Schweiz
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Gegen 150 Demonstrantinnen und Demonstranten protestieren im Rahmen einer Mahnwache gegen Atomkraft, am Mittwoch, 11. Maerz 2015, vor dem Sitz des ENSI in Brugg. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

März 2015 vor dem Sitz der Atomaufsichtsbehörde ENSI: Schweizer und Schweizerinnen demonstrieren gegen Atomkraft. Bild: KEYSTONE

Der Kampf um den Atomausstieg beginnt – ist die Sicherheitsfrage ungeklärt?

Befürworter und Gegner der Kernenergie wetzen die Klingen: Im November stimmt die Schweiz über einen Ausstieg aus der Atomenergie ab. Die «Angstkampagne» auf der einen und happige Vorwürfe auf der anderen Seite versprechen einen hitzigen Abstimmungskampf. Besonders umstritten: Die Zuständigkeitsfrage zur Sicherheit der Schweizer AKW.

11.10.16, 13:59 12.10.16, 08:25


In sechs Wochen ist es soweit: Das Schweizer Stimmvolk entscheidet, ob es sich von der Atomenergie lossagen, oder am Betrieb der Kernkraftwerke festhalten will. Kaum hat der Abstimmungskampf begonnen, wird mit scharfer Munition geschossen.

Die Gegner der Initiative warnen davor, die Versorgungssicherheit zu gefährden. Mehr Strom aus dem Ausland zu importieren, bedeute, mehr dreckigen Strom zu importieren – ein Schildbürgerstreich. Ausserdem seien die Schweizer AKW die sichersten weltweit.

Gegner des Atomstroms hingegen werben dafür, dass der geordnete Ausstieg einen vernünftigen Zeitplan schaffe und machbar sei – die neuen Technologien hätten sich bewährt. Ausserdem, und das ist wohl das populärste Argument der Initiativ-Befürworter, seien AKW ein massiv unterschätztes Sicherheitsrisiko. Es sei fahrlässig, die AKW noch laufen zu lassen.

Soweit bekannt. Was die Initiativ-Befürworter bislang noch nicht ins Feld führten, ist der Unmut gegenüber der Zuständigkeitsfrage zur Sicherheit. Diese sei bei Weitem nicht beantwortet, heisst es bei der Aktivistengruppe «Mahnwache ENSI» (ENSI ist das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat).  

«Aufsichtsbehörde und Politik schieben sich den Schwarzpeter gegenseitig zu, wenn es um die Sicherheit und Schutzmassnahmen der AKW geht», sagt Jean-Pierre Jaccard von der «Mahnwache ENSI». Die AKW als sicher zu bezeichnen, sei deshalb eine irreführende Behauptung.

ZUM KAMPAGNENSTART DER ALLIANZ

Die Initiative «für einen geordneten Ausstieg aus der Atomenergie» will alle AKW bis 2029 vom Netz nehmen. Bild: AKW Beznau. Bild: KEYSTONE

So beschloss der Ständerat bei den Beratungen zur Energiestrategie vor einem Jahr, die AKW-Betreiber nicht zu einem Langzeitbetriebskonzept (festgelegte Laufzeiten und erhöhte Sicherheitsvorschriften) zu verpflichten, wie es die Aufsichtsbehörde ENSI verlangt hatte, sagte aber gleichzeitig, die AKW sollen so lange laufen, «wie die Aufsichtsbehörde ENSI sie als sicher einstuft.»

«Der vergessene Atomunfall»

Der letzte Atomunfall in der Schweiz geht auf das Jahr 1969 zurück. Beim Versuchsatomkraftwerk Lucens kam es zu teilweisem Schmelzen eines Brennelements. Das Druckrohr barst, der Reaktorkern trug schwere Schäden davon. Lucens wurde eingestellt, unmittelbare Gefahr für die Gesundheit bestand nicht, doch die Aufräumarbeiten dauerten mehrere Jahrzehnte. Auf der internationalen Bewertungsskala wurde der Atomunfall auf der gleichen Stufe wie der Unfall von Three Mile Island klassiert. (dwi)

Energieministerin Doris Leuthard fügte damals an, das ENSI könne auch ohne gesetzliche Regelung erhöhte Sicherheitsvorschriften verlangen. Dies obwohl in der Verfassung steht, dass die Regierung über Sicherheitsmassnahmen entscheidet:

Der Bundesrat regelt, welche Schutzmassnahmen erforderlich sind.

Kernenergiegesetz, Art. 5 quelle: admin.ch

Das ENSI auf der anderen Seite distanziert sich schon seit Jahren von dieser Zuständigkeit. 2012 sagte Anne Eckhardt Scheck, damalige Präsidentin des ENSI-Rats, dass das ENSI lediglich aufgrund politischer und juristischer Vorgaben die Sicherheit von Kernkraftwerken und Atommülllagerung beurteile. «Wie sicher sicher genug ist», müsse die Politik entscheiden. Es sei also nicht Aufgabe des ENSI, zu definieren, was sicher sei. Und zudem nicht Aufgabe des ENSI, Schutzmassnahmen anzuordnen.

Die «Mahnwache ENSI» habe Recht, sagt SP-Nationalrat Cédric Wermuth dazu. Das ENSI habe ein Langzeitbetriebskonzept für mehr Sicherheitsmassnahmen und festgelegte AKW-Laufzeiten unterstützt, weil ihm sonst die rechtliche Handhabung fehle. Es sei zudem «ein Hohn zu sagen, die alte Technologie sei langfristig sicher.»  

Hans-Ulrich Bigler, FDP-Nationalrat und Präsident des Nuklearforums, hält das für «nichts anderes als billige Polemik». Solange ein AKW eine Bewilligung habe, sei es per se sicher, sagt Bigler. Den Antrag auf Entzug der Bewilligung könne auch das ENSI stellen, welches sonst Aufgaben übernehme, die von der Projektierung über den Betrieb bis zu der Stilllegung der Anlagen und Entsorgung der radioaktiven Abfälle reichen würden.

ENSI äussert sich nicht zu politischen Fragen

Als Bundesrätin Leuthard am Dienstag vor der Presse Stellung zur Atomausstiegsinitiative bezieht, ist kein Vertreter des ENSI anwesend. Suzanne Thoma, BKW-CEO, sagt, es gebe eine «dauernde Inspektion», das ENSI verschärfe die Sicherheitsanforderungen stetig und der Verwaltungsrat entscheide, ob die Investitionen getätigt werden – oder nicht.

Über die Zuständigkeitsfrage zur Sicherheit wird denn auch nicht gesprochen. Leuthard präsentiert wie erwartet die Argumente gegen die Initiative: Für den Ausstieg brauche es mehr Zeit. Der fehlende Anteil könne nicht rasch genug mit Strom aus einheimischen erneuerbaren Energien ersetzt werden. Ausserdem warnte sie vor Entschädigungsklagen der AKW-Betreiber für nicht amortisierte Investitionen, welche die Betreiber auf Basis des geltenden Rechts mit unbefristeter Betriebsbewilligung getätigt haben.

Das ENSI sagt auf Anfrage, die Aufsichtsbehörde äussere sich nicht zu politischen Fragen. Es nehme deshalb auch nicht an den Debatten um die Atomausstiegsinitiative teil. Generell könne das ENSI sagen, dass alle derzeit in der Schweiz in Betrieb stehenden Kernkraftwerke die vorgeschriebenen Sicherheitsanforderungen erfüllen und gesetzeskonform betrieben würden. 

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87
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87Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • stan1993 12.10.2016 11:06
    Highlight Aha der Ständerat sah von einer erhöhten Vepflichtung zur Sicherheit der AKW's vor einem Jahr ab?
    Stärkste Vertretende Parteien im Ständerat sind SP ,CVP und FDP komisch..
    2 1 Melden
  • Olf 11.10.2016 21:39
    Highlight ... El in die Schweiz legen, aus den Augen aus dem Sinn
    1 2 Melden
  • Olf 11.10.2016 21:38
    Highlight Man könnte den bereits fertiggestellten Reaktor in Österreich in Betrieb nehmen und ein dickes kab
    5 1 Melden
  • Kaffo 11.10.2016 17:04
    Highlight Ich habe da etwas von dreckigem Strom importieren gelesen. Die glauben im ernst immer noch, Atomstrom ist eine saubere Energie. Da steht auch, die AKW in der Schweiz seien die sichersten der Welt. Weshalb sind denn im Moment Beznau und Leibstadt abgestellt? Die wissen genau dass sie blödsinn erzählen. Sie dürfen es nicht zugeben. Mit dieser Einstellung verbauen sie die Zukunft der Schweiz.
    31 16 Melden
  • René Obi (1) 11.10.2016 16:51
    Highlight Mit all dem Wissen über die ganzen Abläufe, vom höchst problematischen Uranabbau, über den niemals ganz sicheren Betrieb der AKWs mit den absolut monströsen und langfristigen Schäden eines möglichen Unfalls, bis zur unlösbaren Müllproblematik, frage ich mich ernsthaft, wie gross die kriminelle Energie sein muss, zu behaupten, man könne das verantworten.
    40 12 Melden
    • Kaffo 11.10.2016 18:56
      Highlight Den Nagel aber sowas von voll auf den Kopf getroffen.
      22 4 Melden
    • René Obi (1) 12.10.2016 10:25
      Highlight Yep. Die Atomkraft ist tatsächlich nicht die einzige mehr als problematische Technologie. Aber von allen die Schlimmste. Besonders schlimm wird es, wenn man Atom gegen Klima ausspielt. Beides sind Themen, die absolut dringend angegangen werden müssen. Auch wenn es für uns in der ersten Welt mit (nicht enorm viel) Verzicht verbunden sein wird.
      3 0 Melden
    • René Obi (1) 12.10.2016 16:13
      Highlight Es gibt kein Naturgesetz, dass Atomkraft durch Kohle der andere fossile Energieträger ersetzt werden muss. Worum wir aber ehrlicherweise nicht kommen werden, wenn wir unsere Probleme in den Griff bekommen wollen, ist Verzicht. Bei weitem nicht auf alles, aber zumindest auf sehr vieles Überflüssiges. Wobei hier die nächste Diskussion beginnt, was denn alles überflüssig ist.
      0 0 Melden
  • Sapere Aude 11.10.2016 16:38
    Highlight Beim Thema Sicherheit geht auch immer vergessen, dass die Endlagerung von Atommüll bis heute nicht gelöst wurde. Weder ist ein geeigneter Standort für die Endlagerung vorhanden, noch ein Konzept wie die Lagerung und Sicherung der Abfälle über tausende Jahren zu gewährleisten sei.
    28 12 Melden
    • wasylon 11.10.2016 21:57
      Highlight Die Nagra schlägt die Standortgebiete Zürich Nordost und Jura Ost für die weiteren Untersuchungen für Etappe 3 vor. Beide Standortgebiete eignen sich sowohl für ein geologisches Tiefenlager für hochaktive Abfälle (HAA) als auch für schwach- und mittelaktive Abfälle (SMA). Sie kommen auch für ein Kombilager in Frage.
      Das Verfahren endet voraussichtlich 2027 mit dem abschliessenden Entscheid des Bundesrats und der Erteilung der nötigen Rahmenbewilligungen für die Tiefenlager. Der Entscheid des Bundesrats muss vom Parlament genehmigt werden und unterliegt dem fakultativen Referendum.
      5 1 Melden
    • wasylon 11.10.2016 22:07
      Highlight Die Lager werden in mehreren Hundert Metern Tiefe in geeigneten Gesteinsschichten liegen. Sie bestehen aus Lagerstollen oder Lagerkavernen.
      Im Lager selbst schliesst ein System von gestaffelten technischen Sicherheitsbarrieren die Abfälle ein und stellt den langfristigen Schutz von Mensch und Umwelt sicher. Zu den Sicherheitsbarrieren gehören beispielsweise eine geeignete Verpackung der Abfälle und die Verfüllung der Lagerstollen.
      Nach Ablauf der Überwachungsphase werden die Lager und Zugänge verfüllt und versiegelt. Der Verschluss erfolgt schrittweise, unterbrochen durch Beobachtungsphasen
      4 1 Melden
    • Sapere Aude 11.10.2016 22:22
      Highlight Tschudligung Wasylon, aber das beruhigt mich in keiner Weise. Uran hat eine halbwertszeit von ca. 24000 Jahre, wie soll man hier die Sicherheit des Lagers sicherstellen? Wie stellen wir sicher, dass in tausend Jahren nicht ein Archeologe die Lagerstätte ausgräbt und blöderweise nicht kapiert, dass da drin was gefährliches drinn ist? Damit solche Lager überhaupt sicher wären, müsste die Rechtsordnung, die Sprache, die Gesellschaft und das Land mindestens 50 000 Jahre existieren. Sehen sie das Problem?
      12 3 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lowend 11.10.2016 16:07
    Highlight Im übrigen nur zum Nachdenken, aber wenn AKW's wirklich rentabel wären, dann gäbe es sicher längst private Unternehmen, die so gefährliche Atomfabriken betreiben!
    Das es keine privaten AKW's gibt wird wohl hauptsächlich daran liegen, dass Private niemals ohne jegliche Haftpflichtversicherung das Leben und das Hab und Gut von Millionen von Menschen auf's Spiel setzen dürfen.
    Aber die Bürgerlichen und die SVP wollen dies ohne jeden Skrupel und aus rein wirtschaftlichen Interessen weiterhin tun und diesem verantwortungslosen Umgang mit unser aller Leben müssen die Stimmbürger den Riegel schieben!
    35 14 Melden
    • tzhkuda7 11.10.2016 20:08
      Highlight Werden Sie auch ;-P
      5 0 Melden
  • Fufferl 11.10.2016 15:53
    Highlight Hab mal was von Thorium-basiertem Verfahren mit Flüssigsalz als Kühlung gehört, welches sicherer , kleiner und nachhaltiger sein solle. Hat da jmd mehr Ahnung? Warum wird das nicht diskutiert? Noch unreif, nicht machbar?
    10 2 Melden
    • ArgumentOutOfRangeException 11.10.2016 18:20
      Highlight Hallo Fufferl

      Scheint auch nicht das gelbe Ei. Hab hier was gefunden:

      http://scienceblogs.de/wasgeht/2015/05/19/was-geht-mit-thorium-und-was-nicht/

      Siehe Kommentar:
      Bei U-232 treten allerdings harte Gammastrahler in der Zerfallskette auf, dadurch wird das aus Thorium gewonnene Uran sehr viel schwieriger zu handhaben als hoch angereichertes Uran-235 oder waffenfähiges Pu-239 und durch die hohe Alpha-Aktivität entstehen durch Verunreinigungen mit leichten Elementen viele Neutronen, was es für den Zweck noch schlechter macht.
      6 0 Melden
  • peeti 11.10.2016 15:40
    Highlight "Solange ein AKW eine Bewilligung habe, sei es per se sicher, sagt Bigler."

    Haha, und wieso genau haben wir alle Jod-Tabletten zuhause?
    38 17 Melden
    • Hanslishans 11.10.2016 16:29
      Highlight peeti denkst du nach bevor du einen Kommentar schreibst, oder lässt du es, wie ich vermute aus Bequemlichkeit sein? Die CH betreibt eine Armee. Wann wurde diese das letzte Mal im Kriegsfall eingesetzt? Willst du diese nun abbauen, da wir seit Jahrhunderten keinen Kriegsfall mehr zu verzeichnen hatten?
      12 32 Melden
    • _kokolorix 11.10.2016 18:01
      Highlight Ja Hanslishans, die Armee sollte zurückgebaut werden, weil sie genau wie die AKWs ein Sicherheitsrisiko und nicht etwa ein Sicherheitsfaktor ist.
      Wahrscheinlich hast du noch nie einen WK gemacht, sonst wüsstest du das unsere Armee z.B. ohne Handynetz nicht funktioniert, jederzeit ein gigantisches Organisationschaos hat, nie die richtigen Leute zur richtigen Zeit am richtigen Ort hat und seit 60 Jahren auf einen Angriff der bösen Russen wartet...
      Und wie ist das mit dem Denken genau?
      Die Aussage "Solange ein AKW eine Bewilligung habe, sei es per se sicher" willst du tatsächlich so unterstützen?
      23 7 Melden
  • Winter 11.10.2016 15:35
    Highlight Alle Atomkraftwerke bis 2030 abzuschalten ist illusorisch. Denn mit dem abschalten alleine ist es ja noch nicht getan. Denn es würde bedeuten dass man praktisch gleichzeitig/parallel, über gut 20 Jahre hinweg,
    5 Kernkraftwerke rückbauen müsste! Dieses Fachpersonal und Knowhow steht in der Schweiz überhaupt nicht zu Verfügung, und global nur begrenzt. Auch müssten praktisch auf einen Schlag 21 Mrd. gedeckt vorhanden sein. Ist es aber nicht. Und wohin mit dem radioaktiven Bauschutt? Das ist ja auch nicht geklärt und vorhanden
    15 29 Melden
    • Doeme 11.10.2016 15:55
      Highlight Bis 2030 haben wir ja genügend Zeit, um Fachkräfte auszubilden, die AKWs rückbauen können.
      Der radioaktive Schutt (Atommüll) muss auch entsorgr werden wenn wir die AKWs erst 2060 abstellen, denn Tatsache ist, rentabel sind diese Risikobauten aus dem letzten Jahrhundert längst nicht mehr.
      30 5 Melden
    • bobi 11.10.2016 16:07
      Highlight Die AKW betreiber hätten genügend Rückstellungen bilden müssen, haben sie jedoch nicht. Ich wage zu bezweifeln, ob sich dies in Zukunft ändert. Dadürch würde der Atomstrom enorm teurer werden (wahrscheinlich teurer als der Strom aus erneuerbaren Quellen

      Interessant finde ich jedoch die Anmerkung, dass das Fachpersonal für einen gemeinsamen Rückbau aller Kraftwerke nicht vorhanden ist. Kann ich mir ebenfalls gut vorstellen.

      Nichts desto trotz bin ich für die Initiative.
      21 5 Melden
    • Hanslishans 11.10.2016 16:37
      Highlight Doeme Kein Wunder ist Atomstrom nicht mehr rentabel, wenn man "altenative Energien" staatlich quersubventioniert. Dieses Spielchen treiben die Deutschen genauso. Die Kosten sind aufgerechnet, 520 Milliarden. Könnte man doch einiges anstellen mit dem Geld?
      10 23 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Madison Pierce 11.10.2016 14:47
    Highlight Eigentlich wäre es ganz einfach: Sicherheit ist ein Prozess. Neue Erkenntnisse können zu neuen Anforderungen führen. Fixe Laufzeiten sind genau so unsinnig wie Bewilligungen auf Jahrzehnte hinaus.

    Aber: AKW sind sehr teuer. Die Firmen, die sie gebaut haben, kalkulieren mit grossen Laufzeiten und die sind ihnen bis jetzt auch versprochen worden. Da ist es natürlich schwierig, das nachträglich einzuschränken.

    Ein Auto, das ich heute einlösen kann, darf ich fahren, so lange ich will, auch wenn in einem Jahr Dieselautos verboten werden.

    Die Stromkonzerne werden wohl Entschädigungen verlangen.
    13 13 Melden
    • The Destiny // Team Telegram 11.10.2016 15:15
      Highlight @Pierce, wenn sie das KKW vollständig zurückgebaut haben, mit ihrem dafür vorgesorgten Geld, dann kann man ja mal darüber Diskutieren.
      14 8 Melden
    • Jaklar 11.10.2016 15:17
      Highlight Die lieferanten der akw haben aber fehlerhafte sachen geliefert. Es kann ja nicht sein dass sie nur ihre wunschrechnung garantiert bekommen.

      Zudem ist zu sagen, dass neue regelungen sehr wohl die betriebsgenemigung eines autos wiederrufen. Wenn sich bremssysteme im nachhinein als störanfällig erweisen wird man das fahrzeug von der strasse nehmen. Hoffentlich auch.
      8 9 Melden
  • amore 11.10.2016 14:34
    Highlight Niemand kann die Veranwortung für ein strahlenverseuchtes unbewohnbares Mittelland auf Jahrzehnte hinaus übernehmen. Deshalb gehören diese gefährlichen AKW sofort abgeschaltet.
    51 17 Melden
    • maddiepilz 11.10.2016 18:34
      Highlight 'sofort abgeschaltet' also. Wenns doch nur so einfach wäre ;) Da kann man nicht einfach auf den Knopf drücken und damit hat sichs.
      3 2 Melden
    • amore 11.10.2016 19:28
      Highlight Es sind doch immer wieder AKWs temporär abgeschaltet. Klar braucht es nach dem Abschalten einen längeren Prozess. Und weil der Rückfahr- und Rückbauprozess lange dauern ist es noch wichtiger, dass sofort abgeschaltet wird.
      8 1 Melden
  • stef2014 11.10.2016 14:29
    Highlight Ich verstehe die Bildstrecke am Ende des Berichts nicht richtig. Ist das nun ein Argumentarium für den geldbewussten Bürger, der sich ohnehin immer nur Sorgen um den Finanzhaushalt macht? Oder wieso werden darin die wirklichen Probleme solcher Unfälle nicht dokumentiert wie z.B. die Opfer? Oder die Langzeitfolgen unter denen v.a. die Nachkommen leiden? Die zerstörte Tierwelt? Das für Jahrzehnte unbrauchbar gemachte Land?
    9 9 Melden
    • chartreader 11.10.2016 16:39
      Highlight Haben den Strahlen-Opfer, degenerierte Nachkommen oder verseuchtes Land denn eine Lobby?
      9 4 Melden
  • Lowend 11.10.2016 14:24
    Highlight «Wie viele Gebrauchtgegenstände, die 30 Jahre alt sind, haben Sie noch zu Hause? Bei uns sind das nicht mehr viele, ausser natürlich die Frau, die den Haushalt schmeisst.» sagte BR Maurer anlässlich der Gripen-Abstimmung in einen abartig sexistischen Witz.
    Wenn es aber um hochgefährliche AKW's geht, sollen diese total unrentablen Atom-Ruinen nach bürgerlicher Lesart gleich doppelt so lange, nämlich 60 Jahre lang in der Schweiz vor sich hin strahlen und weiterhin hoch radioaktiven Müll produzieren, von dem auch 47 Jahre nach Inbetriebnahme des ersten AKW's keiner weiss, wo und wie entsorgen?
    49 18 Melden
    • Bowell 11.10.2016 14:59
      Highlight Das "wie" ist längstens bekannt, nur über das "wo" ist man sich noch nicht ganz sicher, aber das ist nur eine Frage der Zeit.
      11 25 Melden
    • Jaklar 11.10.2016 15:20
      Highlight Also das wie ist gar nicht klar, da bis heute nur theorethisch durchgedacht.
      Und das wo ist seit jahrzehnten ungeklärt. Es gibt nicht einen einzigen standort. Weltweit. Da muss man nicht lange weiter über nochmehr akw nachdenken.
      26 10 Melden
    • Lowend 11.10.2016 15:47
      Highlight Meine Mutter sagte schon vor 40 Jahren, dass der Bau von AKW's damit vergleichbar ist, wie wenn man sich einen Hund zulegt und nicht weiss, wo man mit ihm Gassi gehen kann.
      Wir können übrigens auch von Glück sprechen, dass die alten Ägypter Pyramiden und nicht AKW's bauten, denn wer könnte heute ihre Hieroglyphe für Strahlung entziffern?
      Die Ägypter lebten vor ca. 4000 Jahren, aber Endlager sollen 1'000'000 Jahre sicher sein und wer wie Bowell behauptet, dass wir Menschen in der Lage sind, Bauwerke zu errichten, die so lange sicher sind, ist meiner Meinung nach ein verantwortungsloser Träumer!
      29 6 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sapere Aude 11.10.2016 14:21
    Highlight "Solange ein AKW eine Bewilligung habe, sei es per se sicher, sagt Bigler."
    Wusste nicht das ein Reaktor mittels einer Bewilligung vor einer Kernschmelze geschützt werden kann.
    63 15 Melden
    • The Destiny // Team Telegram 11.10.2016 15:17
      Highlight @Aude, tja immer wieder interessant was man da so lernen kann ^^
      Diese Experten verdienen sich ja ihren Titel regelrecht.

      /
      26 3 Melden
    • You will not be able to use your remote control. 11.10.2016 15:20
      Highlight Ist doch schön, dass man immer neue Dinge lernen kann?

      Lustig ist diese Aussage weil diejenigen, die diese Bewilligung aberkennen könnten, sich gegenseitig die Verantwortung zuschieben.
      23 2 Melden
    • Jaklar 11.10.2016 15:21
      Highlight Genau. Hatten die akw in fukuschima keine bewilligung?
      20 6 Melden
    Weitere Antworten anzeigen

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