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Bundesanwalt Lauber nimmt den FIFA-Boss ins Visier: «Auch Blatter wird befragt»

Bundesanwalt Lauber macht bei der Untersuchung der FIFA-Korruption offenbar ernst: Auch Verbandschef Joseph Blatter gehört zu denen, die die Ermittler befragen werden. Zahlreiche verdächtige Daten seien bereits gesichert worden.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Die Schweizer Ermittler, die die WM-Vergaben an Russland und Katar untersuchen, wollen auch FIFA-Chef Joseph Blatter dazu verhören. «Alle relevanten Personen werden befragt, das schliesst ausdrücklich auch den Präsidenten und den Generalsekretär der FIFA nicht aus», sagte der Bundesanwalt Michael Lauber auf einer Pressekonferenz.

Swiss Attorney General Michael Lauber (C) speaks to media following a news conference in Bern, Switzerland June 17, 2015. Switzerland's Office of the Attorney General (OAG) seized data and documents stored in computer systems at FIFA last month as part of criminal proceedings related to the allocation of the 2018 and 2022 FIFA soccer World Cups in Russia and Qatar.   REUTERS/Ruben Sprich TPX IMAGES OF THE DAY

Lauber vor den Medien. Bild: RUBEN SPRICH/REUTERS

Rasche Ergebnisse seien allerdings nicht zu erwarten, so Lauber: «Die Untersuchung kann Monate, möglicherweise sogar Jahre in Anspruch nehmen.»

Die Schweizer Ermittlungen fallen zusammen mit den Untersuchungen des FBI zur Korruption im Fussball-Weltverband. Beide Massnahmen waren verantwortlich für die Festnahmen hochrangiger FIFA-Funktionäre vor vier Wochen in Zürich, die den Verband schwer erschüttert haben – und zum angekündigten Rücktritt Blatters führten.

Lauber zeigte sich optimistisch, dass seine Behörde tatsächlich Ergebnisse zutage fördert. Im Unterschied zu den Untersuchungen des von der FIFA selbst bestellten Ermittlers Mark Pieth 2013 sei er «unabhängig». Eine Task Force der Schweizer Staatsanwaltschaft beschäftige sich vorrangig nur mit dem FIFA-Thema, dennoch «wird der Fussball Geduld aufbringen müssen».

Zahlreiche Daten habe man bei den Durchsuchungen der FIFA-Zentrale bereits gesichert. Lauber sprach von «neun Terrabytes» an Datenmaterial, zudem habe man mehr als 100 verdächtige Kontobewegungen registriert, die es jetzt zu prüfen gelte.

aha

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