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Auf die brennenden Petarden am «Knastspaziergang» vom Freitagabend folgten in der Nacht vom Samstag auf Sonntag fliegende Steine, Laserpointer-Attacken und brennende Lieferwagen. Bern hat unruhige Tage hinter sich. bild: facebook/raumraub

Polit-Polizist erklärt, warum Bern statt Zürich brennt

Sechs Tage, drei heftige Ausschreitungen: Hat Bern ein Gewaltproblem? Muss die Stadt ihren Umgang mit Hausbesetzern ändern? Der langjährige Polit-Polizist Willy Schaffner erklärt, was Zürich anders macht.

Samuel Schumacher und Pascal Ritter / Nordwestschweiz



Krawalle haben Konjunktur in Bern. Dreimal kam es in den letzten sechs Tagen zu Ausschreitungen. Auslöser war die polizeiliche Räumung einer besetzten Liegenschaft. Am Freitag und Samstag artete die Gewalt aus, als die Polizei zwei unerlaubte Demonstrationszüge stoppte. Die Bilanz der Krawalle: elf Verletzte, hohe Sachschäden und eine grosse, offene Frage: Wieso immer wieder? Und wieso immer wieder in Bern? Ist das reiner Zufall?

Nein, sagt Manuel, 28, aktives Mitglied in der Berner Hausbesetzerszene. «Das Verhältnis zur Polizei ist in Bern sehr angespannt.» Aus Sicht des Hausbesetzers hat die Polizei die aggressive Stimmung, die immer wieder in gewaltsamen Exzessen ausartet, selber verantwortet.

Manuel zählt auf: das Vorgehen gegen die Proteste im Vorfeld der Miss-Wahlen 2014, die Razzien in besetzten Häusern und das Einschreiten bei einer pro-kurdischen Demo 2015 und am Mittwoch schliesslich die Räumung des besetzten Gebäudes des Bundesamtes für Bauten und Logistik an der Effingerstrasse 29. All diese «brutalen Angriffe» hätten die Stimmung gegenüber der Polizei «sehr aufgeheizt».

Bern: Krawalle am Samstag vor der Reitschule

Kein Berner Phänomen

Dass sich diese Entwicklung irgendwann entladen und in Ausschreitungen gipfeln würde, das hätten die Verantwortlichen bewusst in Kauf genommen. «Würde man sich mit den Besetzerinnen und Besetzern in Bern an einen Tisch setzen und Lösungen für Zwischennutzungen finden, dann wäre die Situation eine ganz andere», sagt der junge Hausbesetzer.

Der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause sieht das ganz anders. Auch er spricht von «massiver Gewalt». Allerdings gehe die nicht von der Polizei, sondern von ganz bestimmten Kreisen aus der linken Szene aus. Bei den Einsätzen am Wochenende sei die Polizei mit Steinen mit bis zu 15 Zentimeter Durchmesser beworfen worden. Bei der Hausräumung am Mittwoch hätten die Besetzer schwere Gegenstände aus den oberen Stockwerken auf die Polizeibeamten geworfen. Nause spricht von «versuchten Tötungen», von «stundenlangen Attacken».

Von einem Spezialfall Bern will Nause aber nicht reden. «Die gewaltextremistische linke Szene ist ein nationales Problem. Bei den Krawallen am Wochenende machten zum Beispiel auch Gruppierungen aus Zürich mit.» Als Hauptstadt sei Bern zwar öfter als andere Städte Bühne für politische Kundgebungen und damit potenziell auch für Ausschreitungen. Aber auch Zürich habe mit den Binz-Ausschreitungen, der Reclaim-the-Streets-Bewegung oder den Konflikten rund um das besetzte Koch-Areal in letzter Zeit Gewalt erlebt. «Gewaltbereite Hausbesetzer sind kein Berner Phänomen», sagt Nause.

Visionen statt Krawalle

Zwei Positionen, eine unverrückbare Front, kein Kompromiss in Sicht. Das bedauert Giorgio Andreoli, der im Vorstand der «Grossen Halle» sitzt. Die Kulturinstitution ist auf dem Areal der Berner Reitschule beheimatet, wo sich die Gewalt in der Nacht von Samstag auf Sonntag entladen hat. «Solche Vorkommnisse schränken die Möglichkeiten für die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema Hausbesetzung ein», sagt Andreoli, in den 90er-Jahren selbst Mitglied in der Hausbesetzergruppe «Aktion Wohnraum». «Das gegenseitige Schuldzuweisen, dieses Pingpong-Spielen, das muss aufhören.»

Andreoli appelliert an die Besetzerszene, die verstärkt wieder ihre Visionen aufzeigen und klarmachen solle, dass Hausbesetzungen nichts prinzipiell Kriminelles sind, sondern manchmal sogar den Grundstein für eine soziale Institution legen. Andreoli verweist auf Schlafstellen und Frauenhäuser, die aus Besetzungen resultierten. Und schliesslich sei auch die kulturell genutzte Reitschule einst ein besetztes Areal gewesen.

«Züri brännt» hiess es Anfang der 1980er-Jahre

Video: © youtube/kunstohnewerk

Besonders Besetzer-feindlich sei Bern aber nicht, betont Andreoli. Bereits in den 90er-Jahren habe man schrittweise ein Duldungsrecht etabliert. Andreoli erinnert die Behörden aber daran, Zwischennutzungen unbedingt zuzulassen, wenn irgendwo Wohnraum leerstehe. Die Stadt Bern hat für genau solche Fälle die Koordinationsstelle Zwischennutzung geschaffen, die zwischen Hausbesetzern und -besitzern vermitteln soll.

Zwischennutzungen zulassen, das will man auch in Zürich. Ein bisschen mehr sogar als in Bern. Das geht aus dem 2012 verfassten «Merkblatt Hausbesetzungen» der Stadtpolizei Zürich hervor. Darauf ist klar festgehalten, dass die Polizei Räumungen besetzter Liegenschaften nur dann vornimmt, wenn eine rechtskräftige Abbruch- oder Baubewilligung inklusive Baufreigabe vorliegt. Anders gesagt: Wenn ein Liegenschaftsbesitzer die Hausbesetzer auf seinem Grundstück loswerden will, ohne dass er konkrete Pläne mit der Liegenschaft hat, sind ihm die Hände gebunden. Eine solch spezifische Regelung gibt es in Bern nicht. In der Hauptstadt braucht es eine Anzeige vonseiten des Liegenschaftsbesitzers und einen Räumungsantrag. Dann schreitet die Polizei ein.

Trügerische Ruhe

Die tolerante Zürcher Handhabe scheint sich auszuzahlen. Die letzten grossen Krawalle liegen zwei Jahre zurück. Im Jahr 2014 verwüsteten Krawallanten die Europa-Allee. Im laut geführten Streit um das Koch-Areal geht es um lärmige Partys und Hanf-Pflanzen, nicht aber um Gewalt.

Selbst am 1. Mai, dem Krawalldatum schlechthin, kommt es kaum noch zu Ausschreitungen. Dank einer Mischung aus Dialog und teurer Repression. Die Kosten für die Polizeieinsätze überschreiten bisweilen die Millionengrenze. Willy Schaffner war vor seiner Pensionierung im Jahr 2014 praktisch an jeder Demonstration und vermittelte zwischen Aktivisten und dem Einsatzleiter. «In Zürich ist es in letzter Zeit relativ ruhig geworden», sagt er. Das habe verschiedene Gründe. «Es gibt in der Politik einen Konsens, besetzte Liegenschaften zu dulden.» Zudem setze man auf Prävention statt nur purer Repression.

Die Ruhe in Zürich sei aber trügerisch. «Es kann sehr schnell gehen, bis wieder eine Situation eskaliert», sagt er. Schaffner möchte die Vorfälle in Bern nicht kommentieren. Aber er rechnet nicht damit, dass es zu einem Flächenbrand kommt. «Es gibt es immer wieder, dass sich solche Auseinandersetzungen hochschaukeln. Ob in Bern oder in anderen Städten. Das legt sich dann aber meist wieder», sagt Schaffner. Grundsätzlich rät er davon ab, das Problem nur mit Gummischrot und Wasserwerfern zu lösen. «Während meiner Zeit als politischer Polizist habe ich gelernt, dass das wichtigste Mittel die Prävention ist.»

Ob die Ruhe in Zürich anhält, ist fraglich. Bereits am 11. März steht die traditionell unbewilligte Demonstration zum «Frauenkampftag» an. Am Sonntag, dem 19. März, feiert die Zürcher SVP ihr hundertjähriges Bestehen im Kongresshaus. Antifaschistische Aktivisten haben sich unter dem unzimperlichen Motto «Linke Fäuste gegen rechte Hetze» angekündigt. Der gleiche Flyer ruft zum Widerstand gegen einen Aufmarsch von SVP-Sympathisanten auf. Er findet am Samstag, 18. März, in Bern statt. Dann wird sich die Polizei also wieder mit Aktivisten aus Zürich herumschlagen müssen, in der Stadt, in der Krawall zurzeit Konjunktur hat. (aargauerzeitung.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • HunterCH 28.02.2017 14:21
    Highlight Highlight Soso, die Polizei ist wegen der Räumung selber schuld an der Gewalt.... Ihm ist schon bewusst, dass die Besetzung illegal war und damit der Einsatz der Polizei keine Provokation sondern absolut gerechtfertigt ist?
  • flausch 28.02.2017 10:38
    Highlight Highlight Gerade dieser "lustige" Herr Schaffner ist kein unbeschriebenes Blatt.
    Seine Geschichte macht allen klar das wie die Polizei zur Gewalt steht, wann sie sie in Kauf nimmt und wann sie Gewalt Provoziert.
    Da gab es mal so eine Geschichte in der der Staatsschutz Leuten Sprengstoff anbot. Wozu?

    Zum einlesen:
    https://www.woz.ch/-619

    Gewaltmonopol bedeutet Gewalt!
  • Der Beukelark 28.02.2017 10:09
    Highlight Highlight edit: warum ein lastwagen brannte
  • LaPaillade #BringBackHansi 28.02.2017 09:58
    Highlight Highlight Ist ja schon noch lustig, es heisst immer wieder Dichtestress sei so schlimm und sowieso werde alles verbaut, aber Liegenschaften dann jahrzehnte leer stehen zu lassen ist ok?
    Mag mich an einen Fall in Luzern erinnern, bei dem die Eigentümer im Testament festgehalten haben, dass ihre Villa als Erinnerung an sie leer stehen gelassen werden soll.
    • giandalf the grey 28.02.2017 10:54
      Highlight Highlight Und wieso sollte sie das nicht dürfen? Das Haus ist ihr Eigentum und meines Wissens darf man über sein Eigentum frei bestimmen.
    • LaPaillade #BringBackHansi 28.02.2017 11:45
      Highlight Highlight Ja klar, juristisch sind sie im Recht. Aber von einem moralischen Standpunkt aus finde ich persönlich dies durchaus fragwürdig.
    • Sapere Aude 28.02.2017 13:33
      Highlight Highlight Besitz von Grund und Boden nennt man zwar ein Freiheitsrecht, ist aber an und für sich nicht ausreichend begründet, im Vergleich zu dem Recht am Eigentum von Produktionsgütern.
  • giandalf the grey 28.02.2017 09:24
    Highlight Highlight Ist ja alles gut und schön aber eins verstehe ich nicht: Auf welcher Rechtsgrundlage sind Hausbesetzungen legal? Ich sehe das jetzt komplett apolitisch aus der Sicht eines Eigentümers. Das ist doch Hausfriedensbruch sondergleichen? Über mein Eigentum sollte ich doch alleine bestimmen dürfen, und wenn ich es leer stehen lassen will und es besetzt wird, hat die Polizei dafür zu sorgen dass mir mein Eigentum wieder zugführt wird, oder nicht?
    • Asmodeus 28.02.2017 10:57
      Highlight Highlight Das ist so.

      Mein Eigentum, meine Regeln. Hausbesetzer haben da eine etwas verquere Logik, dass was nicht genutzt wird jedem zur Verfügung stehen müsste.

      Besonders wenn die Liegenschaft dem Staat/Kanton/der Stadt gehört.
    • eulach 28.02.2017 11:46
      Highlight Highlight Natürlich sind Hausbesetzungen illegal.
      Den Besetzern geht es um politische Werte. Die Argumentation: in einer Stadt wie Zürich sei jede leerstehende Immobilie eigentlich ein Skandal; es mangle an bezahlbaren Wohnungen und Raum für Kultur. Die Hausbesetzer nutzen leere Immobilien, um kleine Projekte zu realisieren (wie bspw. die Bar im Kochareal und der zur Avantgarde hin orientierte Miniklub). Es ist für die Exekutive also denkbar schwierig, teure Räumungen von andersweitig ungenutzten Immobilien zu verfügen, solange was konstruktives entsteht—Illegalität hin oder her.
    • Herr Gabi 28.02.2017 12:16
      Highlight Highlight Wohnraum knappheit?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Asmodeus 28.02.2017 08:55
    Highlight Highlight An Manuel 28.

    Such Dir nen Job Du Hippie :p




    Und jetzt ernsthaft. Hauptsache sich in der Opferrolle sehen. Der böse Staat ist so böse. Man will keinen Schritt auf die armen Hausbesetzer zugehen. Mimimi....


    Wäre es so. Dann GÄBE ES KEINE VERMITTLUNGSSTELLE!

    Ich zitiere:
    "Die Stadt Bern hat für genau solche Fälle die Koordinationsstelle Zwischennutzung geschaffen, die zwischen Hausbesetzern und -besitzern vermitteln soll."
    • phreko 28.02.2017 10:43
      Highlight Highlight Nur weil es die Stelle gibt sagt das noch lange nichts über deren Arbeit und deren Funktionieren aus.
    • Asmodeus 28.02.2017 11:41
      Highlight Highlight Der Punkt ist simpel. Rein rechtlich müsste die Stadt überhaupt nicht auf Hausbesetzer eingehen.

      Die brechen in fremdes Eigentum ein und generieren Kosten, mindern den Wert der Liegenschaft und bilden ein Ärgernis für die Umgebung.

      Alles Andere als sie rauszuwerfen oder einzulochen ist hier Goodwill des Staates.

      Typen wie Manuel jammern also auf extrem hohem Niveau darüber, dass man ihnen nicht noch den Kopf tätschelt.

      Die Liegenschaft soll renoviert werden, dafür müssen die Besetzer nunmal raus.
      Ihre Beschwerde hat daher keinerlei Legitimation. Die Liegenschaft soll ja genutzt werden.
    • Asmodeus 28.02.2017 14:15
      Highlight Highlight @Selbstdenker97

      Ich sage nicht, dass Recht immer richtig ist. In diesem Fall ist es jedoch so.

      "Hausbesetzer" wie Manuel leben in einer künstlichen Gedankenwelt in der sie glauben sie dürften sich alles herausnehmen, Gesetze brechen und müssten niemandem Rechenschaft ablegen. Jeder der ihnen ihre Grenzen aufzeigt, wie nun die Polizei, ist der Feind.

      Solche Leute sind fanatische Extremisten die erwachsen werden sollten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • lilie 28.02.2017 08:51
    Highlight Highlight Ich finde die Regelung in Zürich bzgl. Zwischennutzung sehr gut: Räumung nur möglich, wenn konkrete Pläne für die Liegenschaft vorliegen. So können leerstehende Häuser sinnvoll genutzt werden und Zwischennutzer haben eine gewisse Sicherheit.
    • lilie 28.02.2017 13:48
      Highlight Highlight @Nonsensus: Das Haus wird doch sowieso abgerissen oder totalsaniert, das ist doch der springende Punkt. ;)
  • ElendesPack 28.02.2017 08:42
    Highlight Highlight Spinner wie Manuel, die sich ständig in einer herbeihalluzinierten Opferrolle sehen und in keiner Art und Weise fähig sind, ihr eigenes Verhalten und ihr überzogenes Anspruchdenken zu reflektieren, werden viel zu oft als dialogbereite Weltverbesserer dargestellt. In Wirklichkeit sind all die Manuels nichts weiter als Idioten, die einzig Gewalt als Reaktion auf Alles, was ihnen nicht passt, kennen. "Linke Fäuste" gegen alles, was nicht den selben Stallgeruch hat.
  • Pius C. Bünzli 28.02.2017 08:39
    Highlight Highlight Endlich wieder ein guter Artikel, danke dafür.
  • Michael L. 28.02.2017 08:19
    Highlight Highlight "Würde man sich mit den Besetzerinnen und Besetzern in Bern an einen Tisch setzen und Lösungen für Zwischennutzungen finden, dann wäre die Situation eine ganz andere"

    Als ob die Forderung nach Zwischennutzung rechtens wäre...
    • Michael L. 28.02.2017 11:08
      Highlight Highlight Ich habe mich wohl etwas unglücklich ausgedrückt:
      Der Akt des Forderns ist selbstverständlich rechtens.
      Um die Forderung nach Zwischennutzung aber auch durchsetzen zu können, gibt es keinerlei rechtliche Grundlage. (Ausser offenbar in Zürich)
  • Töfflifahrer 28.02.2017 08:08
    Highlight Highlight Es ging ja nicht mehr um eine Zwischennutzung. Die Sanierung steht an, da kann nichts mehr genutzt werden!
  • Keine grösseren Probleme...? 28.02.2017 08:06
    Highlight Highlight ....Stadtguerilleros sind Soziopathen, die brauchen keinen Dialog!
  • vatoperuano 28.02.2017 08:02
    Highlight Highlight Die Polizei angreifen geht erst mal gar nicht jemand muss ja das Gesetz vertreten. Die ersten die untergingen bei Anarchie wären sowieso die Gutmenschen und Linken Hippies :-P
    • Herr Gabi 28.02.2017 12:23
      Highlight Highlight Man sollte nicht über den anarchismus reden wenn man sich nicht damit auseinadergesezt hat.
  • seventhinkingsteps 28.02.2017 07:58
    Highlight Highlight Dialog setzr voraus, dass man sich für die Anliegen und die Forderungen der Gegenseite interessiert. Das war auch hier bei einigen Kommentatoren nicht der Fall
  • Samy Kulturattentat D 28.02.2017 07:42
    Highlight Highlight Die Besetzer haben 7 (!) mal versucht Kontakt mit dem Eigentümer aufzunehmen. Dieser verweigerte den Kontakt. Die Polizei stürmte das Haus ohne Voranmeldung und einige Polizisten schrien Dinge wie “Jetzt werdet ihr bluten ihr linken Schweine“. (Siehe Erlebnisbericht von RaumRaub). Ich erwarte von der Staatsmacht, dass sie deeskalativ arbeitet und nicht Öl ins Feuer wirft. Auf der anderen Seite waren Aktivisten bei den Demos die bewusst für Krawalle anreisten und andere massiv gefährdeten. Die Gewaltspirale muss von beiden Seiten gestoppt werden.
    • Roterriese 28.02.2017 12:09
      Highlight Highlight Verständlich, Hausbesetzung ist eine Straftat (Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung, etc.). Ich möchte auch keine Linken in meinem Haus.
    • Skip Bo 28.02.2017 12:30
      Highlight Highlight Wie begannen die Kontaktaufnahmeversuche?
      Lass mich raten: "Wir fordern..."

      Die Polizisten wurden mit freundlicher Begrüssung und höflicher Anrede hereingebeten und dann hat einer "linke Schweine" gesagt. Geht natürlich gar nicht. Der psychische Schaden für die Hausbesetzer muss unerträglich gewesen sein. Ironie off.
  • tinu32 28.02.2017 07:42
    Highlight Highlight Bei der Hausräumung letzte Woche ging die Aggression eindeutug von den Besetzern aus. Auch die Hausbesetzerkreise scheinen nicht immun gegen alternative Fakten und glauben nur noch, was aus ihren eigenen Reihen kommt...
    • Herr Gabi 28.02.2017 12:24
      Highlight Highlight Wie diferenziert sind deine Fakten?
    • tinu32 28.02.2017 14:08
      Highlight Highlight Völlig subjektiv. Aber ich weiss, dass ich die Räumung aus dem Nachbargebäude teilweise mitverfolgt habe und eine Polizei gesehen habe, die sehr ruhig und ohne sich provozieren zu lassen ihren Job verrichtet hat und dabei sehr souverän wirkte.
      Die Besetzer hingegen feuerten mit Knallpetarden auf die Polizei und warfen Geschirr, Möbel und (harmlose) Farbbeutel aus den oberen Stockwerken runter. Ziel kann nur gewesen sein, Polizisten zu verletzen.
      Ich war natürlich nicht im Gebäude drin und kann nicht sagen, was dort ablief – auf mich wirkte die Gewalt aber doch recht einseitig verteilt.


  • Skip Bo 28.02.2017 07:36
    Highlight Highlight Grundsätzlich macht es Sinn Liegenschaften zu nutzen. Es sollte im Interesse der Liegenschaftsbesitzer sein, dass die Liegenschaft etwas abwirft, damit wenigstens fixe Kosten gedeckt sind.
    Zahlen Hausbesetzer eigentlich etwas für die genutzte Liegenschaft? Beziehen sie Strom und Wasser gegen Bezahlung? Beteiligen sie sich an Abwassergebühren? Würden sie die Liegenschaft verlassen, wenn sie von einem Mieter genutzt werden will? Übernehmen sie Reparaturkosten von Nutzungsschäden?
    Solange solche Fragen nicht mit ja beantwortet werden können, ist eine Hausbesetzung nichts anderes als Diebstahl.
    • Herr Gabi 28.02.2017 12:26
      Highlight Highlight Wenn man in einem dialog steht mit den Besitzer der Ligenschaft,dann werden teils auch strom , wasser und heizungskosten übernommen von den besetzern.
  • Rumbel the Sumbel 28.02.2017 06:43
    Highlight Highlight Hauptsache Dialog!!!!
    • 3fuss 28.02.2017 08:04
      Highlight Highlight ... wenn auch mit Steinen, Stöcken und Brandsätzen?
    • G-Man 28.02.2017 08:21
      Highlight Highlight Leider gibts keinen Dialog wenn man keine Botschaft hat.
    • Marek Zeman 28.02.2017 08:22
      Highlight Highlight Ja, das wäre die Lösung, wie es eben z.B. in Zürich demonstruert wird. Dialog wirkt eben.

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