Schweiz

Hans Vontobel bei einem Interview in der Zürcher Kronenhalle im Jahr 2009.
bild: keyston

Bankier Hans Vontobel stirbt im Alter von 99 Jahren

Er war einer der prägenden Figuren des Schweizer Bankenplatzes im 20. Jahrhundert. Am Sonntag ist Hans Vontobel, ehemaliger Leiter und amtierender Ehrenpräsident des gleichnamigen Zürcher Bankhauses, im hohen Alter von 99 Jahren verstorben.

04.01.16, 07:24 04.01.16, 10:57

Geboren 1916 in Zürich, absolvierte Hans Vontobel ein Studium der Rechtswissenschaft und machte anschliessend ein Praktikum bei der Privatbank Pictet & Cie in Genf. Nach seiner Promotion trat er 1943 in die damalige Bank J. Vontobel & Co. ein, die sein Vater Jakob aufgebaut hatte.

Acht Jahre später wurde er zum Juniorpartner ernannt. Daneben war er Verwaltungsrat der Schweizerischen Bankiervereinigung und der «Neuen Zürcher Zeitung» sowie Präsident der Zürcher Börse und der Handelskammer Schweiz-Deutschland.

Hans Vontobel hatte drei Kinder. Sein Sohn Hans-Dieter trat 1972 in die Bank ein, worauf bis zum Tod des Seniors 1976 drei Generationen an der Zürcher Bahnhofstrasse wirkten. 1981 übernahm Hans Vontobel das Präsidium des Verwaltungsrats. Drei Jahre später wurde die Bank in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

Banker mit sozialem Gewissen

Er war nicht nur Bankier, sondern auch Buchautor und Publizist und fiel durch sein soziales Engagement auf. Hans Vontobel gründete die Vontobel-Stiftung zur Unterstützung gemeinnütziger Projekte, die Stiftung für das kreative Alter sowie die Stiftung Lyra zur Förderung junger Musiktalente.

«Hans Vontobel war nicht nur einer der bedeutenden Bankiers unseres Landes. Er war darüber hinaus überzeugter Humanist, der den Menschen ins Zentrum seiner Gedanken setzte. Als unabhängig denkender, weitsichtiger Ratgeber und neugieriger Weltenbürger wird er uns stets Vorbild bleiben», wird der Verwaltungsratspräsident der Vontobel Bank Herbert J. Scheidt in einer Mitteilung am Montag zitiert.

Vierte Generation am Werk

Noch im Dezember meldete sich Hans Vontobel anlässlich des Einzugs der vierten Generation der Eigentümerfamilie in den Verwaltungsrat der Bank zu Wort: «Mit Maja Baumann und Björn Wettergren übernimmt die nächste Generation unserer Familien Verantwortung in dem Unternehmen, das auf einem soliden geschäftlichen und personellen Fundament steht», liess sich Hans Vontobel damals zitieren.

Er sei glücklich über das Engagement der beiden, denn das sei wichtig, wenn Vontobel ein Familienunternehmen bleiben wolle. Mit der Übertragung seiner Anteile an eine Stiftung und an eine Familienholding stellte Hans Vontobel die Unabhängigkeit des Unternehmens frühzeitig sicher. Die Familie hält direkt und über verschiedene Anlagevehikel die Mehrheit an der Bank. (sda)

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Chávez-Clan bunkert Schmiergelder in der Schweiz

Die Entourage des früheren venezolanischen Präsidenten hat laut US-Justiz Millionen bei der Credit Suisse versteckt. Das ist kein Zufall. 

Der Krisestaat Venezuela ist eines der korruptesten Länder der Welt. Seit 2004 sind alleine vom staatlichen Ölkonzern 10 Milliarden Dollar schwarz abgeflossen.  

Wie der Tages-Anzeiger berichtet, ist ein Teil davon in der Schweiz gelandet. Eine Gruppe von Cheffunktionären des sozialistischen Regimes von Hugo Chávez eröffnete demnach 2011 neun Konten bei der Credit Suisse. 

Darauf sollen sie laut einer US-Anklageschrift über 27 Millionen Dollar an Schmiergeldern auf diese …

Artikel lesen