Schweiz

Gangster wollten mit SBB-Lok Geldautomaten aufbrechen – Güterzug entgleist

12.01.17, 15:43 12.01.17, 15:56

Der Schaden geht in die Hunderttausenden, die Beute beträgt null Euro. Gangster haben im nordrhein-westfälischen Dinslaken einen Güterzug entgleisen lassen. Offenkundig um einen Geldautomaten aufzubrechen, hatten sie das hunderte Kilo schwere Gerät auf die Gleise gelegt.

«Explosionsgefahr»: Die Gefahrgut-Schilder an den Kesselwagen zeigen, was alles hätte passieren können. Grosse Mengen Flüssiggas sind in den Tanks des Güterzugs, der am Donnerstag im Bahnhof von Dinslaken am nordwestlichen Rand des Ruhrgebiets von Gangstern zum Entgleisen gebracht wird.

«Was passiert wäre, wenn einer der Kesselwagen leckgeschlagen wäre, darf man sich gar nicht ausmalen.»

Es ist 2.36 Uhr am frühen Donnerstagmorgen, als es im Bahnhof mitten in Dinslaken knallt. Der Güterzug hat einen Geldautomaten gerammt, den Kriminelle auf die Schienen gelegt haben.

«Was passiert wäre, wenn einer der Kesselwagen leckgeschlagen wäre, darf man sich gar nicht ausmalen», sagt Polizeisprecher Uwe Esselborn. Tatsächlich springt der gepanzerte Automat auf und Geldscheine fliegen umher, aber auch die Lok springt aus den Gleisen.

SBB-Lok muss abgeschleppt werden

Der Lokführer und seine beiden Begleiter kommen mit dem Schrecken und leichten Prellungen davon, sagt ein Sprecher der SBB. Es war eine Lok der SBB, die den Güterzug zog.

Sie ist nicht mehr fahrtüchtig und muss abgeschleppt werden. Ein Rad ist abgerissen, der Schaden liege im sechsstelligen Bereich, heisst es bei Bahn und Bundespolizei. Auch die Bahnstrecke ist in Mitleidenschaft gezogen, auch hier geht der Schaden in die Hunderttausenden.

Polizei sammelte Scheine wieder ein

Der Lokführer versichert bei seiner Vernehmung, dass sich die Unbekannten nicht an die Geldscheine herangetraut hätten. Er habe bis zum Eintreffen der ersten Helfer niemanden gesehen, sagt ein Sprecher der Bundespolizei, die bald darauf den Tatort abgesichert hat und die Scheine einsammelt.

Die Zugstrecke zwischen dem Ruhrgebiet und Wesel am Niederrhein bleibt für fünfeinhalb Stunden gesperrt. Tausende Reisende sind betroffen, 44 Passagierzüge von vier Regionallinien sind betroffen. Auch drei Züge des Fernverkehrs von und in die Niederlande müssen umgeleitet werden und fahren Verspätungen ein.

500 Kilogramm schwer

Die Gangster, von denen am Donnerstag jede Spur fehlt, hatten den Geldautomaten im Bahnhofsgebäude aus seiner Verankerung gerissen. Wie sie dies vollbracht haben, ist für die Ermittler unklar.

Dann haben sie das nach Polizeiangaben 500 Kilogramm schwere Gerät zu den Gleisen geschleppt – wofür wohl Hilfsmittel vonnöten waren. Die Kollision schleudert Trümmer sogar auf den Bahnsteig, der zum Zeitpunkt der Tat aber verwaist ist.

Nun suchen die Ermittler Zeugen, die zu nachtschlafender Zeit Verdächtiges am Bahnhof beobachtet haben. Über eine Videoüberwachung verfüge dieser nicht, sagt der Polizeisprecher. Erst um 8.05 Uhr kann die Strecke wieder freigegeben werden, das betroffene Gleis im Bahnhof bleibt aber gesperrt. (whr/sda/dpa)

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
16
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Fabio74 14.01.2017 21:38
    Highlight Irreführender Titel. Was hat die zufällige SBB-Lok damit zu tun?
    0 0 Melden
  • 〰️ empty 13.01.2017 13:37
    Highlight Wichtigster Punkt: Es hat funktioniert.
    1 0 Melden
  • Pisti 12.01.2017 20:41
    Highlight Die Trennscheibe kennen die Gangster wohl nicht. 😂😂
    7 0 Melden
    • ...ich, zu kritisch? 13.01.2017 07:48
      Highlight ..sowas ist nicht zum Lachen!

      1 6 Melden
  • Pasch 12.01.2017 17:58
    Highlight Aha wenns ums Geld geht, da ist die SBB wieder sofort dabei 😂😂😉.
    Schwein gehabt!
    21 36 Melden
  • Plöder 12.01.2017 17:10
    Highlight Ich sage nur so viel:
    Soft-Target

    8 22 Melden
  • sockyluna 12.01.2017 15:50
    Highlight Darwin vom feinsten xD
    120 16 Melden
  • wiisi 12.01.2017 15:47
    Highlight Gangster?
    94 6 Melden
    • Joseph Dredd 12.01.2017 15:56
      Highlight ...
      254 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 12.01.2017 16:22
      Highlight Hahahha....Das waren noch Zeiten. :) Ayy
      70 5 Melden
    • wiisi 12.01.2017 16:26
      Highlight aha :)
      26 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 12.01.2017 17:05
      Highlight Ice Cream Gloves anyone? :D
      29 1 Melden
    • Milli Vanilli 12.01.2017 18:22
      Highlight Restecp!
      19 2 Melden
    • aschgyyge 12.01.2017 19:38
      Highlight nhs
      1 0 Melden
    • Ron Collins 12.01.2017 21:20
      Highlight Booyakah!
      1 0 Melden
    • Raembe 12.01.2017 22:18
      Highlight Ali G gehört definitiv in die Sendung Shark Tank. Als Shark of Stains natürlich.
      1 0 Melden

Behindertenfeindliche SBB-Züge: 6 Stück dürfen in Betrieb gehen, entschied das Gericht

Von den neuen Doppelstockzügen der SBB können sechs Stück am 26. Februar auf der Basis der befristeten Betriebsbewilligung im Fernverkehr eingesetzt werden. Dies geht aus einer Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts hervor.

Inclusion Handicap, der Dachverband der Behinderten-Organisationen der Schweiz, ist damit einverstanden, wie aus der am Freitag publizierten Verfügung hervorgeht. Der Verband hat im Januar eine Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht.

Unbegleitete Reisende …

Artikel lesen