Schweiz

Kommunikation übers Dach: Der Smiley und das «Gärn gsche» sind von der Stadt. Das «A» und das «Fight Securitas, Frontex, SBB» von der Reitschule. Was kommt als nächstes?  Bild: zvg

Neues aus Absurdistan: Reitschüler und Stadt Bern verständigen sich übers Dach

Katz-und-Maus-Spiel in Bern: Unbekannte platzieren auf dem Dach der Reitschule immer wieder ihre Aufrufe, die Stadt übermalt sie jeweils mit eigenen Botschaften. 

30.06.16, 05:09 30.06.16, 09:00

Am Dienstag prangte auf dem Dach der Reitschule ein Smiley mit einem A darauf, der Spruch «Merci fürs Grundiere», ein «Gärn gsche» und dann noch «Fight Securitas, Frontex, SBB», wie die Berner Zeitung schreibt. Eigentlich ein ziemliches Kauderwelsch, doch wer die Hintergründe kennt, staunt nicht schlecht.

Stadt beweist Humor

­Angefangen hat alles mit dem Spruch «SBB and Securitas deport people. Block them», den Unbekannte auf das Dach der Reitschule gemalt hatten.

Die Stadt hatte wenig Freude daran und forderte die Reitschul-Betreiber auf, den Aufruf zu entfernen. Mit wenig Erfolg. Also wurde sie selbst aktiv, übermalte das Ganze und hinterliess ein grosses Smiley. 

Die Reitschüler liessen sich nicht lange bitten und malten ein grosses A über das Smiley, dazu ein humorvolles «Merci fürs Grundiere».

Die Stadt antwortete prompt mit einem «Gärn gsche» dort, wo vorher «Fight Frontex» stand.

Die Reitschüler liessen nicht locker und platzierten erneut ihre Botschaft «Fight Securitas, Frontex, SBB» rund um das städtische Smiley.

Bereits hat die Stadt angekündigt, den Spruch wieder entfernen zu lassen und die Rechnung der Interessengemeinschaft Kulturraum Reitschule (Ikur) zu schicken. 

Ernste Hintergründe

Was wie eine Stadtposse klingt, hat einen ernsten Hintergrund. Die Aufrufe zur Gewalt sind gezielt gegen die SBB und die Securitas gerichtet – die Feindbilder einer Gruppe von Linksautonomen, wie die linke Internetplattform Indymedia zeigt. Dort sind Aufrufe zu Gewalt und Sabotage der beiden zu finden. So sehen deren User die beiden Unternehmen als Teil der «Ausschaffungs­maschinerie», die Flüchtlinge «deportiert» und sich an deren Elend bereichert. Man solle die «Ausschaffungsmaschinerie» zerstören, bekämpfen, sabotieren, blockieren. 

Bei solchen Aufforderungen bleibt es nicht. So haben vorerst Unbekannte vor rund zwei Monaten vorbeifahrende Züge besprayt und sich dann im Internet offiziell zur Aktion bekannt. In Thun dann die nächste Aktion. Dort zerstachen Securitas-Hasser Autoreifen vor einem Securitas-Gebäude und bekannten sich danach dazu. (rwy)

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35Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ch2mesro 30.06.2016 12:11
    Highlight yeah, mit hass und gewalt für eine bessere zukunft, frieden und gleichberechtigung. greift zu den waffen und vernichtet das system. das hat noch jedesmal funktioniert! immer!!! #doublefacepalm
    9 3 Melden
    • Normi 30.06.2016 14:00
      Highlight das reicht nicht ganz #nuclearfacepalm :
      3 1 Melden
    • ch2mesro 30.06.2016 17:14
      Highlight yep, normi
      2 1 Melden
  • Calvin WatsOff 30.06.2016 09:15
    Highlight Was für eine Farce... da geht von beiden Seiten Energie verloren... Kopfschüütttelll :(
    10 1 Melden
  • Ramon Sepin 30.06.2016 09:11
    Highlight Den Hass gege die Security und Frontex versteh ichm die securty wendet Raicial Profiling an. Und frontex ist für das Massen sterben auf dem mittelmeer mitverantwortlich. Aber wie zur hölle kommt der kanton eig auf das dach unbemerkt?
    9 30 Melden
  • herschweizer 30.06.2016 08:14
    Highlight Kindergarten...
    56 7 Melden
  • Stachanowist 30.06.2016 07:49
    Highlight Den Hass auf die SBB verstehe ich. Die Reitschüler toben, weil die SBB Minibar abgeschafft wird. Dort hatten sie bis dato immer gern ein Kafi Crème mit Appenzeller Biberli bestellt, wenn sie, nach einer langen Nacht des Klassenkampfes am Tresen der Reitschule, das Zügli Hause nahmen.
    137 20 Melden
  • So en Ueli 30.06.2016 07:37
    Highlight Die Reitschule ist untragbar. Sie lehnt sich gegen den Staat auf und es wird nichts dagegen unternommen. Sind ja schon fast anarchische Zustände.
    81 74 Melden
    • Gelöschter Benutzer 30.06.2016 08:13
      Highlight Eine moderne Gesellschaft kann die RS problemlos "schultern" (zu untragbar).
      Anarchistische Zustände sind das nicht. Das wünschen die sich das dem so wäre. Ist es aber nicht. Die RS ist im Gegensatz zu deren Anfängen seit langem ohne politisch nennenswertes Konstrukt und vegetiert auf Zusehen hin daher und alle haben Freude ab den Ihnen als autonome Freiräume zugestandenen Aktivitäten im Zusammenhang mit der Reitschule. Eine Anarchie wäre ohne Schützenden Staat; Der hier einer RS die, finde bemitleidenswerten Autonomien zugesteht. Bern will das so; Herzig aber bekloppt.
      31 24 Melden
  • amazonas queen 30.06.2016 07:35
    Highlight Die Stadt soll einfach Lotusfarbe nehmen, dann ist das Thema erledigt.
    31 5 Melden
  • Str ant (Darkling) 30.06.2016 07:32
    Highlight Und wer zahlt für de Kindergarte ?
    41 15 Melden
    • Tscheggsch? 30.06.2016 08:41
      Highlight Die Ikur, steht im Text. Wenn Sie hören möchten, dass dies durch Subventionen, welche aus Steuergeldern bestehen, so entschuldigen Sie meinen Kommentar.
      26 6 Melden
  • Maragia 30.06.2016 07:24
    Highlight Wieso wird immer von Linksautonomen gesprochen? Für mich sind das Linksextreme!!
    97 37 Melden
    • Mafi 30.06.2016 10:00
      Highlight Es sind linksautonome linksextreme 😞😠😂😃😭😂
      13 3 Melden
  • pamayer 30.06.2016 07:09
    Highlight Bei allem respekt vor den autonomen, nun hat's denen wirklich is hirni gschisse.
    Für ausschaffungen sind sicher weder die sbb noch die securitas zuständig.
    82 16 Melden
    • Randy Orton 30.06.2016 09:22
      Highlight Wer macht das dann? Hat der Bund eigene Züge?
      8 21 Melden
    • ElendesPack 30.06.2016 11:18
      Highlight Orton: Dann sollten die SBB (ein Bundesbetrieb) die Weisungen des Bundes nicht befolgen?
      Äh ja, doch...klingt logisch.
      4 3 Melden
    • Randy Orton 30.06.2016 11:29
      Highlight Die SBB sind seit 1999 von der Bundesverwaltung ausgegliedert und eine AG (die jedoch der schweizerischen Eidgenossenschaft gehört).
      Und was ist mit der Securitas, gehören die auch dem Bund? ;)
      1 4 Melden
    • ElendesPack 30.06.2016 11:54
      Highlight Orton: Sie erwähnen ja selber die Eigentumsverhältnisse. Sagt doch alles.

      Und die Securitas ist ein privatwirtschaftliches, gewinnorientiertes Unternehmen. Wieso sollten die Aufträge ablehnen, die sich auf geltende Gesetze abstützen?
      6 2 Melden
  • Randy Orton 30.06.2016 05:51
    Highlight Und stimmen die Vorwürfe gegen SBB und Securitas?
    29 75 Melden
    • giguu 30.06.2016 06:30
      Highlight Jein. Die SBB hat einen Jailtrain, der Häftlinge transportiert. Mehr dazu findest du im Internet. Ob damit auch Migranten in ausschaffungshaft transportiert werden... K.a. hat aber herzlich wenig mit der sbb zu tun.

      Das mit dem swisspass ist nun wirklich Schnarren. Wahrscheinlich haben die reitschüler Smartphones, mit denen schon seit Jahren bewegungsprofile erstellt werden. Der Datenschutzbeauftragte hat dies für den swisspass vor einiger Zeit unterbunden.

      http://switzerland.indymedia.org/de/2016/05/97343.shtml
      40 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 30.06.2016 06:49
      Highlight Nein. Es sind Transport- und Sicherheitsnternehmen, die an demokrtisch legitimierten Ausschaffungen beteiligt sein können - ganz im Gegensatz übrigens zu den vollkommen illegitimen Attacken der Linksextremen.
      64 17 Melden
    • Itsmichael 30.06.2016 06:57
      Highlight Ja genau, alles , was auf Dächern steht stimmt auto automatisch. In Zukunft lese ich keine Zeitung und warson mehr, viemehr halte ich nach News auf Dächern Ausschau.
      41 10 Melden
    • jdd2405 30.06.2016 07:03
      Highlight Wegen der Deportation? Welche Deportation???
      23 10 Melden
    • Joseph Dredd 30.06.2016 07:23
      Highlight SBB und Securitas führen nur aus, was der Bund beschlossen und ausgeschrieben hat. Würden sie diesen Auftrag nicht erfüllen, täten es andere Unternehmen der Privatwirtschaft, solange der Bund keine eigenen Strukturen dafür eingerichtet hat. Diese Firmen zu "bekämpfen" ist in etwa so sinnvoll wie der Kampf gegen die Polizei als Exekutive des Gesetzgebers.

      Wollten diese "Aktivisten" tatsächlich etwas verändern, müssten sie sich in der Politik einsetzen. Farbbeutel auf Züge zu schmeissen und Autoreifen zu zerstechen schafft sicher nicht die idealen Voraussetzungen für Verhandlungen.
      75 6 Melden
    • Bowell 30.06.2016 07:34
      Highlight Ja, die deportieren ja schon seit Jahrhunderten Menschen, hauptsächlich politische Gefangene...meine Güte.
      21 6 Melden
    • Energize 30.06.2016 07:35
      Highlight Ja klar. Die SBB ist auch in die Chem-Trail Affaire und 9/11 involviert. Bei letzterem war es eben nicht wie erzählt ein Flugzeug, sondern ein Zug welcher die Gebäude zum Einsturz gebracht haben. Imfall.
      87 15 Melden
    • Randy Orton 30.06.2016 08:39
      Highlight Ich verstehe die Blitze nicht, war eine ganz normale Frage. Irgendwie werden die Menschen ja ausgeschafft, es wäre ja denkbar, dass sich die SBB damit erwas dazuverdient.
      11 13 Melden
    • Bobo B. 30.06.2016 10:15
      Highlight @Orten: Vielleicht weil das Wort Vorwurf in Zusammenhang mit dem Vollzug von Ausschaffungen ziemlich deplatziert wirkt? Das Wort impliziert, dass jemand ein fehlerhaftes Handeln an den Tag legt und das ist im Zusammenhang mit Ausschaffungen, die gemäss rechtsstaatlichen Prinzipien erfolgen, nun wirklich nicht der Fall.
      7 1 Melden
    • Randy Orton 30.06.2016 10:43
      Highlight Der Vorwurf ist ja, dass die SBB Geld mit Ausschaffungen verdient, das bedeutet doch nicht, dass die Ausschaffung an sich falsch ist oder nicht gemäss rechtsstaatlichen Prinzipien abläuft. Mich nimmt es nur Wunder, ob die SBB und die Securitas tatsächlich Geld damit verdienen Menschen auszuschaffen.
      2 4 Melden
    • Bobo B. 30.06.2016 11:06
      Highlight Und was wäre dann bei einem kleinen Gewinn so verwerflich? Meinst all diese Sozialpädagogen- Firmen, die sich um Asylbewerber und Wirtschaftsflüchtlinge kümmern, machen das für ein Butterbrot? In diesem ganzen Zirkus hat es überall "Gewinner". Unabhängig davon ob du sie zu den "Guten" oder den "Bösen" zählst...
      1 3 Melden
    • ElendesPack 30.06.2016 11:21
      Highlight Hoffentlich verdienen die Geld damit, denn auch Züge, die für Ausschaffungen dienen, generieren Betriebskosten. Dass das Leute aus der Reitschule nicht kapieren, die ja meinen, Strom sei was, was man einfach so abzapfen kann und im Prinzip auf Bäumen wächst, ist aber verständlich.
      5 6 Melden
    • Randy Orton 30.06.2016 11:31
      Highlight Bobo B. das Verwerfliche daran ist, dass der Bund seine Kompetenen eindach auslagert. Das selbe mit Gefängnissen. Man sieht in den USA wohin es führt, wenn Polizeiaufgaben von gewinnorientierten Privatunternehmen (wie die Securitas) übernommen werden. Ich denke nicht, dass dies eine gute Entwicklung ist.
      4 3 Melden
    • Bobo B. 30.06.2016 11:58
      Highlight Orton: Der Bund hat gar keine andere Möglichkeit. Es ist schlicht unmöglich das benötigte Personal über Bundesstellen bereitzustellen!
      1 1 Melden
    • Joseph Dredd 30.06.2016 12:27
      Highlight @Randy Orton: es stünde dem Bund frei, eigene Strukturen aufzubauen und zu unterhalten. Weil dies aber zu kostenintensiv ist, schreibt er solche Aufträge - die er eigentlich selber erfüllen sollte - auf dem Markt aus und gibt dem günstigsten Anbieter, der alle Aufgaben im Pflichtenheft erfüllen kann, den Zuschlag. Die SBB (im übrigen auch ein Bundesbetrieb) liefern Schienennetz und Rollmaterial und die Securitas verfügt über die erforderlichen personellen Ressourcen, die (im selben Kostenrahmen) den kantonalen Polizeikorps an allen Ecken und Enden fehlen.
      3 1 Melden

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