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Laut Einschätzungen von Jugendanwalt Caius Savary sei die Schuld des betroffenen Jugendlichen, auf dessen Handy ein kinderpornografisches Video gefunden wurde, minimal. (Symbolbild) Bild: KEYSTONE

Kinderporno in Appenzell: Das Video tauchte schon vor zwei Jahren erstmals auf

Wegen eines Tipps vom FBI fanden Polizisten auf dem Handy eines Jugendlichen in Appenzell kinderpornografisches Material. Nun werden weitere Details zum Fall bekannt. 

29.03.18, 16:14 30.03.18, 07:28


Der Appenzeller Jugendliche, auf dessen Handy ein kinderpornografisches Video gefunden worden war, ist inzwischen befragt worden. Dies bestätigt Jugendanwalt Caius Savary gegenüber watson.

Inzwischen ist auch klar, was auf dem Video zu sehen ist. Laut dem Jugendanwalt handelt es sich dabei um sexuelle Handlungen zwischen zwei Knaben unter zehn Jahren. Auf das kinderpornografische Material aufmerksam wurden die Schweizer Behörden durch einen Tipp vom FBI. Laut Savary kursiert das Video offenbar schon seit längerem im Netz. Vor zwei Jahren tauchte es bereits in St.Gallen auf.  

Wie Savary sagt, hat der Jugendliche aber kaum aus krimineller Absicht gehandelt: «Ich gehe davon aus, dass es sich hier mehr um jugendlichen Unverstand handelte.»

Nachdem die Polizei das Video gestern bei einer Hausdurchsuchung gefunden hatte, informierte Savary am Mittag die Schüler des Gymnasiums St.Antonius in Appenzell über den Vorfall. Denn betreffende Datei wurde auf dem Areal des Schulhauses vom Handy auf ein soziales Netzwerk geladen. 

«Ich gehe davon aus, dass es sich hier mehr um jugendlichen Unverstand handelte, nicht um echte kriminelle Absichten.»

Jugendanwalt Caius Savary

Savary forderte die Schüler während der Infoveranstaltung dazu auf, jegliche Bilder und Videos, die kinderpornografisches oder anderes illegales Material enthalten, sofort zu löschen. Bisher hat die Jugendanwaltschaft davon abgesehen, die Handys von weiteren Schülern zu kontrollieren. «Ich warte bis sich die ganze Aufregung etwas gelegt hat. Nach den Frühlingsferien kann es gut sein, dass ich einige Stichproben durchführen werde», sagt Savary. Und fügt hinzu: «Ich will die Jugendlichen nicht unnötig kriminalisieren, aber es ist wichtig, dass sie für dieses Thema sensibilisiert werden und dass sie wissen, dass der Besitz von kinderpornografischem Material verboten ist.» 

Um Sensibilisierung geht es auch in den Unterrichtsveranstaltungen, die Savary zusammen mit dem Prorektor des St.Antonius Gymnasiums Marco Knechtle nächstens ansetzen wird. «Die Schüler fühlen sich derzeit verunsichert. Deshalb sollen sie auch ihre eigenen Fragen stellen können.» Geleitet wird die Veranstaltung vom Jugendanwalt zusammen mit der Psychologin und Leiterin des Forensischen Instituts Ostschweiz, Monika Egli-Alge. 

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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14
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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Bluesofa 30.03.2018 00:50
    Highlight „Auf das kinderpornografische Material aufmerksam wurden die Schweizer Behörden durch einen Tipp vom FBI.“

    Findet das niemand sonst ein wenig beunruhigend, dass das FBI das Handy eines Schweizer Jugendlichen kennt? 🤭
    25 7 Melden
    • meine senf 30.03.2018 09:55
      Highlight Wenn der schweizer Jugendliche etwas auf eine US-amerikanische Social Media-Plattform stellt oder US-amerikanische Message-Dienste nutzt, dann nicht.
      (Es musste ja nicht direkt das Handy angeschaut werden, sondern der in den USA befindliche Social Media-Account).
      16 0 Melden
    • DonChaote 30.03.2018 11:49
      Highlight „Denn betreffende Datei wurde auf dem Areal des Schulhauses vom Handy auf ein soziales Netzwerk geladen.“

      Soziales netzwerk... vermutlich in den usa beheimatet...

      Beunruhigend?

      Bestimmt beunruhigend, sollte jedem nutzer jedoch bewusst sein.

      Es ist bestimmt nicht nur das FBI, welches unsere handys (und somit uns) kennt 🤫 in manchen fällen kennen die uns gar besser, als wir uns selbst 😉
      6 0 Melden
  • Zappenduster 29.03.2018 18:17
    Highlight „Nach den Frühlingsferien kann es gut sein, dass ich einige Stichproben durchführen werde“

    Würde mich noch wundern was die rechtliche Grundlage für diese Stichproben wäre?
    32 5 Melden
    • ands 29.03.2018 22:00
      Highlight Im letztem Artikel steht:
      "Laut Savary wäre die rechtliche Grundlage gegeben, um weitere Handys einzuziehen."
      Ich gehe davon aus, dass die Inhalte auf dem ersten Handy für ziemlich viele andere Jugendliche einen Anfangsverdacht ergeben. Z.B. wenn sie illegale Inhalte empfangen haben.
      13 0 Melden
  • m:k: 29.03.2018 17:23
    Highlight Als wir in der Kanti waren, war das Internet noch relativ jung. Wir haben uns da auch viel krankes Zeugs angesehen. Ich weiss nicht mehr genau wieso wir das gemacht haben, aber ich glaube aus Spass, Neugierde und wohl auch etwas Gruppenzwang. Aber Kinderpornos waren sicher nie dabei. Wie man auf die Idee kommt, dass so etwas übles lustig oder interessant sein soll, weiss ich nicht.
    59 3 Melden
    • Namenloses Elend 29.03.2018 18:26
      Highlight 38ddd.com war bei uns die no1 gruseladresse 😂😂
      11 2 Melden
    • Silent_Revolution 29.03.2018 18:57
      Highlight Wir haben noch über Peer to Peer filesharing Dienste wie Kazaa - Emule usw Serien, Filme, Musik gezogen. Da kam es tatsächlich vor, dass hinter gewöhnlichen Film- oder Serientiteln auch Kinderpornos steckten. Seriöses rauszufiltern war anfangs schwierig.

      Ich hätte nie daran gedacht sowas rumzureichen, zu behalten oder ausserhalb des engsten Freundeskreises darüber zu reden.

      Aber für kurze Zeit hatte man die Daten in Besitz und je nach Dienst, noch während des Downloads direkt zum Upload angeboten.

      Da hat man sich gleich mehrfach strafbar gemacht, obwohl man nur die Simpsons sehen wollte.
      33 0 Melden
    • ands 29.03.2018 22:04
      Highlight Bei Jugendlichen ist quasi alles, was sexuelle Handlungen mit oder durch Gleichaltrige zeigt, ein "Kinderporno". Streng genommen sogar das Nacktselfie von sich selbst... Wie "übel" die Inhalte im konkreten Fall wirklich waren wissen wir alle nicht.
      21 6 Melden
    • m:k: 30.03.2018 12:03
      Highlight @ands ja das stimmt. Aber im Bericht hiess es "sexuelle handlungen zwischen zwei Knaben unter 10 jahren". Das tönt schon übel.
      6 0 Melden
    • who cares? 30.03.2018 15:29
      Highlight @ands sexuelle Handlungen von zwei Jungs, die unter 10 Jahre alt sind, finde ich schon übel
      4 1 Melden
  • Eine_win_ig 29.03.2018 16:43
    Highlight Super Aktion. Wieso solche Sachen nicht automatisch im Unterricht behandelt werden, frage ich mich schon. Das wäre mal echter Mehrwert.
    105 11 Melden
    • domimi 29.03.2018 17:09
      Highlight Weils auch noch Eltern geben sollte...

      Im Übrigen kann ich sagen, dass Schulen sehr wohl solche Themen im Unterricht behandeln!
      50 5 Melden
    • Money Matter 29.03.2018 20:59
      Highlight ist auch im lehrplan vorgeschrieben.
      10 0 Melden

Der nette Herr Molina

Ex-Juso Präsident Fabian Molina ist seit gut 100 Tagen im Nationalrat – und mit 27 Jahren der jüngste Parlamentarier im Bundeshaus. Grund genug, um mit dem Zürcher einen Kaffee zu trinken, ein paar Zigaretten zu rauchen und über die grossen Themen zu plaudern.

Fabian Molina sitzt schon seit einer Weile am Tisch nebenan, aber die äusserliche Unscheinbarkeit lässt ihn verschmelzen mit der lustig-zusammengewürfelten Ausseneinrichtung dieses Treatment-Cafés in den Ausläufern des Zürcher Kreis 4. Vielleicht liegt es auch daran, dass er in einem dieser Strandkörbe sitzt, die überall ausser auf Sylt und in vernachlässigten Hinterhofgärten fürchterlich deplatziert wirken, und zudem Kopf und Oberkörper ihrer Bewohner wegschlucken.

Kurz: man sieht ihn nicht.

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