Schweiz
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Auch Männer sollen geschützt werden  – Bundesrat will Vergewaltigung breiter definieren

15.02.18, 15:05 15.02.18, 15:18

Täter und Täterinnen sollen künftig auch dann wegen Vergewaltigung verurteilt werden können, wenn das Opfer männlich ist. Der Bundesrat will die Definition von Vergewaltigung breiter fassen. Er beantragt dem Parlament, eine Motion aus der SP anzunehmen.

Das Strafgesetzbuch definiert Vergewaltigung heute als Nötigung einer weiblichen Person zur Duldung des Beischlafs. Deshalb sind Verurteilungen wegen Vergewaltigung nur möglich, wenn die handelnde Person ein Mann und das Opfer eine Frau ist.

Werden beispielsweise Analverkehr oder Fellatio erzwungen, fällt dies unter sexuelle Nötigung. Die Mindeststrafe ist bei sexueller Nötigung tiefer als bei Vergewaltigung.

Die Genfer SP-Nationalrätin Laurence Fehlmann Rielle fordert mit ihrem Vorstoss, dass Vergewaltigung unabhängig vom Geschlecht des Opfers definiert wird. Angesichts der Debatten zu den Themen Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexuelle Belästigung sei der Zeitpunkt günstig, das Schweizer Recht weiter zu entwickeln, schreibt sie in ihrem Vorstoss.

Der Bundesrat hatte schon früher anerkannt, dass der Begriff der Vergewaltigung in der Schweiz im Vergleich zur internationalen Rechtspraxis enger gefasst ist. Er sah jedoch keinen dringenden Handlungsbedarf. Insbesondere wollte er die Ratifizierung der Istanbul-Konvention des Europarats abwarten, in welcher Vergewaltigung unabhängig vom Geschlecht definiert wird.

Das Parlament hat dieser in der Zwischenzeit zugestimmt. Nun befürwortet der Bundesrat eine Änderung des Strafgesetzbuchs. Eine Begründung enthält seine am Donnerstag veröffentlichte Antwort auf den Vorstoss nicht. (sda)

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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Stubenhocker 16.02.2018 00:09
    Highlight Ich frage mich manchmal schon was das Problem ist. Wir haben doch die Gleichstellung. Also müsste das Gesetz doch automatisch bereits gleich sein für beide Geschlechter. Automatisch und ohne Diskussion. Das selbe frage ich mich bei gleichgeschlechtlicher Ehe und verwandten Themen. Jeder ist vor dem Gesetz gleich, also was ist das Problem. Jedes Gesetz dass einem Teil der Menschheit etwas verbietet, was der Rest darf, ist doch eigentlich Verfassungswiedrig. Wozu also die Diskussion zu Homo Ehe, Adoption für homo Paare etc. Die Verfassung garantiert die gleiche Rechte für alle. Zu naiv?
    10 1 Melden
    • Nitzgi 16.02.2018 09:12
      Highlight Nein, nicht zu naiv, aber das Problem ist, dass sich (Verfassungs-)Rechte teilweise gegenseitig widersprechen, das unser Rechtssystem leider keine klare Rechtsphilosophie als Grundlage hat.
      5 0 Melden
  • seventhinkingsteps 15.02.2018 22:34
    Highlight Aber trotzdem sind es dann immer die bösen linken Feministinnen, die gegen Männer sind.
    11 3 Melden
    • who cares? 16.02.2018 08:37
      Highlight Lustigerweise kommen die meisten (Männer-)Gleichstellungsanliegen von der linken "feministisch unterlaufenen" SP (Vaterschaftsurlaub, Aufhebung der Militärpflicht, dieser hier) und werden von den konservativen Männern abgelehnt. Aber die linken Frauen sind die bösen Opportunisten und Männerunterdrücker.
      15 2 Melden
  • Menel 15.02.2018 18:25
    Highlight Endlich 🙌
    72 1 Melden
  • Mafi 15.02.2018 17:33
    Highlight Danke!
    26 1 Melden
  • viandare 15.02.2018 17:28
    Highlight Hallo?! Seit wann muss man denn Männer schützen?? Gleichberechtigung betrifft doch nur Frauen... *Ironie off*
    44 50 Melden
  • Ylene 15.02.2018 16:23
    Highlight Gut so!!! Hoffentlich dauert die Umsetzung nicht wieder ewig...
    44 1 Melden
  • ErklärBart 15.02.2018 16:15
    Highlight "Täter und Täterinnen sollen künftig auch dann wegen Vergewaltigung verurteilt werden können, wenn das Opfer männlich ist."

    Moment, das ist NICHT so in der Schweiz? Ehm... ja. Bin etwas sprachlos... nach Schweizer Recht kann man als Mann kein Opfer einer Vergewaltigung sein?
    79 3 Melden
    • Randy Orton 15.02.2018 18:42
      Highlight Nein, bisher kannst du als Mann in der Schweiz nur sexuell genötigt werden (zB wenn ein Mann unter Gewaltanwendung penetriert wird).
      19 0 Melden
    • phreko 15.02.2018 19:22
      Highlight Mann hat keine Vagina.

      Anal kann auch keine Frau vergewaltigt werden.

      Fakt.
      10 27 Melden
    • Judge Dredd 15.02.2018 21:47
      Highlight Art. 190 2. Angriffe auf die sexuelle Freiheit und Ehre. / Vergewaltigung
      Vergewaltigung

      1 Wer eine Person weiblichen Geschlechts zur Duldung des Beischlafs nötigt, namentlich indem er sie bedroht, Gewalt anwendet, sie unter psychischen Druck setzt oder zum Widerstand unfähig macht, wird mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren bestraft.

      Ich denke, sie gehören zur überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung die das nicht weiss/wusste.

      Gut, tut man jetzt was dagegen.
      16 0 Melden
    • nutshell 15.02.2018 23:27
      Highlight Was mich noch interessieren würde: Wie ist das gesetzlich, wenn eine Frau mit einem Gegenstand vergewaltigt wird? Geht das gesetzlich unter Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung? Weil ein Beischlaf ist es ja nicht im engeren Sinn, wie es im zitierten Artikel steht.
      3 0 Melden
    • Judge Dredd 16.02.2018 08:27
      Highlight @nutshell, eine vaginale Penetration mit einem Gegenstand dürfte ebenfalls nicht unter den Tatbestand der Vergewaltigung fallen, da ja im Gesetzestext explizit der Beischlaf erwähnt wird.

      Was man aber trotzdem dazu sagen muss ist, die maximale Strafandrohung ist für die sexuelle Nötigung gleich hoch wie für die Vergewaltigung.
      Mit einer Ausweitung des Begriffes der Vergewaltigung sind keine härteren Strafen möglich, die Maximalstrafe für beide Delikte beträgt 10 Jahre Freiheitsstrafe. Bei der Vergewaltigung gibts eine mind. Freiheitsstrafe von 1 Jahr im Gegensatz zur sexuellen Nötigung.
      9 0 Melden
    • nutshell 16.02.2018 10:36
      Highlight Danke für die Erklärung, sehr interessant.

      Wie ist das, wenn bei der Vergewaltigung massive Gewalt angewendet wird, wie etwa beim Fall in Emmen. Könnte dann zusätzlich noch eine Strafe für schwere Körperverletzung verhängt werden? Oder wären das auch nur höchstens 10 Jahre?
      3 0 Melden
    • Judge Dredd 16.02.2018 11:10
      Highlight Da im Fall Emmen eine bleibende Schädigung beim Opfer zurückgeblieben ist, kommt sicher noch die (schwere) Körperverletzung dazu, ev. auch noch weitere Tatbestände. Beider schweren KV liegt die max. Strafe auch bei 10 Jahren, trotzdem ist es nicht möglich, beide Maximalstrafen zusammen zu rechnen und den Täter für 20 Jahre hinter Gitter zu schicken. Das ist etwas kompliziert und nicht in 600 Zeichen zu erklären.
      Allerdings könnte ich mir gut vorstellen, dass eine Verwahrung in Betracht gezogen würde. Diese kann bis ans Lebensende eines Verurteilten andauern.
      4 0 Melden
  • just sayin' 15.02.2018 15:40
    Highlight isch öppe ziit worde

    vergewaltigung ist schlimm - egal welches geschlecht das opfer hat. vergewaltigung an männer ins gesetz aufzunehmen ist der richtige schritt.

    es gibt seit längerem studien welche aufzeigen, dass (wenn gefängnisse und kriegerische akte eingeschlossen werden) weltweit mehr männer als frauen vergewaltigt werden (und dies exkl. der dunkelziffer, da es ein stigmata ist als mann so etwas zuzugeben).
    37 7 Melden
    • Gelöschter Benutzer 15.02.2018 19:00
      Highlight Das überrascht mich jetzt ein wenig. Hast du dazu eine Quelle?
      13 2 Melden
    • who cares? 16.02.2018 06:55
      Highlight Für das würde ich auch gerne eine Quelle sehen.
      Es gibt übrigens auch bei Frauen eine Dunkelziffer. Auch in der Schweiz. Auch wegen dem Stigmata.
      6 2 Melden

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