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Ein Mitarbeiter der Post sortiert Pakete: Für die Post sind die Lieferungen aus China ein Verlustgeschäft.  Bild: KEYSTONE

Chinesische Pakete fluten die Schweiz – und es dürften noch viel mehr werden

Schweizer Konsumenten kaufen auch im Internet immer häufiger im Ausland ein. Gerade bei Jüngeren sind asiatische Anbieter wie Aliexpress stark gefragt.

02.03.17, 03:54 02.03.17, 06:14

andreas möckli / Aargauer Zeitung



Der Einkaufstourismus spielt auch im Internet eine immer wichtigere Rolle. Im vergangenen Jahr sind die Internet-Einkäufe von Schweizer Konsumenten bei ausländischen Unternehmen um 18 Prozent auf 1,3 Milliarden Franken gestiegen, wie die neusten Zahlen des Verbands des Schweizer Versandhandels (VSV) und des Marktforschungsinstituts GfK zeigen. Im Vergleich zum Jahr 2012 hat sich der Umsatz fast verdoppelt.

«Die chinesische Plattform Aliexpress und andere ausländische Anbieter fluten die Schweiz mit Paketen», sagte VSV-Präsident Patrick Kessler gestern an einer Medienkonferenz. Es handle sich dabei vor allem um günstige Artikel wie Ladegeräte, Handyhüllen oder Sportartikel. Aus diesem Grund sei die Entwicklung für die Schweizer Onlinehändler bislang noch nicht so schmerzhaft.

Doch das könnte sich bald ändern. Es sei vor allem die jüngere Generation, welche bei asiatischen Anbietern wie Aliexpress einkaufe. Die dortigen Onlinehändler locken mit sehr tiefen Preisen, häufig sind die Versandspesen bereits im Preis inbegriffen. «Vermutlich ist es nur eine Frage Zeit, bis diese heranwachsende Generation mehr Vertrauen in diese Shops fasst und dort auch höherwertige Produkte einkauft», sagt Kessler.

Er kann sich vorstellen, dass die Jüngeren dereinst auch ihre Nike-Turnschuhe oder ihr iPhone in China oder Indonesien bestellen, weil die Artikel dort günstiger seien. Mittel bis langfristig rechnet Kessler deshalb mit einem starken Druck auf die hiesigen Anbieter.

Bald kürzere Lieferzeiten

Oft müssen sich hiesige Kunden asiatischer Shops gedulden, bis ihre Pakete in der Schweiz ankommen. Es werde nicht mehr lange dauern, bis diese den Nachteil der längeren Lieferfristen aufgeholt hätten, sagt Thomas Hochreutener, Detailhandelsexperte bei GfK. Die Chinesen investierten massiv in die Logistik. «Es dauert vielleicht noch zwei bis drei Jahre, bis die Pakete nicht mehr in 30, sondern in vielleicht zwei Tagen hier sind», glaubt Hochreutener. Laut Schätzungen kommen täglich über 20'000 Pakete aus dem asiatischen Raum in die Schweiz.

Für die Post war die Flut an Paketen insbesondere aus China bislang ein Verlustgeschäft. Die Abgeltung, die die chinesische an die Schweizer Post für das Verteilen der Pakete leisten muss, war längst nicht kostendeckend. Im vergangenen Herbst haben die Mitgliedsländer des Weltpostvereins sich dafür ausgesprochen, die asiatischen Postbetriebe im grenzüberschreitenden Paketverkehr stärker zur Kasse zu bitten, was auch der Post hilft.

Insgesamt wuchs der Schweizer Onlinehandel im vergangenen Jahr um 8,3 Prozent auf 7,8 Milliarden Franken. Der Versandhandelsverband und GfK erfassen dabei nur Waren, Dienstleistungen wie Reisen, Tickets, Glücksspiele oder Handydienste sind darin nicht enthalten. Ausgeklammert werden auch die Abholstationen im grenznahen Ausland, wo Schweizer ihre Pakete hinbestellen und abholen. Dieses Geschäft macht geschätzt rund 250 Millionen Franken aus.

Während der Schweizer Onlinehandel mit Lebensmitteln nur langsam wächst, legen die übrigen Bereiche, im Jargon Non-Food genannt, deutlich zu. Spitzenreiter ist die Heimelektronik mit einem Umsatz von 1,8 Milliarden Franken. Hier liegt der Anteil, der über das Internet eingekauft wird, bereits bei 29 Prozent. An zweiter Stelle folgen Kleider und Schuhe mit einem Umsatz von 1,5 Milliarden Franken. Hier macht der deutsche Onlinehändler Zalando mit geschätzten 530 Millionen Franken rund einen Drittel aus.

Umsatz bricht weg

Wie markant die Verschiebungen im Detailhandel ausfallen, zeigt sich, wenn man den gesamten Non-Food-Bereich seit 2010 betrachtet. Während der stationäre Handel seither 8,3 Milliarden Franken an Umsatz eingebüsst hat, legten die Online-Einkäufe um 2,4 Milliarden Franken zu. Der Rückgang um knapp 6 Milliarden Franken gehe vor allem auf das Konto von Preissenkungen, die aufgrund der Frankenstärke nötig geworden seien, sagte Hochreutener.

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
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36Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Nosgar 02.03.2017 12:25
    Highlight Der VSV erinnert mich etwas an die Migros. Über Einkaufstouristen motzen und Massnahmen verlangen, gleichzeitig Werbefilme im Ausland produzieren lassen. http://www.persoenlich.com/werbung/wasser-predigen-und-wein-trinken
    1 1 Melden
  • Matthias Studer 02.03.2017 10:15
    Highlight Ach, ich habe nur begrenzt Mitleid.

    In den 90er zogen alle Firmen die Produktion nach China oder kauften sich dort ein. Jetzt beklagen sie sich, dass man ihre Produkte dort günstiger einkaufen kann.

    Für mich eine Doppelmoral wie aus dem Lehrbuch. Gewinnmaximierung auf Teufel komm raus. Das dieses Denken nur mittelfristig ist, sieht man einmal mehr.

    Die Firmen würden lieber wieder mehr in Europa investieren.
    16 1 Melden
    • demokrit 02.03.2017 11:04
      Highlight Und warum zogen die Firmen genau nach China? Das ist natürlich viel zu kurz gedacht. Sicher nicht einfach aufgrund der Gewinnmaximierung, sondern eben, weil der Konsument es möglichst billig wollte und die Konkurrenz infolge dessen nach China zog.
      1 0 Melden
    • King_Cone 02.03.2017 11:21
      Highlight Sollen wir wirklich weggezogene und nun zurückkehrende Wirtschaftsflüchtlinge aufnehmen?
      0 0 Melden
  • Nosgar 02.03.2017 09:31
    Highlight Ich bin für eine sofortige Netzsperre!
    5 3 Melden
  • sandra86 02.03.2017 09:14
    Highlight Ich wohne nicht in der Nähe einer Grenze und kaufe daher nie günstig im Ausland ein. Habe AliExpress, aus reiner Neugier, ausprobiert. Die Bestellung war nach einer Woche da. Das ist sie nun die Globalisierung. Und ich sehe nicht länger ein warum ich nicht auch davon profitieren soll. Ich weiss, dass es X Gründe dagegen gibt. Aber für mich zählt ende Monat mein eigenes Konto. Und dem gefällt AliExpress...
    12 5 Melden
    • demokrit 02.03.2017 10:59
      Highlight Geiz ist geil.
      5 1 Melden
  • dracului 02.03.2017 09:01
    Highlight Ich glaube daran, dass es einen Markt oder wenigstens lukrative Nischen geben würde für qualitativ höherwertige, ökologisch hergestellte, nachhaltige Schweizerprodukte. Solange der Unterschied jedoch nur ist, ob ich die teuren Zwischenimporteure unterstützen will, möchte ich lieber direkt in China einkaufen. Ich hoffe aber, dass vermehrt Schweizer Firmen sich wieder auf unsere einstigen Qualitästswerte besinnen und wieder selber Produkte herstellen!
    10 0 Melden
  • demokrit 02.03.2017 08:42
    Highlight Es ist ein rein politischer Entscheid, diesen ökologischen Unsinn zu unterbinden. Es ist sicher nicht die Aufgabe aller Schweizer Steuerzahler die Alibaba und Zalandokäufe unserer Konsumjunkies die nebenbei den Kapitalismus überwinden wollen (ja, freilich doch!) zu finanzieren. Der Bundesrat und das Parlament ziehen es wieder einmal vor, lieber die Beine hoch zu legen. Dasselbe gilt auch für das merkwürdige Zollabkommen für Zalando, dass dem Konzern nur die MWST nicht zurück gesendeter Pakete in Rechnung stellt.
    6 8 Melden
    • atomschlaf 02.03.2017 10:55
      Highlight Aber wenn unsere genossenschaftlichen Duopolisten oder internationale Grosskonzerne die Ware billig in China produzieren lassen und hierzulande zu Mondpreisen verkaufen, findest Du das in Ordnung?
      4 0 Melden
    • demokrit 02.03.2017 11:25
      Highlight Nein. Ich nerve mich daran, wie sehr die Schweiz deindustrialisiert wurde. Deutschland ist da besser.
      1 0 Melden
  • kuhrix 02.03.2017 08:10
    Highlight Meistens lohnt es sich nicht und auch ökologisch ist es natürlich absoluter Blödsinn das Zeugs einzeln in Paketen zu verschicken. Bei einigen Produkten kann ich das jedoch schon verstehen. Beispiel HDMI Kabel, bei uns 10.- direkt aus China 2.-. Beide kommen aus der selben Fabrik, das eine wird einfach in einer Kiste mit vlt. 10000 geliefert, ist dann aber 5x so teuer?
    30 1 Melden
  • ket4mon 02.03.2017 08:07
    Highlight Aliexpress ist eine feine Sache, nutzen tu ichs trotzdem nicht. Aber ich denke das Problem erkannt zu haben, das stört mich schon seit einiger Zeit. Die "Hersteller" oder besser gesagt Vermittler der Waren in der Schweiz kaufen direkt von China, sofern das geforderte Produkt den Qualitätsansprüchen entspricht. Sie setzen einfach noch eine hohe Marge drauf und verdienen sich mit Vermitteln ein goldenes Näschen. Vielleicht begreiffen sie es irgendwann, Profitgier hindert sie aber daran. Der Marktplatz Schweiz wird mit seiner Hochpreisstrategie irgendwann zusammenbrechen...
    24 3 Melden
  • Omega 02.03.2017 07:16
    Highlight Tut mir leid... darunter ist auch bestimmt eins von mir.

    Die Angebote sind einfach zu verlokend.
    27 22 Melden
  • Findolfin 02.03.2017 07:08
    Highlight Schuhe von Aliexpress? Wenn man das Risiko eingehen will, dass sie gefälscht sind ...
    25 8 Melden
  • Deuxmais 02.03.2017 06:58
    Highlight iPhone, Drohnen usw. kosten bei AliExpress gleich viel oder sogar mehr. Wenn man dann beachtet, dass teure Ware am Zoll in der CH versteuert wird, man noch mehr bezahlen muss und ca. 20-30 Tage wartet, lohnt sich der Einkauf im eigenen Land viel mehr.
    22 9 Melden
    • saukaibli 02.03.2017 07:29
      Highlight Die ware wird nicht versteuert weil die Chinesenshops nie den wahren Kaufpreis auf das Paket schreiben. Bei einem Tablet für 350$ steht dann einfach 50$ auf dem Paket und somit geht es als zollfrei durch.
      13 4 Melden
    • hueberstoebler 02.03.2017 08:23
      Highlight @saukaibli
      es kommt darauf an, meine sachen wurden auch schon verzollt, weil der Schweizer Zoll das Paket geöffnet hat und gesagt hat dass der angegebene Preis niemals stimmen kann.

      Trotzdem, in 99% klappts :)
      5 0 Melden
    • Deuxmais 02.03.2017 09:53
      Highlight @saukaibli Stimmt da hast du schon Recht, aber wie hueberstoebler schreibt, sind die Zollbeamten manchmal misstrauisch. Dann bezahlst du neben dem MwSt.-Zuschlag auch noch eine Gebühr...
      1 0 Melden
    • saukaibli 02.03.2017 11:01
      Highlight Klar kann es vorkommen, dass der Zoll das Paket öffnet und eine Gebühr will. Das kann man aber - wenn man ein wenig arschig ist - damit umgehen, dass man das Paket nicht annimmt und die Ware einfach nochmal bestellt. Musste ich glücklicherweise noch nie machen, obwohl ich sicher schon 50 Pakete aus China bekommen habe. Soll aber Leute geben, die diesen "Kniff" schon machen "mussten".
      0 0 Melden

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