Schweiz

DH-115 Vampire, F-5 Tiger, Hunter und Mirage III (v.l.n.r.). Bild: DENIS BALIBOUSE/REUTERS

Seit 1946 forderten 130 Abstürze der Schweizer Luftwaffe 82 Tote

31.08.16, 15:10

Der F/A-18-Absturz ist seit 1998 der vierte schwere Zwischenfall der Schweizer Luftwaffe mit einer Maschine dieses Typs. Weitaus schlimmer sieht die Unfallbilanz einiger Vorgänger-Jets aus.

F/A-18 Hornet: 4 Unfälle, 4 Tote

Bild: KEYSTONE

Bei den vier Unfällen mit Maschinen des Typs F/A-18 Hornet fanden insgesamt vier Insassen den Tod. Nach dem jüngsten Absturz verfügt die Luftwaffe noch über 30 der ab 1997 ausgelieferten 34 «Hornissen».

F-5-Tiger: 10 Crashs, 1 Toter

Bild: DENIS BALIBOUSE/REUTERS

Von den seit 1978 beschafften 110 F-5-Tiger-Kampfjets gingen zwischen 1981 und 2016 deren 10 durch Crashs verloren. Ein Pilot starb bei den Unfällen. Heute sind noch 24 der veralteten Jets einsatzbereit.

Mirage-III: 10 Unfälle, 4 Tote

Bild: DENIS BALIBOUSE/REUTERS

Von den 61 Mirage-III-Abfangjägern, die von 1966 bis 2003 im Einsatz standen, erlitten 10 bei Unfällen Totalschaden. Vier Personen starben, darunter eine Frau, die im Simmental BE von abstürzenden Trümmerteilen getroffen wurde.

Hunter MK 58: 28 Crashs, 16 Tote

Bild: DENIS BALIBOUSE/REUTERS

Schlechter sieht die Unfallbilanz der Kampfflugzeuge Hawker Hunter MK 58 aus, die von 1958 bis 1994 im Schweizer Luftraum kreisten. 160 Maschinen dieses Typ wurden gekauft, deren 28 gingen bei Unfällen verloren. 15 Piloten wurden getötet, dazu auf der Axalp BE ein Fotograf.

DH-112-Venom: 50 Abstürze, 35 Tote

Bild: KEYSTONE

Gar auf 50 Abstürze mit 35 Toten kam die DH-112-Venom-Flotte. Zwischen 1954 und 1983 waren insgesamt 250 Maschinen dieses Typs im Einsatz.

DH-100 Vampire: 28 Crahs, 22 Tote

Bild: DENIS BALIBOUSE/REUTERS

Von den 175 Maschinen des Vorgängermodells DH-100 Vampire, die zwischen 1949 und 1990 im Dienst standen, verunglückten 28. Eine erste Maschine hatte schon bei einem Startunfall 1946 Totalschaden erlitten. Insgesamt 22 Luftwaffenangehörige kamen ums Leben. (whr/sda)

Schweizer F/A-18 über dem Susten abgestürzt

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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    Alle Leser-Kommentare
  • niklausb 31.08.2016 22:09
    Highlight Beim Vampire habt ihr ein puff mit den Jahreszahlen wenn das ding 1949 angeschafft wurde kann es nicht 1946 beim erstflug bzw. erststart kaputt gehen.
    1 0 Melden
  • 7immi 31.08.2016 16:52
    Highlight Diese zahlen sagen nichts aus. sie müssten ins verhältnis der geflogenen flugstunden gesetzt werden und für jeden flugzeugtyp einzeln analysiert werden. zwischen der vampire (holzrumpf, "seilzugsteuerung") und einer f/a 18 (verbundwerkstoffe, computersteuerung) liegen technisch welten. vampires waren regelrechte pioniere des jetzeitalters... beim strassenverkehr ists ja auch so, trotz mehr verkehr gibts weniger tote pro kilometer dank moderneren autos.
    23 1 Melden
  • E Gauer 31.08.2016 16:30
    Highlight Die Schweizer Luftwaffe verliert demnach durchschnittlich knapp 2 Flugzeuge und ein bisschen mehr als einen Pilot pro Jahr..
    Ist das im internationalen Vergleich viel oder wenig?
    (Die Rede ist aber nicht von Kriegsnationen die Flugzeuge und Piloten im Krieg verlieren sondern selbstverschuldete Unfälle, technische Fehler usw. im Nicht-Kriegsfall)
    10 3 Melden
    • thegreif 31.08.2016 16:55
      Highlight Das ist International Drchschnitt. Zu bedenken gilt, das früher Abstürze viel häufiger waren. Zum einen, weil die Piloten weniger gut ausgebildet waren, aber auch einige Flugzeuge wie z.B. die Venom, die gefährliche Flugeigeschaften hatten die von jungen unerfahrenen Piloten nich mehr ausgeleitet werden konnten was Absturz bedeutete.
      11 1 Melden
    • MikoGee 31.08.2016 16:57
      Highlight Also im Fall Starfighter in Deutschland war es folgendes:
      - Im Dienst 1960 - 1991
      - 300 von 916 Maschinen gingen Verloren, davon 269 Abstürze
      - 108 Deutsche und 8 Amerikanische Piloten starben

      Das macht also pro Jahr knapp 10 Maschinen und ca. 3.75 Piloten.
      10 0 Melden
    • Evereu 31.08.2016 18:02
      Highlight @E Gauer
      Die Statistik ist für heutige Verhältnisse nicht mehr aktuell. Erstens weil, die unterschiedlichen Flugzeugtypen nicht direkt verglichen werden können. Zweitens waren die Flugmanöver mit den älteren Militärjets anders, da diese unter anderem auch für den Erdkampf verwendet wurden, was heute nicht mehr der Fall ist. Drittens muss der geschichtliche Hintergrund des Kalten Krieges miteinberechnet werden: die Schweiz war nur indirekt tangiert , trotzdem war dies zum damaligen Zeitpunkt eine andere Bedrohungslage als dies heute der Fall ist, dementsprechend wurde auch anders trainiert.
      9 1 Melden
    • Nevermind 31.08.2016 19:51
      Highlight Der Starfighter war ein wenig speziell. Da war sehr viel kalter Krieg im Spiel.
      2 0 Melden
  • Mr.Doppelbürger 31.08.2016 15:47
    Highlight Bis 2021 will man ja 55 weitere Kampfflugzeuge besorgen...
    6 9 Melden
  • MikoGee 31.08.2016 15:40
    Highlight Naja wenigstens hatten wir keinen Starfighter wie die Deutschen, der hatte nämlich allein schon 116 Tote auf dem gewissen (108 DE & 8 US).
    18 1 Melden
    • stony1185 31.08.2016 16:13
      Highlight Die F-105 wurde auch nicht für das gebaut für was sie von deutschland am schluss eingesetzt wurde, zudem war die idee die deutschen piloten auf englisch auszubilden auch nicht die beste idee die die amis jehmals hatten (desshalb der grosse unterschied zwischen deutschland und der usa)
      5 1 Melden
    • MikoGee 31.08.2016 16:48
      Highlight Da die Maschine für die Deutschen Witterungsbedingungen schon ungeeignet war, was glauben Sie wäre dann erst in der Schweiz passiert? Naja wenigstens wäre das Ding bei uns sicher im Hangar gestanden und hätte auch seinem eigentlichen Zweck entsprechend als Abfangjäger genutzt worden. Nur haben wir hier in der Schweiz eine "limitierte" Geographie für solch schnelle Flugzeuge...was wiederum zu noch mehr Unfällen geführt hätte.
      3 3 Melden
    • goschi 31.08.2016 20:22
      Highlight Das stimmt so nicht, das Problem war bei Deutschland vor allem, dass die deutsche Luftwaffe von einem Unterschalljäger (F-86 Sabre) direkt auf einen bekanntermassen den Piloten sehr fordernden mach2-Jäger gesprungen ist, dies überforderte die Ausbildung.
      zudem war der erste verbaute Schleudersitz betreffend Einsatzbereich stark begrenzt, was zusätzlich viele Opfer forderte.
      nachdem nach den ersten 2-3 Jahren die Ausbildung grundlegend überarbeitet wurde, sank die Unfallrate auf ein normales Niveau hinab und war in den letzten 20 Jahren (nur noch als JaBo) sogar unter dem Schnitt.
      2 0 Melden
    • goschi 31.08.2016 20:25
      Highlight Daneben hatten die ersten Überschalljets dieser zeit in allen grösseren Luftwaffen Verlustquoten von 25-30%, damals wurde schlicht auch kompromissloser geflogen und die Technik war noch nicht völlig ausgereizt, vor allem die damaligen Jettriebwerke neigten bei ungünstigem Anstellwinkel zum Flameout und bei einstrahligen Jets bedeutete dies meist direkt einen Totalverlust.

      Die Statistiken von damals sind schlicht nicht zur heutigen Zeit übertragbar.
      5 1 Melden

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