Schweiz

Nach Krawallen: Berner Stadtregierung dreht Reitschule vorläufig den Geldhahn zu

10.03.16, 16:21

Krawalle vor der Berner Reitschule.
Bild: KEYSTONE

Nach den jüngsten Ausschreitungen im Umfeld der Berner Reitschule hat die Berner Stadtregierung Sanktionen gegen das Kulturzentrum beschlossen. So müssen die Reitschulbetreiber die Miete und die Nebenkosten vorläufig selber bezahlen.

Weiter will der Gemeinderat den von ihm bereits verabschiedeten Leistungsvertrag 2016-2019 nochmals überprüfen, bevor er diesen dem Stadtparlament vorlegt. Nachbessern will die Stadtregierung auch das vom Regierungsstatthalter genehmigte Sicherheitskonzept.

Die Vorfälle vom Wochenende zeigten, dass dieses nur ungenügend greife, teilte der Gemeinderat am Donnerstag mit. In der Nacht auf Sonntag hatten Unbekannte vor der Reitschule Barrikaden errichtet. Die anrückenden Polizisten und Feuerwehrleute wurden mit Steinen und Feuerwerkskörpern angegriffen – zum Teil vom Dach der Reitschule aus.

Dass Unbefugte überhaupt aufs Dach gelangen, will der Gemeinderat mit weiteren baulichen Massnahmen verhindern. Generell zeige sich der Gemeinderat «schockiert» über das Ausmass und die Gewaltbereitschaft der Täter.

Die Berner Reitschule

Der Umstand, dass es den Vermummten gelungen sei, eine grössere Menge Steine und Feuerwerkskörper auf dem Dach der Reitschule zu deponieren, zeuge von grosser krimineller Energie der Täter einerseits und dem Versagen des Sicherheitskonzeptes der Reitschule andererseits.

Sicherheitskonzept publiziert

Das Sicherheitskonzept ist Bestandteil des Leistungsvertrages mit der Stadt. Regierungsstatthalter Christoph Lerch, der das Konzept genehmigt hatte, veröffentlichte das Dokument am Donnerstag, «um volle Transparenz zu schaffen» und die Diskussion zu versachlichen.

Bürgerliche Politiker hatten in den letzten Tagen eine Veröffentlichung des Konzeptes verlangt, was Lerch zunächst ablehnte. Für Diskussionen sorgte im Vorfeld der Umstand, dass auch vorbestrafte Personen beim Sicherheitsdienst der Reitschule arbeiten dürfen.

Konkret hält das Konzept dazu fest, dass Security-Mitarbeiter über keine Vorstrafen von Offizialdelikten, «welche für die Tätigkeit relevant sind», verfügen dürfen. Auch dürfen keine wiederholten Verurteilungen für Antragsdelikte vorliegen, die für die Tätigkeit relevant sind. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Paco69 10.03.2016 17:16
    Highlight Was immer wieder besonders erfreut: Der grosse Feind der Reitschule-Klientel, E. Hess, sitzt inzwischen im Nationalrat und nimmt Einfluss auf die nationale Politik. Die Autonomen sitzen derweil weiterhin in der Reitschule und malen unbeholfen an ihren "Refugees welcome" Schildern.
    Ein Bild wie gemalt!
    40 75 Melden
    • Datsyuk * 10.03.2016 17:34
      Highlight Ernsthaft: Was findest du an E. Hess gut? Sein Gedankengut?
      50 21 Melden
    • Gelöschter Benutzer 10.03.2016 17:46
      Highlight Der grosse Feind der Reitschule ist die Gruppe an Radikalen, die immer wieder für Krawall und Attacken auf die Polizei sorgen.
      86 6 Melden
    • phreko 10.03.2016 18:21
      Highlight Was hat der Hess schon wieder alles geleistet in seinem bisherigen Leben? Ein paar Ausländerfeindliche kantonale Initiativen gestartet mit denen er bei den Nationalisten auf dem Land Stimmen gesammelt hat? Da hat manch einer in der Reitschule mehr geleistet, indem er z.b. einen Theaterbetrieb aufgebaut hat. Oder zählt nur Geld für dich als Leistung?
      50 31 Melden
  • AL:BM 10.03.2016 16:36
    Highlight Schlau, das Sicherheitskonzept zu veröffentlichen. Das sollten Banken auch machen. Und der Zeugenschutz eine Namensliste der Schutzpersonen...
    Scheint wiedermal eine fähige Person an einer wichtigen Stelle zu sitzen.
    21 19 Melden
    • Dubox 10.03.2016 17:09
      Highlight Viel schlimmer finde ich, dass man hier als Erstes den Fehler bei der Stadt sucht. Die Reitschule ist kein rechtsfreier Raum.
      53 12 Melden
    • AL:BM 10.03.2016 17:33
      Highlight Da haben sie recht. Aber mit der Veröffentlichung des Konzepts spielt man den 'Chaoten' in die Hände.
      16 5 Melden
    • phreko 10.03.2016 18:24
      Highlight Kein Rechtsfreier, aber ein sensibler Raum. Auch wenns dir nicht gefällt, es wird sich daran nichts ändern. Und wie es in der Auflistung der der Reitschulvorfälle ( http://www.watson.ch/Schweiz/Justiz/885623727-5-Reitschul-Krawalle-und-immer-das-gleiche-Muster-–-ein-kleines-Einmaleins- ) so schön gezeigt wurde, es wird immer wieder das gleiche passieren, wenn man dies nicht beachtet.
      8 14 Melden
    • AL:BM 10.03.2016 19:11
      Highlight Phreko:
      Lassen sie mich, das von Ihnen gesagte, zusammenfassen:
      Die Stadtregierung hat zu machen was die 'Freidenker' diktieren, weil sonst Gewalt droht?
      Ich (und wohl noch einige andere) sehe(n) das etwas anders.
      37 4 Melden
    • phreko 10.03.2016 20:02
      Highlight Ja, offensichtlich funktioniert es nicht, einfach mit der Polizei dort spazieren zu gehen. Warum macht man es immer wieder? Kennst du den Spruch, einmal einen Fehler zu begehen ist nicht so schlimm, denselben Fehler immer wieder zu begehen ist wahnsinng. Für mich ist das dir selbe Situation und wer dies verleugnet, verschliesst sich bloss der Realität...
      7 24 Melden
    • phreko 10.03.2016 20:05
      Highlight Ich muss mich glaub korrigieren: Einstein hat nicht "wahnsinnig" sondern "dumm" gesagt. Aber was soll ich sagen, weiter oben in der Diskussion wird Erich Hess bewundert...
      11 9 Melden
    • AL:BM 10.03.2016 20:13
      Highlight Ja, da gibt man wohl besser diesem gewalttätigen Pack was es will. Und die Polizei hält sich fern...
      Zudem beschränken sich ja die 'Chaoten' nicht auf die Reitschule.
      13 4 Melden
    • Habicht 11.03.2016 08:50
      Highlight @phreko wie Forrest Gump schon sagte: Dumm ist der, der dummes tut....

      und die Polizei ist damit nicht gemeint ;)
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