Schweiz
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Die IV versucht den jungen Erwachsenen mit Integrationsmassnahmen unter die Arme zu greifen.

Immer mehr junge Berner landen in der IV – oft aus psychischen Gründen

Jedes Jahr melden sich mehr unter 24-Jährige bei der IV-Stelle Bern. Schweizweit hält die IV dem Trend mit konkreten Massnahmen entgegen.

06.09.16, 05:46 06.09.16, 06:15


Seit 2003 geht die Zahl der jährlichen Neuanmeldungen bei der IV insgesamt zurück. Das klingt erfreulich, wenn da nicht eine andere Entwicklung wäre, die Fachleuten Bauchschmerzen bereitet: Offenbar nimmt die Zahl der jungen Leute, die Unterstützung von der IV brauchen, zu. 

Im Kanton Bern haben sich 2011 367 junge Erwachsene unter 24 Jahren neu angemeldet. 2015 waren es 548. Schweizweit sieht es ähnlich aus: In den letzten fünf Jahren ist die Zahl um 23 Prozent gestiegen – auf 12‘101 Neuanmeldungen im Jahr 2015. Das berichtete die Sendung «Schweiz aktuell» von Schweizer Fernsehen SRF am Montag.

«Fachleute raten heute schneller zu einer Anmeldung als früher.»

Roger Schmied, Leiter der IV-Abteilung Eingliederungsmanagement

Bessere Chancen für Jugendliche

Einer, der die Hintergründe des Trends kennt, ist Roger Schmied. Er ist Leiter der IV-Abteilung Eingliederungsmanagement und sagt in der Sendung: «Heute raten die Fachleute den jungen Leuten schneller zu einer Anmeldung als vor 5 Jahren.» Die IV werde als Eingliederungsversicherung wahrgenommen. «Das ist gut so.» Je rascher man einem jungen Menschen unter die Arme greifen kann, desto besser seien die Chancen, diesen in den Arbeitsmarkt zu integrieren. 

Das gilt besonders für psychisch erkrankte junge Erwachsene. Sie machen einen Grossteil der jungen Neu-Anmeldungen und -Renten aus, wie die Studie «Profile von jungen IV-Neurentenbeziehenden mit psychischen Krankheiten». Um sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren, vermitteln ihnen die IV-Stellen Arbeits- und Ausbildungsplätze in einer EingIiederungsinstitution oder in einem Unternehmen in der Privatwirtschaft. Im zweiten Fall werden die Jugendlichen und der Arbeitgeber durch eine IV-Fachperson begleitet. Der Arbeitgeber erhält den Aufwand mit maximal 100 Franken pro Tag entschädigt. 

Im Kanton Bern werden mittlerweile 1087 junge Erwachsene mit solchen Massnahmen unterstützt. «Das lohnt sich für die IV», sagt Schmied. Eine lebenslange IV-Rente auszurichten, sei viel teurer. (rwy)

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

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17
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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Launedernatur 06.09.2016 11:43
    Highlight War vorauszusehen. Höher, schneller, weiter... eine Veränderung zu einer besseren Work-Life-Balance wäre hilfreicher als Medis und nette Worte.
    15 1 Melden
  • Linus Luchs 06.09.2016 09:03
    Highlight Wieso nimmt die Zahl der Jugendlichen, die psychisch erkranken, zu? Um welche Art von Erkrankungen geht es? Ich nehme an, es handelt sich um Depressionen.

    Es ist immer heikel, ohne Detailwissen über Gründe zu spekulieren. Aber ich würde darauf tippen, die Ursachen liegen in einer fatalen Mischung aus Leistungsdruck, Reiz- und Informationsüberflutung, Konsumorientierung, Schönheitswahn und Perspektivlosigkeit.

    Aber für diese Welt, welche die Jugendlichen krank macht, sind nicht die Jugendlichen verantwortlich. Es ist diese armselige Welt unter dem gnadenlosen Diktat des ökonomischen Profits.
    54 6 Melden
    • Madison Pierce 06.09.2016 10:23
      Highlight War früher alles besser? Schlechtere Sozialleistungen, und schon ein "untauglich" fürs Militär hat gereicht, dass man als "Krüppel" gegolten hat.

      Heute hat man es vergleichsweise gut. Vielleicht wird in der Schule und Lehre etwas mehr verlangt, aber es gibt auch mehr Hilfsangebote.

      Informationsüberflutung, Konsumorientierung und Schönheitswahn sind Sachen, die man selbst beeinflussen kann. Man fliegt nicht aus der Schule, wenn man nicht das neuste Smartphone hat.

      Aber sicher werden Jugendliche durch die neuen Medien eher zu Suchtverhalten verführt.
      7 8 Melden
    • sägsali 06.09.2016 11:29
      Highlight ☝👍
      1 1 Melden
    • Linus Luchs 06.09.2016 13:08
      Highlight @ Madison Pierce betr. "Informationsüberflutung, Konsumorientierung und Schönheitswahn sind Sachen, die man selbst beeinflussen kann."

      Können das auch Jugendliche? Um sich von diesen Einflüssen distanzieren und eine eigene Position einnehmen zu können, braucht es kritisches Urteilsvermögen und eine gefestigte Persönlichkeit. Voraussetzungen, die bei Jugendlichen normalerweise nicht ausgereift sind. Sie orientieren sich stark an dem, was ihnen von aussen (Gleichaltrige, Werbung, Film) als erstrebenswert vermittelt wird. Toll, wenn Jugendliche da schon drüber stehen, aber das sind Ausnahmen.
      7 2 Melden
    • Madison Pierce 06.09.2016 13:50
      Highlight Die Eltern begleiten die Jugendlichen, bis sie selbstständig durchs Leben gehen können. Dem Kind sagen sie, dass es jetzt fertig ist mit TV schauen, und setzen das Verbot auch gegen Widerstand durch. Dem Jugendlichen erklären sie, dass Kleider nicht alles sind im Leben, wenn er neidisch von den Markenjeans der Mitschüler erzählt. Und sie geben ihm so viel Liebe und Geborgenheit, dass er es ihnen auch abnimmt.

      Vielleicht sind die Eltern schlechter geworden in den letzten Jahren?
      3 0 Melden
  • dracului 06.09.2016 07:15
    Highlight Die Frühförderung der übereifrigen Eltern scheint nicht immer langfristige Erfolge zu bringen. Oder können die Jungen nicht damit umgehen, dass man ohne mindestens eine Fachhochschule oder eine stattliche Anzahl an Diplomen nichts wert ist für die Wirtschsft? Jetzt haben wir neben dem AHV-Problem, der Unbrauchbarkeit der Ü50, der Bevorzugung von Ausländern, vielen Burnouts auch noch das Problem, dass ein Teil der Jugend mit der Welt nicht mehr klar kommt. Da hilft nur noch eines: Ruhig bleiben, solche Probleme gab es schon immer, wir sitzen das gemeinsam aus!
    12 13 Melden
  • michiOW 06.09.2016 06:46
    Highlight Traurig, dass so viele junge Menschen schon am Rande der Gesellschaft stehen😐.

    Zum Glück ergreift die IV Massnahmen🙃.


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