Schweiz

Operation Archimedes war die grösste koordinierte Polizeiaktion Europas – Cannabis-Plantage in Litauen. Bild: europol

Schlag gegen das organisierte Verbrechen

Grösste Europol-Aktion aller Zeiten in Europa – 400 Verdächtige in Zürich, Lausanne und Bern überprüft

In der grössten jemals gestarteten Aktion gegen das organisierte Verbrechen in Europa sind mehr als 1000 Menschen festgenommen worden. An 60 Orten in der Schweiz, darunter Zürich, Bern und Lausanne, wurden 400 Personen kontrolliert. Dies teilten die europäische Polizeibehörde Europol sowie das Fedpol am Mittwoch mit.

24.09.14, 13:37 24.09.14, 17:08

Europol-Video der Operation Archimedes. youtube/europol

Insgesamt seien mehr als 20'000 Polizisten und Sicherheitskräfte an der länderübergreifenden Aktion beteiligt gewesen. Die Aktion richtete sich den Angaben zufolge gegen verschiedene Bereiche der organisierten Kriminalität. 

Die Tatbestände reichen von Menschenhandel, Beihilfe zu illegaler Migration, Drogen- und Waffenhandel, synthetischen Drogen, Mehrwertsteuerbetrug und Produktfälschungen bis zu Cyber-Verbrechen. Auch Eigentumsdelikte seien aufgedeckt worden. 

Die Fahnder griffen zu an See- und Flughäfen, Grenzübergängen und an einschlägigen Orten in Grossstädten. Es seien Plätze gewesen, die schon früher als Treffpunkte oder Tatorte aufgetaucht waren. Die Fahnder tauchten zu mehr als 300 Einsätzen an 260 Orten auf, teilte Europol mit. 

Schweiz beteiligt

Neben den 28-EU-Staaten beteiligten auch die USA, Australien, Kolumbien, Norwegen, Serbien und die Schweiz an der sogenannten Operation Archimedes. 

An der Operation Archimedes beteiligte Staaten

Bild: europol

In der Schweiz wurden nach Angaben der nationalen Polizeibehörde Fedpol über 400 Personen an 60 verschiedenen Orten, kontrolliert. Schwerpunkt der Kontrollen war der organisierte Menschenhandel, insbesondere aus Rumänien. 

In Bern wurden über den ganzen Kanton verteilt fünf Bordelle und sogenannte Kontaktbars kontrolliert. Dabei wurden 41 Personen mit Beziehungen zum Rotlichtmilieu kontrolliert, Festnahmen erfolgten keine. 24 Beamte standen für die Kantonspolizei im Einsatz, wie die Mediensprecherin der Kantonspolizei Bern, Alice Born, auf Anfrage mitteilte.

Die Kantonspolizei Zürich verwies auf Anfrage an das Fedpol.  

Schlag gegen das organisierte Verbrechen

Rob Wainwright, Europol-Direktor an der Pressekonferenz zur Operation Archimedes. Bild: EPA/ANP

Rob Wainwright, Europol-Direktor spricht an der Pressekonferenz von einem Meilenstein im Kampf gegen das organisierte Verbrechen. 

twitter/europol

twitter/europol

Die Festnahmen erfolgten europaweit zwischen dem 15. und 23. September. «Es handelt sich um die bedeutendste koordinierte Aktion, die jemals in Europa gegen das organisierte Verbrechen geführt wurde», sagte Rob Wainwright. 

Wainwright sagte, die meisten Festnahmen seien im Mittelmeerraum und in Osteuropa erfolgt. So wurden in Spanien mehr als 250 Personen festgenommen, in Bulgarien fast 200. Es sei gelungen, ganze Netzwerke für die illegale Migration und für Kinderhandel zu zerschlagen. Zudem würden weitere Festnahmen in den nächsten Tagen und Wochen erwartet.

Festnahme durch Europol-Beamte in Griechenland. Bild: europol

Eine Übersicht über die Erfolge der Aktion:

Die Aktion richtete sich in erster Linie gegen den organisierten Drogen- und Menschenhandel. Weiter standen die illegale Immigration, Warenschmuggel, Cybercrime sowie der illegale Waffenhandel im Fokus der Ermittler (siehe Grafik rechts).

Bild: europol

Europol ist eine europäische Polizeibehörde mit Hauptsitz in Den Haag. Sie soll die Einsatzbereiche der nationalen Polizeibehörden Europas bei grenzüberschreitender Kriminalität koordinieren sowie zum Informationsaustausch zwischen den verschiedenen Polizeibehörden beitragen. Die Schweiz ist seit Inkrafttreten eines Kooperationsabkommens 2006 bei Europol eingebunden.

Mit Material der sda und afp.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 24.09.2014 16:32
    Highlight "30 gefangene Kinder befreit" sehr gut !

    Die restlichen resultate sind doch beim ganzen aufwand eher etwas duerftig.
    5 2 Melden
    • Oberon 24.09.2014 19:08
      Highlight Aber immer noch besser als nichts zu tun, siehe Italien.
      2 0 Melden

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