Schweiz

Ermittlung gegen Armee-Kader – nun steht fest, was dem Oberfeldarzt vorgeworfen wird

10.02.17, 08:08 10.02.17, 09:11

Als das Verteidigungsdepartement (VBS) am 9. Dezember mitteilte, dass gegen Oberfeldarzt Andreas Stettbacher wegen «strafbaren Handlungen» ermittelt wird, fragte sich die Schweiz: Was hat der Armee-Kader nur verbrochen?

Andreas Stettbacher ist seit dem 9. Dezember freigestellt. bild: vbs

Nun ist klar, was dem Soldaten vorgeworfen wird: Recherchen des Tages-Anzeigers zufolge hat sich im letzten Jahr ein Informant bei der Eidgenössichen Finanzkontrolle gemeldet und behauptet, Stettbacher verprasse Steuergelder. Das VBS leitete daraufhin zunächst ein Disziplinarverfahren ein, um den Fall zu prüfen.

Die Ermittler sichteten die Spesenabrechnungen des Chirurgen, wobei besonders die Abrechnung der Weihnachtsfeier ins Auge fiel. Für 30 Mitarbeiter fielen Kosten von 15'000 Franken an. Im Rahmen wäre ein Betrag zwischen 2100 und 3000 Franken gewesen. Ob der zweifache Vater damit gegen Vorschriften verstossen hat, steht allerdings nicht fest – für Stettbacher gilt die Unschuldsvermutung.

Der damalige Armeechef André Blattmann präsentierte die Untersuchungsakte Guy Parmelin, der wie der Offizier Handlungsbedarf sah. Nach der Freistellung Stettbachers am 9. Dezember zog der Bundesrat ausserdem einen externen Juristen hinzu, doch ein Verfahren ist auch zwei Monate später noch nicht eingeleitet worden. Weder von der Militärjustiz noch von der Bundesanwaltschaft.

(phi)

Viel Ungefähres – deshalb nun zu den wirklich harten Fakten: 50 «Badass»-Bilder von militärischen Sondereinheiten aus aller Welt

Das könnte dich auch interessieren:

«Neuer Hitler im Nahen Osten»: Saudischer Kronprinz bin Salman schlägt harsche Töne an

Aargauer Lehrer wegen Sadomaso-Sexspiels mit 13-Jähriger verurteilt

Peinlicher Design-Fail: Apples 109-Franken-Hülle für das iPhone X verdeckt das Mikrofon

Das sind die zehn Reichsten der Schweiz – erstmals dabei: die Blochers

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
9
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kramer 10.02.2017 20:29
    Highlight Grundsätzlich ist es gut wenn solche Leute bestraft werden, aber der geht wohl unter "kleiner Fisch".
    Wenn der Parmelin noch ein paar grössere erwischt, wird er mir noch sympathisch.
    4 2 Melden
  • Binnennomade 10.02.2017 14:24
    Highlight Ich dachte, Steuergelder zu verprassen sei der Kernauftrag der Schweizer Armee? *duckundweg*
    30 8 Melden
    • 7immi 11.02.2017 09:28
      Highlight dass eine armee in erster linie nicht rentiert ist klar. der volkswirtschaftliche schaden der aber entsteht, wenn man sie nicht hat und etwas passiert ist aber gigantisch und je nach dem irreparabel.
      als anschauungsbeispiel die feuerwehr: sie rentiert nicht, da sie nichts generiert und lroduziert. dennoch lohnt sie sich für die gebäudeversicherungen, da ein grossbrand das vielfache kostet...
      aber ja, grundsätzlich hast du recht, sie verbraucht steuergelder, wie die blaulichtorganisationen und die soziale wohlfahrt.
      5 1 Melden
  • MaxHeiri 10.02.2017 14:00
    Highlight Tönt noch nach etwas Rotlicht für die Soldaten un die Weihnachtszeit 😆
    18 3 Melden
  • ComputerStar 10.02.2017 12:28
    Highlight natürlich ist auch ein 2-Sterne General ein Soldat - in diesem Kontext wäre aber Divisionär wohl passender ;)
    14 4 Melden
  • G. Schmidt 10.02.2017 10:26
    Highlight Klassisch bei Berufsmilitärangehörigen...

    Leben oft z.T. völlig von der Gesellschaft abgehoben und beschweren sich dann noch über Sparmassnahmen bei der Armee.
    19 6 Melden
  • BeWi 10.02.2017 10:23
    Highlight da setzen die vom VBS und auch vom Bund 100'erte Millionen in den Sand (IT Debakel noch und nöcher..). Und dann dies in der Öffentlichkeit so breitschlagen?! Etwas sehr kleinlich das ganze. Die Untersuchung kostet wahrscheinlich das 10 fache... Wieso konnte das nicht intern geregelt werden? Ist doch immerhin ein Divisionär..
    16 5 Melden
    • 7immi 11.02.2017 09:34
      Highlight ... und wenns die armee intern löst, heisst es dann wieder, sie würden etwas vertuschen. man kann es nie recht machen.
      zum it skandal: gibt es ein bundesamt, das kein it-skandal hat?
      die it ist viel zu kurzlebig für das beschaffungsvorgehen unserer ämter (ausschreibung, evaluation, kauf, auslieferung). das hat nichts mit dem vbs zu tun und ist ein generelles problem.
      5 0 Melden
  • pamayer 10.02.2017 10:19
    Highlight Muss wohl sehr edel gewesen sein. Tänzerinnen? Prostituierte?
    15 2 Melden

Und tschüss! 5 Fälle, die zeigen, wie rasch die Durchsetzungs-Initiative zur Ausschaffung führt

Die Durchsetzungs-Initiative, mit der die SVP die ihrer Meinung nach ungenügend umgesetzte Ausschaffungs-Initiative direkt in die Verfassung schreiben möchte, ist aus verschiedenen Gründen umstritten. Nicht zuletzt, weil sie im Vergleich zum ursprünglichen Initiativtext erheblich verschärft wurde.

Vor allem aber führt die Initiative gemäss Wortlaut dazu, dass Ausländer – ob in der Schweiz geboren oder nicht – bereits wegen Bagatelldelikten ausgeschafft würden, ohne dass ein Richter im …

Artikel lesen