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Das Gericht sprach der Praktikantin eine Entschädigung zu.  symbolbild: Shutterstock

WTF! Berner Anwalt zerrt eigene Praktikantin vor Gericht – wegen 12.50 Franken



Der «Skandal» passierte kurz vor Ostern dieses Jahres. Eine Praktikantin machte in einem Berner Anwaltsbüro für eine Stunde eine Pause, um an ein externes Vorstellungsgespräch zu gehen. 

In der Zeiterfassung gab die Frau an, an der Uni eine Vorlesung besucht zu haben. Doch irgendwie bekam ihr Chef Wind von der Sache. Allerdings erst, als die Praktikantin bereits gekündigt hatte. Doch er kannte kein Pardon, stellte die Frau frei und reichte Strafanzeige ein. Das berichtet die Berner Zeitung am Mittwoch. 

Doch die Richter zuckten beim Fall nur mit den Schultern: Es fehle die strafbare Handlung; der finanzielle Schaden sei zu gering. Kein Wunder: Der Monatslohn der Praktikantin betrug 2000 Franken – oder 12.50 pro Stunde. 

Trotzdem wollte der Anwalt die Sache nicht auf sich beruhen lassen. Er zog den Fall ans Obergericht weiter. 

Sein Schaden sei höher: Weil er der Frau auch nach der geschwänzten Stunde noch Lohn bezahlt und Zeit «in Erwartung einer längerfristigen Zusammenarbeit» investiert habe. Weil er eine Nachfolgerin habe einarbeiten müssen. Er verlangte eine Strafuntersuchung und eine angemessene Sanktion, schreibt die Zeitung weiter. 

Happy End für Praktikantin

Doch das Obergericht liess sich davon nicht beeindrucken. Die Falschbuchung begründe weder eine für den Betrug vorausgesetzte Bereicherungsabsicht, noch sei eine arglistige Täuschung im strafrechtlichen Sinn erkennbar.

Eine «Strafe» hingegen erhielt der Anwalt: Das Gericht brummte ihm die Prozesskosten von 1000 Franken auf. Zudem muss er seiner Praktikantin eine Entschädigung von 629 Franken zahlen. 

(amü)

Schaff dir KEINEN dieser Praktikanten-Typen an!

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Video: watson/Knackeboul, Madeleine Sigrist, Lya Saxer

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52Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Homunkoloss 28.12.2017 10:05
    Highlight Highlight In einer Vorlesung an der ETH Zürich sagte mein damaliger Professor folgendes Zitat:

    "Unter uns: Juristen sind Menschen welche Probleme lösen für die Sie selber verantwortlich sind"

    Ich bin defenitiv nicht immer gleicher Meinung mit Herrn xxx (ich bennene den Herrn hier nicht) aber wenn ich solche Artikel lese...Es trifft irgendwie zu.
    • g0ldrake 29.12.2017 14:41
      Highlight Highlight Interessantes Zitat...das dürfte allerdings auch auf Informatik-Ingenieure, Maschinenbau-Ingenieure und dergleichen zutreffen ;)
  • Chäslade 27.12.2017 18:59
    Highlight Highlight Welch doofer Rechtsverdreher.
    Der sollte doch etwa CHF 20'000 bezahlen, oder 184 Sozialstunden leisten
  • Bene_ 27.12.2017 15:46
    Highlight Highlight Diese Person ist unter Berner Juristen berüchtigt. Er prozessiert häufig völlig unsinnig und auch, wenn von vorneherein keine Erfolgschancen bestehen. Die Zeche zahlen dann die Klienten in Form von Gerichtskosten und Parteientschädigungen. Da sein Name nicht öffentlich gemacht werden kann, ist das einzige Mittel eine Meldung an die Anwaltskommission, wo er auch schon gemeldet wurde. Ein schwarzes Schaf ist nun aber kein Grund, die ganze Anwaltschaft über den selben Kamm zu scheren.
  • sherpa 27.12.2017 13:18
    Highlight Highlight Vielleicht handelt es sich dabei eher um einen Rechtsverdreher mit begrenztem juristischem Wissen als um einen anerkannten Anwalt.
  • Echo der Zeit 27.12.2017 12:48
    Highlight Highlight Der sollte an denn Pranger gestellt werden - Gnadenlos .... alle werden dein Name kennen.
    • Charlie Brown 27.12.2017 15:33
      Highlight Highlight Teeren und Federn hast du noch vergessen.

      Rechtsstaat ist überbewertet...
  • fandustic 27.12.2017 10:51
    Highlight Highlight Zeigt eigentlich nur wie weit manche Juristen von der realen Welt entfernt leben. Alles steht nunmal nicht in Büchern.
  • Chääschueche 27.12.2017 09:59
    Highlight Highlight Der Arme Anwalt :(

  • rodolofo 27.12.2017 09:48
    Highlight Highlight Da ich zur Zeit ebenfalls mit Anwälten zu tun haben muss und auf der letzten Rechnung nebst einem horrenden Stunden-Honorar auch noch einen Kleinspesenzuschlag von 16.50 zu bezahlen hatte für ein einziges kleines Mineralwasser-Fläschchen, macht mich dieser Artikel sofort hellhörig.
    Gemäss meinen eigenen Erfahrungen wage ich zu behaupten, dass dieser streitbare Anwalt den Verlust durch eine Fehlbuchung seiner Praktikantin bereits mit EINEM Kleinspesenzuschlag wieder hereingeholt hat!
    Ausserdem ist es sowieso ekelhaft, wenn ein solcher Abzocker seine eigene Praktikantin auspressen will.
    • Asmodeus 27.12.2017 11:18
      Highlight Highlight Zum Glück gibt es auch gute Anwälte.

      Wir haben gestern gerade das letzte Honorar unserer Anwältin bezahlt ohne welche wir wohl niemals erreicht hätten eine IV-Rente zu unseren Lebzeiten zu erhalten.
    • logisch 27.12.2017 11:54
      Highlight Highlight Wende dich an die Aufsichtsbehörde des jeweiligen Kanton. Sofern es sich nicht um ein Fidschi-Wasser mit Goldrückständen, welches von den Priestern der Anhänger der Religionsgemeinschaft der unsichtbaren rosafarbenen Einhörnern (ja die gibts wirklich) geseget ist, könnte es sich um eine Verletzung der Berufsreglen handeln.
    • rodolofo 27.12.2017 12:51
      Highlight Highlight @ logisch
      Danke für den Tip!
      Aber ich glaube, für mich ist es sinnvoller, diesen teilweise kafkaesken Justiz-Apparat nicht noch mehr auf mich aufmerksam zu machen...
      Einfach Rechnung bezahlen und möglichst schnell raus aus dieser Mühle, die anscheinend viele Ähnlichkeiten mit der Psychiatrie aufweist.
      Psychiater verdienen ja auch nicht schlecht...
      Der eigentliche Buhmann ist ohnehin nicht der Anwalt, sondern mein geldgieriger und verlogener GEGNER, der als eigentlicher Drahtzieher im Hintergrund sitzt und den Anwälten solche Verdienstmöglichkeiten ja erst eröffnet!
      Ooommm! Tief atmen!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Erarehumanumest 27.12.2017 09:43
    Highlight Highlight Genau deshalb werde ich als Vermieter nie nie niemals einen Juristen als Mieter haben!
    • Barracuda 27.12.2017 11:03
      Highlight Highlight Wäre ja blöd, wenn man Mieter hätte, die ihre Rechte kennen;-) Habe auch einen Vermieter, der alles probiert. Aber wenn man es zu offensichtlich macht oder noch weniger Ahnung hat von Mietrecht wie die Mieter, dann kann der Schuss auch mal hinten raus gehen:-) Wenn Sie sich in den rechtlichen Schranken bewegen, dann müssten Sie doch eigentlich keine Angst haben... Das hat dieser Fall hier ja auch gezeigt, wenn Sie ihn schon als Rechtfertigung nehmen;-)
    • satyros 27.12.2017 12:31
      Highlight Highlight Keine Sorge, kluge Mieter sind Mitglied des Miterverbands und haben deshalb kostenlose Rechtsberatung und im Streitfall einen Anwalt.
  • Dogbone 27.12.2017 09:36
    Highlight Highlight Für einmal ein Hoch auf unsere Gerichte, dass sie nicht auf das komplett deplazierte Begehren von diesem spätpubertierenden Bibelidrücker eingetreten sind! Schade hat er vermutlich keine guten Freunde und eine Frau die ihm auch noch sagen könnten, was für ein vollendeter Idiot er doch ist.
    Was gibt es bloss für armselige Pfeifen auf dieser Welt...
  • Triumvir 27.12.2017 09:32
    Highlight Highlight Wie heisst dieser Superanwalt? Die Öffentlichkeit und künftige potentielle Praktikanten müssen vor solchen Anwälten nämlich definitiv geschützt werden...
    • Charlie Brown 27.12.2017 15:31
      Highlight Highlight Genau! Treibt die Sau durchs Dorf! Wer braucht schon einen Rechtsstaat?
  • b4n4n4j03 27.12.2017 09:28
    Highlight Highlight Warscheinlich ist das so ein typ, welcher flyer in die brifkästten wirft um gegen den dorffussballplatz zu klagen, da dieser zu laut sei...
    Ein gutes beispiel der volksverblödung welche sich auch in unsere gesetzgebung einschleicht...
    Schon bei der strafanzeife hätte der typ ein satz warme ohren verpasst gekriegt sollen... :)
    • bilbo 27.12.2017 13:01
      Highlight Highlight Mir sind ja diejenigen Mitmenschen am liebsten, die über Volksverblödung schimpfen, aber selbst keinen Satz richtig hinbekommen... 😊
    • einmalquer 27.12.2017 19:33
      Highlight Highlight Dorf-Fussballplätze sind nicht laut - unseren (zugegeben in einer Stadt) hört man überhaupt nicht. Der ist still und leise und jetzt gerade mit Schnee bedeckt.

      Kein Grund also, ihn zu verklagen. Wäre auch schwierig, da er keine eigene Rechtspersönlichkeit hat. Und zustellen - mangels eigenem Briefkasten und so -könnte man eine allfällige Klage auch nicht. Man müsste sie auf den Platz werfen.

      Mit dem Juristen-"Deutsch" wäre der Fussballplatz sowieso völlig überfordert, hat er doch keine Schule besucht und fürs Selbststudium ist er zu faul.

      Er liegt einfach immer nur rum.
  • Hardy18 27.12.2017 09:20
    Highlight Highlight Bei Praktikanten werden Pausen bezahlt? Wie nett.
    • Okabe Rintarou 27.12.2017 11:39
      Highlight Highlight das ist nicht der Punkt....
    • aglio e olio 27.12.2017 12:21
      Highlight Highlight Bei 12.50/h sollte man denen auch noch die Freizeit bezahlen.
    • Charlie Brown 27.12.2017 15:29
      Highlight Highlight @aglio: Die Ferienzeit ist bezahlt. Schweizer Recht..,
  • Crissie 27.12.2017 08:53
    Highlight Highlight Glücklicherweise gibt es noch einsichtige Richter! Dieser Anwalt hat bekommen, was er provoziert hat und die Praktikantin hat wohl schon lange gespürt, dass das nicht der passende zukünftige Arbeitgeber sein könnte. Nun hat sie ausser einer neuen Stelle auch noch eine ansehnliche Entschädigung bekommen. Das freut mich für sie!
  • chummer godi 27.12.2017 08:28
    Highlight Highlight Da muss ich doch grad an die vielen Toiletten-Besuche während meiner Praktikii (sagt man das so?) denken, die ich bis zur Unvernunft in die Länge hinaus stüdelte, weil es erfüllender war, die Bodenfliesen zu zählen als stundenlang Excel-Shits vollzutippen, von denen ich wusste, dass sie niemals jemand zu Gesicht bekäme. Tausende Fräichlis müsste ich zurückerstatten. Tausende!
    • dave92 27.12.2017 09:00
      Highlight Highlight Praktika :)
    • peterpe 27.12.2017 09:12
      Highlight Highlight Hmm..? Sind es nicht Praktika?
    • Mr.Bean 27.12.2017 09:19
      Highlight Highlight *Praktika
    Weitere Antworten anzeigen
  • Valon Gut-Behrami 27.12.2017 08:05
    Highlight Highlight Gut, ging es so aus.
  • pamayer 27.12.2017 07:55
    Highlight Highlight Eine kleine Weihnachtsgeschichte...
  • Ökonometriker 27.12.2017 07:16
    Highlight Highlight Das Traurige ist, dass dieser Typ Anwalt ist. Der sollte sich doch irgendwie seine Chancen ausrechnen können...
    • rodolofo 27.12.2017 09:55
      Highlight Highlight Ein Anwalt sagt, dies sei "Alte Schule":
      - Immer drohen und Angst einjagen!
      - Immer stressen und knappe Fristen setzen
      - Immer aus einer erhöhten Position heraus sprechen und den GEGNER mit maximaler Arroganz klein machen und demütigen!
      - Immer versuchen, mit hinterlistigen Winkelzügen und Kleingedrucktem das Maximum aus dem Paragraphen-Dschungel und seinen vielen Schlupflöchern und Gummi-Formulierungen herauszuholen!
      (Kommt mir irgendwie bekannt vor.)
      Heute gehe man aber mehr und mehr zu einem Partnerschaftlichen- und an gütlichen Lösungen interessierten Verhalten über.
      Schön wär's...
    • elias776 27.12.2017 10:18
      Highlight Highlight Genau dass dachte ich mir auch
  • Angelle 27.12.2017 07:04
    Highlight Highlight Womit dann auch geklärt wäre, weshalb die Dame sich einen neuen Arbeitgeber gesucht hat
  • Asmodeus 27.12.2017 06:49
    Highlight Highlight Ich würde meine Meinung über diesen Anwalt sagen, aber ich will nicht verklagt werden :-)
    • CASSIO 27.12.2017 08:39
      Highlight Highlight Da gibt's Mittel und Worte (wie z. B. "persönlich finde ich, dass..."), um dies kundzutun, aber was bringt das? Die Praktikantin ist nicht ohne Schuld, der Anwalt ist aber in meinen Augen auch nicht der Hellste, weil er sich damit zum Gespött der andern Anwälte gemacht und den Justizapparat für einen feuchten Furz bemüht hat. Bei der nächsten Budgetdebatte müssen dann neue Stellen am Gericht beantragt werden, weil sich unsere Gerichte mit solchem Mumpitz herumschlagen müssen.
    • Charlie Brown 27.12.2017 09:16
      Highlight Highlight Tu es doch. Vielleicht bekommst du dann noch eine Entschädigung zugesprochen. 😉
    • satyros 27.12.2017 12:35
      Highlight Highlight @Cassio: Immerhin muss er das Verfahren beim Obergericht bezahlen. Ein so klarer Fall braucht wenig Arbeit und ist mit Fr. 1000 gut abgegolten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • laska 27.12.2017 06:48
    Highlight Highlight Wenn man eine solche Storie liest, notabene von einem sog. Gebildeten, verwundert es kaum, dass Gerichte permanent überlastet sind und der gesunde Menschenverstand immer mehr auf der Strecke bleiben.
    • The oder ich 27.12.2017 09:59
      Highlight Highlight Immerhin darf man den beiden involvierten Gerichtsinstanzen in diesem Fall ausgesprochen gesunden Menschenverstand attestieren.
  • redeye70 27.12.2017 06:45
    Highlight Highlight Ich verstehe ihren Wunsch den Arbeitgeber zu wechseln 😂

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