Schweiz

In Liberia, Sierra Leone und Guinea versucht man, mit Hilfe von Sensibilisierungskampagnen die Krankheit einzudämmen. Bild: AHMED JALLANZO/EPA/KEYSTONE

Ebola-Epidemie

Trotz zwei Verdachtsfällen: «Es werden keine systematischen Tests an Schweizer Grenzen durchgeführt» 

23.09.14, 20:09 24.09.14, 09:12

Zwei Ebola-Verdachtsfälle innert zwei Tagen: Muss sich die Schweiz gegen das tödliche Virus rüsten? Am Montag hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gemeldet, dass erstmals ein Ebola-Verdachtsfall in der Schweiz registriert wurde. Dabei handle es sich um einen Pfleger aus Sierra Leone, der dort von einem infizierten Kind gebissen wurde, bevor er in die Schweiz geflogen wurde. Das Risiko einer Erkrankung sei allerdings gering. 

Am Dienstag wurde bekannt, dass ein Guineer die Kriterien für einen Ebola-Verdachtsfall erfüllt. Er war am 17. September in der Asyl-Empfangsstelle Vallorbe VD angekommen und wurde routinemässig unter Quarantäne gestellt. Dort wurde er nach einer Woche krank. Deshalb sei er gemäss den Kriterien des BAG als Ebola-Verdachtsfall eingestuft und unter allen erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen nach Lausanne ins Universitätsspital überführt worden. Dort seien ihm Blutproben abgenommen worden.

Keine Tests für Flüchtlinge

Diese zwei Fälle haben eine Diskussion über die Gefahr der Einschleppung von Ebola durch Flüchtlinge oder Hilfswerksmitarbeiter ausgelöst.

«Falls jemand aus Guinea, Liberia oder Sierra Leone stammt, wird abgeklärt, wann er das Land verlassen hat. Falls er weniger als 21 Tage, das ist die Inkubationszeit von Ebola, unterwegs ist, wird das BAG umgehend informiert», sagt Lea Wertheimer vom Bundesamt für Migration auf Anfrage von watson.

Dies reicht den Behörden offenbar. «Es werden keine systematischen Tests mit Immigranten an Schweizer Grenzen durchgeführt. Jeder Neuankömmling muss allerdings einen Fragebogen ausfüllen», sagt Lea Wertheimer vom Bundesamt für Migration auf Anfrage. 

In weniger als 21 Tagen in die Schweiz?

Auch das BAG schliesst eine eingeschleppte Epidemie durch Asylsuchende aus. Es gebe nur sehr wenige Asylanträge aus den betroffenen Ländern. Hinzu kommt, dass Flüchtlinge aus diesen Ländern sehr lange unterwegs sind, bevor sie in die Schweiz gelangen, dadurch bereits auf dem Weg erkranken würden und die Reise nicht fortsetzen könnten. 

Flüchtlinge, die mit dem Flugzeug kommen, müssen bereits auf dem afrikanischen Kontinent durch eine Ausreisekontrolle; die europäischen und Schweizer Flughäfen haben «ihr Augenmerk geschärft», so das BAG weiter. Was bereits aufgenommene Asylsuchende aus den betroffenen Gebieten betrifft, hat das BAG den 1000 Personen einen persönlichen Brief mit Informationen zu Infektionsrisiken zugeschickt. (lhr/sda)

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Jobs bis zum Abwinken: In den Spitälern fehlen so viele Fachkräfte wie nie

Noch nie gab es im Schweizer Gesundheitswesen so viele Vakanzen. Es fehlt vor allem an Pflegepersonal und an Spezialärzten.

Wer sich auf der Website des Berner Inselspitals durch die Stellenanzeigen ackert, muss fleissig scrollen und klicken. Auf 21 Seiten finden sich über 200 freie Jobs. Von der Analytikerin über den Logopäden bis hin zur Psychoonkologin. Damit sucht die Berner Inselgruppe so viel Personal wie sonst kein Schweizer Spital, wie der neuste Jobradar der Firma X28 AG zeigt.

Doch auch bei der Hirslanden Gruppe, beim Universitätsspital Zürich oder beim Kantonsspital St.Gallen gibt es freie Jobs bis …

Artikel lesen