Schweiz
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A grenadier recruit peers over the edge of the trench, pictured during an urban warfare exercize of the grenadier recruit school of the Swiss Armed Forces in Isone, canton of Ticino, Switzerland, on July 2, 2013. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Ein Grenadier-Rekrut blickt ueber den Rand einer Senkung, aufgenommen bei einer Haeuserkampf-Uebung der Grenadier-Rekrutenschule der Schweizer Armee in Isone, Kt. Tessin, am 2. Juli 2013. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Der Fall hat sich über 40 Jahre hergezogen. symbolBild: KEYSTONE

Rekrut wird wegen Dienst schizophren – 40 Jahre später muss die Armee zahlen

03.07.17, 15:49 03.07.17, 16:14


Die Armee trägt Mitschuld daran, dass ein Rekrut schizophren wurde. Nun muss sie die Kosten dessen partiellen IV-Rente übernehmen. 

Das entschied das Bundesgericht am 6. Juni nach einem jahrelangen Rechtsstreit, wie die Zeitung Tribune de Genève berichtet. Der Mann hatte während seiner Dienstzeit im Jahr 1979 eine Angstneurose entwickelt und war vom Dienst entlassen worden. Neun Jahre später diagnostizierte ihm ein Arzt eine paranoide Schizophrenie.

Umstrittener Invaliditätsgrad

Der Fall wurde 1990 der Militärversicherung gemeldet. Doch diese war der Ansicht, dass den Staat keine Schuld treffe. Die Krankheit des ehemaligen Rekruten habe keinen Zusammenhang mit seiner Zeit im Dienst. Das sah das Genfer Kantonsgericht anders. Es entschied bereits 1995, dass die Militärversicherung für die Gesundheitskosten der psychischen Krankheit aufkommen muss. Auf dieses Urteil folgte jedoch ein jahrelanger Prozess, in dem besonders der Invaliditätsgrad des ehemaligen Rekruten umstritten war. 

Der Militärdienst könne kein alleiniger Grund für eine solche Erkrankung sein, erklärte der Psychiater Gérard Niveau der Zeitung. Er könne hingegen ein Auslöser für eine bis dahin schlummernde Krankheit gewesen sein. (kün)

Der Bundeszoo: Diese Tiere stehen im Dienst des Staates

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • scheppersepp 03.07.2017 21:16
    Highlight Armer Mensch. Tragisch das er fast 40 Jahre brauchte bis die Armee endlich ein Einsehen hatte. War für sein krankeitsverlauf sicher auch nicht förderlich.
    36 24 Melden
  • α Virginis 03.07.2017 18:53
    Highlight Auch wenn der Dienst und die, dadurch hervorgerufene, Angstneurose "nur" der Auslöser waren. Wäre DAS nicht passiert, hätte der Mann vermutlich einen Weg gefunden, mit seiner Veranlagung zu leben. Ich kenne persönlich Leute, die sich absolut bewusst sind, dass sie eine latente, oder bereits diagnostizierte Schizophrenie aufweisen. Durch das Meiden der Situationen, die zum Ausbruch führen, können sich diese Menschen vollkommen unauffällig in der Gesellschaft bewegen. Natürlich gibt es da fliessende Grenzen, aber generell sehe ich da schon die Armee als Auslöser und somit in Verantwortung.
    49 28 Melden
    • Nosgar 03.07.2017 19:40
      Highlight Man sollte aber immer bedenken, dass eine Schizophrenie nicht eine psychische Störung, sondern eine Krankheit ist. Es kommt immer drauf an wie ausgeprägt sie ist. Viele schwere Fälle können einzig durch eine genau eingestellte medikamentöse Behandlung gemindert resp. behandelt werden. Heilbar ist es grundsätzlich nicht.
      24 5 Melden
    • α Virginis 03.07.2017 20:48
      Highlight @Jaing: Dies ist mir vollkommen bewusst, aber leider ist die Anzahl Zeichen pro Kommentar beschränkt (habs beinahe zum letzten gebracht ;) ). Die Leute, die ich kenne, erhalten teilweise Depotspritzen für drei Monate. Andere nehmen täglich irgendwelche Medikamente, die ihnen helfen. Heilbar deswegen nicht, weil das Gehirn der Leute gewisse, für uns "Normalos" ganz natürliche Zusammenhänge ganz einfach nicht erkennt und mit einem "Kurzschluss" reagiert. Oder so ähnlich verstehe ich das Ganze. Nun, ich bin kein Psychologe, noch ein Psychiater. Aber meine praktische Erfahrung mit diesen Menschen
      9 4 Melden
    • α Virginis 03.07.2017 20:53
      Highlight @Jaing Fortsetzung: hat mich gelehrt, dass diese Menschen durchaus ganz "normal" denken und sich ihrer Andersartigkeit bewusst sind. Ich habe längere Zeit Computer-Kurse für schwerst Lernbehinderete Patienten geführt. Dabei waren viele Schizophrene Menschen, die mich, trotz der Lernbehinderung, tief beeindruckt haben. In diesem Sinne... :)
      12 1 Melden
    • Nosgar 03.07.2017 21:25
      Highlight @ α Virginis
      Ja, da hast du recht. Ich hatte beruflich mit leider schlimmeren Fällen zu tun, wo die Schizophrenie zu Straftaten geführt hat. Diese Leute sind eben schuldunfähig, dies im Gegensatz zu jenen, die "nur" eine Persönlichkeitsstörung haben.
      10 1 Melden
    • α Virginis 03.07.2017 22:29
      Highlight @Jaing: Da hast Du leider Recht, auch wenn diese Leute vermutlich das eben erwähnte, auslösende Erlebnis hatten. Aber das führt zu einer abendfüllenden Diskussion, die ich zwar gerne mit Dir führen würde, aber diese Plattform uns wohl wenig Raum dafür bietet. ;)
      2 1 Melden

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