Schweiz
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Kundgebungsteilnehmer protestieren gegen den Tuerkischen Praesidenten Recep Tayyip Erdogan, bei einer Kundgebung fuer Freiheit, Frieden Rechtsstaat und Demokratie in der Tuerkei, am Samstag, 25. Maerz 2017 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Zahlreiche Gruppierungen haben zur Kundgebung gegen den türkischen Präsidenten aufgerufen.  Bild: KEYSTONE

Tausende demonstrierten friedlich auf dem Berner Bundesplatz gegen Erdogan



Friede, Freiheit und Demokratie für die Türkei: mehrere tausend Menschen, darunter viele Kurdinnen und Kurden, haben dieser Forderung am Samstag an einer Kundgebung auf dem Berner Bundesplatz Ausdruck verliehen. Der Anlass verlief friedlich.

Seit dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei würden Demokratie und Rechtsstaats schrittweise abgebaut. Im Land herrsche wieder Krieg und Gewalt, insbesondere in den kurdischen Gebieten, kritisierten die Kundgebungsteilnehmenden. 

Tausende Menschen, die dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan und seiner AKP-Partei kritisch gegenüberstehen, riskierten ihre Arbeit oder gar ihre Freiheit, hiess es auf einem Demo-Flyer. 

Paul Rechsteiner, SP-Nationalrat und Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) forderte einen «Stopp der blinden Repression gegen Andersdenkende». Was derzeit in der Türkei geschehe sei besorgniserregend. 

Eine Box mit der Aufschrift

Die Veranstalter hatten im Vorfeld insgesamt mit 2000 bis 3000 Teilnehmenden gerechnet.  Bild: KEYSTONE

«Beispiellose Repressionswelle»

Tausende Angestellte seien gefeuert, zahlreiche Menschen verhaftet, Schulen und Universitäten geschlossen und Medien zum Schweigen gebracht worden. Die Türkei erlebe eine beispiellose Repressionswelle gegen alle, die der Regierung nicht passten.

Doch eine Demokratie brauche Meinungsfreiheit, wie Menschen die Luft zum Atmen. Rechsteiner rief dazu auf, sich mit «den Demokraten und mutigen Menschen in der Türkei» zu solidarisieren, die nicht verstummten und für die Wahrheit einstünden.

Grünen-Nationalrätin Sibel Arslan kritisierte den «dreckigen Flüchtlingsdeal», den Europa mit der Türkei geschlossen habe. Europa mache sich dadurch erpressbar. Arslan bedauerte, dass die Verfolgung und Denunziation von Oppositionellen sogar bis in die Schweiz getragen worden sei. Es sei daher richtig, dass die Bundesanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen habe. 

Zahlreiche Rednerinnen und Redner kurdischer Vereine und Organisationen warben für ein Nein am 16. April. Dann entscheidet das türkische Volk, ob es die Verfassung ändern und Präsident Recep Tayyip Erdogan mit mehr Machtbefugnissen ausstatten will. Auch türkische Staatsbürger im Ausland sind stimmberechtigt. 

«Ein Nein wird die Türkei wieder in die Demokratie führen», betonte Feleknas Uca, Abgeordnete der linksgerichteten türkischen HDP-Partei, die für die Kundgebung nach Bern gereist war. 

Keine Zwischenfälle

Die Kundgebung auf dem Berner Bundesplatz verlief friedlich und ohne Zwischenfälle. Viele Kundgebungsteilnehmende hatten Fahnen und Transparente dabei. Die Polizei hielt sich im Hintergrund und war kaum sichtbar. Die Kundgebungsveranstalter waren mit einem eigenen Sicherheitsdienst vor Ort. 

Kurz vor 14 Uhr hatte sich vor der Berner Reitschule eine eigene Gruppe mit etwa 150 Demonstrantinnen und Demonstranten aus linksautonomen Kreisen versammelt. Die Gruppe marschierte von der Reitschule zum Bundesplatz, wo sie sich der offiziellen Kundgebung anschloss. 

Die Veranstalter rechneten im Vorfeld insgesamt mit 2000 bis 3000 Teilnehmenden. Eine Zahl, die am Samstag wohl übertroffen worden sein dürfte, wie ein Augenschein auf dem Bundesplatz zeigte. 

Kundgebungsteilnehmer protestieren gegen den Tuerkischen Praesidenten Recep Tayyip Erdogan, bei einer Kundgebung fuer Freiheit, Frieden Rechtsstaat und Demokratie in der Tuerkei, am Samstag, 25. Maerz 2017 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Die Demonstration verlief friedlich.  Bild: KEYSTONE

Aufgerufen zur Kundgebung hatten unter anderem kurdische Vereine, SP und Grüne sowie die Organisationen medico international schweiz, solidaritéS und solifonds. Unterstützt wurden sie von rund 30 weiteren Organisationen darunter beispielsweise der Schweizerische Gewerkschaftsbund, Terre des Hommes Schweiz oder die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSOA). 

Nicht immer verliefen prokurdische Kundgebungen in Bern friedlich. Vor zwei Jahren forderte eine Auseinandersetzung mit protürkischen Gegendemonstranten 22 Verletzte. Ein Auto war in eine Gruppe kurdischer Demonstranten gefahren. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gavi 26.03.2017 08:49
    Highlight Highlight Einmal sind es die Kurden, dann die Türken, dann die Jesiden, dann die Tibeter, dann die Eritreer, dann die usw.
    Mich interessieren die Probleme, die diese importieren NICHT? Sie sollen es zu Hause austragen. Jedes WE eine andere Demo von Ausländern - dazwischen die Chaoten, die Linksexremen, Hausbesetzer. Ich lebe offensichtlich in einem Chaos-Anarchie-Land. Und mir reicht es langsam aber sicher.
    3 4 Melden
  • ch ch ch 25.03.2017 20:02
    Highlight Highlight Friedlich? Sehe ich anders wenn Fackeln in der Menge abgefeuert werden...
    10 40 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 25.03.2017 20:12
      Highlight Highlight Manchmal sieht man einfach nur das, was man sehen will. Das verrät dann allerdings mehr über den verblendeten Anderssehenden als über wirkliche Tatsachen.

      Hier noch mehr solche unfriedliche Ereignisse, von Google zusammengestellt, extra für dich:
      http://bit.ly/2nUpvah
      8 9 Melden
  • Silent_Revolution 25.03.2017 19:17
    Highlight Highlight Ach wie süss. Der böse demokratisch gewählte Diktator. Und wer protestierte heute am Flughafen in Genf? Gestern,vorgestern, oder die letzten 365 Tage? Hier gehen wirkliche Diktatoren mit besten Beziehung in unserem Bundeshaus ein und aus. Sie werden hier königlich empfangen und ihr beklagt Erdogan. Lächerlich! https://twitter.com/GVA_Watcher

    9 32 Melden
    • fabain 25.03.2017 19:40
      Highlight Highlight Königlich empfangen? Also bitte, Sie Populist.
      18 6 Melden
    • Silent_Revolution 25.03.2017 19:52
      Highlight Highlight http://www.srf.ch/news/schweiz/schweiz-empfaengt-offiziell-den-koenig-von-bahrain

      Ich kann nichts dafür, dass sie sich nicht informieren, aber hängen sie mir deswegen nicht Populismus an!
      10 9 Melden
    • Silent_Revolution 25.03.2017 20:09
      Highlight Highlight Bitte auf den Link klicken und das Video ansehen und dann nochmal behaupten die Bezeichnung "königlicher Empfang" sei populistisch!
      6 3 Melden
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  • Der Rückbauer 25.03.2017 19:06
    Highlight Highlight Vor Jahrzehnten war jegliche politische Aktivität, welche einen ausländischen Staat betraf, v e r b o t e n . Es hiess, dass jeder und jede, die sich für oder gegen einen ausländischen Staat politisch betätigen wolle, dass im ausländischen Staat tun müsse. Es herrschte Ruhe. Und heute? Heute wird das Puff importiert, ja richtig angezogen. Ich meine, ob "man" nun für oder gegen Erdogan ist: Keine politische Aktivität in der Schweiz, die einen ausländischen Staat betrifft!
    16 15 Melden
    • flausch 25.03.2017 19:43
      Highlight Highlight Jaja schliesslich musste man Früher ja auch sicherstellen das man mit jedem Unrechtsstaat hander treiben konnte...

      Neutralität sollte nicht mit Feigheit und Anpasserei Diktaturen gegenüber gleichgestellt werden (siehe IIww)
      15 6 Melden
    • seventhinkingsteps 25.03.2017 20:02
      Highlight Highlight Oh nein, jetzt muss man sich auch noch mit dem Auswärtigen auseinandersetzen. Mir persönlich ist ja schon diese Politilk im eigenen Land zu kompliziert!!
      8 5 Melden
    • Der Rückbauer 26.03.2017 15:48
      Highlight Highlight seven: one step is enough. Warst Du in St. Gallen an der Deutschen Schule?
      0 0 Melden
  • Dimchs 25.03.2017 17:55
    Highlight Highlight Schön das wir in Bern auch noch friedlich demonstrieren können!
    22 12 Melden
  • Hugo Wottaupott 25.03.2017 17:34
    Highlight Highlight Ist dieser Erdogan im National- oder Ständerat?
    20 34 Melden
  • NWO Schwanzus Longus 25.03.2017 16:51
    Highlight Highlight Eigentlich sollte man auch die PKK verbieten auf Schweizer Boden. Sie sind nicht besser mit ihren Terroranschlägen. Erdogan ist zwar ein Islamistischer Diktator, der die Islamisierung mit seiner Fünften Kolonne der Türken im Ausland anstrebt sowie den Nahost Flüchtlingen, aber das heisst lange nicht, dass man jetzt mit Terrororganisationen sich verbandeln soll, um ihn zu stoppen.
    34 47 Melden
    • Spooky 25.03.2017 17:27
      Highlight Highlight Die Peschmergakämpfer und -kämpferinnen sind keine Terroristen. Das sind Freiheitskämpfer. Die wollen ein unabhängiges Kurdistan.
      47 14 Melden
    • NWO Schwanzus Longus 25.03.2017 18:49
      Highlight Highlight Du scheinst fehlinformiert zu sein. PKK ist nicht Peshmerga. Peshmerga sind die Einheiten der Autonomen Region Kurdistan im Nordirak die die Autonmie Streitkräfte darstellen innerhalb des Iraks. PKK sind die Türkeikurden die mit Gewalt eine Unabhängigkeit des Kurdischen Teils der Türkei erzwingen wollen. In Zeiten der Friedensverhandlungen nur Autonomie.
      12 11 Melden
    • ma vaff... 25.03.2017 19:40
      Highlight Highlight @spooky: Für die einen ein Terrorist, für die anderen ein Freiheitskämpfer...
      9 0 Melden
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  • philosophund 25.03.2017 16:38
    Highlight Highlight Öcalan-Fahne schwingen und gleichzeitig gegen Erdogan protestieren.. *ankopflang*
    30 25 Melden
    • Spooky 25.03.2017 17:28
      Highlight Highlight philosophund
      Wo ist denn da ein Problem?
      13 10 Melden
    • philosophund 25.03.2017 18:07
      Highlight Highlight Beide Charaktere verfolgen totalitäre Strukturen Spooky. Bei allem Respekt vor der Leistung seiner Gefolgschaft in Syrien.. Auch Öcalan strebt wie Erdogan nach narzisstischer Gratifikation, Machterhalt und Ein-Mann Politik - und hierzu sind alle (despotischen) Mittel recht (was Letzterer auch eindrücklich beweist).

      Würde man die beiden gegeneinander austauschen täte sich in der Türkei wohl nicht viel. Ich halte nach wie vor von beiden Despoten nichts.
      13 4 Melden
    • cheeky Badger 25.03.2017 18:18
      Highlight Highlight ich kann den Widerspruch auch nicht erkennen.

      Erklär es uns doch bitte.
      5 4 Melden
  • pachnota 25.03.2017 16:04
    Highlight Highlight Erdogan finanziert Moscheen in Europa und USA.
    29 7 Melden
    • philosophund 25.03.2017 17:15
      Highlight Highlight Umgekehrt finanziert die Schweiz - wie auch viele andere Länder - über direkte und indirekte Subventionen Missionierungstätigkeiten in der Dritten Welt. Denke dabei nur an die vielen, mehr oder weniger (fundi-) christlichen "Hilfsorganisationen".
      31 19 Melden
    • pachnota 25.03.2017 17:24
      Highlight Highlight ja, ich bin auch der Meinung, man müsste mit der Entwicklungshilfe (zumindest für gewisse Länder) massiv zurückfahren, wenn du das meinen solltest.
      13 22 Melden
    • flausch 25.03.2017 19:51
      Highlight Highlight Missionierungshilfe ist nicht zu verwechseln mit Entwicklungshilfe. ;p
      12 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • peterpe 25.03.2017 15:22
    Highlight Highlight "Polizei halte sich bisher zurück"
    Ist die Demo nicht bewilligt?
    Bin gerade vorbei gelaufen. Sehr friedliche Stimmung.
    40 7 Melden
    • peterpe 26.03.2017 07:36
      Highlight Highlight Besten Dank :)
      0 0 Melden
  • fricktastisch 25.03.2017 15:17
    Highlight Highlight Viva la magerita 🍕+🔫
    6 20 Melden
  • Stachanowist 25.03.2017 15:12
    Highlight Highlight Ein Kill Erdoğan-Plakat? Ich teile die Abneigung gegenüber diesem Politiker, doch sollte so ein Plakat entfernt werden und erst recht nicht unkommentiert als Teaser-Foto durch die Medien wandern.
    57 21 Melden
    • α Virginis 25.03.2017 16:11
      Highlight Highlight Auch wenn ich absolut nicht einverstanden bin damit, wie Erdogan sein Land und die Türken behandelt, gebe ich Ihnen vollkommen Recht. Das ist genau so reisserisch, wie die Nazi-Vorwürfe Erdogans. Wir sollten uns solchem Niveau bewusst entziehen.
      42 8 Melden
    • Daniel Huber 25.03.2017 16:16
      Highlight Highlight @Stachanowist: Das stimmt. Ich wechsle das Bild aus.
      40 6 Melden
    • Stachanowist 25.03.2017 16:47
      Highlight Highlight @ Huber

      Merci!
      12 2 Melden
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