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ARCHIVBILD ZUM RUECKTRITT VON YANNICK BUTTET ALS VIZE-PRAESIDENT DER CVP SCHWEIZ, AM MONTAG, 4. DEZEMBER 2017 - Yannick Buttet, Nationalrat CVP VS, spricht an einer Medienkonferenz ueber

Nationalrat Yannick Buttet tritt zurück. Bild: KEYSTONE

CVP-Politiker Yannick Buttet tritt als Nationalrat zurück



Der Walliser CVP-Politiker Yannick Buttet tritt nach den gegen ihn erhobenen Vorwürfen der sexuellen Nötigung per sofort als Nationalrat zurück. Als Gemeindepräsident von Collombey-Muraz will er aber weiterhin amten, sobald ihm dies seine Gesundheit wieder gestatte.

Er habe im Interesse seiner Familie und seiner Partei entschieden, per sofort als Nationalrat zurückzutreten, heisst es in einer von seinem Anwalt Andreas Meili am Sonntagabend veröffentlichten Erklärung. Er tue dies unabhängig vom derzeit hängigen Strafverfahren, dessen Ausgang noch offen sei.

Ausschlaggebend für diesen ganz persönlichen Entscheid sei vielmehr der Wunsch, seine Familie und sein persönliches Umfeld zu schützen und die notwendige Ruhe für seinen Heilungsprozess zu schaffen. «In der Öffentlichkeit wurde ein Bild von mir gezeichnet, in dem ich mich selbst nicht wiedererkenne und von dem ich mich auch distanziere», heisst es weiter.

Es sei ihm gleichzeitig ein Anliegen, seine Kantons- und Bundespartei nicht unnötig zu belasten und sich bei allen zu bedanken, die ihn bei der Vertretung der Interessen des Kantons Wallis in Bern unterstützt und ihm ihr Vertrauen ausgesprochen hätten.

Im Sinne der Partei gehandelt

«Ich bedaure zutiefst, mein Engagement auf Bundesebene nicht so abschliessen zu können, wie ich mir das vorgenommen hatte», heisst es weiter. Auf Wunsch seiner Partei werde er aber weiterhin seine Aufgaben im Dienste der Bewohnerinnen und Bewohner von Collombey-Muraz wahrnehmen, sobald dies seine Gesundheit wieder gestatte.

Die CVP Schweiz anerkenne, dass Buttet diesen Entscheid persönlich getroffen habe zum Schutz seiner Familie und zum Wohle der CVP, heisst es in einer Mitteilung der Partei. Sie bedankte sich bei Buttet für dessen politische Arbeit und für sein Engagement als Vizepräsident der Partei und wünschte ihm und seiner Familie alles Gute.

Ortspartei will ihn weiter an der Spitze

Der Präsident der CVP des französischsprachigen Teils des Kantons Wallis, Serge Métrailler, sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, die CVP-Ortssektion von Collombey-Muraz VS wünsche sich, dass Buttet weiterhin Präsident der Gemeinde bleibe. Es werde an der Gemeinde sein zu entscheiden, wann er den Posten wieder übernehmen könne. Buttet sei in der Region bei der Bevölkerung und in der Politik sehr beliebt.

Wer die Nachfolge von Buttet im Nationalrat antreten wird, ist noch offen. Als erste Ersatzleute auf der CVP-Liste in Frage kommen Benjamin Roduit und Patrice Clivaz, wie Métrailler weiter sagte. Er geht davon aus, dass sie sich erst nach den Festtagen entscheiden werden.

Neue Vorwürfe erhoben

Am Wochenende war bekannt geworden, dass die Walliser Staatsanwaltschaft gegen den CVP-Nationalrat ein Strafverfahren wegen des Verdachts auf Nötigung eröffnet hat, nachdem seine frühere Geliebte ihn wegen Delikten gegen die Ehre und die Freiheit angezeigt hatte. Zudem wurden neue anonyme Vorwürfe von belästigten Frauen in Westschweizer Zeitungen gegen ihn erhoben.

Ausgelöst worden war die Affäre durch einen Polizeieinsatz in der Nacht auf den vergangenen 19. November in Siders VS. Dort soll er bei seiner Ex-Geliebten solange geklingelt haben, bis die Frau die Polizei rief. Davor soll er ihr täglich bis zu 50 Textnachrichten geschickt haben.

Berichte über Belästigungen ausgelöst

Nach Bekanntwerden dieses Falls berichteten mehrere Parlamentarierinnen und Journalistinnen von Belästigungen durch Buttet im Bundeshaus. In verschiedenen Westschweizer Medien schilderten sechs Frauen - darunter vier Nationalrätinnen - am Samstag anonym darüber, wie sie belästigt worden waren.

Buttet hatte sich nach Bekanntwerden des Polizeieinsatzes aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und war als Vize-Präsident der CVP Schweiz zurückgetreten. Zudem gab er bekannt, dass er sich in eine Alkohol-Entziehungskur begeben will. Buttet soll laut Aussagen seines Anwalts seit Jahren ein Alkoholproblem haben.

Die CVP Schweiz hatte am Samstag auf die neuen Berichte reagiert und dabei ihren Willen bekräftigt, Buttet möglichst rasch zu einer Aussprache zu treffen, sobald sein Gesundheitszustand dies erlaube. Dem ist er nun offenbar mit seinem Rücktritt zuvorgekommen.

Konsequenzen weit über den Fall hinaus

Die Affäre Buttet hat Konsequenzen weit über den Einzelfall hinaus gehabt. So löste sie eine grundsätzliche Diskussion über das Verhalten der männlichen Parlamentsmitglieder gegenüber ihren Kolleginnen im Bundeshaus aus.

In Absprache mit den Chefs der Fraktionen entschied die Verwaltungsdelegation der Räte, dass sich Bundesparlamentarier und -parlamentarierinnen mit Fragen zu sexueller Belästigung ab kommendem Jahr an eine spezialisierte und unabhängige Fachstelle wenden können. Die Stelle ist vorerst auf ein Jahr befristet. (sda)

Das war das Jahr 2017 in Karikaturen

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Video: srf

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35Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • .:|Caballito de Mantequilla|:. 18.12.2017 08:57
    Highlight Highlight Tschüss Butthead.

    Als Nationalrat sich hinter der Droge Alkohol zu verstecken ist mehr als ein Armutszeugnis.
  • Linus Luchs 17.12.2017 22:30
    Highlight Highlight Ein Alkoholiker, der seine Triebe nicht unter Kontrolle hat, aber Buttet "sei in der Region bei der Bevölkerung und in der Politik sehr beliebt." Und "die CVP-Ortssektion von Collombey-Muraz VS wünsche sich, dass Buttet weiterhin Präsident der Gemeinde bleibe."
    • Flötist 17.12.2017 22:56
      Highlight Highlight Das zeigt, dass dieser Mensch nicht nur 24 Stunden am Tag irgendwelchen Trieben erliegt, obwohl wir alle, die ihn nur aus den News kennen, das denken. Aber das realisiert kaum jemand aus dem Mob.
    • Silent_Revolution 18.12.2017 00:45
      Highlight Highlight @ Flötist

      Die Arbeitszeit verbringt er damit, ideologische Werte auf politischer Ebene zu vertreten und durchzusetzen und die Freizeit damit diese mit Füssen zu treten.

      Das zeigt nur einmal aufs neue, dass dem religiösen Mob Doppelmoral nicht so sauer aufstösst wie anderen.
    • rodolofo 18.12.2017 09:27
      Highlight Highlight Ich kenne einen Alkoholiker, der aber auch im Suff nicht damit beginnt, Frauen anzupöbeln und zu begrabschen!
      Der Alkohol bringt ja nur Eigenschaften und Verhaltensweisen von Menschen zum Vorschein, die sonst hinter einer Biedermann-Maske verborgen bleiben.
      Aber solche unangenehmen bis gemeingefährlichen Eigenschaften muss ein besoffener Mensch auch erst einmal haben!
      Warum also ist Buttet hinter seiner Christlichen Leitkultur-Fassade eigentlich "Brutalus der Barbar"?
  • Orgi21 17.12.2017 22:15
    Highlight Highlight Ich möchte ja keine der Taten die ein Mann gemacht hat verschönern - aber was mich immer skeptisch stimmt ist die Tatsache, dass Frauen dann wie die „alte Fasnacht“ sich auch zu Taten bekennen, welche sie über sich ergehen lassen mussten.
    Wenn es sich so zugetragen hat, verstehe ich die Beweggründe der Geheimniskrämerei - Aber es gibt auch sicher solche die dann ein Stück abhaben wollen und Anschuldigungen machen, die gar nie passiert sind.
    Will Buttet keineswegs in Schutz nehmen. Aber es ist sicher schwieriger weitere Anschuldigungen als nichtig zu entlarven wenn man schon am Boden ist..
    • Flötist 17.12.2017 22:58
      Highlight Highlight Ja, das ist so. Da kann nun kommen wer will, er hat keine Chance mehr sich zu wehren. Alle anonymen Geschichten, werden bedingungslos von der Mehrheit der Öffentlichkeit anerkannt. Es ist klar, dieser Mann ist nicht mehr tragbar in der Politik, aber es ist schon interessant welche Dynamiken hier die Massen bewegen.
    • HeforShe 17.12.2017 23:50
      Highlight Highlight Es gibt sicherlich Frauen, die eine solche Situation ausnutzen. Das sind allerdings Einzelfälle. Sexuelle Belästigung dagegen ist kein Einzelfall.
      Der Grund, warum Frauen spät oder erst mit Rückendeckung durch andere Opfer vortreten, liegt unter anderem darin, dass dem potentiellen Täter lange mehr Glauben geschenkt wird, als dem möglichen Opfer. Das Opfer muss sich nackt machen und die Situation mehrmals durchspielen. Das ist eine starke psychische Belastung.
      Dazu kommt, dass tatsächliche Täter sich mit Drohungen versuchen zu schützen. Die Antwort ist also einfach: Angst.
      Play Icon
    • rodolofo 18.12.2017 09:35
      Highlight Highlight Oon, der Ärmste aber auch!
      Vergiss bitte nicht, dass es dieser "Ärmste" mit seinen Methoden schon ziemlich hoch hinauf geschafft hat, auf der Karière-Leiter!
      So hoch, dass er schon nahe daran war, in die "Andere Dimension", also in das Irdische Paradies der Ganz Reichen und Ganz Mächtigen einzutreten, wo Pussy-Grabscher, Vergewaltiger und Kinderschänder unter sich sind und Augen zwinkernd die Cognac-Gläser klingen lassen, beim Anstossen auf das erfolgreiche Abschütteln des Sonder-Ermittlers, der draussen in der Kälte stehen muss, nachdem ihm die Tür vor der Nase zugeschlagen wurde...
  • Valon Gut-Behrami 17.12.2017 21:55
    Highlight Highlight Scheinheiligkeit hoch 10. Noch grösser als sein Glaube an Gott. In ein paar Wochen wird er - wenn er nicht mehr anders kann - sich an die Opfer wenden. Mit vorgespieltem Bedauern.
  • Karl Müller 17.12.2017 21:54
    Highlight Highlight Das hätte er gleich tun sollen. Die Aussage, er werde erst zurücktreten, "wenn er verurteilt werde", war etwas vom blödesten, was ich in der Politik je gehört habe. Ich konnte mir lebhaft vorstellen, wie seine PR-Berater in die Tischkante gebissen haben, als sie dies lesen mussten.
  • thierry_haas 17.12.2017 21:48
    Highlight Highlight Heute Abend im Interview im Westschweizer Fernsehen: sein lokaler Parteivorsitz hat ihn GEBETEN sein Amt in seiner Kommune zu behalten: Die CVP bittet also einen unter Polizei-Ermittlung stehenden Kollegen in seinem Amt zu bleiben. Unglaublich, ich könnte kotzen.
    • Don Sinner 17.12.2017 22:10
      Highlight Highlight Bitte tu´s nicht (letzteres) - ist es nicht wert ;-). Tu´s lieber für und dank dem Whiskey, den du zuviel getrunken haben wirst (aber wg. Monsieur B.).
    • lucasm 17.12.2017 22:17
      Highlight Highlight Schon mal was von unschuldsvermutung gehört?
    • Flötist 17.12.2017 23:04
      Highlight Highlight @lucasm Vermutlich nicht, für ihn ist alles klar. Was viele nicht realisieren ist, dass das Bild, das in den Medien bekannt wurde, nicht das ganze Bild von Buttet ist. Thierry Haas kennt nur Buttet, den Perversling, er realisiert nicht, dass Buttet nicht 100% der Zeit sich daneben benommen hat und sein Umfeld viele andere Facetten von ihm kennt und so gibt es einige, die ihn selbst noch in einem Amt haben möchten. Wir können das kaum beurteilen, die ihn nur über die News kennen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Don Sinner 17.12.2017 21:37
    Highlight Highlight Habe ich gehört "Es tut mir Leid, falls ich jemanden verletzt habe... dass ich meiner Familie... etc."? Oder habe ich nur gelesen "Ich bin nicht, was Ihr denkt... Ich danke meinen Kumpels, die mich gedeckt haben... Es schei**t mich gottsjämmerlich an, dass ich nicht mehr nach Bern kann..."? Und etwas von Familiengesülze, die Familie, die er wiederholt und offenbar systematisch hintergangen, betrogen und der Lächerlichkeit preis gegeben hat. Wie a***-kalt und egoistisch von einem C-Parteiknaben in der "heiligen" X-mas-Zeit.
  • öpfeli 17.12.2017 21:06
    Highlight Highlight Wichtig dass man so einen nach wie vor an der Spitze möchte.
  • welefant 17.12.2017 20:34
    Highlight Highlight leute, sorry das er nicht von der svp ist. sonst könntet ihr wüten 😘
    • öpfeli 17.12.2017 22:42
      Highlight Highlight Klingt als wärst du treuer SVP Anhänger und verletzt, weil deine Partei des Öfteren nicht gut ankommt. Sorry 🎈😘
    • Juliet Bravo 17.12.2017 23:36
      Highlight Highlight Wie meinst du das? Sexuelle Belästigung ist doch keine Partei Sache. Das gibt es überall – alt/jung, Handwerker/Akademiker, rechts/links etc.
    • rodolofo 18.12.2017 09:21
      Highlight Highlight Das kommt schon noch...
  • Baba 17.12.2017 20:12
    Highlight Highlight Hat's also nicht geklappt mit dem Aussitzen...
  • Spooky 17.12.2017 20:10
    Highlight Highlight Wenn man von den Parlamentariern alles wüsste, dann müssten alle zurücktreten.
    • Flötist 17.12.2017 23:06
      Highlight Highlight Alle wohl kaum, aber sicher einige.
    • Juliet Bravo 17.12.2017 23:43
      Highlight Highlight Wieso? – was weisst du, was wir nicht wissen?
    • Flötist 18.12.2017 14:15
      Highlight Highlight @Juliet Wieviele bist du eigentlich total?
  • SoBAs 17.12.2017 19:00
    Highlight Highlight Blatter, Constantin, Freysinger, Infantino, Darbellay, Buttet. Fortsetzung wie gehabt? Wir brauchten jemand mit Kaliber Bodenmann! (Ist der Ruf mal ruiniert, lebt sich's völlig ungeniert...)
    '
    • Scott 17.12.2017 22:33
      Highlight Highlight Hauptsache von der SP oder was?
    • rodolofo 18.12.2017 09:43
      Highlight Highlight Wenn er schon kein richtig "Roter" ist, so trinkt er doch gelegentlich Rotwein, trägt rote Krawatten und kriegt in Diskussionen des öfteren einen roten Kopf...
  • zweistein 17.12.2017 18:57
    Highlight Highlight Den richtigen Zeitpunkt hat er bereits verpasst, aber immerhin geht er jetzt.
  • Nelson Muntz 17.12.2017 18:50
    Highlight Highlight jetzt hat er endlich mehr Zeit, sich an fremden Frauen zu reiben...
    • Nelson Muntz 17.12.2017 23:08
      Highlight Highlight niemand behauptet, dass er Silvester in Köln verbracht hat.

Bald könnte die 5. Initiative gegen Tierversuche kommen

Das Schweizer Stimmvolk dürfte erneut über ein Tierversuchsverbot entscheiden können. Eine entsprechende Volksinitiative ist auf der Zielgeraden.

Das Komitee der Initiative «Ja zum Tier- und Menschenversuchsverbot – Ja zu Forschungswegen mit Impulsen für Sicherheit und Fortschritt» sammelte bereits über 111'000 Unterschriften, wie dessen Website zu entnehmen ist. 100'000 sind für das Zustandekommen nötig.

Die Sammlung soll indessen weitergehen, wie die Westschweizer Zeitung «Le Matin Dimanche» …

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