Schweiz
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Die eritreische Familie Teklia aus Bern wurde vergangene Woche nach Italien abgeschoben. Die Menschenrechtsorganisation «Augenauf» fordert für die Familie einen Selbsteintritt ins Asylverfahren. bild: zvg

Wenn Flüchtlinge ihr Zielland wählen dürften, wäre dieser Fall aus Bern nicht passiert

Ginge es nach der aussenpolitischen Denkfabrik «Foraus», sollten alle Flüchtlinge selber auswählen können, in welchem Land sie ihr Asylgesuch stellen. Diese radikale Idee könnte problematische Abschiebungen, wie jene einer eritreischen Familie, die vor einer Woche nach Italien ausgeschafft wurde, verhindern. Doch der Vorschlag stösst auf Kritik.



Die Idee ist radikal: Die aussenpolitische Denkfabrik Foraus fordert in einem am Montag vorgestellten Reformprogramm für das Dublin-Abkommen, dass Flüchtlinge ihr Zielland selbst wählen dürfen sollen, dass also Registrierungsland und Asyl-Land getrennt werden können.

Denn: Dass Migranten ihre Asylgesuche im europäischen Eintrittsland stellen müssen, schaffe falsche Anreize, schreiben die Autoren; Flüchtlinge würden so auf irregulären Wegen durch Europa reisen, um ihr Zielland zu erreichen, zudem hätten Erststaaten kaum Interesse daran, alle Flüchtlinge zu registrieren.

Im Gegensatz dazu würde eine Wahlfreiheit, und die Trennung von Registrierung und Asylverfahren Anreize schaffen – für Flüchtlinge (nicht unterzutauchen) sowie für die Dublin-Grenzstaaten (die Flüchtlinge auch tatsächlich zu registrieren). Länder, die weniger Menschen aufnehmen, als im Verteilschlüssel vorgesehen, müssten gemäss dem Foraus-Vorschlag einfach mehr bezahlen – und damit jene Länder unterstützen, die über ihrem Soll liegen. Nicht zuletzt würden teure und heikle Abschiebungen wegfallen.

Nach Italien ausgeschafft

Ein aktuelles Beispiel aus der Schweiz verdeutlicht die Schwachpunkte, die das Foraus-Papier adressiert. Vor einer Woche hat das Migrationsamt Bern eine eritreische Familie ausgeschafft, die sich seit dem 16. Juni 2015 mit N-Status (für Flüchtlinge im laufenden Asylverfahren) im Kanton Bern aufhielt.

Die alleinerziehende Mutter und Witwe, die mit ihren drei minderjährigen Kindern ausgeschafft wurde, hat laut der Menschenrechtsorganisation «Augenauf», die den Fall publik machte, drei weitere aber bereits volljährige Kinder, die sich schon seit sechs, drei und zwei Jahren in der Schweiz aufhalten. Diese drei verfügen über eine gütlige Aufenthaltsbewilligung.

Warsay, eritreische Familie

Im Oktober 2015 zog die Familie vom Durchgangszentrum in Zollikofen in eine Wohnung in der Stadt Bern. bild: zvg

Weil aber die Flucht die Familie über Italien geführt hatte, wo ihnen Fingerabdrücke genommen wurden, machte die Schweiz die Zuständigkeit Italiens gelten. Gemäss «Augenauf» holten Zivilpolizisten die Mutter und ihre drei minderjährigen Kinder vergangenen Dienstag aus dem Bett, brachten sie auf den Flughafen Genf, von wo aus sie nach Mailand-Malpesa abgeschoben wurden. Seit einer Woche harrt die Familie eigenen Angaben zufolge in einem Mailänder Vorort aus, die Kinder, 13, 15 und 17 Jahre alt sprechen perfektes Berndeutsch, aber kein Wort italienisch.

Selbsteintritt ins Asylverfahren

Die Menschenrechtsorganisation «Augenauf» kritisiert die Ausschaffung scharf. Die Schweiz sei ihrer Verpflichtung nicht nachgekommen, von den italienischen Behörden eine Zusicherung für eine altersgerechte Unterbringung der Kinder einzuholen, heisst es in einem Schreiben an die Medien. Damit habe sie Artikel drei der Europäischen Menschenrechtskonvention verletzt. Ausserdem werde damit der Grundsatz der Familienzusammenführung missachtet.

Humanitäre Katastrophe in Como: Flüchtlinge stranden an der Schweizer Grenze

Von Italien aus bemüht sich die Familie nun um einen Selbsteintritt ins Asylverfahren. Ein Selbsteintritt wird im Artikel 17 der Dublin-III-Verordnung vorgesehen. Damit sollen systemische Mängel im Sinne der Rechtssprechung des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ausgemerzt werden. Fälle also, bei denen auf eine Überstellung an den Staat, der zuständig wäre, verzichtet werden muss. Chancen wird die Familie damit kaum haben, rechtlich ist der Entscheid der Schweiz wasserdicht.

Solche heiklen Abschiebungen könnte die Reformidee von Foraus verhindern. Doch der Vorschlag ist umstritten. Während die Linke bis hin zur Mitte applaudiert, kritisieren Bürgerliche rechts der Mitte die Idee scharf. Es sei ein falscher Ansatz, die Verteilung von Migranten über Finanzen zu regeln, sagte CVP-Präsident Gerhard Pfister gegenüber dem «Tages-Anzeiger», FDP-Nationalrätin Doris Fiala warnte in der Zeitung davor, dass sich Staaten «freikaufen» könnten.

Dass beliebte Aufnahmestaaten wie Deutschland oder Schweden benachteiligt würden, glauben die Foraus-Denker hingegen nicht. Wer weniger Flüchtlinge aufnehmen würde als vorgesehen, müsste einfach mehr bezahlen, sagen die Verfasser des Vorschlags.

Damit ist die Diskussion lanciert: Der Nationalrat wird eine Interpellation einreichen, um den Bundesrat mit dem Foraus-Reformvorschlag zu konfrontieren. Die eritreische Familie hofft weiter auf den Passus im Dublin-III-Abkommen, der ihnen den Rückweg ins Schweizer Asylverfahren ebnen könnte.

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    Alle Leser-Kommentare
  • stan1993 07.12.2016 09:16
    Highlight Highlight Warum nicht die Flüchtlinge an die Verursacherstaaten zuweisen?
    1. Amerika
    2. Deutschland
    3. Restliche Nato Staaten
    • Nick Name 08.12.2016 10:55
      Highlight Highlight Also, das wär ja toll, wenns einfach so einfach wär.
      Verursacher sämtlicher Flüchtlinge in Europa sind schlicht die genannten Staaten und der ganze Kontinent Amerika?...
      Keine afrikanischen, keine asiatischen Staaten – keine Schweiz? Keine Konzerne?

      (Eine sinnvollere einfachere Lösung wäre: Niederlassungsfreiheit weltweit. :-) )
  • isag 07.12.2016 01:17
    Highlight Highlight Mal weils so viele vergessen:

    Das Schweizervolk und die Kantone,

    in der Verantwortung gegenüber der Schöpfung,

    im Bestreben, den Bund zu erneuern, um Freiheit und Demokratie, Unabhängigkeit und Frieden in Solidarität und OFFENHEIT gegenüber der WELT zu stärken,

    im Willen, in gegenseitiger Rücksichtnahme und Achtung ihre VIELFALT in der EINHEIT zu leben,

    im Bewusstsein der gemeinsamen Errungenschaften und der Verantwortung gegenüber den künftigen Generationen,

    gewiss, dass frei nur ist, wer seine Freiheit gebraucht, und dass die STÄRKE des Volkes sich misst am Wohl der SCHWACHEN.

    • isag 07.12.2016 12:50
      Highlight Highlight xD blitze für die eigene Verfassung - ihr seid so bildungsfern.
  • Chrigi-B 06.12.2016 23:56
    Highlight Highlight Wir werden von Links und Rechts stinkfräch und direkt ins Gesicht angelogen. Man sieht ja in FR, DE, UK etc. wie toll sich diese Migranten integrieren und tragende Teile unserer Gesellschaft werden. Ausbaden kann es wie immer der Steuerzahler! CH-Konzerne entlassen Ü50 Schweizer mit guten Ausbildungen und dann glaubt man echt es gibt einen Arbeitsmarkt für ungebildete oder fremdsprachige? In der Schweiz hat es Fälle, da sieht man wie viel es kostet so eine Grossfamile durchzufüttern wenn es dann nicht so toll läuft! Heim- und Sozialkosten die uns ruinieren werden. Die heutigen Kosten x 10
    • isag 07.12.2016 01:03
      Highlight Highlight ich habe schon in Italien, Frankreich gelebt und lebe zurzeit in England. ...und ich würde (fast) gerne wissen, WO SIE das gesehen haben wollen - im Sonntagsblick? der Weltwoche? am Stammtisch? Facebook?!!
      Im Grunde mögen sie diese Menschen nur nicht, weil sie arm sind. - was sie nicht wissen, ist wie unglaublich stark und würdevoll diese Familie ums Überleben kämpft - Politik und Herzlosigkeit zum Trotz.
      Sie können sich, jetzt wo diese MENSCHEN weg sind, weiterhin freuen, mit ihren gesparten Steuerausgaben ein anständiger schweizer Konsument zu sein.
      Prost!
    • Chrigi-B 07.12.2016 02:02
      Highlight Highlight Schon gut isag, erzähl das den DE Frauen die kürzlich vergewaltigt wurden oder die Silvesternacht in Köln. Aber ja, alles nur Einzelfälle. Übrigens gibt es in all diesen genannten Ländern Zonen in die du als Europäerin besser nicht gehst wenn die Nacht einbricht. Diese Leute wollen sich nicht integrieren! Das ist der grosse Unterschied zwischen den armen Menschen die wir während dem Balkankrieg aufgenommen haben und 9/10 derjenigen die jetzt nach Europa kommen. Lassen wir am Besten alle rein, bis sie merken das es hier ausser Sozhilfe nichts gibt und sie sich à la Paris in die Luft jagen👍
    • isag 07.12.2016 12:58
      Highlight Highlight ich wohnte im attakierten viertel, sogar der attakierten Strassen, und Freunde von mir harrten Stunden hinter Tresen und Glassplitter aus. Sogar ein Opfer zählt sich zwischen uns. Und keiner von uns, die das erlebt haben, denken so wie Sie. - Ausserdem haben Sie immer noch nicht darauf geantwortet, was Ihre Erfahrungsquelle ist, aus der Sie schöpfen. Die Anschläge in Paris waren nicht von Imigranten verübt worden, diese Menschen sind in Frankreich geboren.
      (übringens habe ich mit Ihnen noch keine 'Säu ghüetet', und erinnere Sie daran, dass man, soweit man anständig sein will, die Leute Siezt)
  • sowhat 06.12.2016 21:15
    Highlight Highlight OMG Ich friere ob der kaltschnäuzige Kommentare unter diesem Artikel. Ist das noch Watson oder sind wir hier schon in einem völlig anderen Medium?
    Die Frau hat laut Artikel 3 Erwachsene Kinder die sich berechtigt in der Schweiz aufhalten. Die könnten ihr helfen mit den drei noch nicht Erwachsenen. Die Chance, dass diese 3 eine Ausbildung machen und ihren Lebensunterhalt verdienen ist gegeben. Also nix lebenslang Sozialkosten.
    Der vorliegende Vorschlag sollte doch zumindest diskutiert werden.
    -------- Hilfe, was passiert hier grade mit unsrer humanitären Schweiz???
    • Normi 06.12.2016 22:26
      Highlight Highlight Das problem ist das die meisten asylanten immigrieren wollen und somit keine richtigen asylanten sind die so schnell wie möglich zurück wollen...
    • isag 07.12.2016 01:13
      Highlight Highlight xD jaaa das einzige gute Land ist die Schweiz!! Wissen sie eigentlich, wie viele Schweizer vor einigen jahrzehnten Wirtschaftsflüchtlinge waren?? Und, kennen sie den Titel "das Boot ist voll"? ja? dann können sie sich ob der menschlichen Herzlosigkeit schämen.
      Aaah und weil sie so bescheid wissen, über das Problem - lesen sie bitte mal die Präambel der Schweizer Verfassung. Ich denke, sie sehen sich als Schweizer. Nun(erst googeln bitte), wie gehen sie mit dem Problem um, dass es da lauter Schwache gibt, die Hilfe brauchen? (und es heisst DEN Schwachen, nicht den schweizer Schwachen)
    • Normi 07.12.2016 07:39
      Highlight Highlight nein bin finne (secondo) und ?


    Weitere Antworten anzeigen
  • Stojan 06.12.2016 20:25
    Highlight Highlight
    Was zur Hölle. Sollen wir allen Asylaten die Wünsche von den Augen ablesen?
  • Angelo C. 06.12.2016 20:24
    Highlight Highlight Wer solche kruden Ideen, zumal bei der Mehrzahl der Migranten (also den reinen Wirtschaftsflüchtlingen aus Afrika) einführen möchte, dem ist wohl auch zuzutrauen, dass er ihnen auch gleich noch das Reisegeld überweisen möchte. Man könnte ja ein spezielles Reisebüro dafür gründen, welche auch gleich alle anderen Formalitäten erledigt 🙄!

    Würde man sowas europäisch einführen wollen, die Schweiz im Rahmen dessen sowas gutheissen, dann müsste man die Landesregierung unter Kuratell stellen, während Frau Merkel mit Sicherheit nicht mehr zur Wiederwahl antreten müsste.

    Sache gits...
  • MaxHeiri 06.12.2016 19:39
    Highlight Highlight Einfache ökonomische Regeln:
    Jeder kann in die Schweiz kommen um zu arbeiten. Dafür werden pro Jahr mind. 10000CHF fällig. Anstatt man dieses Geld für Schlepper ausgibt, zahlt man es direkt für seine Aufenthaltsbewilligung.
    Ob man dann ein paar humanitäre Visas an wirklich Schutzbedürftige, die sehr integrationswillig sind, vergeben will, ist eine Option
  • Schlafwandler 06.12.2016 19:24
    Highlight Highlight Die Idee ist nur insofern radikal, dass sie radikal menschlich ist. Dies würde Europa gut tun.

    Die gänge Praxis macht doch überhaupt keinen Sinn. Das Problem wird an die Peripherie der EU verlagert und die Krise selbst breitet sich immer weiter in Richtung Europa aus. Nur eine gerechte und vernünftige Verteilung kann verhindern, dass Griechenland und Italien noch instabiler werden.
    • G. Schmidt 06.12.2016 22:31
      Highlight Highlight Schon mal über die Grenzen von Europa gedacht? Will mir gar nicht vorstellen welche Sogwirkung dies auf andere Länder haben wird.

      Leider wird das jetzige Asylrecht eher für die Wirtschaftsmigration missbraucht.
    • Schlafwandler 07.12.2016 10:24
      Highlight Highlight Irgendjemand muss mir immer noch erklären woher ihr immer wissen wollt, was Leute anzieht und aus welchen Gründen Menschen auswandern.

      Es ist doch einfach zu bequem alle Bemühungen die Situation zu entschärfen als massive Pull-Faktoren abzukarten und sich in das Scheinargument der Wirtschaftsflüchtlinge zu flüchten nur um nichts ändern zu müssen.

      Es muss uns doch möglich sein auf eine menschenwürdige Art und Weise mit dieser Situation umzugehen.
  • pachnota 06.12.2016 19:07
    Highlight Highlight Und sowas nennt sich "Denkfabrik "
    Ich muss mich fast übergeben, wenn ich sowas lese. Und da beschweren sich alle über den formarsch der Rechten.
    Ich frage mich wer diese "foraus" finanziert.
    • Big ol'joe 06.12.2016 20:20
      Highlight Highlight Soweit ich weiss machen die das Freiwillig...
    • Big ol'joe 06.12.2016 22:48
      Highlight Highlight Wieso so viele Dislikes?!?
      Da steht es: eherenamtlich!

      http://www.foraus.ch/#!/ueber-foraus

      Ob man ihre Arbeit nun gut findet oder nicht spielt jetzt keine Rolle. Aber sie machen es auf jeden Fall nicht gegen Bezahlung. Oder jemand andere Quellen?
  • memento 06.12.2016 19:05
    Highlight Highlight Gute Idee, Rumänien und Bulgarien schwimmen ja im Geld...
    • Saraina 06.12.2016 22:15
      Highlight Highlight Das ist ein gutes Argument, das einzige, das ich bis jetzt gegen den Vorschlag gelesen habe.
  • Mulder 06.12.2016 19:02
    Highlight Highlight das Dublin-Abkommen war eine gute Idee, ist aber in der Praxis für nix . Und die Schweiz liegt immer noch nicht am Meer(deshalb können einige Dublin schon gut finden). Neue Ansätze zur Aufteilung der Flüchtlinge müssen her. Aber absolut freie Wahl des Ziellandes sehe ich auch als Problem. Ausgenommen natürlich Famienzusammenführungen, ist aber schwer zu prüfen.Was ist Familie? Gehört der Coucousin auch dazu?
    • Saraina 06.12.2016 22:17
      Highlight Highlight Wenn der Coucousin integriert ist, und willens, die Neuankömmlinge bei ihrer Integration zu unterstützen- warum nicht.
  • Natürlich 06.12.2016 18:28
    Highlight Highlight Wird ja immer besser.
    Flüchten ist kein Wunschkonzert, da gehts ums nackte Überleben!
    • Hier könnte Ihre Werbung stehen 06.12.2016 19:42
      Highlight Highlight Müsste man meinen, oder ist es doch nicht bei allen so?
    • Saraina 06.12.2016 22:20
      Highlight Highlight Man kann nicht jahrelang nackt überleben. Wenn die erste Gefahr vorüber ist, die Front hinter einem liegt, geht es um Ankommen, Integration und ein neues Leben finden. Da ist es logisch, dass man dorthin will, wo einen Landsleute oder Verwandte unterstützen können.
  • Chrigi-B 06.12.2016 18:16
    Highlight Highlight Sorry wir haben Verträge mit der EU. Wir müssten keine Flüchtlinge aufnehmen! Wann wird endlich auf die Einhaltung dieser Verträge gepocht? Ein Flüchtling hat im 1ten sicheren Land ein Asylgesuch zu stellen! Wie lange wollen wir uns eigentlich noch verarschen lassen?
    • dodo62 06.12.2016 18:30
      Highlight Highlight Warum sollen Famillien nicht zusammenleben dürfen?
    • Chrigi-B 06.12.2016 19:10
      Highlight Highlight 1. nicht unser Problem 2. Wir sind umgeben von sicheren Länder (somit ist es deren Problem, sie haben diesen Verträgen zugestimmt!) 3. Wir importieren Sozialfälle 4. wir geben lieber Geld für die Asylindustrie aus, als für unsere Rentner! Welche teilweise jeden Rappen umdrehen müssen!
    • Datsyuk * 06.12.2016 19:58
      Highlight Highlight ChrigiB, dann hätten wir 0 Flüchtlinge aufzunehmen. Ja?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Radesch 06.12.2016 17:42
    Highlight Highlight Das ist natürlich schwer umzusetzen, wenn in den betreffenden Ländern der Wille dazu nicht herrscht.

    Es ist ja nicht so, dass es nicht geht. Anstatt zu helfen diskutiert man darüber, wie man weniger helfen kann. Ich kann das nicht nachvollziehen.

    Nur weil man nicht mehr Asylanten will, müssen mitunter Leute ihr Leben verlieren. Ich will das nicht wahrhaben

    Ja man kann nicht alle retten, aber man sollte versuchen so viele zu retten, wie möglich. Vergesst nicht: Das sind auch Menschen, mit Familie, Kindern... Die haben teilweise schreckliches gesehen und wir wollen sie einfach heimschicken?
    • pachnota 06.12.2016 18:54
      Highlight Highlight Radesch sorry aber was sie hier proklamieren ist verantwortungslos. Die Schweiz kann nicht die ganze Welt retten. Ausserdem ist es mit dem aufnehmen alleine nicht getan. Was wollen sie machen mit all den Leute? Ein Leben lang "verrenten"? Meinen sie, das macht diese Menschen glücklich?
    • Radesch 06.12.2016 22:34
      Highlight Highlight Wie gesagt wir sollen nicht die ganze Welt retten. Was wir aber versuchen sollten ist Leuten zu helfen und nicht noch mehr Zeit in Gesetze und Debatten verschwenden die genau dem entgegenwirken.

      Abgesehen davon integrieren sich die meisten Ausländer wunderbar, ob das ihnen nun passt oder nicht. Die Italiener haben es geschafft, die Balkaner und die Eritreer und Syrer werden dies auch tun.

      Was ist daran Verantwortungslos? Verantwortungslos ist die Vermögensverteilung und die Steuergeschenke, das ist Verantwortungslos.

      Es ist noch Niemand durchs Helfen verarmt, werden wir auch nicht.
    • pachnota 07.12.2016 00:46
      Highlight Highlight Radesch...etwas einfach machen Sie es sich schon.
      Ich würde sagen mit den Balkaner ist die Integrations Bilanz durchzogen. Viele Albaner haben sich hier radikalisiert. Denke sie zB an ihren Landsmann, den IS kickboxer.
      Bei Syrer u. Eritreern müssen wir leider skeptisch sein. Was wollen sie mit Leuten machen die zT Analphabeten sind? Sie ein Leben lang verrenten?
      Was passiert, wenn Integration scheiter, sehen sie heute in, DE, B, F,N usw.
      Wollen sie dass auch in der Schweiz?
      Ich zumindest, meine
      Noup!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Aged 06.12.2016 17:33
    Highlight Highlight "FDP-Nationalrätin Doris Fiala warnte in der Zeitung davor, dass sich Staaten «freikaufen» könnten."

    In der Schweiz kann sich jede Gemeinde *freikaufen*, was auch rege gemacht wird (sofern reich genug).
    • atomschlaf 06.12.2016 18:49
      Highlight Highlight Stimmt nicht. Das ist kantonal unterschiedlich.
  • walsi 06.12.2016 17:26
    Highlight Highlight Wenn Oberwil Lieli, oder wie das Kaff auch heißt, zahlen anstatt Flüchtlinge aufnehmen will, geht ein riesen Aufschrei durch dir linke Szene. Jetzt kommen sie aber selber mit der Idee. Das muss man nicht verstehen, oder?
    • LeCorbusier 06.12.2016 22:59
      Highlight Highlight Ja, links ist links, schwarz ist schwarz und Bäume sind Bäume...
  • Judge Dredd 06.12.2016 17:18
    Highlight Highlight Ein Problem das ich sehe ist, dass wenn freie Wahl besteht, sich die verschiedenen Ethnien auf bestimmte Länder konzentrieren würden und das noch mehr als jetzt schon. Wenn z.B. alle Eritreer in das selbe Land flüchten, ist der Anreiz sich anzupassen viel geringer, da die Gefahr der Entstehung von Parallelgesellschaften besteht. Das dürfte der Integration nicht sehr dienlich sein.

    Überspitzt gesagt, jeder der mal ein Sprachaufenthalt gemacht hat weiss wie dienlich es ist, in einer Klasse der einzige zu sein der Deutsch spricht.
  • Hier könnte Ihre Werbung stehen 06.12.2016 16:47
    Highlight Highlight Ein Wunschkonzert zu veranstalten wer wo gerne leben möchte ist doch ein Witz. Wenn man wirklich schutzbedürftig ist, sollte man froh sein in Frieden leben zu können - egal wo.
    Das wirkliche Problem ist, dass man sie nur nach Italien zurückschafft und nicht gleich in ihr Herkunftsland.
    Wenn dann irgendwann mal die Kriese in deren Heimat vorüber ist, sollten sie zurückgebracht werden damit wir wieder Kapazität für die Nächsten haben.

    Aber viele aus Arfika sind sowieso nur Wirtschaftsflüchtlinge und die sollten gleich ganz zurückgeschickt werden.
    • Datsyuk * 06.12.2016 20:00
      Highlight Highlight Wie viele? Hast du Zahlen?
    • Chrigi-B 06.12.2016 20:58
      Highlight Highlight 3/4
    • Easypeasy 06.12.2016 22:03
      Highlight Highlight Genau 3/4... Oder so 😉
    Weitere Antworten anzeigen
  • Wilhelm Dingo 06.12.2016 16:20
    Highlight Highlight Die Idee ist ja schön für die Betroffenen aber nicht unbedingt die Wunschvorstellung der beliebten Zielländer welche nur begrenzt Flüchtlinge aufnehmen wollen auch wenn dafür gezahlt wird. Kommt endlich in der Realität an und akzeptiert dass die Mehrheit in Europa keine Zuwanderung im grossen Stil will! Wenn das nicht endlich berücksichtigt wird werden die Populisten weiter zulegen!
    • Kii 06.12.2016 16:47
      Highlight Highlight Es ist aber jetzt so, dass sie nach Europa kommen! Ob man will oder nicht.
    • Sapere Aude 06.12.2016 16:58
      Highlight Highlight Vielleicht sollte dann Europa auch die Realität akzeptieren, dass viele der Menschen die nach Europa flüchten, dies nicht freiwillig machen, sonder aus einer existentiellen Not heraus. Die Flüchtenden machen 2-3% der Bevölkerung von Europa aus, im Libanon sind es beinahe 50% der Bevölkerung. In der Türkei hat sich die Bevölkerung gewisser Städte verdoppelt. Zuwanderung im grossen Stil findet in jenen Länder statt, nicht in Europa. Die Anzahl wäre noch tiefer, wenn die entsprechenden Flüchtlingsprojekte in Jordanien und Libanon nicht ständig unterfinanziert wären.
    • Sapere Aude 06.12.2016 17:02
      Highlight Highlight Solange in Syrien, Irak oder Afghanistan die Sicherheitslage so schlecht ist, werden weitere Flüchtende versuchen einen Weg nach Europa zu finden. Auch wenn eine ungebremste Migration nicht wünschenswert ist und die Befürchtungen der Menschen in Europa gewiss ihre Berechtigung hat, die Realität ist, dass Grenzschliessungen und verschärfte Asylrechte alleine wenig an den Ursachen der Fluchtbewegungen ändern wird, solange so viele Staaten im nahen Osten instabil sind.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sapere Aude 06.12.2016 15:52
    Highlight Highlight Solange kein Konsens in Europa besteht, dass dieses Problem gemeinsam zu lösen ist, sind solche Ideen nette Planspiele, aber in der Praxis kaum umsetzbar.
    Der Ansatz an sich ist bedenkenswert, jedoch wirkt er noch unausgegoren. Mir fehlt als entscheidender Punkt die Möglichkeit eines Botschaftsasyls, so dass Flüchtende vor der gefährlichen Überfahrt die Möglichkeit haben, Asyl zu erhalten bzw. relativ früh bereits wissen, ob sie Aufnahmeberechtig sind bevor sie die Reise in Angriff nehmen.
    • ostpol76 06.12.2016 17:18
      Highlight Highlight Ich persönlich glaube kaum, dass dies mit dem Botschaftsasyl funktionieren würde. Der grosse Teil würde es nach einem negativen Entscheid trotzdem 'vor Ort' versuchen.
      Da sie von einem Kollegen über 5 Ecken erfahren haben, dass er jetzt trotz negativem Entscheid in Europa bleiben darf, da er irgendwie ein Schlupfloch im System gefunden hat.
    • Sapere Aude 06.12.2016 17:42
      Highlight Highlight Das entscheidende am Botschaftsasyl wäre die Öffnung legaler Fluchtrouten. Angenommene Asylanten würdenb ein Visum erhalten und könnten auf legaler Weise nach Europa fliegen. Damit würde dem Schleppermarkt ein Teil der Grundlage entzogen werden. Natürlich liesse sich damit illegale Migration nicht vollständig eindämmen. Hier wären beispielsweise Rückführungsabkommen mit den Ursprungsländer entscheiden.
    • atomschlaf 06.12.2016 18:59
      Highlight Highlight Botschaftsasyl bzw. Aufnahme aus UNHCR-Lagern und im Gegenzug endlich Grenzschutz, der diesen Namen verdient und gleichzeitig Verlust der Asylberechtigung bei illegaler Einreise.
      Vorteile: Schleppern wird die Geschäftsgrundlage entzogen, Asylberechtigte können sicher reisen, Unberechtigte müssen nicht zurückgeschafft werden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bijouxly 06.12.2016 15:52
    Highlight Highlight Die EU ist doch kein Süssigkeiten-Laden... Wer Schutz sucht, erhält ihn. Wer durch Europa tingelt und lieber in Calais erfriert um nach Grossbritannien zu kommen, als in Frankreich Asyl zu beantragen, ist in meinen Augen kein Flüchtling, sondern ein Wirtschaftsmigrant. Echte Flüchtlinge sind dankbar, Frieden und ein Dach über dem Kopf zu haben - egal wo in Europa! http:// Ei
    • baBIELon 06.12.2016 16:03
      Highlight Highlight Und wenn dein Onkel schon seit Jahren in GB lebt? Dann sollst du nicht zu ihm kommen obwohl du dich Tugendhaft bei deiner Einreise in die EU angemeldet hast?
    • Sapere Aude 06.12.2016 16:20
      Highlight Highlight Ist doch eigentlich verständlich, dass Flüchtende an jene Orte flüchten, wo sie sich für sich selbst die besten Chancen sehen, unabhängig vom Fluchtgrund. Dass dies nicht in allen Fällen möglich, bzw. erstrebenswert ist, ist auch klar. Hier wäre eine pragmatische Lösung gefragt. Gerdae wenn Flüchtende Verwandte in bestimmten Ländern haben, kann es durchaus sinnvoll sein, diese zusammenzuführen. Die Integration kann einfacher Fallen. Bestes Beispiel dafür ist die Witwe aus Eritrea mit ihren minderjährigen Kinder, deren Erwachsene Kinder bereits über eine Aufenthaltsbewilligung verfügen.
    • Wilhelm Dingo 06.12.2016 16:22
      Highlight Highlight @baBIELon: auch dann wäre ich als Flüchtling froh in Frankreich versorgt zu werden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Amboss 06.12.2016 15:14
    Highlight Highlight Sorry, solange in Europa nicht zumindest ein Mindest-mindest-mindest Konsens darüber besteht, dass
    a) alle Staaten sich in irgendeiner Form an der Lösung der Problematik beteiligen müssen
    b) man Italien und Griechenland nicht alleine lassen kann
    sind solche Ideen das Papier nicht Wert auf denen sie gedruckt sind.
    • Maett 06.12.2016 15:51
      Highlight Highlight @Amboss: "solange in Europa nicht zumindest ein Mindest-mindest-mindest Konsens darüber besteht, dass
      a) alle Staaten sich in irgendeiner Form an der Lösung der Problematik beteiligen müssen" - eine nicht gerade geringe Anzahl EU-Staaten will aber gerade davon nichts wissen. Ganz zu Schweigen von deren Bevölkerungen.

      Bevor man nicht anfängt, diesen Umstand zu respektieren, wird man keine Lösung finden. Man kann anderen Ländern nicht einfach Menschen aufzwingen, die sie nicht haben wollen (abgesehen davon, dass die Flüchtlinge auch nicht dorthin wollen).
    • stan1993 07.12.2016 09:20
      Highlight Highlight Dass ist doch das schöne wenn man in der demokratischen EU ist, man könnte die Länder zwingen. *kotz*
  • Ms. Song 06.12.2016 15:07
    Highlight Highlight Das kommt ganz darauf an, wie man die Sache sieht. Ich wäre dafür, dass man die Flüchtlinge im Ankunftsland registriert und gleich weiter auf die Länder verteilt. Hierbei geht man nach einem Zufallsprizip vor und der Prozess sollte max 2 Wochen dauern. Eine freie Länderwahl sehe ich nicht als notwendig an. Den Flüchtlingen sollte bewusst sein, dass sie hier Gäste sind. Wir sichern ihr Leben, aber erwarten, dass sie bald möglichst wieder gehen. Viele denken halt, dass sie hier ein neues Leben anfangen und wollen daher dort hin, wo sie die grössten Chancen haben. Verständlicherweise.....
    • florian_berg 06.12.2016 16:11
      Highlight Highlight Der Vorschlag basiert genauauf deiner Fehlinterpretation. Es ist eine Illusion, dass Flüchtige "bald möglichst wieder gehen" & da sie eh bleiben, stellt sicher die Frage, wie sie integriert werden können & da führt kein Weg daran vorbei, sich mit den Flüchtlingen & ihren Zukunftsplänen auseinander zu setzen
    • florian_berg 06.12.2016 18:41
      Highlight Highlight Aber dafür müsste der Grund des Asyls, sprich der Konflikt im eigenen Land gelöst werden oder wie siehst du das? & dies erachte ich definitiv als schwieriger ;-) als das europäische Koordinationsproblem im Asylbereich zu bewältigen
  • MacB 06.12.2016 15:03
    Highlight Highlight Das wird nicht gehen. Viele Migranten wollen ja nicht in EU-Ländern wie Kroatien oder Rumänien bleiben sondern so schnell wie möglich weiter ins "Paradies" nach Deutschland.

    Zudem darf es doch keinen Freipass für Immigranten geben, dass sie auch noch die grosse Auswahl haben. Es geht doch eigentlich nur darum, dass sie Schutz und Hilfe wollen...oder?
    • Walter Sahli 06.12.2016 16:25
      Highlight Highlight Du schreibst von Migranten, meinst aber Flüchtlinge, die Asyl suchen. Ist nicht wirklich das Gleiche!
    • AdiB 06.12.2016 16:54
      Highlight Highlight Betreff balkan. Hab mal ein interview gesehen mit einem flüchtling der durch serbien unterwegs war. Die reporterin fragte wieso er nicht in serbien bleibt. Die antwort: "was soll ich in einem land wo menschen flüchtlinge ausrauben". Dieser mann wurde von einheimischen ausgeraubt.
    • MacB 06.12.2016 21:42
      Highlight Highlight @AdiB: Alle Serben als Räuber darzustellen ist etwa gleich, wie alle Immigranten als Kriminelle zu identifizieren. Naja...

      @Walter Sahli: Letzlich sind auch Flüchtlinge MIgranten, du beschreibst damit nur die Umstände der "Reise" genauer. Ist aber für mich hlchstens eine Spitzfindigkeit in der Formulierung.
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