Schweiz
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Auch Männer sollen geschützt werden  – Bundesrat will Vergewaltigung breiter definieren



Täter und Täterinnen sollen künftig auch dann wegen Vergewaltigung verurteilt werden können, wenn das Opfer männlich ist. Der Bundesrat will die Definition von Vergewaltigung breiter fassen. Er beantragt dem Parlament, eine Motion aus der SP anzunehmen.

Das Strafgesetzbuch definiert Vergewaltigung heute als Nötigung einer weiblichen Person zur Duldung des Beischlafs. Deshalb sind Verurteilungen wegen Vergewaltigung nur möglich, wenn die handelnde Person ein Mann und das Opfer eine Frau ist.

Werden beispielsweise Analverkehr oder Fellatio erzwungen, fällt dies unter sexuelle Nötigung. Die Mindeststrafe ist bei sexueller Nötigung tiefer als bei Vergewaltigung.

Die Genfer SP-Nationalrätin Laurence Fehlmann Rielle fordert mit ihrem Vorstoss, dass Vergewaltigung unabhängig vom Geschlecht des Opfers definiert wird. Angesichts der Debatten zu den Themen Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexuelle Belästigung sei der Zeitpunkt günstig, das Schweizer Recht weiter zu entwickeln, schreibt sie in ihrem Vorstoss.

Der Bundesrat hatte schon früher anerkannt, dass der Begriff der Vergewaltigung in der Schweiz im Vergleich zur internationalen Rechtspraxis enger gefasst ist. Er sah jedoch keinen dringenden Handlungsbedarf. Insbesondere wollte er die Ratifizierung der Istanbul-Konvention des Europarats abwarten, in welcher Vergewaltigung unabhängig vom Geschlecht definiert wird.

Das Parlament hat dieser in der Zwischenzeit zugestimmt. Nun befürwortet der Bundesrat eine Änderung des Strafgesetzbuchs. Eine Begründung enthält seine am Donnerstag veröffentlichte Antwort auf den Vorstoss nicht. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Stubenhocker 16.02.2018 00:09
    Highlight Highlight Ich frage mich manchmal schon was das Problem ist. Wir haben doch die Gleichstellung. Also müsste das Gesetz doch automatisch bereits gleich sein für beide Geschlechter. Automatisch und ohne Diskussion. Das selbe frage ich mich bei gleichgeschlechtlicher Ehe und verwandten Themen. Jeder ist vor dem Gesetz gleich, also was ist das Problem. Jedes Gesetz dass einem Teil der Menschheit etwas verbietet, was der Rest darf, ist doch eigentlich Verfassungswiedrig. Wozu also die Diskussion zu Homo Ehe, Adoption für homo Paare etc. Die Verfassung garantiert die gleiche Rechte für alle. Zu naiv?
    • Nitzgi 16.02.2018 09:12
      Highlight Highlight Nein, nicht zu naiv, aber das Problem ist, dass sich (Verfassungs-)Rechte teilweise gegenseitig widersprechen, das unser Rechtssystem leider keine klare Rechtsphilosophie als Grundlage hat.
  • seventhinkingsteps 15.02.2018 22:34
    Highlight Highlight Aber trotzdem sind es dann immer die bösen linken Feministinnen, die gegen Männer sind.
    • who cares? 16.02.2018 08:37
      Highlight Highlight Lustigerweise kommen die meisten (Männer-)Gleichstellungsanliegen von der linken "feministisch unterlaufenen" SP (Vaterschaftsurlaub, Aufhebung der Militärpflicht, dieser hier) und werden von den konservativen Männern abgelehnt. Aber die linken Frauen sind die bösen Opportunisten und Männerunterdrücker.
  • Menel 15.02.2018 18:25
    Highlight Highlight Endlich 🙌
  • Mafi 15.02.2018 17:33
    Highlight Highlight Danke!
  • Ylene 15.02.2018 16:23
    Highlight Highlight Gut so!!! Hoffentlich dauert die Umsetzung nicht wieder ewig...
  • just sayin' 15.02.2018 15:40
    Highlight Highlight isch öppe ziit worde

    vergewaltigung ist schlimm - egal welches geschlecht das opfer hat. vergewaltigung an männer ins gesetz aufzunehmen ist der richtige schritt.

    es gibt seit längerem studien welche aufzeigen, dass (wenn gefängnisse und kriegerische akte eingeschlossen werden) weltweit mehr männer als frauen vergewaltigt werden (und dies exkl. der dunkelziffer, da es ein stigmata ist als mann so etwas zuzugeben).
    • who cares? 16.02.2018 06:55
      Highlight Highlight Für das würde ich auch gerne eine Quelle sehen.
      Es gibt übrigens auch bei Frauen eine Dunkelziffer. Auch in der Schweiz. Auch wegen dem Stigmata.

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