Schweiz
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FDP-Bundesratskandidat Cassis gibt italienischen Pass zurück

25.08.17, 12:05 25.08.17, 16:07


Der FDP Bundesratskandidat Ignazio Cassis anlaesslich der ersten Station der FDP Roadshow zu den Bundesratskandidaten am Sonntag, 21. August 2017, in Zug. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Nur noch Schweizer: Ignazio Cassis. Bild: KEYSTONE

Der FDP-Bundesratskandidat Ignazio Cassis ist nach eigenen Angaben nicht mehr schweizerisch-italienischer Doppelbürger. «Als ich mich entschieden habe, mich für die Bundesratswahl zur Verfügung zu stellen, habe ich auf die italienische Staatsbürgerschaft verzichtet.»

Dies teilte Cassis am Freitag dem Onlineportal Tagesanzeiger.ch/Newsnet mit. «Es war für mich persönlich stimmig so.»

Cassis hatte die italienischen Staatsbürgerschaft von seinem Vater geerbt. 1976, mit 15 Jahren, habe er dann die Schweizer Staatsbürgerschaft bekommen, sagte Cassis.

Maudet entscheidet nach allfälliger Wahl

Von den drei FDP-Bundesratskandidaten ist jetzt nur noch der Genfer Staatsrat Pierre Maudet Doppelbürger. Er besitzt neben dem Schweizer auch den französischen Pass.

Dies hat eine Debatte um seine politische Loyalität ausgelöst. Verschiedene Politiker, auch aus den Reihen der FDP, fordern Maudet indirekt auf, seine doppelte Staatsbürgerschaft aufzulösen.

Maudet selbst kündigte gegenüber dem Onlineportal an, die Frage im Bundesrat zur Diskussion zu stellen, sollte er gewählt werden. «Wenn der Gesamtbundesrat zum Schluss kommt, es sei besser, bin ich bereit, meinen französischen Pass abzugeben.»

Kein Doppelbürger-Verbot

Die Waadtländer Nationalrätin Isabelle Moret besitzt nur die Schweizer Staatsbürgerschaft.

In der Schweiz gibt es kein Verbot für Bundesräte, eine zweite Staatsbürgerschaft zu haben. Untersagt ist den amtierenden Regierungsmitgliedern bloss, ausländische Titel oder Orden anzunehmen. Zudem dürfen sie laut Gesetz für ausländische Staaten keinerlei amtliche Funktionen ausüben.

Affäre um australischen Vize-Premier

In Australien ist die Situation anders. Dort dürfen Abgeordnete keine doppelte Staatsbürgerschaft besitzen.

Wegen der doppelten Staatsbürgerschaft droht dem Vize-Premierminister Barnaby Joyce der Verlust seines Parlamentsmandats und seines Amtes. Joyce hatte erst vor kurzem von seiner zusätzlichen neuseeländischen Staatsangehörigkeit erfahren und sich «schockiert» gezeigt.

Er hat nun bei den neuseeländischen Behörden beantragt, auf die dortige Staatsbürgerschaft zu verzichten. Abgewendet ist die bizarre Affäre aber offenbar noch nicht: Das Oberste Gericht muss noch bestätigen, dass Joyces Mandat rechtmässig ist. (sda/afp)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Majoras Maske 25.08.2017 13:09
    Highlight Na ja, so tragisch finde ich das nicht. Ich glaube kaum, dass ein Regierungsmitglied gegen sein eigenes Land handeln würde, nur weil er einen Dopperpass hätte. Und umgekehrt ist der Besitz oder der Verzicht eines Passes doch kein Beweis für Loyalität.
    32 13 Melden
    • Groovy 25.08.2017 15:33
      Highlight Oh doch, das ist ein klarer Beweis für fehlende Loyalität. Man nimmt den Pass, der einem das Leben grad einfacher macht. Es gibt keinen Grund für doppelte Staatsbürgerschaften, ausser man will profitieren oder den Militärdienst umgehen, oder was weiss ich... Ein klares Bekenntnis zu einem Staat ist enorm wichtig für die innenpolitische Stabilität. Schafft die mehrfache Staatsbürgerschaft endlich ab.
      9 31 Melden
    • Majoras Maske 25.08.2017 17:11
      Highlight Ich weiss ehlich gesagt nicht, aber halte deine Argumentation für sehr theoretisch. Ich bin selber CH-Bürger, aber habe einige Doppelbürger als Freunde. Diese kommen mir jeweils CH-patriotischer und EU-skeptischer vor als ich es bin. Ich denke daher nach wie vor nicht, dass eine vererbte Doppelbürgerschaft Rückschlüsse auf den Charakter oder die persönliche Einstellung zulässt. Ausserdem haben sie in der CH ihren Dienst geleistet.
      12 1 Melden
    • Pius C. Bünzli 25.08.2017 17:39
      Highlight Man sollte eher die Staatsbürgerschaften an sich abschaffen, aber das ist wohl für die meisten Leute ein paar Schritte zu weit gedacht.
      10 8 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • lichtler 25.08.2017 12:59
    Highlight Klassisches Fähnchen im Wind, sobald Kritik kommt wechselt man die Meinung...
    8 22 Melden
    • dan2016 25.08.2017 14:57
      Highlight ist Kritik gekommen? Oder hast du das grad mal schnell erfunden? Dann stellt sich einfach die Frage nach dem 'klassischen Fähnchen'.
      15 4 Melden
    • lichtler 25.08.2017 16:43
      Highlight Man hatte kritisiert, dass doppelbürger Bundesrat werden, was macht er? Er gibt den Pass ab.
      5 5 Melden
  • Hierundjetzt 25.08.2017 12:40
    Highlight Was für ein Theater! Weltweit einmalig, ich will dänn als Minister no en andere Pass waisch. Damit ist Pierre Maudet unwählbar geworden.

    Zitat; "Wenn der Bundesrat (also nach der Wahl) zum Schluss kommt" ....wie praktisch, dass Bundesratssitzungen geheim sind, dann kann er alles erzählen was er will.

    Das ist schlicht eine weitere unsäglich dumme Genferei.
    9 28 Melden

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