Schweiz
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ARCHIV --- ZUM STEUERSTREIT DER CREDIT SUISSE MIT DEN US-BEHOERDEN STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Urs Rohner, right, Chairman of the Board of Directors of Swiss Bank Credit Suisse (CS), speaks to Brady W. Dougan, left, CEO of Swiss Bank Credit Suisse (CS) after the general assembly of the Credit Suisse at the Hallenstadion in Zurich, Switzerland, on Friday, April 27 2012. Die Credit Suisse hat den Steuerstreit in den USA beigelegt. Die Grossbank muss sich wie erwartet schuldig bekennen, US-Buergern bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben. Und sie muss tief in die Taschen greifen: Die Busse betraegt rekordhohe 2,6 Mrd. Dollar.(KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Rohner und Dougan nach der Generalversammlung in Zürich. Bild: KEYSTONE

«Ich goutiere diesen Abzug nicht!»

Die abzugsfähige CS-Busse stört auch Bürgerliche 

urs p. gasche, infosperber

Die Credit Suisse darf ihre 2,5-Milliarden-Busse bei den Steuern in Abzug bringen. Das finden nicht nur SP und Grüne stossend.

22.05.14, 10:57 22.05.14, 18:34

Ein Beitrag von infosperber

Die Busse in Höhe von 2,5 Milliarden Franken hat ihren Grund: Die CS hat in den USA Jahrzehnte lang gesetzwidrig gehandelt, Zehntausenden US-Bürgern geholfen, Steuern zu hinterziehen und zu diesem Zweck illegale Schein-Trusts geduldet und Meldepflichten umgangen. 

Die Schweizer Steuerbehörden behandeln diese Busse als normalen Geschäftsaufwand, sodass die Bank ihre Busse bei den Steuern in Abzug bringen kann – zum Schaden von Kanton und Bund.

Eine Blitzumfrage des Infosperber ergab, dass dies nicht nur SP und Grüne stossend finden, sondern auch etliche bürgerliche Politiker. «Ich goutiere diesen Abzug nicht!», empört sich der Thurgauer SVP-Nationalrat Markus Hausammann. Bussen sollen nicht in Abzug gebracht werden können, und zwar «nicht erst in Zukunft». Für das Abschaffen dieser Abzugsfähigkeit plädieren auch FDP-Ständerat Joachim Eder, sein CVP-Ratskollege Isidor Baumann, CVP-Nationalrätin Lucrezia Meier-Schatz und CSP-Nationalrat Karl Vogler.

«Jedermann soll Bussen abziehen können» 

Der St. Galler SVP-Nationalrat Roland Büchel stört sich am Steuerabzug nicht, ist jedoch konsequent: Er würde sich dafür einsetzen, dass auch natürliche Personen ihre Steuerbussen und allenfalls auch Verkehrsbussen bei den Steuern in Abzug bringen können. Mit dieser Forderung scheint Büchel allerdings ziemlich einsam dazustehen. 

Je näher Parlamentarier mit Unternehmen verbandelt sind, desto eher verteidigen sie die einseitige Abzugsfähig von Bussen zugunsten von Unternehmen und Konzernen. 

«Warum sollte es bei den Bussen anders sein?»

Hansruedi Wandfluh, Verwaltungsratspräsident der Wandfluh AG in Frutigen, findet es normal, dass juristische Personen «jeden Aufwand zur Leistungssteigerung» abziehen können: «Warum sollte es bei den Bussen anders sein?». Bei normalen Bürgern würden andere Regeln gelten: «Diese können Lebenshaltungskosten generell nicht abziehen.»

Die Aargauer FDP-Ständerätin Christine Egerszegi-Obrist pflichtet Wandfluh bei. Die Frage, wie sie die unterschiedliche Behandlung von natürlichen und juristischen Personen bei diesem Steuerabzug von Bussen begründet, wollte sie nicht beantworten. 

Dieser Inhalt wurde von infosperber erstellt. 



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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Romeo 22.05.2014 12:55
    Highlight Ich möchte meine Bussen auch von den Steuern abziehen... Was soll das? Gesetzeswidriges Verhalten kostet den Steuerzahler viel Geld. Ich verlange, dass die Verantwortlichen hinter Gitter müssen.
    1 1 Melden
  • Matthias Studer 22.05.2014 12:26
    Highlight Was ist der Sinn und Zweck eine Busse, wenn man sie abziehen kann? Indirekt fördert der Staat kriminelle Handlungen. Und warum soll das bei juristischen Personen dann anders sein als bei natürlichen Personen? Bussen fördern keinen Leistungssteigerung, da immer eine nicht tolerierbare Handlung vorausgeht. Solche Handlungen sind meistens ein Gewinn auf einer Seite, aber auf der anderen ein Verlust. Dieses mal die USA. Das andere mal die Schweiz.
    4 0 Melden
  • thierry 22.05.2014 12:19
    Highlight gewinne personalisieren, verluste und jetzt sogar bussen sozialisieren. skandaloeser banken-alltag.
    4 0 Melden
  • Osci Nei 22.05.2014 12:14
    Highlight Die Steuer soll Abzugsfähig sein, jedoch da wo sie eingeklagt und entrichtet wurde. D.h. in der UBS USA. Was diese Busse auf den Schweizer Steuerrelevanten Abschluss nach OR zu tun hat, entzieht sich meinen Kenntnissen und Verständniss, sollte sie denn auch da abgezogen werden. Habe bisher noch keine Erklärungen dazu gefunden. Es wird bloss irgend etwas fiktives besprochen.
    1 0 Melden
  • Luckydice8822 22.05.2014 11:43
    Highlight Dann darf aber jeder Betrüger von nun an seine Bussen von den Steuern abziehen. Und Parkbussen usw. auch!
    3 0 Melden
  • Wiederkehr 22.05.2014 11:17
    Highlight Das darf nicht sein! Ich kann auch keine Busse von den Steuern abziehen
    4 0 Melden

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