Schweiz
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Asylbewerber und Personal des Grenzwachcorps bei der Grenzkontrolle am Zoll des Bahnhofs Chiasso aufgenommen am Dienstag, 16. Juni 2015. In den vergangenen Tagen sind ueberdurchschnittlich viele Asylsuchende in die Schweiz gelangt. Im Empfangs- und Verfahrenszentrum Chiasso kam es deswegen zu Engpaessen. Die Behoerden stellten kurzfristig in Zivilschutzanlagen zusaetzliche Unterbringungsplaetze bereit. (KEYSTONE/TI-PRESS/Benedetto Galli)

Grenzkontrolle am Bahnhof Chiasso. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Asylnotstand in der Schweiz? Bullshit! Von den Rekordzahlen des Kosovo-Kriegs sind wir weit entfernt

22.06.15, 15:10 23.06.15, 19:26


An der Schweizer Südgrenze herrscht der Ausnahmezustand. Diesen Eindruck vermitteln Medienberichte der letzten Tage. Der Tessiner Regierungspräsident Norman Gobbi (Lega) liess sich in der «NZZ am Sonntag» mit deutlichen Worten zitieren: «Wenn der Andrang der Asylsuchenden aus Italien anhält, müssen wir die Grenze vorübergehend schliessen. Nur so können wir Druck auf andere Staaten machen, die ihren Pflichten nicht nachkommen.»

Die Zahl der Asylsuchenden, die aus Italien ins Tessin reisten, sei doppelt so hoch wie vor einem Jahr, sagte Gobbi weiter. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) räumte bereits am letzten Dienstag in einer Mitteilung ein, dass «ausserordentlich viele Personen» im Empfangszentrum Chiasso ein Asylgesuch stellten. Es kündigte die Öffnung von drei Tessiner Zivilschutzanlagen an, ausserdem verlegte das Grenzwachtkorps zusätzliches Personal an die Südgrenze.

Vor 25 Jahren kamen deutlich mehr

Die Flüchtlingskrise im Mittelmeer scheint endgültig an den Gestaden der Schweiz angekommen zu sein. Müssen wir in diesem Jahr mit einer Rekordzahl an Asylgesuchen rechnen? Das SEM ging zu Jahresbeginn von 29'000 Asylgesuchen für 2015 aus, mit einer Bandbreite von plus/minus 2500 Gesuchen. Ein weiterer Anstieg könne jedoch aufgrund der vielen Anlandungen in Süditalien «nicht ausgeschlossen werden», heisst es in der Mitteilung. 

Entwicklung der Asylgesuche seit 1990. Bild:

Für Alarmismus aber besteht kein Grund. Das zeigt die Asylstatistik der letzten 25 Jahre. Bereits zu Beginn der 1990er Jahre wurde ein starker Anstieg der Gesuche verzeichnet, mit 41'663 im Jahr 1991 als Spitzenwert. Mehrere Faktoren führten damals zu dieser Entwicklung. Die Bürgerkriege in Libanon, Sri Lanka und der Türkei eskalierten. 1991 etwa flüchteten 7500 Tamilen in die Schweiz, mehr als je zuvor und danach. Das Ende des Kommunismus im ehemaligen Ostblock trieb zudem viele Menschen aus dieser Region auf der Suche nach einem besseren Leben in den Westen.

Hauptgrund für den rasanten Anstieg der Asylbewerberzahlen aber waren der Zerfall Jugoslawiens und die Kriege auf dem Balkan, die als Folge davon ausbrachen. 1991 wurden mehr als 13'000 Asylbewerber aus dem heutigen Serbien registriert, sie machten knapp ein Drittel aller Gesuche aus. Die grosse Zahl jugoslawischer «Gastarbeiter» machte die Schweiz zu einem beliebten Ziel von Balkanflüchtlingen. Politiker riefen den «Asylnotstand» aus, in der Öffentlichkeit sorgte die starke Zunahme für heftige und gehässige Debatten.

Schweiz profitiert von Dublin

Am Ende des Jahrzehnts eskalierte die Lage im Kosovo. 1999, im Jahr des Kosovo-Kriegs der NATO gegen Serbien (damals Jugoslawien), wurden in der Schweiz 47'513 Asylgesuche eingereicht. Fast zwei Drittel entfielen auf Serbien, zu dem Kosovo damals noch gezählt wurde. In den folgenden Jahren sank die Zahl der Gesuche stark. Nun sind so viele Menschen wie nie seit dem Zweiten Weltkrieg auf der Flucht. Diese Entwicklung bekommt die Schweiz zu spüren.

Von den Rekordzahlen zu Zeiten des Kosovo-Kriegs aber sind wir weit entfernt, und das verdankt die Schweiz auch dem oft gescholtenen Dublin-System. Es mag ungenügend funktionieren, ermöglicht aber dennoch die Rückführung zahlreicher Flüchtlinge nach Italien. So konnte die Schweiz 2014 dank Dublin dreimal mehr Asylverfahren abgeben, als sie übernehmen musste, sagte FDP-Präsident Philipp Müller im Interview mit der «NZZ am Sonntag». Sein Fazit: «Die Schweiz profitiert massiv.» Auch deshalb kann von Asylnotstand keine Rede sein.

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75
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    Alle Leser-Kommentare
  • Comota 18.03.2017 10:08
    Highlight EUSTAT DATENBANK seit 1985:
    CH nimmt pro Einwohner 170% von D auf.
    375% von EU
    400% von I
    200% von Griech
    Nur Schweden hat 17% mehr als CH.
    Im Durchschnitt kostet ein Syrischer Flüchtling mit Durchschnittsalter der 2015 Flüchlinge mit Durchschnittsausbildung (knapp Grundschulniveau) in D über sein ganzes Leben Vollkosten (inkl. Pension etc) von €0.5 Mio.
    Quelle: IFO Institut.
    In Österreich: € 0.277Mio Quelle: Fiskalrat.
    US Regierung Obama und UNO kommen auf ähnliche Zahlen.
    CH hat seit 1985 355000 Flüchlinge aufgenommen oder 49 pro 1000 Einw. Kostenniveau CH : D ca 2:1.
    Man rechne 355000 mal
    0 0 Melden
  • Schneider Alex 26.06.2015 06:55
    Highlight Alles ist gut und normal, Herr Blunschi, oder vielleicht doch nicht?
    2 2 Melden
  • meraxes 23.06.2015 14:48
    Highlight für jene, die meinen, es seien ja eh keine echten Flüchtlinge, es kämen ja nur Männer... http://m.hrw.org/node/135759
    5 6 Melden
  • Springbank 23.06.2015 13:50
    Highlight Dieses Fazit "Bullshit" ist wohl ein wenig verfrüht. Die Zahlen stammen aus dem Jahr 2014 und die Hochrechnung ist eine Schätzung, bei welcher wohl die Schliessung der Grenze Frankreichs zum Mittelmeer noch nicht vorhergesehen wurde. Zudem hat alleine der Kanton Tessin (laut Medien) knapp 600 Asylgesuche pro Woche, was knapp mehr als 30'000 im Jahr machen würde (wenn die Zahlen nicht abreissen oder zunehmen). Bekanntlich besitzt nicht nur der Kanton Tessin eine "Aussengrenze" in der Schweiz. Und wo der Profit sein soll, bleibt ein Rätsel. Aber Medien können printen was sie wollen.
    21 5 Melden
  • zombie1969 23.06.2015 09:01
    Highlight Das mit dem "Hilfe suchen" der Flüchtlinge ist eben so eine Sache. In der Regel ist es eben am Ende doch ein "Wohlstand suchen". In diesen Booten sitzen in der Regel ausschliesslich junge und kräftige Männer. Wie echte Kriegsflüchtlinge aussehen weiss man, wenn man die Bilder der Flüchtlings-Camps an den Grenzen zu Syrien gesehen hat.
    26 19 Melden
    • Daniel Caduff 23.06.2015 13:19
      Highlight Ist das ein Copy-Paste-Text aus der SVP-Schreibstubenvorlage, oder posten Sie Ihre wortgleichen Beiträge gerne einfach bei jeder unpassenden Gelegenheit? (Tages Anzeiger "Asylanwälte fühlen sich falsch beurteilt", 23.06.2015)
      19 12 Melden
    • stef2014 23.06.2015 13:28
      Highlight Arbeiten Sie im Flüchtlingsbereich? Waren Sie schon einmal in einem Camp? Kennen Sie die Geschichten dieser Menschen? Kennen Sie die Zustände in den Herkunftsländern von denen es kaum Bilder zu sehen gibt? Oder worauf fusst Ihre pauschale Aussage? Nicht, dass es nicht auch Wohlstandssuchende gibt, aber dieses Klischee, dass nur halbverhungerte Menschen in Kleiderfetzen "echte" Flüchtlinge sein sollen, ist einfach nur haarsträubend, sorry.
      13 9 Melden
    • meraxes 23.06.2015 14:49
      Highlight http://m.hrw.org/node/135759
      1 3 Melden
  • Thomas Binder 23.06.2015 08:00
    Highlight Im Aberglauben oder mit der Ausrede, wir wünschten dies - "Only bad news are good news" - bombardieren uns "die Medien" 24/7 mit unsere kollektive (Angst)depression steigernden Meldungen. Dabei sieht jeder, dass wir Antidepressiva, in Jööööö-Postings verpackte bei uns positive Gefühle auslösende Informationen, viel lieber wahr- und aufnehmen, ja geradezu nach diesen lechzen...
    Das Medium, welches dies alles als erstes realisiert, gleichzeitig den Mythen konsequent die Fakten gegenüberstellen und uns alle Narrative erzählt, in angebracht optimistischen Stories, wird wieder erfolgreich sein...
    12 5 Melden
  • Kronrod 23.06.2015 07:35
    Highlight Was ist denn das für eine Logik? Sinngemäss sagt Blunschi: "In den 90ern gab es schon mal einen Notstand, also kann das hier keiner sein."
    22 14 Melden
  • Sandokan 23.06.2015 00:09
    Highlight Die UBS will an die Milliardäre Afrikas ran

    Donnerstag, 04. Juni 2015 17:15
    Der afrikanische Kontinent wird dank einer wachsenden Mittelschicht zunehmend interessant für Privatbanken. Die UBS will sich nun früh ein Stück des Kuchens sichern usw...
    Das ist ein Artikel einer renommierten Wirtschaftszeitung. An alle egozentrischen selbstgefälligen Wohlstandsverwahrlosten, wettert ihr auch über die Milliarden die von den CH -Banken von der dritten Welt abgesaugt werden und dann an die Gemeinden und Kantonen Kredit gewähren wo wiederum Luxusinfrastruktur gebaut wird? "Hochmut kommt vor dem Fall"
    13 12 Melden
  • Thomas Binder 22.06.2015 22:04
    Highlight Wir lassen uns von jeder bösartigen Lüge verängstigen und uns, panisch geworden, von jedem eigeninteressierten Lügner missbrauchen. Beispielsweise verzichten wir wegen einer, pardon, Handvoll Terroropfer in Europa auf unsere Freiheitsrechte und lassen uns freiwillig totalitär überwachen, während wir gleichzeitig uns selber und andere gedankenlos zu hunderttausenden mit Nikotin, Alkohol und Schusswaffen umbringen. Wer Waffen exportiert, muss Kriegsflüchtlinge aufnehmen.

    Der sich in einer Demokratie frei Wähnende ist viel leichter manipulierbar als der sich in einer Diktatur gefangen Wissende.
    40 14 Melden
    • poga 23.06.2015 05:54
      Highlight Sprich für den Fall das die Schweiz kein Kriegsmaterial mehr exportiert müssen wir auch keine Flüchtlinge mehr aufnehmen. Ich finde dieses Argument zieht nicht wirklich. Des weiteren bin ich der Meinung solange der Staat immer mehr in die Verantwortung genommen wird für unser Wohlbefinden zu schauen(AHV IV Sozialhilfe Steuerentlastungen usw). Solange solkte er auch die Mittel bekommen um für unsere Sicherheit zu sorgen.
      12 8 Melden
  • Dan Ka 22.06.2015 19:08
    Highlight Der Vergleich mit dem, aus rechter Sicht, worst case Szenario aus den 90ern ist nicht sehr dienlich und reicht sogar Argumente für mehr Aktivismus von Rechts. Somit eher kontraproduktiv. Vielmehr sollte darauf hingewiesen werden, dass quasi alle 1st World Länder (in- und ausserhalb Europas) Italien auf seinem Problem sitzen lassen. Im Grunde müssten die Länder die von den Krisen am meisten profitieren (Waffen, Rohstoffe) entsprechend am meisten Flüchtlinge aufnehmen. Das würde einige Probleme schlagartig lösen.
    42 7 Melden
    • Bowell 22.06.2015 23:21
      Highlight Arabische Ländern müssend endlich auch aktiv werden und mehr Flüchtlinge aufnehmen. Das Problem ist nicht nur Europäisch.
      23 9 Melden
    • sevenmills 23.06.2015 09:43
      Highlight @bowell: Der Libanon hat bisher 1.2 Millionen, die Türkei 1.1 Millionen, Jordanien 620'000, der Irak selbst sogar 230'000, Ägypten 140'000 und sogar die Länder der arabischen Halbinsel Hunderttausenden Menschen aus dem Syrien-Irak-IS-Konflikt Zuflucht ermöglicht. Das sind 97% aller syrischen Flüchtlinge (sueddeutsche.de).
      Die Schweiz erwartet 29'000 im 2015 und spricht schon von der Möglichkeit, die Grenzen zu schliessen. Das sind 40mal weniger als der Libanon auf einer Fläche viermal kleiner als die Schweiz mit einer ein bisschen mehr als halb so grosser Bevölkerung bisher aufgenommen hat.
      14 6 Melden
    • Dewar 23.06.2015 09:48
      Highlight @Bowell: Wieviele soll denn beispielsweise Jordanien Ihrer Meinung noch aufnehmen, zusätzlich zu den knapp 700 000 die es schon beherbergt? Übrigens bei einer Bevölkerungszahl von knapp 6.5 Millionen. Und wir klagen über die 30'000 die (vielleicht) dieses Jahr kommen.
      11 8 Melden
    • Springbank 23.06.2015 14:01
      Highlight @Alias und Jonas Müller: Wieso so ungleich vergleichen? Vergleicht die Schweiz mit Ländern wie Norwegen, Schweden, Island, Finnland, Liechtenstein, Deutschland, Belgien (auf Einwohnerprozente berechnet) usw., nicht mit Ländern welche unmittelbar in dieser Region sind und die Flüchtlingslager vermehrt als Durchgangsstätte dienen.
      Was allerdings richtig ist: Es kann nicht nur ein Problem von Italien und Frankreich sein. Die europäische Union lässt ihre Länder im Stich (geschweige denn von den Schengen-Ländern). Die EU interessiert derzeit nur Griechenland.
      8 2 Melden
  • Nummer 83 22.06.2015 18:43
    Highlight Gerade eben wurde in den 18 Uhr Nachrichten berichtet, dass bis 2045 jeder 2. Schweizer im Rentenalter sein wird. Vielleicht sind wir dann froh darüber, dass wir viele Flüchtlinge aufgenommen haben, die noch jung und erwerbstätig sind. Solange es uns gut geht und andere Menschen in ihren Ländern keine Zukunft sehen, werden sie versuchen, bei uns eine Zukunft zu finden. Wir sollten umdenken, die Gesellschaft wird sich ändern in jeder Beziehung. Verdichtet bauen, Zuwanderer integrieren und ausbilden. Wir werden froh um diese Arbeitskräfte sein in Zukunft.
    48 59 Melden
    • 7immi 22.06.2015 19:01
      Highlight diese jungen arbeitskräfte könnten ihre heimatländer aber auch brauchen!
      49 9 Melden
    • sevenmills 22.06.2015 19:47
      Highlight Danke, es tut gut, so einen Beitrag mal in Online-Kommentaren zu lesen.
      22 27 Melden
    • sevenmills 22.06.2015 19:51
      Highlight @7immi: Einfach gesagt so aus der Ferne. Aber was tun, wenn Sie in einem Land leben mit diktatorischem Regime, hoher Arbeitslosigkeit, keine Aussicht auf Besserung, Bürgerkrieg, täglicher Angst vor Terror und Folter und Leben in Armut ohne Chance, ihr zu entkommen. Und solange im Süden solche unmenschlichen Bedingungen herrschen, werden die Menschen nach Europa kommen, ob es nun in der Schweiz illegal ist oder nicht, ob es lebensgefährlich ist oder nicht oder ob um Europa eine Mauer steht oder halt nicht. Denn aus der Sicht dieser Menschen ist alles besser als der lauernde Tod in ihrer Heimat.
      35 21 Melden
  • zombie woof 22.06.2015 17:56
    Highlight Wenn die Armut zur Tür hereinkommt, verschwindet die Liebe durch das Fenster. Vor was habt ihr eigentlich Angst? Dass euch irgendwer den Reichtum wegnimmt den ihr gar nicht besitzt? Ich behaupte, dass kein einziger der Kommentarschreiber, die sich so bedroht fühlen, auch tatsächlich irgendeinen Nachteil der für sie entstanden ist, vorlegen und beweisen kann. Das ist Bullshit! Und es soll jetzt keiner mit Dichtestress und so Scheiss kommen! Lasst mal die Rechten an die Macht kommen, dann habt ihr einen Grund zu jammern.
    67 40 Melden
    • sevenmills 22.06.2015 19:54
      Highlight Auch Ihnen danke für diesen Beitrag. Ich wage sogar zu behaupten, dass die meisten rechten Kommentarschreiben noch nie einen Asylsuchenden getroffen haben geschweige denn mit einem solchen Menschen gesprochen.
      37 30 Melden
    • Jol Bear 22.06.2015 22:19
      Highlight Selbstverständlich ist jeder und jede Asylsuchende oder meinetwegen auch Wirtschaftsflüchtling ein Mensch, der aus einer miserablen Situation in eine bessere flüchtet und, wir würden an deren Stelle kaum anders handeln. Trotzdem ist es berechtigt, Zweifel anzumelden. Ob wir nun 200'000 oder 2Mio. Leute aufnehmen, das Problem kann nicht in Europa, nicht in der Schweiz und auch nicht auf diese Weise gelöst werden. Es gilt, die Anstrengungen auf die Ursprungsländer zu konzentrieren. Eigentlich sollte man meinen, dass derart große Organisationen wie EU oder UNO, Riesenstaaten wie China, USA, Russland, die in der Welt Machtfäden in der Hand halten, zumindest für einzelnen Krisenregionen sich auf ein gemeinsames Vorgehen verständigen könnten. Der Erfolg der vergleichsweise "armen" ISIS und Boko Haram beweist, dass das illusionär ist.
      19 2 Melden
    • sevenmills 22.06.2015 22:40
      Highlight @baer: Ich bin ja mit Ihnen einverstanden, dass das Beste für alle betroffenen Menschen wäre, wenn man in den betroffenen Ländern hilft, die Ursachen für die Flucht aus dem Weg zu schaffen. Dafür könnten wir mal aufhören, Kriegsmaterial zu exportieren, Konti zu schützen, Multis mit zwielichtigen Investitionen Steuervergünstigungen zu geben. Gegen aktive Friedensförderung sind wir Schweizer ja übrigens auch, im Namen der Neutralität, ganz zu schweigen von militärischer Unterstützung z.B. gegen den IS. Wir wollen von jedem Kuchen nur die Rosinen. Dass den meisten Menschen der Welt nur der verbannte Biscuitboden bleibt, ist ubs egal. Und genau das nenne ich unmoralische Ignoranz.
      17 4 Melden
    • AdiB 28.06.2015 19:31
      Highlight ja das mit den kontis ist eine üble sache. in afrika haben viele länder schon nach rezepten für medizin und baupläne technologie gesuche erteilt damit sie es selber produzieren und für einen anständigen preis ihren leuten verkaufen können. es wurde immer abgweiessen, man müsse die firmen schützen. obwohl afrika ja bereit wäre ein exportverbot zu unterschreiben.
      2 0 Melden
  • boxart 22.06.2015 17:28
    Highlight Das BFS korrigiert das Bevölkerungswachstum in der CH nach oben. Rund zwei Millionen mehr Personen als heute.
    Solche Berichte gehen mir auf den Sack. Auch von diesen Gutmenschen, die meinen das Richtige zu tun, wenn man einfach die Flüchtlingskontingente hinaufschraubt.
    Ich habe noch nie gelesen, dass solche Befürworter Flüchtlinge bei sich Privat aufnehmen und für den Unterhalt aufkommen. Immer nur fordern.



    57 69 Melden
    • sevenmills 22.06.2015 20:00
      Highlight @boxart: Doch, ich wäre bereit, einem Flüchtling Zimmer oder ein Studio zur Verfügung zu stellen, und nicht nur ich. Das Problem ist, dass die Kantone das 1. gar nicht fordern oder unterstützen (unverständlich), 2. reichen zwei Zimmer nicht, da die gestellten Anforderungen von den Behörden sind weit höher sind (Bad, Küche usw.) und 3. frage ich Sie: Was wollen Sie tun? Grenzen schliessen? Aus den Augen aus dem Sinn? Die Menschen vor den Grenzen verenden lassen? Weiterhin hier im Luxus baden und ignorieren, was in der Welt tagtäglich passiert? Diese Ignoranz geht nämlich mir auf den Sack.
      36 18 Melden
    • Hans Jürg 22.06.2015 20:30
      Highlight Ich hätte genug Platz und könnte es mir leisten. Aber die Fremdenpolizei ist dagegen.
      18 9 Melden
    • Hanjo 22.06.2015 20:57
      Highlight Möchte auf jeden Fall lieber einen Flüchtling in meiner Wohnung aufnehmen als ein Wesen, welches "Gutmensch" als Schimpfwort verwendet.
      39 15 Melden
  • Dewar 22.06.2015 17:26
    Highlight "Das sind zwar tragische Schicksale, aber wir können nicht die ganze Welt aufnehmen" heisst es immer, wenn alle paar Jahre wieder überdurchschnittlich viele Flüchtlinge an die Grenzen klopfen. Ich glaube aber, viele haben Mühe, die Grössen richtig zu skalieren. Eine kleine Rechnung zum drüber Nachdenken: Letzte Woche wurde das RTVG mit einem historisch knappen Ergebnis angenommen. In diesem Zusammenhang werden die 6000 Stimmen als vernichtend gering angesehen. 24'000 Flüchtlinge sind dann aber plötzlich die halbe Welt und eine riiiiiiesen Bedrohung für unseren Wohlstand und die Kultur.
    43 29 Melden
  • Angelo C. 22.06.2015 17:12
    Highlight Peter und Petar : Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, wo euer Interesse liegt, diese massiven Zuströme von Menschen aus allen Herren Ländern gesundbetend herunterzuspielen! Was soll das - wünscht ihr euch noch mehr davon? Mittlerweile rechnet man beim Bund per 2015 an die 35-40'000 Wirtschaftsflüchtlinge, darunter auch ein geringerer Anteil an syrischen (echten) Kriegsvertriebenen. Von den Letzteren werden wir ja auch zurecht nicht wenige aufnehmen. Aber : somit sind wir faktisch also hautnah bei der damaligen Kosovaren-Zuwanderung, welche sich für unser Land derart positiv manifestiert hat 😉! Ob auch die Afrikaner genauso nicht zurückgehen werden, wie die Albaner, das wird sich erst dann weisen, wann es möglicherweise zu spät ist und die Leute aus Platz- und Akzeptanzgründen in Lagern untergebracht werden müssen, während man die Mehrwertsteuer einige Punkte erhöhen muss, um die oft lebenslänglichen Sozialkosten überhaupt noch aufbringen zu können. Kommen die 100'000 "regulären Zuwanderer" hinzu (die MEI lässt grüssen) , die schon Mühe haben, eine zahlbare Wohnung zu finden. Soll man nun all diese Leute eines nicht allzufernen Tages auf dem Matterhorn ansiedeln? Eure Beruhigungspillen fürs geistige Fussvolk, die sich durch solche Artikel von den zunehmend dramatischer ausfallenden Fakten ablenken lassen, sind eigentlich nicht wirklich dienlich, sorry....
    75 49 Melden
    • Petar Marjanovic (1) 22.06.2015 17:49
      Highlight Liebster Angelo, ich kann mich nicht erinnern, wo ich «diese Zuströme» «herunterspiele». Ich rede Klartext: Mich kackt es herrgottnochmal an, wenn in der Diskussion stammtischmässig Fakten und Zahlen verdreht und erfunden werden, um möglichst eine gute Basis für seine eigene Argumentation haben. Diese Taktik fährst du (35 bis 40'000 stimmt einfach nicht), fahren andere. Das Ziel: Das Asylthema zum grössten Problem der Schweiz hochzureden.
      54 48 Melden
    • Petar Marjanovic (1) 22.06.2015 17:53
      Highlight Reden wir Klartext: Wir haben weltweit die grösste humanitäre Krise. Heute sind mehr Menschen auf der Flucht als während dem zweiten Weltkrieg. Diese Krise sind teilweise wir Westeuropäer mitverantwortlich. Die Krise, die Flüchtlingsbewegungen stellen Westeuropa vor einer grossen Herausforderung – die wir momentan mehrheitlich ignorieren. Das Resultat sind die abertausende Leichen im Mittelmeer.
      49 32 Melden
    • Petar Marjanovic (1) 22.06.2015 17:57
      Highlight Das ist für mich um Meilen das grössere Problem. Die Herausforderung ist riesig, ich weiss. Aber ich packe die lieber an, anstatt ein Schlechtmensch wie DU zu sein und ständig nur vom Problem zu reden und ständig zu wiederholen, wie schlimm schlimm schlimm das Ganze ist.
      35 30 Melden
    • Angelo C. 22.06.2015 18:20
      Highlight Petar Marjanović : Doch, doch - dieses unterschwellige linke Herunterspielen ist auch ohne Brille immer wieder klar erkennbar und sicher auch zwangsläufig politisch systemimmanent. Nur, ob man dadurch den immer mehr zunehmenden Unwillen beim breiten Volk (und nicht nur dem SVP-gesteuerten, notabene!) über die stets weitere grosszügigste Aufnahme illegaler Wirtschaftsflüchtlinge manipulatorisch noch verändern kann, ist kaum anzunehmen. Irreale Wunschträume! Und wenn ich massiv(st) übertriebene Zahlen ("abertausende von ertrunkenen Leichen im Mittelmeer") lese, dann weiss ich, wie ich solche Aussagen zuordnen soll. Die italienische Marine und mittlerweile auch die Deutschen holen die Bootpeople längst an allgemein bekannten Stellen im Mittelmeer ab und karren TAUSENDE PRO WOCHE im lebensrettenden Fährdienst ins rettende Paradies. Wo niemand weiss, was man nun mit ihnen anfangen soll, weil sich die EU auch weiterhin kaum einig werden wird. Das zu den allgemein bekannten Fakten. Und : "hochspielen" muss man mittlerweile hier den Dauerbrenner Asylthema längst nicht mehr, die Tatsachen sprechen ihre ganz eigene Sprache und sind brisant genug. Nur wollen sie Viele noch immer nicht wahrhaben. Cui bono?!
      36 32 Melden
    • Angelo C. 22.06.2015 18:41
      Highlight

      Marjanović die Dritte : Danke artig für das Prädikat "Schlechtmensch" - kennen wir uns tatsächlich so gut 😕?!

      Es sind die Gesetze der angewandten Mathematik (eigentlich nur die Grundrechnungsarten) die ich dir warm ans Herz legen möchte, manchmal hilft es, wenn man zahlenmässig (humanitär und finanziell) hochrechnen müsste....

      Aber es soll doch tatsächlich gebildete Leute wie dich geben, welche solche Erkenntnisse geflissentlich verdrängen, damit sie sich in die allmählich abnehmende Phalanx der Gutmenschen einreihen können 😉!


      http://de.wikimannia.org/Gutmensch

      24 23 Melden
    • Jozo 22.06.2015 21:31
      Highlight "Und wenn ich massiv(st) übertriebene Zahlen ("abertausende von ertrunkenen Leichen im Mittelmeer") lese, dann weiss ich, wie ich solche Aussagen zuordnen soll. Die italienische Marine und mittlerweile auch die Deutschen holen die Bootpeople längst an allgemein bekannten Stellen im Mittelmeer ab und karren TAUSENDE PRO WOCHE im lebensrettenden Fährdienst ins rettende Paradies. "

      Die Rede ist von Leichen = Vergangenheit.
      Und übertrieben hat er dabei nicht.
      Es klingt so als fänden Sie es schlecht das die Menschen gerettet werden. Wir haben einfach das Glück das wir im Paradies geboren sind.
      18 12 Melden
  • Ben 22.06.2015 16:11
    Highlight O wieder Blunschi! Man kann doch nicht so vergleichen. Kosovaren gingen viele zurück. Werden dies Eriträer auch tun? Bullshit!
    44 68 Melden
    • saukaibli 22.06.2015 16:21
      Highlight O wieder Ben, irgendwelche pauschale völlig aus der Luft gegriffene Aussagen ohne irgendwelche Zahlen zu nennen. Bullshit!
      51 33 Melden
    • Peter 22.06.2015 16:22
      Highlight Warum sollen sie nicht? Wenn sich die Lage dort bessert, werden viele zurückgehen. Was man von den Kosovaren nicht unbedingt behaupten kann.
      50 25 Melden
    • Nosgar 22.06.2015 16:51
      Highlight Ich sehe das ziemlich anders. Die Kosovaren sind heute hauptsächlich noch hier, was auch zur Ausländerproblematik beiträgt. Ich denke, dass die Eritreer eher zurückgehen würden.
      28 10 Melden
    • Chlinae_Tigaer 22.06.2015 17:33
      Highlight Bullshit, die meisten aus dem Ex- Jugoslawien sind immer noch hier. Auf welchem Hill leben Sie denn?

      Und genau so werden auch die meisten "Flüchtlinge" hier bleiben die seit geraumer Zeit kommen und noch kommen werden.

      Und genau DAS ist das Problem.
      40 10 Melden
  • Amboss 22.06.2015 16:11
    Highlight Ich glaube auch, von einem Notstand kann man aktuell nicht sprechen.

    Es gibt einen bedeutenden Unterschied zwischen 98/99 und jetzt.
    Der Kosovo hat eine Bevölkerungszahl von aktuell ca. 1.8 Millionen Leuten.
    Viele hatten auch Verwandte hier und man wusste genau, wenn der Krieg vorbei ist und es eine Perspektive gibt daheim, dann wollen sie wieder retour.

    In der aktuellen Situation hat man sehr überspitzt gesagt das Gefühl, halb Afrika dränge nach Europa.
    Man hat das Gefühl, das wird niemals vorbei sein. Diese Ohnmacht ist es, was Angst macht.
    34 26 Melden
    • INVKR 22.06.2015 16:54
      Highlight Richtig, manch einer hat in dieser aufgeblasenen Debatte nicht viel mehr als ein bischen ein GEFÜHL. Und trotzdem argumentiert er so, als würde er FAKTEN kennen. Schlimmstenfalls führt dann ein bischen Unsicherheit und diffuse Angst zu menschlichem Leid, das dazu in keinem Verhältnis steht. Das finde ich daneben.
      16 15 Melden
    • Amboss 22.06.2015 17:28
      Highlight @INVKR: Es ist eben ein bisschen mehr als "ein bisschen ein Gefühl". Es ist relativ einfach. Man kann den Medien fast jeden Tag Zahlen entnehmen und zählt diese zusammen...
      Und dann noch ein bisschen Hochrechnen...

      Wie lange kann/soll das weitergehen?
      Was würden sie den vorschlagen, was zu tun ist?
      Von mir aus kann man noch so gerne viele Flüchtlinge aufnehmen. Aber bringt es etwas? Wird Leid verhindert?
      Angenommen, wir nehmen sofort, unbürokratisch 100'000 Flüchtlinge auf. Sind dann nicht schon wieder 100'000 da, welche auch ein schlimmes Leid erfahren haben??
      Und dann wieder?
      Und wieder?
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  • Lumpirr01 22.06.2015 15:41
    Highlight @Peter Blunschi: Ich frage mich, ob die heutige Situation einfach so mit derjenigen vor 16 Jahren verglichen werden darf. Damals kamen Europäische Kriegsflüchtlinge mit europäischen Mentalität und Dokumenten! Die ständige Wohnbevölkerung war damals bedeutend kleiner als heute. In den Asylheimen hatte es damals im Gegensatz zu heute noch freie Kapazitäten. Die Abklärungen eines gerechtfertigten Asylgrundes war viel weniger aufwändig als heute bei diesen vielen afrikanischen Wirtschaftsflüchtlingen. Gemäss meiner Meinung verharmlost Dein obiger Artikel eindeutig diese unangenehme Situation!!
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    • Petar Marjanovic (1) 22.06.2015 15:49
      Highlight Was ist den die «europäische Mentalität»? Jugoslawien war bis zum Krieg kommunistisch regiert und geführt.
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    • Peter 22.06.2015 15:53
      Highlight Hatte es damals freie Kapazitäten? Wenn ich an die Debatten zurückdenke, bin ich mir nicht so sicher. Und heute hat es keine mehr? Sicher sind die afrikanischen Flüchtlinge eine zusätzliche Herausforderung. Aber rein quantitativ stehen wir heute besser da. Und die Grösse der Wohnbevölkerung ist nur bedingt ein Argument. Ausser man fragt sich, ob wir in der Schweiz schon zu viele sind. Aber da spielt die Arbeitsmarkt-Zuwanderung eine wichtigere Rolle als die Asylgesuche.
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    • poga 22.06.2015 16:10
      Highlight Eine andere für mich spannende Frage wäre noch, wie es damals um die Rechtslage stand. Konnte man damals schon 3 mal rekurieren? Und die Sache mit den Kapazitäten ist wohl eher eine psychologische. Rein von der Infrastruktur ist sicher noch vieles möglich aber ich denke in unseren Köpfen fehlt einfach langsam die Kapazität für weitere solche Flüchtlingswellen.
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    • Peter 22.06.2015 16:28
      Highlight @poga Die Zahl der Rekursmöglichkeiten wurde mit den diversen Verschärfungen des Asylgesetzes eingeschränkt. Deshalb landen relativ viele Schweizer Asylverfahren vor dem Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg. Deutschland hat mehr Rekursmöglichkeiten und nur wenige Fälle in Strassburg.

      Die psychologische Seite des Problems anerkenne ich durchaus. Aber das war schon bei den früheren Flüchtlingswellen der Fall. Ich kann mich gut an die hitzigen Debatten zu Beginn der 90er Jahre erinnern.
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    • poga 22.06.2015 16:35
      Highlight @Peter konnte man damals schon nach Strassburg und haben das auch viele gemacht? Ich frage weil ich im 99 noch nicht alt genug war um das zu realisieren. Ich denke man macht es sich auch zu einfach wenn man sagt es ist die gleiche Situation wie damals und die Zweifel sind die gleichen. Mit dieser Einstellung verkennt man schlicht dass in diesem Bereich etwas gemacht werden muss. Ich denke auch dass die Schweizer Bevölkerung da seit ein paar Jahren nach Lösungen schreit. Und weil keine kommen sind die Zweifel umso grösser.
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    • Hans Jürg 22.06.2015 20:36
      Highlight Ih wie herzig. Jetzt sind die Jugoslawien-Flüchtling plötzlich die Guten. Damals tönte das aber noch ganz anders. Fremdenangst ist eben immer die Angst vor dem Neuen. Wenn in 10 Jahren andere Flüchtlingr kommen, sind dann plötzlich die verhassten Eriträer die Guten, gell.
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  • MergimMuzzafer 22.06.2015 15:20
    Highlight Ja nur der Unterschied zu damals ist, dass die Flüchtlinge von heute mehrheitlich (ich sage nicht alle) aus wirtschaftlichen Gründen Asyl suchen! Schaut euch mal die Flüchtlingsschiffe an: praktisch nur männer um die 20! (Wenn man die Statistik anschaut sieht man zudem dass nur ein Bruchteil der Asylgesuche angenommen wird, weil ein Grossteil Wirtschaftsflüchtlinge sind). Klar, richtigen Flüchtlingen müssen wir helfen und zwar richtig (nicht mit solchen Bruchbuden wie in Zürich), die anderen, welche nur Wirtschaftsflüchtlinge sind, aber subito wieder zurückführen !!
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    • saukaibli 22.06.2015 16:29
      Highlight Mal überlegt wieso nur Männer auf den Schiffen sind? Wenn du als afrikanische Familie mehrere Tausend Franken für ein "Ticket" bezahlen musst, wen würdest du schicken? Den, der am stärksten ist und die grösste Chance hat, irgendwo einen Job zu finden oder eine Frau, die nur Hausarbeit kennt, auf der "Reise" vielleicht vergewaltigt wird und gar nicht in Europa ankommt? Mal nachgedacht ob Europa vielleicht mitschuldig an der Lage in Afrika ist? Wir fischen da alles weg, vergiften die Umwelt, machen die Wirtschaft aktiv kaputt indem wir subventionierte Produkte fast gratis liefern usw.
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    • poga 22.06.2015 16:36
      Highlight Und trotzdem kommen vorwiegend Männer ;) also eher keine Desinformation.
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    • Max Heiri 22.06.2015 16:51
      Highlight Liebe Rhabarber,
      Ich finde deine Aussagen zu pauschalisierend und auch falsch. Was für eine Ausbeutung findet in Eritrea und Somalia statt, wofür Europäer dafür können? Zusätzlich gehören Gambia und Nigeria die schnellstwachsenden Wirtschaften der Welt. Es ist tragisch, dass diese Leute darin ihre Perspektive nicht finden.
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    • Dewar 22.06.2015 17:01
      Highlight Ahh ich kann dieses ständige Argument von wegen "die meisten sind nur Wirtschaftsflüchtlinge" einfach nicht mehr hören. Ein Wirtschaftsflüchtling ist beispielsweise einer, der keinerlei Perspektiven hat, und seine langsam verhungernde Familie nicht mehr ernähren kann, weil die politische und wirtschaftliche Situation in seinem Herkunftsland nicht unter Kontrolle ist. Und das soll ein Fluchtgrund zweiter Klasse sein? Ich glaube, um wochenlang durch die Wüste zu laufen und in einem Gummiboot ein Meer zu überqueren muss man schon sehr verzweifelt sein und nicht einfach geldgierig.
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    • kettcar #lina4weindoch 22.06.2015 17:13
      Highlight Ich glaube die Deutschen würden dann eher als Wirtschaftsflüchtlinge gelten, weil sie im Vergleich zu den Afrikanern auch bei sich zuhause überleben und eine Familie ernähren könnten.
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    • Huber50 22.06.2015 17:40
      Highlight @Alias: Leider waren Sie noch nie in Westafrika und haben keine Ahnung über die Verhältnisse vor Ort! Es ist nicht die arme Landbevölkerung, die sich mit Fluchtgedanken befasst. Es sind leider tatsächlich die bestens ausgebildeten jungen Leute aus der Stadt, welche nach Europa kommen. Als Mitarbeiter in der Entwicklungshilfe macht es mich traurig, feststellen zu müssen, dass diejenigen Leute, welche befähigt wären, die Wirtschaft im eigenen Land zu entwickeln, ihrer Heimat den Rücken zu kehren und das angeblich viel grössere Glück in Europa zu suchen!
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Autor Linder: «Mit meinem Buch kann man nirgendwo mitreden oder an Partys auftrumpfen»

Eigentlich hat die Schweiz ihn ja schon seit 34 Jahren, aber bisher hat Lukas Linder ausschliesslich fürs Theater geschrieben. Nun endlich ist sein Erstlingsroman erschienen – ein Anlass für uns, ihm 37 höchst existentielle Fragen zu stellen.

Die NZZ hat ihn einen «aufstrebenden Erzähler» genannt, ich nenne ihn ein Phänomen. Das wage ich zu sagen, weil ich Lukas Linder kenne. Nur, dass ihr gleich Bescheid wisst und hinterher nicht klagt, ich hätte hier schamlos Schleichwerbung für einen guten Freund betrieben. 

Überdies hat Reich-Ranicki einmal gesagt: «Es gibt Menschen, die auf eine hinreissende Weise Blödes von sich geben.» 

Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob er damit Linder gemeint hat. Jedenfalls ist Reich-Ranicki …

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