Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Meinisberg will keine Fahrenden – und steigt mit der Regierung in den Ring

Die Berner Regierung macht ernst mit ihrem Plan, in Meinisberg einen Platz für ausländische Fahrende zu schaffen. Meinisberg will sich bis zum bitteren Ende wehren.



Endlich geht etwas im Kanton Bern. Nachdem gestern bekannt wurde, dass der Kanton in Erlach, Muri und Herzogenbuchsee neue Stellplätze für Schweizer Fahrende sowie einen Transitplatz in Meinisberg für ausländische Fahrende plant, war ein Meilenstein erreicht. Lange genug lag man auf der faulen Haut. 2003 hatte der Bund die Kantone beauftragt, genügend Plätze für die Minderheit auf Rädern zu schaffen. Nichts ging – bis eben heute. 

Gampelen, Witzwil, Fahrende

Rückblick: Bis die Fahrenden in Witzwil das Feld räumten, dauerte es eine Weile. Berner Zeitung

Gute Nachrichten, könnte man meinen. Nicht für alle, wie sich zeigt. Als einzige Gemeinde ärgert sich Meinisberg grün und blau über die Pläne des zuständigen Regierungsrats Christoph Neuhaus (SVP). «Genau wie die Kantonsregierung sich vorbehält, mit allen rechtlichen Mitteln für diesen Standplatz zu kämpfen, tun wir dies auch, um uns dagegen zu wehren. Notfalls bis ans Bundesgericht», droht Christian Sahli, Vizegemeindepräsident von Meinisberg im Gespräch mit der «Berner Zeitung». «Sollte die Forderung im Grossen Rat tatsächlich durchkommen, ergreifen wir das Referendum.»

«Kosten sind viel zu hoch»

Ein Grund für den Ärger sind die Kosten, die seien viel zu hoch – der Regierungsrat beantragt einen Kredit von 9,2 Millionen Franken für den Platz in Meinisberg. Darin nicht eingeschlossen seien die Folgekosten von jährlich bis zu 60'000 Franken sowie die Kosten für die Polizeieinsätze. «Dafür müssen die Steuerzahler aufkommen», so der Gemeinderat. Dieser geht davon aus, dass sich ähnliche Szenen ereignen wie vor wenigen Wochen in Witzwil

abspielen

Wie auf einer Chilbi: Meinisberg befürchtet viel Ärger. YouTube/Bieler Tagblatt

Die Meinisberger haben auch Angst. Angst, dass die Fahrenden ihrem Image schaden. Das befürchtet übrigens auch Lengnau, die Nachbargemeinde. Der Gemeinderat «sieht seine Bestrebungen zur Attraktivierung der Gemeinde als Wohn- und Arbeitsort sehr gefährdet», heisst es auf der gemeindeeigenen Webseite.

Kein Transitplatz Meinisberg

Ein Blick auf die Webseite zeigt: Das Komitee «Kein Transitplatz Meinisberg» mobilisiert mit scharfen Worten gegen die Pläne. keintransitplatzmeinisberg.ch

Noch ist es wohl zu früh für schlaflose Nächte. Sagt die Finanzkommission «Ja» zu den Anträgen des Regierungsrats, kommt das Geschäft wohl im September in den Grossen Rat. Bis dahin versuchen die Meinisberger Politiker und das Komitee «Kein Transitplatz Meinisberg», möglichst viele Gegner zu mobilisieren.

Aufgrund des Diskriminierungsverbots muss der Kanton aber Plätze für einheimische und ausländische Fahrende schaffen. Der Regierungsrat will deshalb bei der Autobahnausfahrt in Meinisberg auf einer 12'500 Quadratmeter grossen Parzelle rund 40 Standplätze mit Platz für 120 bis 200 Personen schaffen. (rwy)

Das könnte dich auch interessieren:

Die Geschichte zu diesem Foto mit Pogba ist wirklich unglaublich lustig

Link zum Artikel

Dieser Bündner Lokführer hat wohl gerade den besten Job der Welt

Link zum Artikel

«Der grösste Fehlentscheid der NFL-Geschichte» – und natürlich wieder Brady

Link zum Artikel

9 simple WhatsApp-Kniffe, die nicht jeder kennt

Link zum Artikel

Vor 50 Jahren: Als der Traum von der Schweizer Atombombe platzte

Link zum Artikel

Von frierenden Möpsen und fliegenden Vibratoren: Eine kleine Abrechnung mit Hollywood

Link zum Artikel

«Ken ist nur ihr schmuckes Anhängsel»: Soziologin über Geburtstagskind Barbie

Link zum Artikel

«Steigende Mieten!» – «Nur noch Beton!»: Das Streitgespräch zur Zersiedelungs-Initiative

Link zum Artikel

Ist die #10YearChallenge gefährlich? Die Fakten zum Internet-Phänomen

Link zum Artikel

Hunderte Millionen geklaute Zugangsdaten im Netz – so prüfst du, ob du gehackt wurdest

Link zum Artikel

3 Punkte: Wie Kritiker über den Reichen-Report motzen – und was davon zu halten ist

Link zum Artikel

«Das Beste im Mann» – mit diesem Anti-Sexismus-Werbespot läuft Gillette voll in den Hammer

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • malu 64 18.06.2016 21:06
    Highlight Highlight Ich kenne viele Schweizer Fahrende. Das sind sehr interessante und einfache Leute.
    Die Vorurteile die weitläufig verbreitet sind, sind aus der
    Luft gegriffen. Alle sind selbständig Erwerbend und arbeiten hart für ihren Lebensunterhalt. Während der Sommermonate müssen die Kinder nicht zur Schule, müssen aber trotzdem den Schulstoff eigenständig lernen und bekommen von Zeit zu Zeit neue
    Aufgaben von den Lehrern, per@ Post. Die Familie ist das größte.
    Viele sijmkjno

Ade Pelz: Schweizer zeigen Canada Goose die kalte Schulter

Einst bot er Forschern in der Arktis Schutz vor Kälte, in den letzten Wintersaisons prägte er modisch Schweizer Stadtbilder – der pelzbesetzte Parka, besonders derjenige der Marke Canada Goose. Nun flaut der haarige Hype ab. 

Er war der grosse Renner der letzten Schweizer Winter: der Jackenhersteller Canada Goose. Hätte man für jede Sichtung dieser omnipräsenten Parkas mit Kojotenkapuze einen Franken gekriegt, hätte man sich selbst bald schon eines der teuren Exemplare leisten können. Und das alles trotz heftiger Kritik der Tierschutzorganisationen.

Diese Saison hatten die Status-Parkas aber einen schweren Start. «Im Vergleich zu 2017 ist der Verkauf der Jacken und Mäntel der Marke stark eingebrochen», sagt …

Artikel lesen
Link zum Artikel