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ARCHIVBILD ZUR SONDERDEBATTE DES BERNER STADTRATES ZU DEN KRAWALLEN IN DER REITSCHULE, AM DONNERSTAG, 02. FEBRUAR 2017 ---- Die Reitschule in Bern nach einer Demonstration, am Samstag, 25. Februar 2017. Bei der Protestkundgebung am Samstagabend sind mehrere Personen verletzt worden. Ein Grossaufgebot der Polizei war im Einsatz. Nach der gewaltsamen Raeumung eines besetzten Hauses an der Effingerstrasse am letzten Mittwoch hatte die Gruppe

Wegen Ausschreitungen wie im Februar 2017 ist die Reitschule bürgerlichen Politikern in Bern schon länger ein Dorn im Auge. Bild: KEYSTONE

Die brave Reitschule: Der neue Jugendklub in Bern gefällt sogar der SVP

Fast einstimmig segnete der Berner Stadtrat am Donnerstag einen Baukredit von 1,9 Millionen Franken für einen neuen Jugendklub ab. Von links bis rechts wurde das Konzept als überzeugend befunden. Doch hinter der Einigkeit steckt ein taktischer Schachzug gegen die Reitschule.

29.04.17, 14:53 29.04.17, 22:58


Der neue Jugendklub «Tankerä» im Zentrum der Bundesstadt soll besonders Jugendlichen Raum für Treffen, Konzerte und Ausgang bieten. Der Stadtrat hat am Freitag fast einstimmig den Baukredit für 1,9 Millionen Schweizer Franken bewilligt. Nur SVP-Mann Erich Hess war dagegen. 

Hess findet, den übrigen Gastro-Betrieben würde damit mit städtischen Subventionen Konkurrenz aufgehalst. «Es geht nicht an, dass die öffentliche Hand Bar- und Klubbetrieb finanziert.»

Mit dem Gaskessel und ähnlichen Lokalen bestehe bereits ein ausreichendes Angebot an Jugendtreffpunkten. «Wir brauchen keinen weiteren rechtsfreien Raum, wie wir ihn mit der Reitschule haben», polterte der SVP-Politiker.

Die Nägeligasse: Hier soll die Tankerä enstehen.   bild: Stadt bern

Mit seinem Einspruch blieb er allein. Auch die übrigen sechs anwesenden SVP-Ratsmitglieder haben dem Kredit zugestimmt, auch ihr Argument ist die Reitschule. Mit der Tankerä würde den 16- bis 20-Jährigen eine Alternative zur Schützenmatte geboten. 

Ein Alternativangebot zur Reitschule

Es bestünden zwar noch Bedenken wegen eines allfälligen Lärmproblems für Anwohner, doch: «Die Betreiber des neuen Klubs haben uns ein Sicherheitskonzept vorgelegt, wie wir es uns seit Jahren für die Reitschule wünschen», sagt SVP-Stadtrat Stefan Hofer. Dazu könne man schlicht nicht «Nein» sagen.

Rats- und Parteikollege Alexander Feuz findet positiv, dass die Jungen einen externen Sicherheitsdienst einsetzen und klare Verantwortlichkeiten festlegen wollen. Es verstösst gemäss Feuz gegen die Rechtsgleichheit , dass die einen Klubs strenge Auflagen einhalten und bei der Reithalle alles erlaubt werde. «Wir hätten damit zwei vergleichbare Lokale in Bern, die aber unter verschiedenen Bedingungen betrieben werden», sagt Feuz. Man hoffe, dass die Reitschule damit gezwungen werde, ihre eigenen Bedingungen anzupassen.

Kein vergleichbares Angebot

Der Gaskessel ist den Stadträten dafür nicht zentral genug. «Der neue Klub entspricht den jugendlichen Bedürfnissen, zentrale Lage und tiefere Preise als in kommerziellen Betrieben, deutlich besser», sagt Rudolf Friedli, ebenfalls SVP-Stadtrat. Damit würden speziell die unter 18-Jährigen aus kommerziellen Bars ferngehalten werden. Weiter sei der neue Klub durch den öffentlichen Verkehr besser angebunden, so können die jungen Besucher auch «rechtzeitig zu Hause sein».

Regula Tschanz vom Grünen Bündnis sieht im neuen Klub eine Ergänzung statt eine Alternative. «Für viele eher jüngere Jugendliche soll damit ein Freiraum geschaffen werden, den es so in Bern noch nicht ausreichend gibt», sagt Tschanz. «Die Tankerä steht damit aber nicht in einem Konkurrenzverhältnis zur Reitschule.»

Die Berner Reitschule:

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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Utopiot 29.04.2017 17:32
    Highlight Lustig, dass ein besetztes Areal ohne viel Geld, das genau so gut hinkriegt, wie der Staat mit 1,9 Mio.... Fällt da keinem irgendwie ein Denkfehler auf haha?
    69 70 Melden
    • willey 29.04.2017 19:18
      Highlight Wer hat den die Reitschule vor ca. 15 Jahren komplett saniert? Neues Dach. Neue Fassade. Das war wohl auch die Stadt. Von den Einsatzkosten der Polizei, Feuerwehr und Sanität mal ganz zu schweigen. Hätte die Stadt noch nie Geld in die Reitschule investiert würde das Gebäude wohl nicht mehr stehen.
      101 25 Melden
    • Alnothur 29.04.2017 21:12
      Highlight Nicht zu vergessen, dass neben dem Mieterlass auch noch jährlich eine unanständig hohe Summe an Subventionen an die Reitschule geht.
      41 34 Melden
    • phreko 29.04.2017 23:08
      Highlight Alnothur, welche hohen Subventionen?
      24 20 Melden
    • JoeyOnewood 30.04.2017 12:33
      Highlight In Prinzip stellt die Stadt Bern die Reitschule einfach gratis zur Verfügung - das ist eigentlich schon eine Subvention. Die machen das relativ Elegant: Die Kulturförderung überweisst der städtischen Liegenschaftsverwaltung einfach jedes Jahr ein Betrag als Miete für die Reitschule. Die Reitschule sieht das natürlich etwas anders. Sie kümmert das alles nicht, sie haben das Gebäude schliesslich besetzt. ich finde das eine ziemlich kreative Lösung, beo der keiner der Parteien sein Gesicht verliert.
      14 9 Melden
    • Alnothur 01.05.2017 09:17
      Highlight Plus die gut 60'000, wenn ich es richtig im Kopf habe, die jeweils direkt auf das Konto der Reitschule gehen.
      3 15 Melden
    • JoeyOnewood 01.05.2017 12:07
      Highlight wirklich? das ist mir neu, gibts da ne quelle?
      8 1 Melden
    • phreko 01.05.2017 14:21
      Highlight 60'000 CHF sind eine unanständig hohe Summe? In welcher Welt lebst denn du?

      Das entspricht ungefähr der durchschnittlichem Subvention EINES Bauernhofes...
      10 2 Melden
  • Roterriese 29.04.2017 15:24
    Highlight Ich begrüsse den Club als Alternative zur Reitschule, so kann verhindert werden, dass die Jugendlichen in die Fänge der linksradikalen Indoktrinierung der Reitschule geraten.
    98 268 Melden
    • Samy Kulturattentat D 29.04.2017 16:17
      Highlight Hahaaaa
      128 38 Melden
    • äti 29.04.2017 16:27
      Highlight Indoktrinierung = "ist eine besonders vehemente, keinen Widerspruch und keine Diskussion zulassende Belehrung" -
      vermutlich einfach das falsche Fremdwort erwischt.
      115 40 Melden
    • FrancoL 29.04.2017 16:27
      Highlight Vermutlich weil sie alle Jugendlichen als Volltrottel sehen? Als junge Menschen die sich nicht selbst ein Bild machen können, die unmündig sind?

      Wer die Jugend so sieht hat wohl mit sich selbst viele Probleme.
      110 32 Melden
    • Roterriese 29.04.2017 17:02
      Highlight @äti, gut von Wikipedia abgeschrieben und genau das trifft in der Reitschule zu. Natürlich wird die Reitschule systematisch gezielt dazu verwendet, Jugendliche fürs links(extreme) Lager zu rekrutieren.
      43 126 Melden
    • Randy Orton 29.04.2017 18:14
      Highlight Wie oft warst du in der Reitschule, roterriese?
      92 24 Melden
    • Alnothur 29.04.2017 18:33
      Highlight @FrancoL, das Mündigkeitsalter 18 hat schon seine Berechtigung...
      15 29 Melden
    • äti 29.04.2017 19:12
      Highlight @roter: ich habs von Wikipedia kopiert (c/p weil schneller) und Wikipedia die besten Begriffserläuterungen gibt.
      Selbst in meinem Alter kann ich mir nicht vorstellen, dass an einem Ort wie Reitschule "rekrutiert" wird. Da sind Bahnhöfe, Haltestellen, McDings, Röliecken etc die interessanteren Plätze.
      42 18 Melden
    • FrancoL 29.04.2017 19:51
      Highlight @Alnothur; Dann werden also MittelschülerInnen indoktriniert? Die sind ja mehrheitlich auch noch nicht mündig. Ich denke man sollte der Jugend mehr zutrauen als nur das Nachplappern von Parolen. Denn es würde sich sonst die Frage stellen ab wann soll man die Mündigkeit denn wieder entziehen, wenn ich sehe wie viele in höherem Alter nur nachplappern.
      50 14 Melden
    • Alnothur 29.04.2017 20:00
      Highlight @FrancoL: alle Extremistengruppen rekrutieren bevorzugt minderjährige Jugendliche. Die Urteilsfähigkeit ist noch nicht ausgereift, viele sind noch relativ orientierungslos usw. usf.

      Ich war schon einige Male in der Reitschule mit Kollegen, aber muss auch eingestehen, dass das halt der ideale Ort für solche Dinge ist, auch gerade weil halt die entsprechenden Kreise dort ungehindert verkehren können.
      19 43 Melden
    • Randy Orton 29.04.2017 23:50
      Highlight Und wie findet diese Rekrutierung konkret statt? Weil ich wurde noch nie indoktriniert.
      44 11 Melden
    • FrancoL 30.04.2017 01:47
      Highlight @Alnothur; Also könnte man Dir folgend festhalten dass in Dörfern mit fast 90% SVP Wählerschaft die Jungen die da in diesen fast geschlossenen Gesellschaften verkehren auch indoktriniert werden? Sie sind jung, noch nicht ausgereift und orientierungslos.
      Nun man könnte noch viele andere "geschossene" Gesellschaften anführen, doch das scheint mir etwas sehr weit hergeholt und auch bei der Reitschule nicht das gängige Muster zu sein.
      40 12 Melden
    • ujay 30.04.2017 06:50
      Highlight @roterriese😂😂😂😂😂😂Ich werf mich hin......in deinem Kopf muss ein riesengrosser eiserner Vorhang stehen...
      43 9 Melden
    • Ueli der Knecht 02.05.2017 23:32
      Highlight Das ist vielleicht etwas off-topic, aber trifft vielleicht ätis/Wikipedias Beschreibung von Indoktrination («vehemente, keinen Widerspruch und keine Diskussion zulassende Belehrung»).
      Indoktrination/Missionierung mittels Facebook:

      «Verhaltensbasierte Werbung:
      Facebook identifiziert emotional verletzliche Jugendliche.
      So könne es Werbetreibenden ermöglicht werden, junge Menschen mit ihrer Werbung in solchen Momenten anzusprechen, in denen diese einen „confidence boost“ (in etwa: „Selbstvertrauensschub“) benötigen würden.»
      (http://bit.ly/2qq05SU)
      3 0 Melden

Blochers Zeitungsimperium druckt seinen eigenen Artikel gegen «fremde Richter»

Im August 2017 erwarb Christoph Blocher 24 Gratis-Wochenzeitungen. Damals versprach er, keine politischen Ziele damit zu verfolgen. Nun erscheint ein Artikel von Blocher in den Zeitungen, welche rund 700'000 Schweizer Haushalten zugestellt werden. Der SVP-Doyen sieht die redaktionelle Unabhängigkeit nicht in Gefahr.

Aus den insgesamt 697'827 Exemplaren der Gratis-Zeitungen aus dem Hause Swiss Regiomedia AG schaut dem Leser diese Woche ein nachdenklicher Christoph Blocher entgegen. Er sitzt an einem Holztisch, das Kinn in der rechten Hand. «Nachlese zum 1. August», heisst es über der Seite. Darunter ist ein Artikel mit dem Titel «Hintergrund einer Geburtstagsfeier» abgedruckt. Der Autor: Christoph Blocher, alt Bundesrat, SVP-Vordenker – und Miteigentümer der Swiss Regiomedia AG.

In den Gratis-Wochenzeitungen …

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