Schweiz

Flavio Karrer und Tobias Holzer sind «Spiracles, LES», das neue Atemloch des Basler Kulturlebens. bild: wemakeit

Liebe Basler, es entsteht da so ein verrückter Ort am Rheinufer, wo ihr den Sommer verbringen könnt

Es besteht Hoffnung für Basel. Nachdem die Clubs Hinterhof und Nordstern schliessen müssen und sich neue Musiklokale mit einer strengen Lärm-Formel konfrontiert sehen, tut sich am Klybeckquai etwas: Zwei Jungs basteln an einem neuen Kulturplatz.

31.05.15, 20:42 01.06.15, 12:44

Tobias und Flavio heissen die zwei Brüder mit den verschiedenen Müttern, die auf ihrer Parzelle auf dem ehemaligen Migrol-Areal ihr Unwesen treiben. Mitten in dieser 12'500 Quadratmeter grossen Steinwüste steht ihr farbiger Wohnwagen. Hier reichen die zwei ihren Gästen marokkanischen Tee. Auf ihrem fliegenden Teppich selbstverständlich. 

Bild: wemakeit

Hier ist ein Ort im Entstehen, der frei sein soll von wirtschaftlichen Abhängigkeiten. Profit wollen die beiden mit ihrem Projekt «Spiracles, LES» nicht machen. Nur ihre Strom-, Wasser- und Gasrechnungen müssen sie natürlich begleichen können. Und ein bisschen Geld brauchen sie auch für die Begrünung, damit der Platz zu einem kleinen Kulturparadies werden kann. Nicht zuletzt sollen natürlich all die Jazzmusiker, die Kurzfilmmacher und Literaten entlöhnt werden, die hier am Ufer des Rheins ihre Arbeiten, Ideen und Verrücktheiten darbieten.

«Es wird auch mal einen kleinen Flohmarkt geben, und eine Art Beauty-Farm steht auch auf dem Programm. Da kann man sich dann Joghurt-Masken aufs Gesicht klatschen.» 

Tobias Holzer

Rumpfbeugen müssen zwischendurch sein. Was Tobias da macht, ist leider nicht näher zu definieren. bild: wemakeit

Spiracles, LES

«Ein Label für das Leben und all seine pulsierenden Liaisons. Ein Ort als Plattform für Menschen und alles (Un-)Mögliche am Klybeckquai in Basel, am Ufer des Rheins.»
Eröffnung: Freitag, 5. Juni 2015
Mehr zum Projekt erfahrt ihr auf der Crowdfunding-Plattform we make it, auf Facebook und bald auch auf der Spiracles-Homepage.

Man sieht, die zwei Jungs sind offen für alle möglichen Einfälle. Es geht ihnen dabei um den Austausch. Nicht von Geld, sondern von Ideen. An diesem kleinen Fleck am Klybeckquai sollen die verschiedensten Leute aufeinander treffen. Es sollen Beziehungen entstehen, die dann den Inhalt von «Spiracles, LES» bestimmen. 

Tobias und Flavio haben ihr Konzept willentlich nicht bis ins letzte Detail ausgefeilt: Es soll schwammig bleiben. Sie stellen einfach den Ort zur Verfügung, an dem Neues entstehen soll – und wer ein bisschen Zeit und eine Idee hat, ist herzlich willkommen. 

Bild: wemakeit

«Spiracles» bezeichnet ein Atemloch. Und vielleicht ist es genau das, was Basel jetzt braucht. Einen Ort zum Atmen, frische Luft für die jungen Leute, denen gerade die halbe Clubszene wegstirbt. 

Flavio & Tobi stellen sich irgendwie vor:

Vimeo/Spiracles, LES

Kennst du schon die watson-App?

Über 150'000 Menschen nutzen bereits watson für die Hosentasche. Unsere App hat den «Best of Swiss Apps»-Award gewonnen und wurde unter «Beste Apps 2014» gelistet. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Frau524 01.06.2015 19:18
    Highlight 5'000 Franken sammeln um dann mal zu schauen geht für mich. Aber vielleicht ist die Zeit von konkreten Ideen auch vorbei. Naja, aufregen werd ich mich auf jeden Fall nicht.
    0 2 Melden
  • UncleHuwi 31.05.2015 22:11
    Highlight Gute Jungs. Daumen Hoch!
    12 3 Melden

Veganer wollen den Bauern die Gülle verbieten und präsentieren eine Alternative

Ein Grossteil der Schweizer Landwirte düngt ihre Felder mit den Fäkalien von Tieren. Es ginge auch ohne Gülle, findet der Geschäftsführer der grössten Schweizer Interessensorganisation für Veganer und Vegetarier und wirbt für die biovegane Landwirtschaft.

Die Kühe kacken, der Landwirt verteilt die Fäkalien auf den Feldern, die Pflanzen spriessen. Obwohl viele die Nase ab dem Gestank rümpfen, war bisher immer klar: Güllen gehört zur Landwirtschaft, so wie das Amen zur katholischen Kirche.

Renato Pichler, Geschäftsführer des grössten Schweizer Interessensvertreters von Vegetariern und Veganern (Swissveg), nervt sich darüber, wie selbstverständlich Güllen für die meisten ist. Auch für die Schweizer Bauern: «Viele von ihnen denken sogar noch …

Artikel lesen