Schweiz
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Kein Asyl aus Sicherheitsgründen: Neun Flüchtlinge fielen 2015 beim Nachrichtendienst durch

22.01.16, 02:37 22.01.16, 09:28

Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) prüft deutlich mehr Asylgesuche auf Sicherheitsrisiken. 2015 waren es doppelt so viele wie im Vorjahr. Und neun Personen fielen durch.

Beim NDB wurden im vergangenen Jahr mehr Asylgesuche auf Sicherheitsrisiken durchleuchtet.
Bild: KEYSTONE

Rund 39'500 Personen ersuchten im vergangenen Jahr in der Schweiz Asyl. Davon hat der NDB 4910 unter die Lupe genommen, wie aus der jüngsten Jahresstatistik hervorgeht, über die Blick und «Neue Zürcher Zeitung» berichten. 2014 waren es 2488 Fälle gewesen.

Insbesondere im zweiten Teil des Jahres stieg die Zahl der Überprüfungen stark an. Seit einiger Zeit leitet das Staatssekretariat für Migration (SEM) Gesuche aus Risikostaaten automatisch an den NDB weiter. Als Risikostaat gilt etwa Syrien, wie Justizministerin Simonetta Sommaruga im November bestätigte. Laut der NZZ dürften auch der Irak, Jemen, Afghanistan, Somalia und Pakistan auf der Liste stehen. Zuvor war eine Verdachtsmeldung durch das SEM nötig gewesen.

2015 empfahl der NDB bei neun Personen aus Sicherheitsgründen eine Ablehnung des Asylgesuches. «Es handelt sich um Personen, welche die innere oder äussere Sicherheit bereits verletzt haben oder gefährden könnten», wird NDB-Sprecherin Isabelle Graber im «Blick» zitiert. Ob diese neun verhaftet oder weggewiesen wurden, sagt der NDB nicht. (kad)

EU warnt vor neuen «IS»-Anschlägen in Europa

Der EU-Antiterrorbeauftragte Gilles de Kerchove rechnet mit weiteren Anschlägen der Terrormiliz des sogenannten «Islamischen Staats» («IS») in Europa. Je stärker der Druck auf den «IS» werde, desto eher versuche er, mit Anschlägen im Westen Erfolge vorzuweisen. Nach den jüngsten Rückschlägen für die Dschihadisten im Irak und in Syrien seien bereits zahlreiche Anschläge im Namen des «IS» verübt worden, unter anderem in Beirut, Ankara, Istanbul und Tunis, sagte der Belgier. Weitere Attentate nach dem Muster der Anschläge in Paris seien zu befürchten. De Kerchove warnte ausserdem davor, dass führende «IS»-Mitglieder Libyen künftig verstärkt als Rückzugsort nutzen könnten. In dem von Chaos und Gewalt erschütterten nordafrikanischen Land könnten sie nahezu unbehelligt operieren, «denn es gibt dort keine Luftangriffe und keine funktionierende Regierung». (sda)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Murky 22.01.2016 13:38
    Highlight Ich dachte der Tiger meint den Kommentar ironisch, daher der Kommentar. War vielleicht etwas irreführend, sorry.
    0 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 22.01.2016 11:04
    Highlight Der Staat kontrolliert die Bürger permanent, wenn Geld zu holen is. Auf der Strasse, Billetkontrollen im ÖV, ob die Steuererklärung richtig ist, ob die Elektroinstallationen korrekt sind, ob das Auto fahrtüchtig ist. Wer aber in die Schweiz einreist, scheint nicht so relevant zu sein, da reichen Stichproben.
    12 5 Melden
    • Asalato 22.01.2016 11:10
      Highlight Bei deinen Beispielen gibt's praktisch auch nur Stichproben.
      4 9 Melden
  • Gelöschter Benutzer 22.01.2016 10:27
    Highlight Es sollten sämtliche Asylanten ab Alter 14 überprüft werden.
    12 2 Melden
  • Chlinae_Tigaer 22.01.2016 08:11
    Highlight Zitat; Rund 39'500 Personen ersuchten im vergangenen Jahr in der Schweiz Asyl. Davon hat der NDB 4910 unter die Lupe genommen... Zitatende.

    Wow, so viel?

    4910 von 39500 Personen wurden "unter die Lupe" genommen.

    Unglaublich.

    *Staun*

    31 10 Melden
    • Hierundjetzt 22.01.2016 09:04
      Highlight Liegt an der Systematik, da wir ja nicht den pösen Nachrichtendienst personell aufstocken wollen. Er könnte uns ja per Zufall noch schützen.

      Daher: Nur Menschen aus definierten Länder werden angeschaut.
      4 3 Melden
    • Murky 22.01.2016 09:24
      Highlight Also ich finde das sind ziemlich viele... Und dass sie auch auf Wegweisungen gekommen sind zeigt dass sie das ziemlich ernsthaft mache.
      8 9 Melden
    • Gelöschter Benutzer 22.01.2016 09:44
      Highlight @Murky: Darf man das nicht erwarten? Wenn sie morgens in den Bus steigen erwarten sie vom Fahrer ja auch, dass er nicht mit 80km/h in eine Mauer brettert und hoffen nicht nur, dass er seinen Job "ziemlich ernsthaft" macht.
      13 3 Melden

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