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«Muslime, die Nazis von heute»: Autor der «Basler Zeitung» wegen Rassissmus verurteilt

23.08.15, 09:56 23.08.15, 10:14

David Klein, Jazzmusiker und Gastautor der «Basler Zeitung» wurde vom Basler Strafgericht zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt. Das berichtet die «NZZ am Sonntag». Klein hatte auf Facebook ein Video veröffentlicht, das zeigt, wie arabische Jugendliche gewaltsam gegen orthodoxe Juden vorgehen. Dazu hatte er geschrieben, was während des Dritten Reichs auf deutschen Strassen die Regel gewesen sei, gebe es jetzt in Jerusalem. Muslime seien «Abschaum», ein «verkommenes Pack» und «die Nazis von heute».

Das Strafgericht sieht in diesem Eintrag eine «gegen die Menschenwürde verstossende Herabsetzung der Muslime»: «Jemanden oder eine ganze Gruppe von Menschen als Nationalsozialisten zu verunglimpfen» wiege schwer. Da Klein als Jude selbst Familienangehörige im Holocaust verloren habe, sei er «verständlicherweise sehr empört» über den Film gewesen, was sein Verschulden etwas relativiere, schreibt das Gericht.

Der Autor zieht das Urteil, dessen Publikation er zu verhindern versucht hat, weiter. In der «Basler Zeitung» schreibt er regelmässig über Rassismus und Antisemitismus. Er hat zudem den Komiker Massimo Rocchi wegen mutmasslicher Rassendiskriminierung angezeigt. (pru)



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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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    Alle Leser-Kommentare
  • _kokolorix 23.08.2015 12:55
    Highlight das rassismusgesetz hat einfach den falschen namen. was ist den genau eine rasse? muslim oder christ oder atheist zu sein hat doch überhaupt nichts mit rasse zu tun.
    wer gemeinschaften als abschaum oder ähnliches bezeichnet, zeigt in erster linie, dass er nicht bereit ist die komplexen zusammenhänge zu sehen und eine einfache gewaltsame lösung bevorzugt.
    diese einstellung führt zu sogenannten 'ethnischen' säuberungen, was nichts anderes bedeutet als das alle die nicht einem bestmmten schema entsprechen getötet oder mit gewalt vertrieben werden.
    wenn ein angehöriger der jüdischen gemeinschaft auf der einen seite den holocoust beklagt und auf der anderen seite genau dieses gedankengut auf muslime und araber anwendet, kann man ihn einfach nicht verstehen.
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    • Daniel Caduff 24.08.2015 11:45
      Highlight Das, was Du "Antirassismusgesetz" nennst (weil das der geläufige Namen seit dem Abstimmungskampf ist), heisst eigentlich nicht so. Es heisst ganz unspektakulär einfach nur "Art. 261bis". Was genau "rassistisch" ist bzw, wo der Unterschied zum biologischen Rassenbegriff liegt, steht ganz klar im Gesetz. Sämtliche Gesetzestexte findet man auf der Seite www.admin.ch http://www.ekr.admin.ch/themen/d306.html
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    • _kokolorix 24.08.2015 14:20
      Highlight Art. 261bis1
      Rassendiskriminierung
      Wer öffentlich gegen eine Person oder eine Gruppe von Personen wegen ihrer Rasse, Ethnie oder Religion zu Hass oder Diskriminierung aufruft, wer öffentlich Ideologien verbreitet, die auf die systematische Herabsetzung oder Verleumdung der Angehörigen einer Rasse, Ethnie oder Religion gerichtet sind
      1 0 Melden
    • _kokolorix 24.08.2015 14:21
      Highlight @ Daniel Caduff
      Danke für den Hinweis, dann ist ja alles klar ;-)
      0 0 Melden
  • tösstaler 23.08.2015 11:23
    Highlight Ganze Religionen und/oder Ethnien pauschal in die Pfanne zu hauen zeugt von erheblicher Dummheit, ohne Zweifel und zu jeder Zeit. Das ist eine Tatsache.
    Muss ich mir nun als Schweizer Bewohner einer Region, in der Römer wie Habsburger und was weiss ich wer sonst noch unterwegs waren Sorge machen um mein Heimetli oder werde ich sogar vertrieben mit irgendwelchen abstrusen Begründungen aufgrund von historisch begründeten Religionsfürzen?
    25 15 Melden
  • niklausb 23.08.2015 10:46
    Highlight Sobald es mehr als eine Person an einem Ort gibt wird sich eine von beiden benachteiligt fühlen.
    28 5 Melden
  • Baba 23.08.2015 10:18
    Highlight Wie sind denn die israelischen Siedler zu bezeichnen, die sich auf fremdem Land niederlassen und die dortige Bevölkerung vertreiben. Oder die israelische Regierung, die Mauern baut und der palästinensischen Bauern so ihre Existenzen zurstört?
    Wie andernorts auch, stört mich auch hier eine, wie ich es empfinde, selektive Wahrnehmung.
    72 14 Melden
    • Angelo Hediger 23.08.2015 11:51
      Highlight Die Welt ist ungerecht. Und ein paar Leute haben immer noch nicht verstanden dass man nicht Schwarz/Weiss denken kann.....
      21 4 Melden

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