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Yannick Buttet tritt als CVP-Vize zurück und macht Alkohol-Entzug

04.12.17, 11:19 04.12.17, 16:22

In den Schlagzeilen: Yannick Buttet Bild: KEYSTONE

Der mit Stalking-Vorwürfen konfrontierte Walliser CVP-Nationalrat Yannick Buttet zieht sich vorläufig aus der Öffentlichkeit zurück. Zuvor hat er seinen Rücktritt als Vize-Präsident der CVP Schweiz erklärt. Am Nationalratsmandat hält er aber vorerst noch fest.

«Als Vize-Präsident der CVP Schweiz trete ich per sofort zurück», liess Buttet am Montag durch seinen Anwalt Andreas Meili mitteilen. Das Präsidium der CVP Schweiz hatte Buttet bereits am vergangenen Donnerstag als Vize-Präsident suspendiert.

«Ferner werde ich mich in eine ärztliche Kur begeben, um meinen Alkoholkonsum in den Griff zu bekommen», wurde Buttet in der Mitteilung weiter zitiert. Nach seiner Genesung werde er sich mit der kantonalen Partei absprechen, ob er sein Mandat als Nationalrat weiterführe. «Bis auf weiteres ziehe ich mich aus meinen gewählten Funktionen zurück.»

Ab sofort krank geschrieben

«Er ist ab sofort krank geschrieben und wird sich in die Kur begeben», sagte Buttets Anwalt Meili der Nachrichtenagentur sda auf Anfrage. «Solange er nicht gesund ist, wird er seine Ämter als Nationalrat und Gemeindepräsident von Collombey-Muraz nicht ausüben.»

Yannick Buttet gab in der Erklärung zudem eine Entschuldigung ab: «Ich möchte mich zutiefst bei meiner Frau und meiner Familie und bei den Menschen entschuldigen, die durch mein unangemessenes Verhalten verletzt wurden, auch bei meinen Parteikollegen.»

Die CVP Schweiz nahm den Rücktritt von Buttet als Vize-Präsident zur Kenntnis. Buttet habe CVP-Präsident Gerhard Pfister persönlich über den Entscheid informiert.

An der heutigen Sitzung des Präsidiums habe Buttet nicht teilnehmen können, teilte die CVP Schweiz am Montag mit. Das Präsidium werde ihn baldmöglichst zu einer Aussprache einladen. Die CVP bekräftigte, dass jegliche Übergriffe auf die Integrität anderer Menschen inakzeptabel seien.

Die CVP des französischsprachigen Wallis unterstützte den Weg von Buttet. Er und andere hätten Buttet beraten, sagte Serge Métrailler, Präsident der CVP des französischsprachigen Wallis auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. «Wir haben alle möglichen Szenarien besprochen.»

Bild: KEYSTONE

Métrailler begrüsste auch, dass sich Buttet in Behandlung begibt. «Ich spüre bei ihm einen echten Willen,» sagte er. Der Nationalrat werde von der Kantonalpartei nicht unter Druck gesetzt.

Stalking-Affäre im Wallis

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass wegen des Walliser CVP-Nationalrats Ende November in Siders VS die Polizei ausrücken musste. Dort soll Buttet bei seiner Ex-Geliebten so lange geklingelt haben, bis die Frau die Polizei rief.

Dieser Auftritt des Nationalrats hatte eine Klage wegen Stalkings zur Folge. Da die Information darüber durch ein Leck bei der Staatsanwaltschaft oder bei der Polizei an die Medien gelangte, hat die Walliser Staatsanwaltschaft auch eine Untersuchung wegen Amtsgeheimnisverletzung eröffnet.

Nach den Enthüllungen wurden erste Rücktrittsforderungen laut. Gegenüber dem Westschweizer Radio RTS lehnte Yannick Buttet einen Rücktritt jedoch ab. Nach dem Fall wurde zudem eine Anlaufstelle für Opfer von Belästigungen im Bundeshaus gefordert. (sda)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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25
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25Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rundumeli 04.12.2017 18:11
    Highlight buttet entschuldigt sich bei allen und jeder ... nur zurücktreten will der kerl nicht , weil:
    - a) eringer kühe sowas auch nicht machen ;-)
    - b) die nationalrats-batzeli klingeln
    4 0 Melden
  • Wie funktioniert das! 04.12.2017 16:55
    Highlight ...gopfertelli! Hätte ich mich früher besser auch krank schreiben lassen. Dann wäre ich heute trocken...
    6 2 Melden
  • Thinktank 04.12.2017 15:50
    Highlight Es wäre an der Zeit bei unseren Parlamentariern regelmässig Drogen- und Alktests durchzuführen wie bei den Sportlern. Offensichtlich ist es üblich, dass man betrunken an Sitzungen und Abstimmungen gehen kann, ohne dass das jemanden stört. Sie beziehen einen Lohn und sollen sich so verhalten wie jeder Angestellte dies auch tun muss.
    7 11 Melden
  • Alterssturheit 04.12.2017 15:39
    Highlight Herr Buttet, warum machen Sie sich das Leben extra schwer ? Sie füllen damit nur die Taschen Ihres RA. Treten Sie einfach zurück und basta.
    6 2 Melden
  • DonPedro 04.12.2017 14:40
    Highlight Natürlich ist das, was der NR gemacht hat, nicht entschuldbar,auch wenn noch die Unschuldvermutung gilt!
    Aber bei der CVP gilt doch hoffentlich noch die Bibel:
    "Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein...."
    2 2 Melden
  • Linus Luchs 04.12.2017 13:17
    Highlight Nach seiner Genesung werde Buttet sich mit der kantonalen Partei absprechen, ob er sein Mandat als Nationalrat weiterführe. Ach ja? Bis ein Alkoholiker, der seine Sucht ernsthaft therapieren lässt, von Genesung sprechen kann, vergehen mehr Jahre, als eine Amtszeit als Nationalrat dauert. Buttet hat sein Problem noch nicht wirklich begriffen.
    40 6 Melden
    • Gelöschter Benutzer 04.12.2017 14:25
      Highlight Wer einmal Alkoholiker ist, bleibt es ein Leben lang - da kann er noch so lange trocken sein.
      10 1 Melden
    • bokl 04.12.2017 14:49
      Highlight "Bis ein Alkoholiker, der seine Sucht ernsthaft therapieren lässt, von Genesung sprechen kann, vergehen mehr Jahre, ..."

      Ein Alkoholiker kann nicht genesen. Er leidet an einer Sucht, nicht an einer Krankheit.

      Ein Alkoholiker kann lernen, seine Sucht in den Griff zu kriegen. Mehr nicht. Rückfall niemals ausgeschlossen.

      Herr Buttet sollte also besser vom Alkohol zurücktreten und ein CVP-Entzug könnte auch nicht schaden ...
      11 1 Melden
    • Silent Speaker サイレントスピーカー 04.12.2017 17:37
      Highlight Entzug und Abstinenz, egal von welcher Droge man abhängig ist, ist eine hunderprozentige Willensangelegenheit. Wer aufhören will, schafft es auch ohne Threapie.

      Wer in Therapie geht, erkennt zwar, dass sein Konsum missbräuchlich ist, will aber nicht unbedingt aufhören. Bei starkem Alkoholmissbrauch muss lediglich die Entgiftung stationär geschehen. Wenn jemand aufhören will, ist das auch ohne Therapie zu schaffen.

      Aber das Schlüsselwort ist eben "wollen". Die meisten Süchtigen wollen eigentlich gar nicht aufhören und rutschen daher auch immer wieder rein.
      2 14 Melden
    • Bijouxly 04.12.2017 18:07
      Highlight Woher wollen Sie wissen, dass er Alkoholiker ist? Man ist kein Alkoholiker, nur wenn man sich nach Alkoholkonsum daneben benimmt. Dann wären wir alle wohl ein bisschen Alkoholiker...
      2 4 Melden
    • Saraina 04.12.2017 22:20
      Highlight Ich glaube auch, dass er sein Problem noch nicht wirklich begriffen hat. Und natürlich ist er Alkoholiker, spätestens nach dem zweiten Danebenbenehmen hätte er nämlich seinen Alkoholkonsum zügel müssen, vor allem als öffentliche Person. Aber das schien er nicht im Griff gehabt zu haben, und genau das ist es, was eine Sucht ausmacht. Sucht ist, wenn "wollen" nicht mehr geht.
      1 0 Melden
    • Silent Speaker サイレントスピーカー 05.12.2017 00:01
      Highlight @bokl: Naja, wenn man nun einen Krebspatienten zum Vergleich herbeiziehen würde, der erfolgreich therapiert wurde, so ist bei diesem, obschon er dann als geheilt betrachtet wird, auch nicht auszuschliessen, dass er nicht erneut an demselben Typ Krebs erkrankt. Das wäre dann auch ein Rückfall.

      Eine Suchterkrankung ist schon eine Erkrankung, die durchaus auch dauerhaft erfolgreich therapiert werden kann. Ein Alkoholiker oder Kiffer kann nach erfolgter Therapie durchaus zu einem Gelegenheitsgeniesser werden, es ist nur eine Frage des Willens und der Umstände/des Settings.
      0 2 Melden
    • Silent Speaker サイレントスピーカー 05.12.2017 00:06
      Highlight Es bleibt also eine Frage der Selbstbeherrschung. Schliesslich kann auch ein 70-jähriger, der nie im Leben getrunken hat, zu einem Alkoholiker werden.
      Auch ein Sportsüchtiger mit ungesundem Verhalten kann später im Leben durchaus einen gesunden Umgang mit Sport haben.

      Und eigentlich ist genau das das Ziel einer Therapie. Eine zwang- und krankhafte Abstinenz ist eben dann kein willentlicher Ausstieg, sondern ein erzwungener. Wenn einer aber einfach keine Lust mehr hat, dann besteht eigentlich auch keine Rückfallgefahr mehr.
      0 2 Melden
    • Silent Speaker サイレントスピーカー 05.12.2017 00:15
      Highlight @Bijouxly: Wenn sich einer aber wiederholt unter Einfluss von Alkohol daneben benimmt, dann hat er irgendein alkoholinduziertes Problem. Und falls er während des Alkoholkonsums selbst nicht rechtzeitig bemerkt, dass jetzt ein Level erreicht ist, an dem er zu trinken aufhören muss, um dieses Verhalten noch kontrolliert abzuwenden, hat er bereits ein Alkoholproblem. Bei Alkoholikern gibt es Pegel- und Rauschtrinker.
      Pegel- und Rauschkonsumenten gibt es übrigens bei jeder Droge. Sogar beim relativ "harmlosen" Kiffen. Jetzt werden die Kiffer gleich blitzeln... Wirst sehen.
      0 1 Melden
  • blumenstraussenfleisch 04.12.2017 13:06
    Highlight Hihi, sich aber um die Gesundheitsfolgen des Energydrinkkonsums bei Jugendlichen sorgen...^^

    Quelle: https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/curia-vista - Curia Vista - Geschäftsdatenbank der Schweizer Parlamentes.
    45 0 Melden
  • Mr. Raclette 04.12.2017 13:02
    Highlight So und nun lasst es mal gut sein!
    12 34 Melden
  • Azrag 04.12.2017 12:44
    Highlight Schön durchgeplant von seinem Anwalt. Schuldbewusstsein sehe ich da nicht.
    32 3 Melden
    • olmabrotwurschtmitbürli 04.12.2017 14:21
      Highlight Naja, er hat sich beraten lassen. Dagegen spricht nichts.

      Ausserdem ist es taktisch vernünftig sich bei einer in den Medien bespielten Kampagne erstmal proaktiv aus der Eskalationsspirale zu entfernen.

      Damit möchte ich das Verhalten von ihm nicht rechtfertigen. Wobei ja die konkreten Details noch unklar sind.

      4 2 Melden
    • Saraina 04.12.2017 22:16
      Highlight Tatsächlich ist der Mann nicht schuldig, er ist erst mal krank, und scheint langsam zu dieser Erkenntnis zu kommen. Auch ich möchte sein Verhalten nicht rechtfertigen, aber es ist nicht einfach, sich einzugestehen, dass man echt süchtig ist, und sein Leben überhaupt nicht mehr im Griff hat.
      2 2 Melden
  • N. Y. P. 04.12.2017 11:39
    Highlight Heute Montag will ihn die CVP-Spitze anhören.

    Und Yannick Buttet lässt bereits vor der Sitzung mitteilen, dass er als Vizepräsident zurücktritt.
    Das ist doch kein Opfer.

    Und er will seinen Alkoholkonsum in einer Therapie in den Griff bekommen.
    Das ist auch kein Opfer.
    Wie wäre es gänzlich vom Alkohol wegzukommen. Das wäre ein Statement.

    Und er will später entscheiden, ob er als Nationalrat zurücktritt.
    Als ob er in dieser Sache noch federführend wäre.

    Er macht es sich nach wie vor zu einfach, der Herr Buttet.
    89 11 Melden
    • Silent Speaker サイレントスピーカー 04.12.2017 17:26
      Highlight Keine Macht den Drogen!
      14 4 Melden
    • huck 04.12.2017 19:49
      Highlight Keine Macht den Doofen!
      3 9 Melden
    • Saraina 04.12.2017 22:13
      Highlight "Alkoholproblem in den Griff bekommen" bedeutet bei so massiven Problemen und einem solchen Absturz nichts anderes als totale Abstinenz. Und nach dem Entzug kann er tatsächlich entscheiden, was er weiter machen will. Vielleicht ist ihm die Politik, nüchtern betrachter, auch gar nicht mehr soviel wert.
      2 0 Melden
  • The truth is out there 04.12.2017 11:23
    Highlight Buttet sollte komplett sich aus der Politik zurückziehen. Solche verzweifelte Sesselkleber brauchen wir nicht im Parlament.
    104 13 Melden
    • Maranothar 04.12.2017 15:09
      Highlight Da gibts auch andre?
      1 2 Melden

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