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Sicherheitsdirektor Reto Nause muss zu den Vorfällen vom Wochenende schweigen.  Bild: KEYSTONE

Sicherheitsdirektor muss zu den Krawallen in Bern schweigen

02.03.17, 19:10


Die Sonderdebatte im Berner Stadtparlament zu den Krawallen der letzten Tage ist mit einem Eklat zu Ende gegangen: Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) durfte sich nicht zu den Polizei-Einsätzen am Mittwoch, Freitag und Samstag vergangener Woche äussern.

Stadtratspräsident Christoph Zimmerli (FDP) verwies zur Begründung auf das Geschäftsreglement des Stadtrats. Bei der sogenannten «Diskussion zu einem aktuellen Thema» dürften die Mitglieder der Stadtregierung nur insgesamt zehn Minuten sprechen.

Weil der grüne Stadtpräsident Alec von Graffenried bereits die ganze Redezeit beansprucht hatte, durften Nause (CVP) und auch Finanzdirektor Michael Aebersold (SP) entgegen ihrer Absicht nicht mehr zum Parlament sprechen.

«So ist eben das Reglement.»

Sicherheitsdirektor Reto Nause

Verhältnismässige Polizei-Einsätze

Nach der Debatte vom Donnerstagabend sagte Nause der Nachrichtenagentur SDA, er kommentiere den Entscheid nicht. «So ist eben das Reglement.» Er hätte gerne allen Polizisten gedankt, die mit ihrem Einsatz ihre eigene körperliche Unversehrtheit aufs Spiel gesetzt hätten.

Alle Polizei-Einsätze seien verhältnismässig gewesen, betonte Nause. Die Aggressionen seien stets von den Besetzern beziehungsweise von Krawallmachern unter den Demonstranten ausgegangen.

«Gewalt ist das Ende der Politik»

Stadtpräsident von Graffenried hatte zuvor die Gewaltexzesse im Rat scharf verurteilt. «Gewalt ist das Ende der Politik.» Ein Dialog mit Krawallmachern komme nicht in Frage.

In der Debatte verurteilten Sprecher aller Parteien die Krawalle. Eine weitergehende Einigkeit gab es allerdings nicht.

Die SVP zieht aus den Gewaltexzessen vor allem den Schluss, dass die Reitschule geschlossen werden muss. Schliesslich hätten die linksextremistischen Krawallmacher im autonomen Kulturzentrum untertauchen und sich so dem Zugriff der Polizei entziehen können.

«Idioten schaden der Reitschule»

Anders sah das die Ratslinke. Die Reitschule sei selber Opfer, wenn sie von gewalttätigen Demonstranten missbraucht werde. «Diese Idioten schaden der Reitschule», pflichtete ihnen ein BDP-Sprecher bei.

Den Krawallen ging die Räumung eines besetzten Hauses am Mittwoch vergangener Woche voraus. Bei den nachfolgenden Demonstrationen am Mittwoch, Freitag und Samstag kam es zu Ausschreitungen. Mindestens elf Menschen wurden verletzt, darunter zehn Polizisten. Der Sachschaden wird auf mehrere hunderttausend Franken geschätzt. (sda)

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Skip Bo 04.03.2017 12:24
    Highlight Warum soll man Nause sprechen lassen? Er hat im Gemeinderat eh nichts zu sagen...
    Er dient bestenfalls als Sündenbock für Krawallbefürworter...
    0 0 Melden
  • chara 02.03.2017 19:57
    Highlight So, warum wehren sich den die armen Reitschulbetreiber nicht endlich konsequent dagegen? Und das Argument, dass dort Kultur jeglicher Art willkommen ist ist obsolet da hier die Verantwortung vorgelagert gilt. Die Polizei soll das Ding beim nächsten Mal einkesseln und alle welche sich dort aufhalten erfassen, auch wenns halt unbeteiligte sind, evtl. würden die sich halt dann mit gewissem Nachdruck gegen diese anscheinend nicht erwünschte Truppe von sinnbefreiten zu Wehr setzen da ja immer wieder mantraartig zu höhren ist, dass der Raum sich selbst entwickelt...
    45 29 Melden
    • Roaming212 02.03.2017 22:21
      Highlight Die Reitschule soll mal eine Veranstaltung machen, wo man sich eben öffentlich gegen diese Krawallmacher wehrt, wenn die Reithalle ja auch die Opfer sind. Anstatt so sinnfreie Events mit Motto No Nations, No Borders.
      25 13 Melden
    • almlasdn 02.03.2017 23:18
      Highlight Wieso sollte sie eine solche Veranstaltung machen? Es kann der Reitschule und deren Besuchern ziemlich egal sein, ob sie nun verurteilt wird oder nicht. Die Menschen glauben eh was sie glauben wollen.
      Fakt ist, die Reitschule ist in keiner Weise (ausser örtlich) in die Ausschreitungen involviert. Fakt ist auch, dass sich die Vermummten immer wieder in die Reitschule (Innenhof) zurückziehen, weshalb die Tore aber nicht einfach geschlossen werden können wurde bereits erklärt.
      Der Ausschnitt ist aus einem Interview nach den Ausschreitungen letzten März.
      4 16 Melden
    • Walter Sahli 02.03.2017 23:19
      Highlight Danke für Tipp 7'385! Die Stadtberner sind alle ganz schampar dankbar für all die guten Tipps von all den Hätte-würde-sollte-Sofaexperten! Ihr seid alle so weise und so klug.
      7 9 Melden
    • chara 03.03.2017 19:05
      Highlight Ziemlich viele Fakten... Fakt ist, dss z.B. eine Fluchttüre zum Flüchten ist, also in die Fluchtrichtung geöffnet wird...Was da die Mediensprecherin und der Betreiber raus lassen ist ja wohl wiedersprüchlich in sich...hier trifft aber Ihre Aussage zu, man glaubt was man glaubt will...jegliche Diskussion ist sinnbefreit für mich ist die Duldung nicht verständlich und deren Argumentationskette lächerlich...
      1 0 Melden
    • stamm 04.03.2017 00:02
      Highlight Ja, super Interview der Reitschule. Kulturell ganz hochstehend. Aber dasselbe wär, wenn ich einen Zufluchtsort für Nazis machen würd, welcher auch noch von der Stadt mitfinanziert wird. Würd gerne mal das Gejammer hören.... Sachschaden mehrere 100tausend von Menschen, welche nur schon durch ihr da sein mehrere 100tausend kosten, und ganz nebenbei noch die verletzten Personen! Und was passiert jetzt? Was um Himmels Willen sind jetzt die Konsequenzen, damit sowas nie mehr passiert? Massnahmen wären mal angebracht....
      2 1 Melden
    • almlasdn 04.03.2017 02:07
      Highlight Auch wenn die Tür nach innen öffnet, gibt es denn einen anderen grossen Ausgang, der im Falle eines, sagen wir mal Brandes, benutzt werden könnte? Wäre mir gerade keiner bekannt.
      0 0 Melden
    • almlasdn 04.03.2017 08:48
      Highlight @stamm in dieser Diskussion ging es nicht wirklich um Rechte... Ausserdem ist das schlicht ein schlechtes Argument wenn man mit hätte und müsse sein argumentiert. Gibt es einen solchen rechten Treff? Nein. Also bleibt die Diskussion bei der Reitschule selber.
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    • almlasdn 18.03.2017 17:18
      Highlight übrigens, die Tür öffnet nach aussen, gestern geprüft. :P
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    • chara 22.03.2017 06:37
      Highlight @almlasdn
      Sonst wäre das ja auch ein Riesenmangel im Brandschutzkonzept...Türen öffnen sich meist in die Fluchtrichtung ausser wenn der Fluchtweg dadurch beeinträchtigt würde...
      0 0 Melden

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