Schweiz
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Ausgequalmt: Basler Raucherverein «Fümoar» gibt auf 



ZUR DISKUSSION DES NEUEN TABAKPRODUKTEGESETZ DURCH DEN BUNDESRAT, AM DIENSTAG, DEM 24. MAERZ 2015, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Eine junge Frau raucht am 24. November 2005 nach dem Mittagessen im Restaurant Toto in Zuerich eine Zigarette. (KEYSTONE/Martin Ruetschi) *** NO SALES, NO ARCHIVES ***

Ende der Raucherträume: Fümoar ist am Ende.
Bild: KEYSTONE

Der Basler Raucherverein «Fümoar» gibt auf. Nach schweren Niederlagen auf juristischem und politischem Parkett für Raucherbeizen sistiert er sich selber und führt sein Vermögen wohltätigen Organisationen zu. Wenn das viele Geld weg ist, will er sich ganz auflösen.

Der Verein hatte zu besten Zeiten mit 180 Beizen und fast 200'000 Gästemitgliedern für bediente Raucherlokale im Stadtkanton gekämpft. Jetzt hat er das geordnete Aus an einer ausserordentlichen Generalversammlung am Mittwoch beschlossen, wie am Donnerstag an einer Medienkonferenz zu erfahren war.

Der «Verein zur Milderung der wirtschaftlichen Folgen des teilweisen Rauchverbots in Basler Restaurants», wie «Fümoar» mit vollem Namen heisst, war laut Vereinspräsident Mario Nanni der grösste Einzelverein den es in der Schweiz je gegeben hat. Heute hat er nur noch ein halbes Dutzend Restaurants und ein gutes Dutzend Einzelmitglieder.

Restvermögen geheim

ARCHIV: ZUM RUECKGANG DES ALKOHOLKONSUMS IN DER SCHWEIZ STELLEN WIR IHNEN AM MONTAG, 10. AUGUST 2015, FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG: Glaeser auf einem gedeckten Tisch im Restaurant Kunsthalle in Basel am 14. Juli 2006. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Bild: KEYSTONE

Das dank Mitgliederbeiträgen angehäufte Vermögen wollte Nanni nicht beziffern: Es sei noch «viel» Geld da, sagte er bloss. Seit der Gründung 2010 habe der Verein - neben Gerichts- und Kampagnenkosten sowie Steuern - bereits insgesamt rund eine halbe Million Franken wohltätig vergeben, sagte Sekretär Thierry Juillard.

«Fümoar» hatte eine Niederlage nach der anderen kassiert, an der Urne sowie bis vor Bundesgericht. Zuletzt wollte der Verein 2014 per Initiative die seit 2010 im Kanton geltenden strengeren Regeln auf das lockerere Regime des Bundesrechts herunterfahren lassen, bekam aber die nötigen 3000 Unterschriften deutlich nicht zustande

«Fümoar» hatte seinen Titel vom Ziel bedienter Raucherräume oder kleiner Raucherbeizen. Sein Konzept war ein Lokal-übergreifender Club, mit dessen Mitgliedschaft respektive Zutritt nur für Mitglieder das generelle Rauchverbot für öffentliche Räume umgangen werden sollte.

Bundesgericht schob Riegel

Dieses Konzept erklärte das Bundesgericht 2013 jedoch für illegal. Das Vereinsmodell sei ein fauler Trick, da die Mitgliederlokale faktisch öffentlich blieben. Den Fall nach Strassburg weiter zu ziehen, hält Juillard für aussichtslos.

Nach dem Scheitern der Initiative gibt es in den Basler Beizen weiterhin legal unbediente Fumoirs für Raucherinnen und Raucher. 2011 hatte das Basler Stimmvolk eine Initiative des Wirteverbands, die ebenfalls die Aufhebung der Basler Sonderregelung angestrebt hatte, sehr knapp abgelehnt worden. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Pano 29.10.2015 15:38
    Highlight Highlight Eine gute Nachricht! Selbst Hardcore-Raucher vermochten den kausalen Kontext von Rauchen und Lungenkrebs- (nebst anderen Erkrankungen–) nicht in Frage stellen; sie berufen sich vielmehr auf die «Freiheit», die eigene Gesundheit selbst ruinieren zu dürfen.
    Erfreulicherweise haben viele unter ihnen inzwischen eingesehen, dass die wirkliche Freiheit jene der Unabhängigkeit von Nikotin ist. Leider muss der Gestank und das Einatmen giftiger Substanzen im Freien, zB in Gartenrestaurants immer noch geduldet werden; bei Ansammlungen von mehr als 5 Personen verbieten!

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