Schweiz
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Kriegsreporter Kurt Pelda in «TalkTäglich» zur Winterthurer Al'Nur-Moschee.
screenshot Telezüri

Kurt Pelda legt in «TalkTäglich» gegen Winterthurer «IS-Paten» nach: «Er ist die graue Eminenz»

Der «Weltwoche»-Reporter Kurt Pelda hat sich in «TalkTäglich» auf TeleZüri zu seinen Recherchen zu einer «IS-Zelle» in der Winterthurer Al'Nur-Moschee geäussert. Und erklärt, warum die Radikalisierung von Jugendlichen oft zu lange unentdeckt bleibt.

26.11.15, 19:58 27.11.15, 09:47


Nach einer umstrittenen Titelgeschichte über eine angebliche «IS-Zelle» in der Winterthurer Al'Nur-Moschee hat sich Reporter Kurt Pelda erstmals im Fernsehen zu seinen Recherchen geäussert. Dabei hat Pelda in «TalkTäglich» von TeleZüri gegen den Imam A. E. nachgelegt. Dieser ist laut Pelda der Kopf einer «IS-Zelle» und soll Jugendliche radikalisieren und für den Dschihad in Syrien rekrutieren. 

«A. E. ist die graue Eminenz, er hat Hilfs-Imame, die sich um die Jugendlichen kümmern, wenn er gerade keine Zeit hat», sagte Pelda. Dass A. E. gegenüber watson sämtliche Anschuldigungen abstritt, wundert Pelda nicht. «Ich habe 30 Jahre Erfahrung im Umgang mit solch extremistisch eingestellten Leuten und die meisten von denen bestreiten solche Vorwürfe alle rundweg», sagt Pelda. Man dürfe nicht erwarten, dass jemand, der sich terroristisch betätige, die Frage «Bist du ein Terrorist?» einfach mit «Ja» beantworte. 

Kontroverse um «IS-Zelle» in Winterthur

In einem «Weltwoche»-Artikel von letztem Donnerstag veröffentlichte der Kriegsreporter Kurt Pelda eine Recherche zu einer angeblichen «IS»-Zelle im Umfeld der An'Nur-Moschee in Winterthur-Hegi. Darin wirft er dem nordafrikanischen Prediger A. E., der im «Weltwoche»-Artikel mit geändertem Namen erscheint, vor, ​in der An'Nur-Moschee Hass gegen Ungläubige und den Westen zu predigen und mindestens einen jungen Mann aktiv zur Reise in den Dschihad aufgefordert zu haben. Der «SonntagsBlick» bezeichnete A. E. daraufhin als «Der ‹IS›-Pate von Winterthur». A. E. ist seit zehn Jahren Imam in der Schweiz und hat zuvor in Moscheen in Schaffhausen, Zürich und Dietikon gewirkt. (rar)

«Es sieht sehr danach aus, dass das IS und Al-Kaida in der Schweiz auch machen»

Auf die Frage von Moderator Oliver Steffen, ob die Feststellung einer «IS-Zelle» nicht zugespitzt sei, relativierte Pelda ein Stück weit den Begriff «IS-Zelle». Damit meine er nicht, dass sich dort Terroristen auf Anschläge vorbereiten. Aber diese hätten wie früher die RAF oder die Brigate Rosse Unterstützung in der Schweiz, «bei der Logistik, bei der Rekrutierung, bei der Finanzierung und es sieht sehr danach aus, dass das IS und Al Kaida in der Schweiz auch machen». 

Die Behörden, insbesondere in Winterthur hätten zu lange weggeschaut, als sich in Winterthur im Umfeld der Al'Nur-Moschee immer mehr Leute nach Syrien aufgemacht oder entsprechende Absichten geäussert hätten. Dies sei auch der vorsichtigen Vorgehensweise der Rekrutierer geschuldet. Diese sprächen nicht vom sogenannten «Islamischen Staat», sondern appellierten an den Gerechtigkeitssinn der Jugendlichen. «Man spielt mit den Emotionen von 18-Jährigen, gibt ihnen den Respekt, den sie von den Eltern, Lehrmeistern, Lehrern nicht bekommen und appelliert an ihren Gerechtigkeitssinn», sagt Pelda. Erst mit der Zeit gelangten diese zur Überzeugung, dass «sie ihren muslimischen Brüdern und Schwestern in Syrien helfen» müssen. 

«Junge Leute dazu bringen, dumme Sachen zu machen»

Dass die Radikalisierung von Jugendlichen primär im Internet und über Social Media bewerkstelligt werde, ist laut Pelda falsch: «Wer weist einen denn auf solche Facebook-Seiten hin? Ich kenne keinen einzigen Fall, in dem nicht eine charismatische Persönlichkeit oder der Freundeskreis eine entscheidende Rolle bei der Radikalisierung gespielt haben.» 

Zum Abschluss der Sendung warnt Pelda davor, die Gefahr zu überschätzen. «Ein Salafisten-Bart ist noch kein Zeichen, dass jemand die schweizerisch-demokratischen Werte ablehnt», sagt Pelda. Aber es dürfe nicht sein, dass einige wenige Leute im Schutz von muslimischen Vereinen und Moscheen «ihre Ideologien verbreiten und junge Leute dazu bringen, dumme Sachen zu machen». Da brauche es irgendwann Repression. (thi)

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    Alle Leser-Kommentare
  • GeorgOrwell 1984 28.11.2015 12:16
    Highlight dieses Fingerpointing ohne irgendwelche Beweise, entspricht weder unseren Werten, noch der Mennschlichkeit. es dient nur der PR-Werte Von K. Pelda. Im Grunde genommen nichts anders als die Waffenindustrie. für die eigenen Werte werden Menschen geopfert.
    4 2 Melden
  • ferox77 27.11.2015 09:12
    Highlight Die Finanzierung und ideologische Stärkung des radikalen Islam saudischer Prägung ist ein weltweites Problem, da gerade auch tolerante Modelle wie z. B. Indonesien oder Malaysia langsam unterwandert werden.
    Die CH ist aber, ausser in rein technischer Hinsicht, meist zu träge und konservativ um progressive Lösungen zeitnah zu realisieren.
    Die Geldströme abschneiden und eine inländische Finanzierung aufbauen. Sozialhilfe streichen sowie Hassprediger und Extremisten konsequent ausweisen. Imam-Ausbildung inländisch und kontrolliert, das ist überfällig, zumindest das kleinere Übel.
    18 2 Melden
    • ferox77 27.11.2015 09:32
      Highlight 2)
      Am besten wäre wenn die Gesellschaft völlig säkular wird und die alten monotheistischen Wahnideen der Vergangenheit angehören.
      12 4 Melden
  • Kastigator 27.11.2015 08:36
    Highlight Können wir bei all dem vielleicht nicht vergessen, dass in Deutschland jeden Monat über 1000 Übergriffe gegen Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte geschehen? Dass seit der Wiedervereinigung erwiesenermassen 179 Menschen aus rechtsextremen Motiven umgebracht wurden, man aber von einer Dunkelziffer von bis zu 800 Opfern rechtsextremer Gewalt ausgeht?
    14 23 Melden
  • philipp meier 26.11.2015 23:59
    Highlight es gibt übrigens dazu, wie is-kämpfer rekrutiert werden, eine wissenschaftliche studie: http://www.beobachter.ch/justiz-behoerde/buerger-verwaltung/artikel/radikalisierung_moscheen-spielen-eine-geringe-rolle/
    12 4 Melden
    • Kookaburra 27.11.2015 00:19
      Highlight Und die Aussage ist eindeutig:

      "12 der 66 sind Konvertiten, die Hälfte von ihnen EU-Bürger oder Doppelbürger. Von den gebür­tigen Muslimen stammt die grosse Mehrheit aus Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawiens und aus Somalia, 18 von ihnen sind Schweizer Bürger."

      Also sind 3/4 eindeutig wieder importierte Probleme. Und, um das in den Griff zu kriegen werden gewaltige "Integrationsbemühungen" von Seiten der Steuerzahler empfohlen.

      Geben wir es doch endlich zu. Multikulti ist gescheitert.

      Es kostet einfach zu viel, und bringt zu viel Probleme und kaum Nutzen.
      29 22 Melden
    • Toerpe Zwerg 27.11.2015 00:44
      Highlight Ist die Studie irgendwo abrufbar? Auf die Schnelle nicht gefunden.
      1 4 Melden
    • philipp meier 27.11.2015 10:10
      Highlight @brezelski: es kommt immer darauf an, welchen blickwinkel man wählt (resp. aus ideologischen gründen definiert;). kleines beispiel: gem. einer studie sei ein überdurchschnittlich hoher anteil der kriminellen kiffer. die studie wurde von der polizei/politik in auftrag gegeben. ziel: kriminalisierung der kiffer (aufrecht erhalten). was sie (bewusst) ausblendet: die wenigsten kiffer werden kriminell.
      ergo: die meisten flüchtlinge sind keine «importierte probleme»
      9 4 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • atomschlaf 26.11.2015 23:57
    Highlight Hier noch was für die notorischen Islamismus-Verharmloser:
    "Europa ist akut gefährdet, und es muss seine Migrations- und Integrationspolitik grundlegend überdenken; dies umso mehr, als in den kommenden Wochen Hunderttausende zusätzliche Flüchtlinge Einlass begehren."
    http://blog.tagesanzeiger.ch/politblog/index.php/31018/verdraengte-warnungen-und-ideologische-scheuklappen/
    18 12 Melden
  • karl_e 26.11.2015 22:24
    Highlight Der Angeschuldigte Iman könnte den Herrn Pelda wegen Verleumdung einklagen. Dann schaun mer mal, was der Friedensrichter meint.
    Wir hier können imfall nicht wissen, wer recht hat.
    24 35 Melden
    • The Writer Formerly Known as Peter 26.11.2015 22:32
      Highlight Soll er doch machen! Das wäre der Weg den man beschreiten müsste. Vielleicht geben Sie dem Iman den Tipp weiter? ... Friedensrichter im Fall, sind eine gute Sache! Die versuchen, wie es der Name sagt, Frieden zu stiften! In Winterthur gibt es sehr fähige.
      25 4 Melden
    • karl_e 26.11.2015 22:37
      Highlight Hast du es nicht so verstanden? :-(
      5 12 Melden
  • denic 26.11.2015 21:48
    Highlight UMBEDINGT schauen:)

    der link, nochmals:

    http://www.telezueri.ch/86-show-talktaeglich
    10 1 Melden
  • LookingForTheTruth 26.11.2015 21:44
    Highlight Fakten sprechen einfach für sich:
    - nicht 39 Jahre alt
    - kein Autohändler
    - Bislang keine jihadistisch-motivierte Reisen nach Libyen
    - kein Prozess bzw. Verfahren

    Herr Pelda konnte noch keinen handfesten Beweis vorweisen.
    42 48 Melden
  • Monti_Gh 26.11.2015 21:22
    Highlight Es kommt rüber , dass Kurt Pelda sich aufführt als wäre er auf einer Mission.
    38 38 Melden
    • The Writer Formerly Known as Peter 26.11.2015 21:47
      Highlight Gegen den IS oder Islamisten? Das sind noch ganz andere.
      15 3 Melden
    • Monti_Gh 27.11.2015 06:58
      Highlight Gute Frage, ich denke beides.
      Obwohl ja Islamismus und Daesh nicht dasselbe sind. Bin überhaupt kein Befürworter der islamistischen Bewegungen. Als Experte sollte Kurt Pelda jedoch differenzieren können. Mit Medienhetze können wir den Daesh nicht besiegen.
      5 2 Melden
    • DerWeise 27.11.2015 10:03
      Highlight Wie schnell hier immer von "Hetze" gesprochen wird, lustig
      5 1 Melden
  • DerWeise 26.11.2015 20:50
    Highlight Gut, dass ihr dem Imam eine Möglichkeit gegeben habt, sich zu äußern. Nun stehts Aussage gegen Aussage. Nur das die eine Seite ein ziemlich gut vernetzter Journalist ist.

    "Weltwoche-Reporter"? Ech jetzt? lustig wie ihr immer gezielt versucht, den gestandenen Journalisten zu brandmarken. Er ist genau so SRF-, ARD oder WDR-Reporter. Neid?
    117 20 Melden
    • DerWeise 26.11.2015 22:03
      Highlight Pelda hat sich im interview übrigens sehr differenziert geäussert. Anstelle eure "Übersetzung" vom Interview zu liefern, das nächste Mal einfach nur das Video verlinken.
      60 7 Melden
  • EvilBetty 26.11.2015 20:39
    Highlight Hammer Foti! 🐵

    😂
    10 24 Melden
  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 26.11.2015 20:35
    Highlight Proof or STFU
    26 37 Melden

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