Schweiz

Deutschland büsst seit Juli fehlbare Einkaufstouristen wie hier am Zoll in Konstanz.  Bild: KEYSTONE

Kampf gegen Zoll-Bschiss – jetzt knöpft sich Deutschland Schweizer Shopping-Touristen vor

Ein neues Kontrollregime gilt seit Juli an der Grenze. Deutsche Zöllner haben schon mehr als 100 Schweizer gebüsst, die an der Grenze tricksen wollten.

06.08.17, 04:55 06.08.17, 05:32

Schweizer pilgern nicht nur zu Tausenden nach Deutschland, um günstig zu shoppen. Schnäppchenjäger erhalten von den Geschäften ennet der Grenze auch noch die Mehrwertsteuer zurückerstattet. Dafür müssen sie am Zoll die Ausfuhrkassenzettel (AKZ) abstempeln lassen.

Einige nutzen dies, um sich durch Schummeleien ein paar zusätzliche Franken zu ergattern. So sammeln etwa einige Schweizer in deutschen Läden Kassenbons ein, die andere Kunden liegen gelassen haben, legen sie danach dem Zollbeamten vor – und fordern die Mehrwertsteuer zurück.

Aufgrund einer Rechtsunsicherheit hatten die Zöllner bis vor kurzem keine Handhabe, um gegen solche Sünder vorzugehen. Nun ist aber die deutsche Generalzolldirektion zum Schluss gelangt, dass fehlbare Einkaufstouristen gebüsst werden können.

Über 100 Bussen

Seit Anfang Juli wenden die Zöllner das neue Regime an. Allein das Hauptzollamt Singen, dessen Zuständigkeit sich von Konstanz bis Bad Säckingen erstreckt, hat schon eine Anzahl Bussen «im niedrigen dreistelligen Bereich» ausgesprochen, wie Sprecher Michael Hauck gegenüber der «Ostschweiz am Sonntag» sagt. Je nach dem Warenwert gibt es eine Busse von 20, 40 oder 55 Euro. Ist der Warenwert höher als 275 Euro, droht ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren. Seit Anfang Juli hat das Zollamt Singen eine Handvoll solcher Verfahren eingeleitet.

Laut Wolfgang Kailer, dem stellvertretenden Präsidenten der deutschen Zollgewerkschaft, verfehlen die neuen Regeln ihre Wirkung nicht. «Man merkt, dass weniger getrickst wird», sagt er.

Im Jahr 2015 stellten die deutschen Grenzbeamten für Schweizer Einkaufstouristen mehr als 15 Millionen Ausfuhrbescheinigungen aus, 2006 waren es noch 6 Millionen.

(amü/pd)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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31
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31Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ein Freigeist 07.08.2017 14:14
    Highlight Reisst die Grenzen nieder und kauft was ihr wollt, wo ihr wollt. Fake news
    1 1 Melden
  • Pasch 06.08.2017 17:01
    Highlight Wie im Text beschrieben ist das so gar nicht möglich. Man muss beim zahlen an der Kasse angeben das man die Mehrwertsteuerrückerstattung haben möchte. Fake News. Sollten die Geschäfte nachträglich den Schein ausstellen ohne die Ware zu sichten ist es das verfehlen des Kassierers! Also echt nichts ist euch zu schade um Stimmung gegen "Einkaufstouristen" zu machen! Konzentriert euch lieber wieder auf "Topmanager" da gibts mehr zu holen.!
    3 2 Melden
  • Madison Pierce 06.08.2017 13:11
    Highlight Das ist charakterlich unter aller Sau. Wenn man die zusätzliche Flasche Schnaps "vergisst" anzugeben, bringt man die Schweiz um Einnahmen. Das kann man gegenüber seinem Gewissen vielleicht noch knapp mit Vorbehalten gegenüber der Alkoholsteuer rechtfertigen.

    Aber indem man zusammengesammelte Kassenzettel stempeln lässt, fordert man Steuern zurück, die ein deutscher Konsument bezahlt hat. Man bestiehlt den Bürger.

    Aber Geiz ist halt geil.
    11 2 Melden
    • EvilBetty 06.08.2017 14:17
      Highlight Sind bestimmt die selben Leute, welche sich diese Woche aufgeregt haben, dass man IV Bezüger nicht mehr bespitzeln darf.
      2 0 Melden
  • dmark 06.08.2017 12:33
    Highlight Vielleicht sollte man über die ganze Mehrwertsteuer-Geschichte mal anders nachdenken und diese einfach gar nicht mehr erstatten?
    Man kauft schliesslich eine Ware in einem Land, welches diese MwSt. für sich festgelegt hat. Die MwSt. ist ja quasi der Anteil am Umsatz für den jeweiligen Staat.
    10 7 Melden
  • acove 06.08.2017 12:00
    Highlight nun geht es also doch noch den Gieraffen und Schmarotzer an den Kragen und das ist gut so. die Strafen (Bussen) können nicht hoch genug sein
    12 4 Melden
  • Gelöschter Benutzer 06.08.2017 11:47
    Highlight Was soll die Aufregung? Beim italienischen Zoll musste ich schon öfters die Ware vorzeigen oder der Beamte kam mit zum Auto, um zu prüfen ob die Ware wirklich ausgeführt wird.
    Eigentlich eine völlig normale Sache.
    18 0 Melden
  • The Origin Gra 06.08.2017 10:05
    Highlight Richtig, gut so
    57 8 Melden
  • henkos 06.08.2017 09:53
    Highlight Welcher politischen Agenda folgt dieser Text, der fast identisch in 20min zu lesen ist?

    1. Der Zoll "knöpft" sich nicht die "Bschisser" vor, sondern erklärt auf Anfrage, dass sie eine Handvoll Personen gebüsst hat.

    2. Bei tausenden Einkaufstouristen täglich sind ein paar Dutzend Gebüsste nach mehreren Wochen verschwindend wenig.

    3. Diese "News" sind in Deutschland, am "Ort des Verbrechens" keine Meldung wert und interessieren dort niemanden.

    4. Es scheint hier nur ein PR-gesteuerter Versuch vorzuliegen, Einkaufstourismus als unattraktiv und "peinlich" zu präsentieren.
    31 47 Melden
    • Gelöschter Benutzer 06.08.2017 11:11
      Highlight Gute Analyse, henkos. Danke.
      6 5 Melden
    • Fabio74 06.08.2017 11:25
      Highlight Meiner Meinung gehts drum, Betrug aufzudecken. Nicht mehr und nicht weniger. Nimm den Aluhut ab
      14 5 Melden
    • Iko5566 06.08.2017 12:40
      Highlight Einkaufsturismus ist peinlich!
      14 9 Melden
    • Gelöschter Benutzer 06.08.2017 14:56
      Highlight Dass es sich bei derartigen Artikeln um Propaganda handelt, die man sinnvollerweise ignoriert, zeigt folgender Vergleich:
      Volkswirtschaftlich hat Einkaufstourismus den gleichen Effekt wie z.B.
      - Grenzgänger, die in der Schweiz ihr Geld verdienen, aber den grössten Teil davon zuhause im Ausland ausgeben
      - Migranten, die einen Teil ihres Einkommens nach Hause senden, statt diesen hier auszugeben
      Über diese Phänomene wird in den Medien aber nur selten und ohne negative Wertung berichtet.
      Da erdreistet sich niemand, den Leuten vorschreiben zu wollen, wo und wofür sie ihr Geld ausgeben sollen.
      1 2 Melden
  • leu84 06.08.2017 09:53
    Highlight Richtig so. Recht und Ordnung muss sein. Ein bisschen Erziehung tut manchen Eidgenossen gut, auch wenn es jetzt thorische Blitze hagelt ☇
    60 6 Melden
  • _kokolorix 06.08.2017 09:49
    Highlight Einfach zum kotzen diese Egoistenmentalität. Die gleichen Leute welche lautstark über Sozialhilfebezüger, Flüchtlinge und IV Rentenbezüger schimpfen, sind sich nicht zu schade für ein paar Fränkli Kassenzetteli aufzulesen und sie dem Zöllner unterzujubeln!
    Das ist der Treibstoff der SVP Kampagnen
    57 23 Melden
    • 7immi 06.08.2017 15:28
      Highlight @kokolorix
      ich finde diese sache auch falsch, ich kann aber im besten willen keine SVP (oder generell politische zugehörigkeiten der missetäter) im artikel finden... bleib doch bitte bei den fakten. vorurteile bringen nichts und nur weil du das gefühl hast, es sei so, muss es noch lange nicht die realität widerspiegeln... du setzt dich somit auf das gleiche niveau wie andere hetzer.
      3 0 Melden
    • Wald Gänger 06.08.2017 16:54
      Highlight Woher weisst du, dass es die gleichen Leute sind? Gibts da Umfragen?
      1 0 Melden
    • _kokolorix 06.08.2017 21:15
      Highlight Das hat direkt nichts mit dem Artikel zu tun und ich habe auch keine Umfragen dazu. Aber in meinem persönlichen Umfeld beobachte ich eben, dass genau die Leute welche sich am meisten über die angeblichen Schmarotzer im Sozial, IV und Asylwesen empören selbst bei jeder Gelegenheit zu ihrem Vorteil bescheissen und auch noch stolz darauf sind. Und das sind zu 100% SVP Sympathisanten
      0 1 Melden
  • ströfzgi 06.08.2017 09:32
    Highlight Wer is der bessere Einkauftourist? A, Der wo alle Lebensmittel im Ausland kauft oder der Andere? B, der Arbeitgeber der Handwerker, Bauarbeiter, Bürogumseln, Coiffeur, Zahnarzt, Putzequipe fürs Büro, Verkäufer, Garagist, den Nachhilfelehrer für die Kids... usw im Ausland holt?

    Keiner ist besser. A sägt am Existenz-Ast auf dem B sitzt und B sorgt dafür dass A es (wirklich) nötig hat im Ausland einzukaufen.

    Somit denken weder A noch B über ihre Nasenspitze hinaus. Der Egoismus beider ist des anderen Feind.
    42 16 Melden
    • Jazzdaughter 06.08.2017 11:26
      Highlight B soll aufhören, dann hat A es nicht mehr nötig. Danach soll A aber auch aufhören.
      4 2 Melden
    • Ass 06.08.2017 14:12
      Highlight Wen A im Ausland einkauft dann darf B auch Arbeitsplätze aus dem Ausland holen.
      0 0 Melden
    • ströfzgi 06.08.2017 19:48
      Highlight B & ass... Merkt ihr was?
      1 0 Melden
    • ströfzgi 06.08.2017 19:50
      Highlight Sorry, nicht B, sondern Jassdaughter. Trinke nicht wenn du postest 😄
      0 0 Melden
    • Lukas Blatter 06.08.2017 21:31
      Highlight @ströfzgi: Immer eine gute Idee, hier besser nüchtern zu kommentieren. 😉
      2 0 Melden
    • Jazzdaughter 07.08.2017 01:10
      Highlight Ich hoffe, Sie sind bald wieder so nüchtern um Kartenspiele von Musikrichtungen wieder unterscheiden zu können, liebe(r) ströfzgi 😉
      0 0 Melden
  • Holla die Waldfee 06.08.2017 09:31
    Highlight Find ich gut.
    Einkaufstourismus ist eine Sache. Egal, welche Meinung dazu oder wie nötig man es hat.
    Aber Betrug bleibt Betrug. Basta!
    62 2 Melden
  • EvilBetty 06.08.2017 09:27
    Highlight Ein Armutszeugnis sondergleichen ...
    28 4 Melden
  • Liberté 06.08.2017 08:57
    Highlight In der Kombination mit Shopping ist der Begriff Tourismus zunehmend negativ konnotiert.
    7 11 Melden
    • Gelöschter Benutzer 06.08.2017 11:16
      Highlight @Liberté: Das sind einfach von den Hochpreis-Profiteuren gestreute Propaganda-Artikel. Nur nicht beeindrucken lassen.
      Lies den Kommentar von henkos.
      5 7 Melden
  • Dreiländereck 06.08.2017 08:24
    Highlight Gut so, dass ist nichts anderes als Betrug und diese Leute machen ein schlechtes Bild von uns in Deutschland.
    29 4 Melden
  • wipix 06.08.2017 07:20
    Highlight Für die nimmersatten Schlaumeier, die so Deutschland um Steuergelder prellen, ist die Busse viel zu niedrig!
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