Verantwortlichen des Sorgenbarometers.

Tragfähige Lösungen gefragt

Das Nein zur AHV-Rentenreform 2020 – die Abstimmung fand nach der Erhebung für das Sorgenbarometer statt – dürfte gemäss CS auch kaum zu einer Beruhigung der Bevölkerung beitragen. Politik und Verwaltung gerieten in solchen Stimmungslagen stark unter Druck, für die Gesellschaft tragfähige Kompromisslösungen zu erarbeiten.

So hat sich die Einschätzung der Probleme verändert (Teil 1)

So hat sich die Einschätzung der Probleme verändert (Teil 2)

Das neuste Sorgenbarometer zeigt zudem auch, dass nicht nur die Arbeitslosigkeit insgesamt von weniger Befragten als Bedrohung empfunden wird, sondern dass 37 Prozent auch glauben, ihr Job sei sehr sicher. Das sind so viele wie noch nie.

Wie schon in den letzten Jahren beobachtet, bereiten den Befragten Ausländer- oder Flüchtlingsthemen immer weniger Sorgen. Sie liegen auf Platz drei und vier. Diese Ängste hätten an Dringlichkeit verloren, heisst es in der Mitteilung. Die Befragten können jeweils aus einer Auswahl von 37 Sorgen die fünf für sie wichtigsten bestimmen.

Gottvertrauen in die Institutionen

In einem Punkt ist die Schweizer Bevölkerung nicht zu toppen, nämlich beim Vertrauen in ihre Institutionen. Dieses sei so gross wie in kaum einem anderen Land, schreibt die CS. 60 Prozent vertrauen dem Bundesrat, während in OECD-Ländern das Vertrauen in die jeweilige Regierung bei durchschnittlich 42 Prozent liegt.

Am grössten ist das Vertrauen ins Bundesgericht, gefolgt von den Banken. Sie machten vom 15. auf den zweiten Platz einen riesigen Sprung nach vorne. Von den 20 höchst platzierten Institutionen büssten 18 Vertrauen ein – am meisten die Armee oder die Nationalbank, aber auch Arbeitnehmerorganisationen und die Medien.

Die Altersvorsorge bereitet den Schweizern Sorge Bild: KEYSTONE

Schweizerinnen und Schweizer sind aber auch ein stolzes Volk, wie die Befragung weiter zeigt. 90 Prozent von ihnen sind stolz oder sehr stolz auf ihr Land. 2004 waren es erst 73 Prozent, 2010 noch 82 Prozent. Diese vorwärtsgewandte Identität finde eine breite Basis, schreibt die CS. So gibt es beim Nationalstolz praktisch keine Unterschiede zwischen Rechts und Links.

Das Credit Suisse Sorgenbarometer wird seit 41 Jahren jährlich erhoben. Im Auftrag der CS führte das Forschungsinstitut GFS Bern im Juli 2017 eine repräsentative Umfrage unter 1000 Stimmberechtigten in allen Landesteilen durch. (sda)

Es gibt Dinge, die man nur in der Familie tut – und das ist auch gut so

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • amore 06.12.2017 09:08
    Highlight Diese Angst wird von rechter Seite politisch geschickt bewirtschaftet. Und die Mehrheit der Stimmberechtigten glaubt deren Stories. So lange Apple und Co ihre Steuern im Ausland bezahlen und wir laufend die Steuern für gut betuchte senken müssen wir keine Angst um die Finanzierung der AHV haben.
    0 0 Melden
  • Graustufe Rot 05.12.2017 13:14
    Highlight "Wieder" Vertrauen in die Banken? Heute Mittag auf SRF spricht man ausger.mit einem CS Mann über das "Sorgenbarometer" der CH-Bürger. Angeblich haben die Leute Angst um ihre Altersversorgung. Und da fragt man unterwürfig einen von der "too bis to Fail"-Bank CS, die im Ausland wegen nach ausl. Recht krimineller Machenschaften angeprangert wurde. Gerade die CS hat massenhaft Lehman Brothers Papiere an CH-Rentner verkauft und die haben 2008 grosse Teile ihres Investments verloren. Die CS war nicht freiwillig zu einer Entschädigung bereit. Es musste gekämpft werden.
    3 0 Melden
  • Hades69 05.12.2017 11:31
    Highlight Meibe Stimme wurde nicht berücksichtigt, denn ich habe kein Vertrauen in die Banken und freue mich auf die Vollgeldinitiative! Für mehr Transparenz und keine Giralgeldschöpfung mehr.
    9 8 Melden
  • Rumbel the Sumbel 05.12.2017 09:36
    Highlight Was ich nicht verstehe, dass Schweizerbürger, ob Jung oder Alt, nicht mehr auf die Strasse gehen und demonstrieren. Offenbar geht es uns zu gut.
    23 3 Melden
    • Posersalami 05.12.2017 12:51
      Highlight Es braucht ja nicht mal Demos, einfach mal seinen Willen an der Urne kund tun! Die Stimmbeteiligung ist hier fast immer eine Katastrophe da Lichtjahre weg von 75-80% Beteiligung, was normal sein sollte in einer Demokratie. Wenn jeweils nur knapp die Hälfte an die Urne tingeln kann man nicht mehr wirklich vom "Volkswillen" sprechen.
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    • Graustufe Rot 05.12.2017 13:16
      Highlight Ich fahr fast jeden Tag mit dem ÖV. 9 von 10 jungen Leuten starren nonstop wie gebannt auf ihr Handy, während das wirkliche Leben an ihnen vorbeirauscht.
      4 0 Melden
    • Rumbel the Sumbel 05.12.2017 17:43
      Highlight Posersalami. Sehe ich auch so. Aber dazu mit Kundgebung. Die Macht geht vom Volke aus. Aber der Wille dazu fehlt einfach. Meine Meinung.
      0 0 Melden

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