Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Diese Basler Mumie ist ein Vorfahre von Boris Johnson und verwandt mit der Queen

25.01.18, 13:28 25.01.18, 13:49

Die Basler Mumie Bild: KEYSTONE

Die besterhaltene Schweizer Gruft-Mumie, 1787 in Basel bestattet, ist identifiziert: Die 67-jährig verstorbene Pfarrerstochter ist verwandt mit Buchdrucker Froben - ein Nachfahre ist mit dem britischen Aussenminister Boris Johnson ein Verwandter der Queen.

Forscher hatten seit 2015 untersucht, wer die mumifizierte Person im Familiengrab des Spitalmeisters Isaak Bischoff war. Am Donnerstag wurde das Ergebnis samt Überraschungen den Medien vorgestellt: Es handelt sich um Bischoffs Grosstochter Anna Catharina Bischoff, die 1719 in Strassburg zur Welt kam, wo ihr Vater Pfarrer war.

Boris Johnson Bild: EPA/EPA

Die Ahnenforscher fanden unter anderem dank DNA-Analysen heraus, dass Anna Catherina Bischoff über acht Generationen Nachfahrin des anfangs des 16. Jahrhunderts tätigen Buchdruckers Froben war. Sie heiratete 1738 in Basel, lebte aber mit ihrem Mann - ebenfalls Pfarrer - ins Strassburg, bis sie 1782 nach Basel zog.

Von Gift konserviert

Von ihren sieben Kinder überlebten nur zwei die Kindheit. Eine Tochter heiratete Christian Hubert Baron Pfeffel von Kriegelstein, auf den Boris Johnsons Stammbaum zurück führt. Der aktuelle britische Aussenminister - seinerseits weitläufig mit der Queen und Prinz Charles verwandt - ist also Urenkel sechster Stufe der Basler Mumie.

Dass die sterblichen Überreste von Anna Catherina Bischoff vergleichsweise gut erhalten sind, verdankt sie ausgerechnet ihrer Todesursache: Sie starb an Quecksilbervergiftung. Dieses Gift konservierte den Körper und mumifizierte ihn über die gut zwei Jahrhunderte in ihrer Gruft mitten in Basel komplett.

Eigentlich wurden ihr Quecksilberdämpfe als medizinische Behandlung gegen eine schwere Syphilis appliziert - damals gängige Praxis. Mit der Geschlechtskrankheit, derer man erst im 20. Jahrhundert mit Antibiotika Herr wurde, hatte sie sich gemäss den Forschern wohl bei der Pflege von Kranken angesteckt, die sie als Pfarrersfrau besorgte.

Ötzi-Wissen half

Zu den Anekdoten auf dem Weg zu diesen Erkenntnissen zählt, dass die Mumie erstmals 1843 ausgegraben wurde, als die Barfüsserkirche zu einem Verkaufslokal umgebaut wurde. Seit 1896 ist in dieser Kirche im Herzen der Basler Altstadt, vor deren Toren Herbstmesse, Flohmarkt und Demos stattfinden, das Historische Museum Basel untergebracht.

Bild: KEYSTONE

1975 wurde die Mumie zum zweiten Mal ausgegraben, und 2015 begann das Forschungsprojekt zu ihrer Herkunft. Daran beteiligt war Albert Zink aus Bozen, der die Gletschermumie Ötzi erforscht hatte. Die mitunter kriminalistische Spurensuche war aufwändig; erst konkrete Hinweise machten Erbgut-Vergleiche mit lebenden Nachfahren möglich.

Historische Aktenfunde waren der Schlüssel zu entscheidenden Schritten. Eine der technischen Herausforderungen war, dass nur bestimmte DNA-Daten mütterlicher Vererbungslinien vorlagen, also weibliche Nachfahren aufgespürt werden mussten. Fündig wurde man dann tatsächlich - bis ins heutige Basler Bürgertum, den «Daig» (sda)

Mehr Informationen? Hier klicken!

Die Schweiz ist auf die Zombie-Apokalypse gut vorbereitet

Video: watson/Emily Engkent

Mehr Geschichte!

«Die Zarin krault ihm die Eier»: Der Mord am gottlosen Scharlatan Rasputin 

Kaum zu glauben – diese historischen Ereignisse fanden zur gleichen Zeit statt

Klima-Crash im Mittelalter: Das härteste Jahrzehnt der Schweiz und ganz Europas

Alte Fotos zeigen die Schweiz während des Zweiten Weltkriegs

Jul-Tanne statt Christbaum: So versuchten die Nazis, Weihnachten umzudeuten

«Operation Entebbe»: Wie Jonathan Netanjahu auf einem Terminal in Uganda zum Helden wurde 

Wenn dir diese 12 historischen Daten nichts sagen, baut David Hasselhoff die Mauer wieder auf

Es ist nicht alles Putin – eine Reise in Russlands zaristische, revolutionäre und phantastische Seele

Vor 70 Jahren ermordete ein polnischer Mob über 40 Juden, darunter Holocaust-Überlebende

Superkanone V3: Wie ein Kennedy Hitlers Hochdruckpumpe ausschalten sollte

Krieg, Hoffnung, Zerfall: Das dunkle 20. Jahrhundert erzählt in 50 Bestsellern 

Hitler, Stalin und Co: Erkennst du diese Diktatoren auch in jung?

Vor 100 Jahren fand die grösste Seeschlacht aller Zeiten statt: «Irgendwas stimmt mit unseren verdammten Schiffen nicht»

25.05.1935: Keiner ärgerte Hitler mehr als Jesse Owens – dabei hätte der Führer ja wissen müssen, was der Schwarze drauf hat

Wie ein niederländisches Kriegsschiff als Insel getarnt den Japanern entkam

Grosstante Margit tanzt, als 180 Juden massakriert werden – eine Familiengeschichte

100 Jahre Schlacht von Verdun: Das Grauen in Zahlen

Sutter, Rickenbacher und Guggenheim: 3 unglaubliche Geschichten von Schweizer Habenichtsen, die nach Amerika auswandern mussten 

Vom Kugelfisch-Helm bis zum geflügelten Husaren: Die sonderbarsten Rüstungen der Geschichte  

In Deutschland waren die Flüchtlinge nicht mal willkommen, als es Deutsche waren

Luther, Gratulation zum Todesjubiläum, du asoziales Genie!

Kaiserin Agrippina: Das herrschsüchtige Teufelsweib, das ganz Rom verführte und die Männer zu Sklaven machte

Der Mythos Mens: Die ewige Angst der Männer vor dem bisschen Blut

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
3
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gregor Hast 25.01.2018 17:20
    Highlight Mich nimmt es Wunder, ob Herr Boris und die Queen ebenfalls Templer oder Pharaonenblut in sich haben.
    6 10 Melden
  • The oder ich 25.01.2018 16:08
    Highlight Die Ähnlichkeit mit Boris ist frappant, besonders bei der Frisur
    23 3 Melden
  • Anded 25.01.2018 14:54
    Highlight Nur Weil Boris sowohl mit Mumie als auch mit Queen verwandt ist, heisst das nicht, dass Mumie und Queen auch miteinander verwandt sind.
    30 3 Melden

Liebe Baslerinnen und Basler, das passiert jetzt mit eurer BaZ ...

Das Zürcher Verlagshaus Tamedia hat die «Basler Zeitung» gekauft. Wer die neue Besitzerin ist, wer sie steuert und was das für ihre Leserinnen und Leser heisst. 

Liebe Baslerinnen und Basler 

Eines vorneweg, damit es nachher nicht heisst, es sei nicht deklariert gewesen: Mein Vater ist der Chef von TeleBasel, der Vater meines Chefs ist der oberste Chef der «bz Basel», ich bin seit vier Jahren bei watson und zuvor habe ich acht gute Jahre bei der Tamedia verbracht. 

Ich bin also in alle Richtungen gleich befangen. Dafür weiss ich, wovon ich euch in diesem offenen Brief berichte.

Item.

Was habt Ihr geflucht über die «Basler Zeitung» seit Christoph …

Artikel lesen