Schweiz

In Zürich müssen Autos viermal öfter zur Nachkontrolle als in St.Gallen. Bild: KEYSTONE

Willkür bei der Fahrzeugkontrolle: diese Kantone knöpfen sich Autofahrer besonders oft vor

Kantönligeist olé! Je nachdem wo sie wohnen, werden Autolenker unterschiedlich häufig zur Nachkontrolle aufgeboten. Das geht ins Geld. 

18.10.17, 01:18 18.10.17, 06:31

Jeder Autobesitzer kennt das zeit- und geldraubende Prozedere. Regelmässig wird man von den Strassenverkehrsämtern zur obligatorischen Motorfahrzeugsprüfung bestellt. Dort schauen die Experten, ob die Autos und Töffs für die Strasse noch taugen. 

Recherchen des «Kassensturzes» zeigen aber grosse Unterschiede: Die Kantonalen Strassenverkehrsämter bieten Lenker nicht gleich häufig zur Motorfahrzeug-Nachkontrolle beim Amt auf.

Die Kantone Basel-Stadt, Baselland, Luzern und Zürich bieten Lenker demnach rund viermal so oft zu einer Nachprüfung auf dem Amt auf wie Thurgau oder St.Gallen.

Ist man in St.Gallen einfach weniger streng oder sind die Autos besser in Schuss als im Rest der Schweiz? Weder noch, sagt der Leiter des Strassenverkehrsamts SG Georges Burger: «Der Kunde kann wählen, ob er eine Nachkontrolle bei uns auf dem Amt macht oder bei einer Garage im Reparaturbestätigungsverfahren», so Burger zur SRF-Sendung. Der Kantönligeist treibt auch bei den Autos seltsame Blüten. Im Kanton Zürich ist es etwa nicht möglich, die Reparaturbestätigung durch eine Garage ausstellen zu lassen. 

Preisüberwacher protestiert

Diese Nachkontrollen kosten die Autofahrer eine Gebühr von 15 bis 55 Franken. Dies bringt den Ämtern auch ordentlich Einnahmen: Zürich nahm damit im vergangenen Jahr 2,5 Millionen Franken ein. Preisüberwacher Stefan Meierhans kritisiert diese Praxis. «Wenn die Ämter mit Gebühren Gewinn erwirtschaften, ist das gegen die Verfassung», sagt er dem Fernsehsender

Der Kanton Zürich entgegnet, man habe die Gebühr in den letzten Jahren sogar gesenkt und erwirtschafte keinen Gewinn. 

(amü)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Zarzis 18.10.2017 14:13
    Highlight Luzern kann echt Mühsam sein. Hatte da schon Unterschiedliche Erfahrungen. Also kürzlich musste ich vorbei gehen, da ich Felgen Kauft, selbe grösse wie die Originalen. Nur anderer Herrsteller. Zum Eintragen lassen, total 90.-. Aber Typ war gut und ging schnell.
    Aber, ja aber vor einigen Jahren mal meinen Fiat vorbei bringen müssen. Der Kontrolleur hat den Schraubenziehen so lange und mit Wucht unten Rauf geschlagen, bis er mit ziemlicher Mühe doch ein Loch machen konnte. Das der nicht noch den Hammer genommen hat? Beim Loch sah man wie das ganze Blech verbogen war, bis es gebrochen ist. Irre!
    2 0 Melden
  • Tomtom64 18.10.2017 11:12
    Highlight Eine Gebühr von 15-55 Franken für eine Nachkontrolle finde ich im Gegensatz zu unserem Preisüberwacher relativ günstig. Immerhin muss erneut ein Aufgebot verschickt werden und zudem werden erneut Personal und Infrastruktur der MFK beansprucht.
    Die St. Galler-Lösung ist aber wirklich kundenorientiert und sollte überall eingeführt werden.
    1 0 Melden
  • Raphael Stein 18.10.2017 10:51
    Highlight Es gibt weiter sehr grosse Unterschiede von der technischen Seite her gesehen.
    Mich stört das, wenn man mit gewissen Fahrzeugen in einen anderen Kanton fahren muss um dort gewisse Aenderungen eintragen zu lassen. Das ist Willkür.
    2 0 Melden
  • Triumvir 18.10.2017 08:22
    Highlight Besonders der Kanton BL gehört zu den Abzockerkantonen. So kostet dort eine Terminverschiebung der Kontrolle sage und schreibe 30 Fr. (!!!), reine Abzocke in meinen Augen. Als ob der Aufwand für das Verschicken eines neuen Standartbriefes 30 Fr. Wert wäre!
    2 0 Melden
  • Madison Pierce 18.10.2017 07:46
    Highlight Deswegen lasse ich mein Auto von der Werkstatt vorführen, wenn sowieso ein Service fällig war. Kommt ein Mechaniker, sind sie irgendwie kulanter.

    Gehe ich selbst, gehe ich zum TCS statt Strassenverkehrsamt. Die gesetzlichen Vorschriften muss man natürlich auch beim TCS erfüllen, aber ich habe den Eindruck, dass sie bei Grenzfällen nicht so pingelig sind.

    Zum Glück gibt es bei neueren Autos nicht mehr so viele Macken wie früher bzw. die Fehler werden angezeigt, sobald sie auftreten.
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  • Bob_das_Fahrrad 18.10.2017 07:35
    Highlight Föderalismus halt. Es kann je nach Auto (z.B. Oldie oder Wohnmobil) auch einfacher sein, die Zulassung in einem anderen Kanton zu holen und dann das Fahrzeug umzuschreiben.
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  • giguu 18.10.2017 06:34
    Highlight Nicht nur die Kadenz ist ein Problem, sondern auch die unterschiedliche Handhabung. Es ist bekannt, dass man zweifelhafte Fahrzeuge einfach im VS oder FR prüfen kann, wenn man in anderen Kantonen keine Chance hat. Das ASTRA versucht zwar die Zulassungsbedingungen an EU Recht anzugleichen, scheitert jedoch im Detail... Sicherheit ist ja OK, aber häufig leider einfach übertrieben umgesetzt...
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