Schweiz
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Tenzin Tsokyi (links) und Kunga Chime (rechts) müssen die Schweiz verlassen, obwohl ihre Mutter Tenzin Damdul Tsang (Mitte) eine Aufnahmebewilligung hat. bild: chris iseli

Abgebrochene Ausschaffung: Tibetische Schwestern dürfen nun doch ein Asylgesuch stellen

Unerwartete Wende im Fall der beiden tibetischen Schwestern, deren Mutter in Ennetbaden lebt und die ausreisen mussten. Zur Ausschaffung kommt es nun doch nicht.

07.11.16, 15:42


Vor einem Monat berichtete die «Schweiz am Sonntag» über den Fall zweier tibetischer Schwestern. Die 16- und 18-jährigen Frauen hätten Anfang Oktober nach Italien ausreisen müssen, obwohl ihre Mutter seit vier Jahren in der Schweiz lebt (seit einem Jahr in Ennetbaden) und den Status F («vorläufig aufgenommen») besitzt. Die Ausschaffung wurde aus medizinischen Gründen abgebrochen.

Nun steht fest: Die Schwestern können in der Schweiz ein Asylgesuch stellen. «Es geht ihnen den Umständen entsprechend gut. Sie freuen sich, dass sie vorerst als Familie zusammenbleiben können», sagt Andriu Deflorin von der Unterstützergruppe, die sich in der Region Baden gebildet hat.

Viele Leute hätten ihre Hilfe angeboten, nachdem sie vom Schicksal der Tibeterinnen gehört hatten. «Das Hinschauen und das Begleiten durch hilfsbereite Personen waren in diesem Fall entscheidend – und ist in weiteren Fällen ebenfalls notwendig und nützlich.»

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) hatte erst am Nichteintreten auf ihr Asylgesuch festgehalten, obwohl es die chinesische Staatsbürgerschaft der Mutter, die sich in Tibet für einen unabhängigen Staat engagierte, anerkennt. Das Bundesverwaltungsgericht wies die Beschwerde dagegen ab.

Die Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH hatte wiederholt die Überstellungspraxis der Schweiz kritisiert. In einem Bericht, den sie nach einer erneuten Abklärungsreise im März verfasste, schreibt sie: «Viele Übernahmeersuchen an Italien werden zu Unrecht gestellt und dienen eher migrationspolitischen Zwecken als einer echten Anwendung der Verordnung.»  (aargauerzeitung.ch)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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14
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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Scott 07.11.2016 19:08
    Highlight Wovor müssen denn jetzt auch noch die Tibeter flüchten?

    Etwa vor der kulturellen Bereicherung durch die Chinesen?
    8 11 Melden
    • lilie 08.11.2016 08:20
      Highlight @Scott: Steht doch: Es reicht, an einer friedlichen Demonstration teilzunehmen, und schon drohen Gefängnis Folter und selbst die Inhaftierung völlig unbeteilgter Familienmitglieder.

      Siehe auch hier: http://mobile2.tagesanzeiger.ch/articles/551bf3e8ab5c37df4800048d
      6 5 Melden
    • lilie 08.11.2016 08:23
      Highlight @Scott: Und ausserdem: Welche kulturelle Bereicherung? Die tibetische Kultur ist weitaus reicher als der seelenlose Turbokapitalismus des kommunistischen Chinas. Doch die tibetische Kultur wird systematisch unterdrückt und nach und nach ausgelöscht.

      Noch nicht mal vom wirtschaftlichen Aufschwung können die Tibeter profitieren, da sie als Menschen zweiter Klasse gelten und von chinesischen Zuzügern vedrängt werden sollen.
      6 5 Melden
    • Scott 08.11.2016 12:00
      Highlight @lilie: Ersetzen Sie doch einmal in ihrem Kommentar die Wörter Tibet durch Schweiz und China durch Europa/EU.

      Na dämmert's?
      5 6 Melden
    • lilie 08.11.2016 13:33
      Highlight @Scott: Das ist unfassbar zynisch, es tut mir leid, dass Sie so empfinden.
      5 3 Melden
    • Scott 09.11.2016 10:07
      Highlight Mir tut es leid, dass Leute wie Sie bei uns die uneingeschränkte Zuwanderung befürworten.

      Zynismus heisst, ein Ding zu betrachten, wie es wirklich ist, nicht, wie es sein sollte. Daher bin ich wohl zynisch.
      3 2 Melden
    • lilie 09.11.2016 12:18
      Highlight @Scott: Ich befürworte keine unkontrollierte Zuwanderung. Ich habe lediglich geschrieben, dass in Tibet Menschen und ihre Familien verfolgt und gefoltert werden können, nur weil sie an einer friedlichen Demonstration teilnehmen.

      Dass Sie das gewalttätige Vorgehen der chinesischen Besatzung in Tibet mit der Zuwanderung von EU-Bürgern in die Schweiz vergleichen, macht mich sprachlos.

      Wie weinerlich, egozentrisch und herzlos ist das denn???

      Und nein, das heisst nicht, dass ich die Zuwanderung befürworte. Aber das ist nun wirklich einfach nicht dasselbe!
      2 3 Melden
    • Scott 09.11.2016 13:49
      Highlight Doch es ist dasselbe, resp. wir sind auf dem besten Weg dahin. Die Schweizer, welche dagegen sind werden aktuell noch als Rechtspopulisten beschimpft, aber...

      ...wer bei uns das Falsche sagt, wird genauso verfolgt, siehe Rassismus-Strafnorm und schon bald wird das Gesetz “Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ ausgebaut. Dann haben wir Rechtsverhältnisse wie im Tibet, warten Sie noch 1-2 Jahre...
      3 3 Melden
    • lilie 09.11.2016 15:35
      Highlight @Scott: Wandern Sie doch einfach nach China aus. Solange Sie dort das Loblied der Partei singen, dürfen Sie gegen die Menschlichkeit Verbrechen begehen, so viel Sie wollen.
      2 2 Melden
    • Scott 09.11.2016 18:00
      Highlight Nein, ich bleibe hier. Aber wie gesagt, in 1-2 Jahren...
      2 2 Melden
    • lilie 09.11.2016 18:07
      Highlight @Scott: Na, dann wünsch ich viel Spass.
      1 3 Melden
    • Scott 18.11.2016 12:05
      Highlight Das wünsche ich auch Ihnen, Sie brauchen den eher.
      2 0 Melden
  • Monti_Gh 07.11.2016 16:34
    Highlight Es gibt noch Hoffnung auf dieser Welt.
    Danke für Good-News Watson!
    20 18 Melden
  • Kookaburra 07.11.2016 16:30
    Highlight Also unerwartet ist das nicht. Das schweizer (Asyl)gesetz lässt sich durch Lobbyaufwand schon seit Jahrzehnten beliebig dehnen...
    30 16 Melden

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