Schweiz

Bilden die Schweiz und Österreich bald gemeinsam Rekruten aus?

16.04.15, 20:11 16.04.15, 22:18

Die Schweiz und Österreich verstärken ihre Kooperation in der Sicherheitspolitik. Geprüft wird unter anderem eine gemeinsame Rekrutenausbildung und eine Zusammenarbeit beim Lufttransport. Das haben die Verteidigungsminister beider Länder vereinbart.

Bundesrat Ueli Maurer hat seinen österreichischen Amtskollegen Gerald Klug am Donnerstag auf dem Landsitz Lohn bei Bern zu einem offiziellen Besuch empfangen. Beide lobten im Anschluss an das Treffen das ausgezeichnete Verhältnis beider Länder. «Die Schweiz und Österreich sind natürliche Partner», sagte Klug.

Die Verteidigungsminister Gerald Klug und Ueli Maurer auf Mission Nachbarschaftshilfe. Bild: AP/KEYSTONE

Mit einem Pilotprojekt wollen die beiden Nachbarn 2016 eine gemeinsame Rekrutenausbildung testen. Dies soll in Form einer Übung am Ende der Grundausbildung geschehen und drei bis vier Wochen dauern. Klug verspricht sich davon «einen deutlichen Mehrwert für unsere Rekruten».

«Win-win-Situation» beim Lufttransport?

Auch beim Lufttransport wollen Maurer und Klug eine gemeinsame Lösung prüfen. Die Verwaltung evaluiert derzeit im Auftrag des Ständerats die Beschaffung eines entsprechenden Flugzeugtyps. Vor der Presse verhehlte Maurer nicht, dass er einer «Pool-Lösung» mit Österreich einem Kauf den Vorzug geben würde.

Das österreichische Bundesheer besitzt drei Transportflugzeuge Hercules C-130, für Maurer genau «das, was wir eigentlich suchen im Bereich Lufttransport». «Das wäre eine Win-Win-Situation», sagte Maurer. Ein von Österreich unterbreitetes «konkretes Angebot» (Klug) soll nun geprüft und allenfalls einem Kauf gegenübergestellt werden.

Gerald Klug (SPÖ) ist seit März 2013 österreichischer Bundesminister für Landesverteidigung und Sport. Am zweiten Tag seines offiziellen Aufenthalts in der Schweiz ist ein Besuch der Rettungstruppen in Wangen an der Aare und ein Mittagessen auf der Habsburg im Aargau vorgesehen. (tat/sda)

Historisch: Bildete die Schweizer Armee in Andermatt russische Geheimagenten aus?

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    Alle Leser-Kommentare
  • poga 17.04.2015 09:22
    Highlight Super Sache. Wobei der Nutzen wahrscheinlich kaum vorhanden sein wird. Aber als Zeichen der Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn sicher nicht schlecht.
    5 0 Melden
  • Hans Jürg 16.04.2015 23:47
    Highlight Um auch noch diese unschöne Meinung einzubrimgen:
    Die Idee, mit Österreichischer Hilfe die beste Armee zu bauen, hat Erfolgspotenzial. Immerhin war es ja damals ein Österreicher, der in Deutschland für eine gewisse Zeit lang die beste Armee der Welt aufbaute und die Kriegsführung modernisierte...
    Ob wir das allerdings bei uns auch wollen? Ich hoffe dich sehr stark, dass das nicht der Fall ist...
    5 6 Melden
    • Monachus 17.04.2015 09:45
      Highlight Ein unglaublich substantieller und relevanter Beitrag zum Thema...
      2 2 Melden
  • Sigmund Freud 16.04.2015 22:22
    Highlight Kann der Ueli gerne machen, die Östereicher sind ja ganz patente Leute. Wir sollten dann jedoch diese Gelegenheit nutzen und in beiden Ländern die unnütze Wehpflicht abschaffen.
    20 13 Melden
  • Gelöschter Benutzer 16.04.2015 20:55
    Highlight Eine sehr gute Idee, Synergien nutzen in einer ähnlichen Landschaft, zusammen eine Yak 130 Flotte aufbauen mit einer zusammengelegten Logistik und Ausbildung. Zusammen Helikopter und andere Geräte einkaufen zu einem besseren Preis. Eine starke Einheit für etweilige Eventualitäten wie Naturkatastrophen oder ähnliches. Ein sehr effektiver und effizienter Einsatz der Ressourcen, kostengünstiger. Endlich
    39 6 Melden
    • goschi 17.04.2015 08:16
      Highlight Das Bundesheer ist komplett heruntergewirtschaftet und praktisch pleite, da ist kein Geld für Neuanschaffungen.
      Das Bundesheer überlegt sogar, die (mehrheitlich komplett veraltete) Hubschrauberflotte massiv zu verkleinern und dabei wohlgemerkt vor allem die erst 10-jährige Blackhawk-Hubschrauber wieder zu verkaufen, weil kein Geld mehr da ist, und dies obwohl man diese explizit nach dem Lawinenunglück von Galtür beschaffte.
      Mit einer Armee, die derart inkonsistent und schlecht geführt wird, werden kaum für beide Seiten nützliche Synergien möglich sein, die Schweiz wird mehrheitlich drauflegen.
      3 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 17.04.2015 11:15
      Highlight Lieber Goschi. Ja, das Bundesheer hat massive Liquiditätsprobleme. Ja, der Kauf der Eurofighter war ein absoluter Reinfall (-> verkaufen und dafür mit der Schweiz zusammen 40 Yak 130 zu CHF 800 Mio.) kaufen, da bleibt sogar noch was für das übrige Heer übrig. Zusammen kann man auch aus Fehler lernen und Fortschritte erzielen. Und vor allem wirklich Synergien nutzen (Tiefere Ausbildungskosten, tiefere Beschaffungskosten, Reduktion der Infrastrukturkosten, flexiblere Einsätze in Katastrophenfällen etc.) helvetia-austria, gemeinsam sind wir günstiger, effektiver und effizienter.
      3 1 Melden
    • goschi 17.04.2015 11:43
      Highlight Die Yak-130 ist ein Trainingsjet, wie Sie darauf kommen ist ein Mysterium, abgesehen davon ist bei der aktuellen Demosntration von Unverlässlichkeit Russland ein sehr schlechter Handelspartner.
      Abgesehen ist nicht der Eurofighter ein Problem, sondern die Politik, die mit falschen zahlen, Erwartungen und Vorwürfen arbeitete (so hat zB der Minister Darabos ein zuerst tolles Angebot in ein schlechtes geändert, nur der eigenen Profilierung wegen).
      Und ihre Erwartungen der Synergien zeigen mir, dass sie weder vom Aufgabenprofil noch von dem dazu benötigten Material eine Ahnung haben.
      2 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 17.04.2015 14:34
      Highlight Wilkommen im Jahr 2015.
      Die Yak 130 ist ein auch eine "light-attack" Maschine und genügt absolut um die Luftpolizeilichen Dienste aufrecht zu erhalten. Man könnte natürlich auch auf die alenia aermacchi m-346 ausweichen (ca 1/5 des Preises eines Eurofighters).
      Der Eurofighter ist ein Problem für das Bundesheer. Ausufernden laufende Kosten (Man spricht von EUR 80'000 pro Flugstunde), ein zu hoher Akquisitionspreis und ganz klar nicht bedürfnisgerecht. Haben Sie den mehr Ahnung? Erzählen Sie es uns, wir sind gespannt.
      1 1 Melden
    • goschi 17.04.2015 16:14
      Highlight Nein, die Yak-130 eignet sich nicht als Abfangjäger und damit nicht für den Luftpolizeidienst, die M-346 noch weniger, das kann man nicht schönreden.

      Relevant für den Luftpolizeidienst sind schlussendlich Beschleunigung und eine gewisse Mindestgeschwindigkeit, damit man ein abzufangendes Flugzeug einholen kann. und da selbst ein gewöhnlicher Passagierjet mit Mach 0.8-0.9 fliegt, kann man sich selbst ausrechnen, was benötigt wird um diesen zuverlässig aus jeder Richtung Abzufangen.
      Und ein Trainingsjet, den man gerade so eben über die Schallgrenze prügeln kann, eignet sich eben nicht.
      1 1 Melden
    • goschi 17.04.2015 16:19
      Highlight Und betreffend Eurofighter, Betriebskosten sind immer relativ, ebenso die vielzitierten Kosten/Flugstunde, da rechnet die eine Armee alles dazu, was zur Luftwaffe gehört, inkl. der Znünikantine und bricht das dann auf die geflogenen Flugstunden runter und amortisieren auch gleich noch die Anschaffungskosten mit rein und verrechnen diese damit doppelt (Deutschland und Österreich zB), andere nur effektiv verursachte Kosten (Wartungs- und Betriebspersonal, Ersatzteile, Betriebsstoffe, usw.) so werden aus 80'000€ auch schnell mal 15'000€ (Grossbritannien), es ist eine rein fiktive Buchhaltung.
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  • goschi 16.04.2015 20:22
    Highlight Bitte nicht, ich habe die Ausbildungs-Kompetenz im österreichischen Bundesheer gesehen, die ist irgendwo auf dem Niveau zwischen Null und Nichtig.

    Das Bundesheer ist eine fähigkeitenlose Ansammlung vom Beharren an alte KuK-Traditionen ohne Zweck (Ich sag nur Ehrenkompanie) und behandelt ihre Rekruten schlecht, selbst BH-Rekruten erlebt, die die ganze Wehrdienstzeit nur als Planton-Wache in einem (heruntergekommenen) Garnisonsgebäude verbrachten, das nicht mehr aktiv benutzt wird, aber hauptsache eine Planton-Wache...
    8 22 Melden
    • Gelöschter Benutzer 16.04.2015 21:30
      Highlight Ja weil die Schweizer Armee so unglaublich modern und fortschrittlich ist, nicht wahr. ;-) Ist ja laut Ueli die beste Armee der Welt.
      22 9 Melden
    • Angelo Hediger 17.04.2015 02:19
      Highlight Das passt ja wie die Faust aufs Auge!
      5 0 Melden
    • goschi 17.04.2015 07:42
      Highlight @socialjustice, betreffend Menschenführung ist die Schweizer Armee durchaus modern, aber vor allem ist die in ihr vorherrschende Mentalität, sowohl betreffend Führung, Ausbildung als auch Ausrüstung eine gänzlich andere.
      Ich habe als Schweizer AdA mehrmals mit dem Bundesheer zu tun gehabt und die beiden Armeen sind stark divergent.
      Das Ausbildungskonzept der schweizer Armee basiert stark auf Eigenverantwortung Aller und ist sehr forciert, markant zB in der Schiessausbildung, während im BH den Soldaten nicht getraut wird (zB Munition nur gegen Unterschrift und nur unter Aufsicht verschossen)

      3 1 Melden
  • cassio77 16.04.2015 20:20
    Highlight SKANDAL!!!! und das mit einem EU Land??? Verklagt den Ueli wegen Landesverrats, aber sofort
    15 29 Melden
    • Fly Boy Tschoko 16.04.2015 21:05
      Highlight Welch Frevel. 2015, die Schweiz schafft sich ab! Als nächstes verkaufen wir noch das Matterhorn an die Chinesen! Heimatland! Wann wird das Volk entlich erwachen! Sapperlot! Diese Vögte in Bern oben, diese linksversifften Sozen, sollen endlich die Grenzen dicht machen. Aber zuerst alle Ausländer raus! Inklusive Papierlischweizer (also wer nicht schon schweizer Grosseltern hatte).
      Dann kaufen wir neue Jets und einen Kreuzer auf den Bodensee. So wird landesverteidigung gemacht!
      22 9 Melden
    • Gelöschter Benutzer 16.04.2015 21:34
      Highlight ;)
      9 4 Melden
    • Oberon 16.04.2015 21:45
      Highlight Das ist nun der Weg zur besten Armee der Welt. ;)
      14 0 Melden

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