Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bordelle und Gummipuppen in der Berner SVP

Die SVP sieht sich ohne Zweifel als Partei der Gesetzestreuen und Saubermänner. Der Einsatz für die Durchsetzungsinitiative zeigt das gerade wieder. Umso mehr staunen derzeit Beobachter über das Personal, das die Stadtberner SVP in die Gemeinderatswahlen (Stadtregierung) vom kommenden Herbst schickt.



Ein Artikel von Schweiz am Sonntag

Am Anfang waren es fünf Kandidaten, jetzt sind es noch vier. Stefan Hofer zog seine Kandidatur Anfang Monat zurück. Es war bekannt geworden, dass er einst Bordellbetreiber war. Dann kam aus, dass er in einem ehemaligen Gasthof Zimmer zu Wucherpreisen an Sozialhilfebezüger vermietete.

Stefan Hofer, SVP-Gemeinderat

Ehemaliger Bordellbetreiber und SVP-Gemeinderatskandidat: Stefan Hofer.
Bild: Der Bund

Schlüpfrig liebt es auch Erich Hess, National-, Gross- und Stadtrat, Lastwagenführer, Unternehmer. Der Kumpel von Ex-Nationalrat Thomas Fuchs hantierte jüngst in einer Erotiksendung auf einem Privatsender mit einer Gummipuppe, wie der «Bund» spöttisch rapportierte. «Plötzlich lässt Erich Hess eine der Sexpuppen über seinem Kopf kreisen.»

Image

Erich Hess und die Gummipuppe.
Bild: KEYSTONE

Brachial mag es Kandidat Jimy Hofer, Musiker, Unternehmer, parteilos. Das Aushängeschild des Rockerclubs Broncos drohte einem Kollegen im Stadtparlament auch schon mit Gewalt. Er werde sich den zur Not «selbst zur Brust nehmen». Hofer sagte 2012 der «WOZ», es gebe nur zwei Rassen auf der Welt: «Arschlöcher und Nichtarschlöcher.»

Gemäss Mitteilung der Stadtberner SVP nach der Nomination zeichnen sich ihre fünf (neu noch vier) Kandidaten wie folgt aus: «Unbedingtes Einstehen für Sicherheit und Ordnung» sowie «einfache, wirksame Lösungen und damit haushälterischer Umgang mit Steuergeldern».

Die SVP ist in der Stadtregierung nicht vertreten, sie plant den Einzug. Ein Hoffnungsträger auf der Liste ist Bernd Schildger, der Direktor des Tierparks Dählhölzli. Der gebürtige Deutsche ist seit einem Monat bei der SVP.

ARCHIV - ZUM TOD DES EHEMALIGEN BERNER STADTPRAESIDENTEN KLAUS BAUMGARTNER STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG. - Adrian Guggisberg, Direktor fuer Hochbau, Stadtgruen und Energie, der Berner Stadtpraesident Klaus Baumgartner, die Projektgewinnerin Beatrice Friedli und Bernd Schildger, Direktor des Tierparks Daehlhoelzli, von links nach rechts, praesentieren am Freitag, 7. November 2003, in Bern, das Siegerprojekt

Bernd Schildger (ganz recht) auf einer Archivaufnahme.
Bild: KEYSTONE

Immerhin merkt der Wähler in der Stadt noch, dass er SVP-Vertreter vor sich hat. Bei den Ersatzwahlen in die Berner Kantonsregierung vom 28. Februar ist das nicht so. Auf den Plakaten und den Prospekten im offiziellen Wahlcouvert sind die zwei SVP-Kandidaten nur schwer als solche auszumachen. Statt SVP-Grün dominiert FDP-Blau. Das Sünneli-Signet ist nur per Lupe auszumachen. Wer den Text nicht genau durchliest, hält das Duo für Freisinnige. Offenbar erhöht das die Wahlchancen. (hay)

SVP-Abstimmungsplakate

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

Themen
1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Arabra 21.02.2016 10:55
    Highlight Highlight Diese SVP Hetzerei geht mir langsam gehörig auf den Zeiger. Wie wärs mit anständigem Journalismus? Watson ist gegen die DSI? Ok, schreibt darüber, aber hört auf mit den persönlichen und vor allem verallgemeinerten Angriffen gegen diese Partei!!!! Das ist niveaulos und ist nichts anderes als die SVP auch schon macht... Seit bitte die klügeren und hört damit auf.........
    2 13 Melden

Was stimmt wirklich? Die wilden Behauptungen zur SBI im Faktencheck

Landesrecht vor Völkerrecht: Darum geht's übernächsten Sonntag. Die vermeintlich trockene Materie verleitet zu Behauptungen – wir unterziehen sie einem Faktencheck.

Zumindest dieser Punkt dürfte unstrittig sein: Im Internet-Zeitalter findet sich zu jedem Thema ein Überfluss an Information, auch und erst recht zu Abstimmungsvorlagen. Es ist schier unmöglich, alle Argumente zu sammeln, zu gewichten und auszuwerten. Deshalb gewinnen Faktenchecks an Bedeutung: Anhand objektiver und belegbarer Fakten werden die Aussagen von Politikern überprüft.

Längst setzen politische Akteure auf eigene Faktenchecks – sie machen sich diesen Begriff zunutze und das Ideal der …

Artikel lesen
Link to Article