Schweiz
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«Untaugliche» werden tauglich: Auch Unsportliche können zum Militär eingezogen werden



Rekruten können in Zukunft während der RS ohne Begründung zwei Tage frei nehmen. So steht es im Dienstreglement der Armee, das im Zuge der Armeereform WEA geändert wird. Auch sonst wird ab nächstem Jahr vieles neu bei der Schweizer Armee.

So hat es in ihren Reihen künftig auch Platz für sportlich weniger Begabte. Stellungspflichtige können für militärdiensttauglich erklärt werden, auch wenn sie nicht marschieren oder Lasten schleppen, dafür aber beispielsweise mit Computern umgehen können. Unter Umständen sollen Stellungspflichtige für bestimmte Funktionen auch nur im rückwärtigen Dienst eingesetzt werden.

Der Bundesrat kommt damit einer Forderung aus dem Nationalrat nach. Dieser will dafür sorgen, dass in der Armee das nötige Know-how vorhanden ist, um auf neue Bedrohungen wie Cyberangriffe oder autonome Waffen zu reagieren. Deshalb sollen künftig auch unsportliche Computercracks für militärdiensttauglich erklärt werden können.

Bei SMS Einrücken

Auch bei der Einberufung halten neue Technologien Einzug. Einheiten mit hoher Bereitschaft können künftig per E-Mail oder SMS aufgeboten werden. Bei Social-Media-Kanälen ist der Bundesrat jedoch skeptisch. Diese seien anfällig für Cyberangriffe, schreibt er im Bericht zu einer Verordnungsänderung, den er am Mittwoch veröffentlicht hat.

Zivis müssen früher zum Dienst antreten als heute. Neu müssen sie ab dem 2. Jahr nach der Zulassung mindestens 26 Diensttage leisten. Bisher gab es eine jährliche Einsatzpflicht erst ab dem 27. Altersjahr.

Im Militärsport werden Trainer, Betreuer und Funktionäre den Spitzensportlern gleichgestellt. Sie mussten bisher ihre gesamte Ausbildungsdienstpflicht erfüllt haben, bevor sie für die Unterstützung von Spitzensportlern zusätzliche Diensttage einsetzen konnten. Diese Einschränkung wird nun aufgehoben.

Gutschriften für Ausbildung

Mit einer Verordnung präzisiert der Bundesrat auch die neuen Ausbildungsgutschriften für Milizkader der Armee. Mit den Gutschriften können Kosten einer zivilen Aus- oder Weiterbildung gedeckt werden. Die Beträge variieren je nach Grad und Funktion zwischen 3300 Franken und 11'300 Franken. Der Bundesrat rechnet mit Mehrausgaben von 18 Millionen Franken.

Er hat auch die Militärjustiz neu organisiert. Aus den bisher acht erstinstanzlichen Militärgerichten werden deren drei – ein deutsch- und ein französischsprachiges Gericht mit jeweils mehreren Abteilungen sowie ein italienischsprachiges Gericht. Auch die militärischen Strafverfolgungsbehörden werden neu nach Sprachregionen organisiert.

Die Weiterentwicklung der Armee (WEA) tritt 2018 in Kraft. Die Umsetzung dauert fünf Jahre. Der Bundesrat hat im Lauf des Jahres bereits mehrere Verordnungen oder Verordnungsänderungen in Kraft gesetzt, damit die Umsetzung rechtzeitig beginnen kann. (whr/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ridcully 22.11.2017 22:18
    Highlight Highlight Aber Untaugliche gehen schon heute ins Militär. Man nennt sie Offiziere.
    • Ridcully 24.11.2017 18:11
      Highlight Highlight Du hast sooo recht und mich total durchschaut.

      Aber um das ein wenig zu versachlichen: Viele Of's haben nur den Vorschlag bekommen, weil sie Zeit haben (Studis und so) und nicht wegen Kompetenzen.
      Vielleicht war das früher mal so, dass nur die Besten den Vorschlag bekamen, jedenfalls ist das heute etwas anders. Wer mal Of's in Situationen, wie WEF erlebt hat, weiss, dass das Militär nicht wirklich wehrtauglich wäre.
      Und, ja, wahrscheinlich hätte ich vieles besser gekonnt, aber ich hatte halt auch Besseres zu tun(Beruf) und wollte nicht.
    • Fabio74 24.11.2017 23:48
      Highlight Highlight Warum machen solche Experten wie du diesen Job nicht?
  • Jimmy :D 22.11.2017 19:40
    Highlight Highlight Dass jeder Rekrut 2 Tage Ferien bekommt ist ja schön, aber ich denke mal bei den Inspektionen oder Märschen werden dann alle fehlen naja mal schauen was dabei herauskommt.
  • guby 22.11.2017 18:50
    Highlight Highlight Über den Sinn und Zweck der Armee kann man bekanntlich streiten. Ganz unabhängig davon finde ich die Freitage absoluten Schwachsinn. Im Wald übernachten? Nehm ich frei. Bisschen weiter marschieren? Muss ich weg. Klar kann man argumentieren, dass diese "Übungen" sinnfrei sind. Sich davor drücken zu können macht aber vieles (Z.B. Kameradschaft, Durchhaltevermögen) eher kaputt. Besser gleich Berufsarmee einführen. Oder alles abschaffen.
  • Hallosager 22.11.2017 18:48
    Highlight Highlight Bleibe doch lieber im Zivilschutz 😂
  • Pasch 22.11.2017 17:45
    Highlight Highlight Vor der Aushebung fressen für den Bürojob!
    Wie weiter unter schon gesagt wurde zum Glück hab ich den Käse hinter mir!
  • chnobli1896 22.11.2017 17:06
    Highlight Highlight [...] Rekruten können in Zukunft während der RS ohne Begründung zwei Tage frei nehmen [...]

    Ich würde die letzten 2 Tage nehmen, tschüss WEMA (oder wie das heisst :) )
  • Posersalami 22.11.2017 16:46
    Highlight Highlight Das sind ja super Neuerungen die die Armee natürlich brutal attaktiv machen werden! Nicht!
    • andrew1 22.11.2017 17:27
      Highlight Highlight Naja wenn einem das grundlegende tätigkeitsfeld nicht gefällt oder aus politischen gründen stark gegen das militär ist werden diese massnahmen nicht viel bringen. Aber wenn es einem etwas egal ist ob zivildienst oder militär macht wird man die änderungen wohl mit freude zur Kenntnis.
    • Scaros_2 23.11.2017 07:50
      Highlight Highlight Naja das unsportliche ins Militär können ist aber shcon gut.

      Ein Kollege von mir wurde mit ungleich langen beinen geboren und hat durch 14 operationen nun die möglichkeit ohne Spezialschu +/- normal gehen zu können.

      Vom Militär wurde er abgelehnt sowie vom Zivildienst als auch Zivilschutz. Kein Bedarf

      ABER er darf Militärersatz zahlen für etwas wofür er nichts kann.

      MIt dieser Lösung hätte er zumindest die Möglichkeit im Büro zu sitzen und sein gelerntes (KV) anzuwenden und nicht extra für sein handicap noch zu bezahlen.
  • stadtzuercher 22.11.2017 16:44
    Highlight Highlight Im Jahr 2017 könnte man auch mal die Geschlechterdiskriminierung durch die Wehrpflicht für Männer abschaffen. Man könnte meinen, wir leben noch im Mittelalter.
    • Randy Orton 22.11.2017 20:25
      Highlight Highlight Sehe ich auch so: Militärdienst ab sofort auf freiwilliger Basis für Männer und Frauen.
    • Fabio74 24.11.2017 23:47
      Highlight Highlight Armer Mann du

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