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Haters gonna hate – und das unter vollem Namen

25.07.16, 12:14 25.07.16, 14:06


watson zeigt die Namen nicht, die Kommentar-Schreiber haben da weniger Hemmungen.

Wer in Sozialen Medien und auf Newsplattformen Hasskommentare absondert, steht immer häufiger mit seinem vollen Namen dazu. Ein Verbot von anonymen Kommentaren kann einen Shitstorm somit nicht verhindern. Dies zeigt eine Studie der Universität Zürich.

Politiker, Prominente, Unternehmen, Ausländer oder Angehörige anderer Religionen: Sie alle können von einem Shitstorm betroffen sein. Beleidigende oder gar bedrohende Kommentare gehören mittlerweile zum digitalen Alltag.

Bisher sei man davon ausgegangen, dass die vermeintliche Anonymität die Hemmschwelle für Hasskommentare sinken lasse, schreibt die Universität Zürich in einer Mitteilung vom Montag.

Eine Studie von Forschenden der Uni Zürich kommt nun aber zu einem ganz anderen Ergebnis: Hass-Kommentatoren stehen zunehmend zu ihrer Meinung und platzieren diese nur zu gerne mit Namensangabe. Mittlerweile sind Hass-Posts mit Namen sogar häufiger als anonyme.

Posts als moralische Pflicht

Ein Anonymitätsverbot, wie es auch zahlreiche Schweizer Newsportale einführten, könne Shitstorms somit nicht verhindern, schreibt die Uni. Im Gegenteil: Möglicherweise würden Kommentatoren dadurch erst richtig angeheizt. Denn schliesslich würden viele ihre Posts als moralische Pflicht sehen, als Einsatz für eine gerechte Sache.

Für diese Kommentatoren gebe es gar keinen Grund, sich zu verstecken. Dass sie mit ihrem Namen zu ihrer Meinung stünden, könne vielmehr ihren sozialen Status erhöhen, weil ihr ähnlich denkender «Freundeskreis» die Beiträge mit einem «Like» belohne oder teile.

Zudem könnten Online-Hasser davon ausgehen, dass ihr aggressives Verhalten kaum je geahndet werde. Ein aggressiver Kommentator halte es für sehr unwahrscheinlich, dass – aus der ganzen Flut an Beleidigungen – ausgerechnet er verklagt werde.

Für die Studie wurden rund 500'000 Kommentare ausgewertet. (sda)

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22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Olf 25.07.2016 21:38
    Highlight Es darf doch jeder sagen was er will. Die Frage ist nur ob es mich interessiert oder nicht.
    6 5 Melden
    • Energize 26.07.2016 09:40
      Highlight Richtig - Er oder Sie soll dann aber auch die Konsequenzen für das Gesagte tragen...
      5 0 Melden
  • time_saver 25.07.2016 17:10
    Highlight Einfach mal einen Printscreen an den Chef oder die Familie schicken... Es gibt ja Menschen, denen dadurch die Lehrstelle verwehrt blieb, und andere, die dann durch ihr Umfeld gerügt werden und so wieder in den Kreis des Anstandes finden.
    17 8 Melden
  • Cameleon 25.07.2016 14:08
    Highlight Ich finde, die soziale Kontrolle fehlt total im Netz. Wenn einem so ein "Hassredner" direkt gegenüber sitzt und "sich entleert", dann reagiert man sofort mit Missfallen. Online wird einfach weggeschaut oder weitergeklickt und die Hassredner werden auf keine Weise geahndet, nicht mal mit Stirnrunzeln oder Augen verdrehen.
    31 14 Melden
  • fabianhutter 25.07.2016 13:44
    Highlight Auch mit Namen ist man häufig noch ein Stück weit anonym. Wenn man einer unter hunderten ist, tun sich auch Hooligans leichter.
    21 2 Melden
  • Daniel Caduff 25.07.2016 13:00
    Highlight Zitat: "Zudem könnten Online-Hasser davon ausgehen, dass ihr aggressives Verhalten kaum je geahndet werde."

    Das dürfte der Hauptgrund dafür sein. Sie haben gemerkt, dass Anonymität gar nicht nötig ist. Würden solche Kommentare konsequenter angezeigt, hätte das sicher eine Wirkung.

    Und gerade die Strafverfolgung wird deutlich einfacher, wenn Personen ihren echten Namen angeben. - Den Fame bei ihresgleichen haben sie sowieso.
    49 10 Melden
    • Daniel Caduff 25.07.2016 14:07
      Highlight Mein Kommentar bezieht sich nicht nur auf das Bild, sondern auf Hasskommentare allgemein, und insbesondere auf den von mir zitierten Satz. Das Bild bezieht sich zudem auf Deutschland, ergo wäre Deutsches Recht massgebend.

      Als Nicht-Jurist würde ich folgendes sagen:

      "Im einfach auch den Kopf abschneiden" ist ein Aufruf zu Gewalt.

      Der 4. Kommentar verurteilt Muslime pauschal als "Schmarotzer und Verbrecher". Der letzte Kommentar verwendet die Begriffe "Islamgesindel" und "Unmenschen". Zumindest in der Schweiz halte ich damit in beiden Fällen eine Verletzung von Art. 261bis für möglich.
      40 12 Melden
    • Daniel Caduff 25.07.2016 14:45
      Highlight Klassiker: Dein erstes Argument ("keine Straftaten") hab ich wiederlegt, also weichst Du auf einen Nebenschauplatz aus. :-)

      Die Welt wird besser. Nicht weil Person A nicht mehr so denkt, sondern weil Person A nicht auch noch Person B anstacheln kann. Ich bin überzeugt davon, dass solche Kommentare nicht nur eine persönliche Meinungsäusserung sind, sondern eine Langzeitwirkung erzielen, indem sie die Hemmschwelle für weiteren Hass herabsetzen.

      Wie oft auf Watson jemand schon als Schmarotzer oder Verbrecher verunglimpft wurde, weiss ich nicht. Whataboutism interessiert mich einfach nicht.
      46 9 Melden
    • Alex Danuser 25.07.2016 15:11
      Highlight @Daniel Caduff

      astreine schlussfolgerung!
      22 6 Melden
    • Daniel Caduff 25.07.2016 15:20
      Highlight Klar. Alle Menschen leben schliesslich in einem luftleeren Raum und machen sich ihre Gedanken und Meinungen komplett unabhängig von anderen Menschen. Deswegen gibt es auch keine Werbung und Hass kann auch nicht auf fruchtbaren Boden fallen. Hass ist grundsätzlich immer abwesend, bis er plötzlich irgendwann völlig spontan und ohne Einfluss von weiteren Personen entsteht und sich in hasserfüllten Onlinekommentaren manifestiert. Auf Dich passt das hier:


      Erklär uns doch mal, inwiefern das nicht-ahnden von Hasskommentaren die Welt besser macht.
      21 5 Melden
    • Daniel Caduff 25.07.2016 16:22
      Highlight Ich finde es nicht schwierig, über Verbrechen zu sprechen, ohne selber zu Gewalt aufzurufen oder andere strafrechtlich relevante Äusserungen von mir zu geben. Wenn das für Dich schwierig ist, sagt das viel über Dich aus.

      Weder bin ich für Informationssperren, noch habe ich irgendwann verlangt, dass die Herkunft verschwiegen werden soll.

      Aber wenigstens bleibst Du Deinem Modus treu: Immer ausweichen und von mir die Widerlegung von Aussagen provozieren, die ich gar nie gemacht habe. Ist halt etwas gar plump.

      Ich frage Dich deswegen nochmals: Inwiefern wird die Welt besser mit Hatespeech?
      21 4 Melden
  • saukaibli 25.07.2016 12:42
    Highlight Rassismus, Faschismus, Verleumdung und Verbreitung von Lügen sind leider salonfähig geworden. Wieso sollten sich Hetzer also für sowas schämen? Gewisse Politiker geben doch ein tolles Beispiel ab an dem man sich gerne orientiert.
    77 13 Melden

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