Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Vom klobigen Autotelefon zum digitalen Alleskönner.
© Museum für Telekommunikation/Keystone

Vom klobigen Autotelefon zum digitalen Alleskönner. © Museum für Telekommunikation/Keystone Bild: © Museum für Telekommunikation/Keystone

Als das Handy noch 20 Kilogramm schwer war – Bye, Bye Natel!

Mit der Einführung des neuen Mobilfunkabos verabschiedet sich die Swisscom nach fast 40 Jahren auch von der Bezeichnung «Natel».



Die Swisscom schreibt Telekomgeschichte: Mit den neuen Mobilfunkabos «inOne mobile» ab April gibt der grösste Telekomkonzern nach knapp 40 Jahren die Bezeichnung «Natel» auf.

Die Swisscom-Vorgängerin PTT hatte den Begriff als Abkürzung für «nationales Autotelefon» geschaffen, das 1978 in Betrieb genommen wurde. Zwar hatte die PTT bereits 1952 das erste Autotelefonnetz der Schweiz gestartet. Dieses war aber auf die Region Zürich beschränkt.

1978 brach das Natel-Zeitalter an mit der Inbetriebnahme des analogen Natel-A-Netzes. Feierlich erklärte der zuständige PTT-Generaldirektor, von jetzt an sei es möglich, in der Schweiz jederzeit und überall erreichbar zu sein. Das Marktpotenzial wurde mit 10'000 Abonnenten angenommen – und die Planer kamen sich dabei grosszügig vor.

Bild

Natel C: So cool waren Natel-Besitzer im Jahr 1987.

Gesprächsdauer beschränkt

Effektiv war die Kapazität des Natel A-Netzes auf 3500 Teilnehmer beschränkt. Ein Gespräch hatte eine Maximaldauer von drei Minuten, wie sich der Computer- und Telekomhistoriker Robert Weiss im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA erinnert: «Dann wurde das Gespräch automatisch abgebrochen, damit auch andere aufs Netz konnten.»

Wer heute ein Smartphone in den Händen hält, das weniger als 200 Gramm wiegt, kann sich die damaligen Verhältnisse nicht mehr vorstellen. Ein Natel-A-Gerät habe gegen 20 Kilogramm gewogen, sagte Weiss. Von diesen gab es zwei Versionen: Eine wurde direkt in den Kofferraum des Autos eingebaut und an die Autobatterie angeschlossen. Die andere gab es als tragbare Variante im Koffer zum Herumschleppen.

Zudem kosteten die ersten Natels laut Weiss etwa 18'000 Franken. Dafür bekam man damals einen Mittelklassewagen Audi 100 mit 136 PS.

Natel D
Eine Messehostess stellt 1991 das Mobiltelefon Natel-D des Schweizer von Ascom vor.

Natel D: Eine Messehostess stellt 1991 das Mobiltelefon Natel-D des Schweizer von Ascom vor.

Eine Messehostess stellt 1991 das Mobiltelefon Natel-D des Schweizer von Ascom vor.

Wartelisten

Trotz dieser extremen Preise und Beschränkungen war das Natel ein Erfolg. Weil die Kapazitäten knapp waren, mussten sich Interessenten in eine Warteliste eintragen, die immer länger wurde, erinnern sich Beteiligte. Die Kapazität des Mobilfunks musste laufend erweitert werden: Zum A-Netz kam 1983 das Natel B-Netz hinzu und 1987 das Natel C-Netz.

1993 wurde das digitale Natel D-Netz eingeführt. Dieses brachte eine massive Kapazitätsausweitung. Die Geräte wurden kleiner und billiger.

Ära Nokia
Um die Jahrtausendwende werden die Mobiltelefone kompakt und erschwinglich.

Ära Nokia: Um die Jahrtausendwende werden die Mobiltelefone kompakt und erschwinglich.

Um die Jahrtausendwende werden die Mobiltelefone kompakt und erschwinglich.

Nach 39 Jahren ist Schluss

Da die Telecom PTT noch bis fast Ende der 1990er Jahre das Mobilfunkmonopol hatte, wurde Natel in der ganzen Schweiz zum Gattungsnamen für Mobiltelefon. Das Wort «Handy» sickerte in der Deutschschweiz erst später von Deutschland her ein.

Nach der Abschaffung des Mobilfunkmonopols liess die Swisscom 1999 das Wort «Natel» markenrechtlich schützen und verwendete es für Mobilfunktarifangebote.

Dies ist nun mit den neuen Handyabos, die im April in Kraft treten, nach 39 Jahren vorbei, wie Swisscom-Konzernleitungsmitglied Dirk Wierzbitzki am Mittwoch an einer Medienkonferenz auf Nachfrage eingestand. Dies habe zu keinen grossen Diskussionen geführt. (sda/cze)

Revolutionäres iPhone
Apple läutet mit dem iPhone die Ära der Smartphones ein.

Revolutionäres iPhone: Apple läutet mit dem iPhone die Ära der Smartphones ein.

Apple läutet mit dem iPhone die Ära der Smartphones ein. (aargauerzeitung.ch)

20 Jahre Smartphone in Bildern

Das könnte dich auch interessieren:

Die Geschichte zu diesem Foto mit Pogba ist wirklich unglaublich lustig

Link zum Artikel

Dieser Bündner Lokführer hat wohl gerade den besten Job der Welt

Link zum Artikel

«Der grösste Fehlentscheid der NFL-Geschichte» – und natürlich wieder Brady

Link zum Artikel

9 simple WhatsApp-Kniffe, die nicht jeder kennt

Link zum Artikel

Vor 50 Jahren: Als der Traum von der Schweizer Atombombe platzte

Link zum Artikel

Von frierenden Möpsen und fliegenden Vibratoren: Eine kleine Abrechnung mit Hollywood

Link zum Artikel

«Ken ist nur ihr schmuckes Anhängsel»: Soziologin über Geburtstagskind Barbie

Link zum Artikel

«Steigende Mieten!» – «Nur noch Beton!»: Das Streitgespräch zur Zersiedelungs-Initiative

Link zum Artikel

Ist die #10YearChallenge gefährlich? Die Fakten zum Internet-Phänomen

Link zum Artikel

Hunderte Millionen geklaute Zugangsdaten im Netz – so prüfst du, ob du gehackt wurdest

Link zum Artikel

3 Punkte: Wie Kritiker über den Reichen-Report motzen – und was davon zu halten ist

Link zum Artikel

«Das Beste im Mann» – mit diesem Anti-Sexismus-Werbespot läuft Gillette voll in den Hammer

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen

Ade Pelz: Schweizer zeigen Canada Goose die kalte Schulter

Einst bot er Forschern in der Arktis Schutz vor Kälte, in den letzten Wintersaisons prägte er modisch Schweizer Stadtbilder – der pelzbesetzte Parka, besonders derjenige der Marke Canada Goose. Nun flaut der haarige Hype ab. 

Er war der grosse Renner der letzten Schweizer Winter: der Jackenhersteller Canada Goose. Hätte man für jede Sichtung dieser omnipräsenten Parkas mit Kojotenkapuze einen Franken gekriegt, hätte man sich selbst bald schon eines der teuren Exemplare leisten können. Und das alles trotz heftiger Kritik der Tierschutzorganisationen.

Diese Saison hatten die Status-Parkas aber einen schweren Start. «Im Vergleich zu 2017 ist der Verkauf der Jacken und Mäntel der Marke stark eingebrochen», sagt …

Artikel lesen
Link zum Artikel