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bild: keystone/watson

Warum das Alter von Thomas N. gegen eine lebenslängliche Verwahrung spricht

Der mutmassliche Täter von Rupperswil wird kaum lebenslänglich verwahrt – Psychiater streiten sich um ihre Rolle im Prozess.

Andreas Maurer / Schweiz am Wochenende



Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau prüft im Fall Rupperswil die härteste Massnahme des Schweizer Strafrechts: eine lebenslängliche Verwahrung. Deshalb hat sie beantragt, dass zwei Gutachter aufgeboten werden. Am Dienstag, dem ersten Prozesstag, werden sie befragt.

Damit weckt die Staatsanwaltschaft Erwartungen, welche die Gerichte kaum erfüllen können. Das Bundesgericht hob bisher alle angefochtenen lebenslänglichen Verwahrungen auf, die von tieferen Instanzen angeordnet worden waren. Das neuste Urteil publizierte das Bundesgericht diese Woche im Fall Marie. Unter den vier bisherigen Fällen sind Täter, welche die Voraussetzungen eher erfüllen als Thomas N., der mutmassliche Täter von Rupperswil.

Die entscheidende Frage für eine Verwahrung lautet: Ist der Täter untherapierbar? Dagegen spricht im Fall von Thomas N. nur schon sein Alter. Er ist 34 Jahre jung. Gemäss Statistik lebt eine Person mit diesem Alter durchschnittlich noch 48 Jahre. Psychiater haben schon Mühe, Prognosen über die Therapierbarkeit für die nächsten 20 Jahre abzugeben. Je jünger ein Täter ist, desto schwieriger wird es, seine restliche Lebenszeit vorherzusagen. Erleichtert wird die Einschätzung über den Erfolg einer Therapie, wenn ein Täter schon eine absolviert hat. Doch N. war vor seiner Tat strafrechtlich ein unbeschriebenes Blatt.

Für die lebenslängliche Verwahrung braucht es zwei unabhängige Gutachten, die ihn für nicht therapierbar einstufen. Eine solche Strafe wurde vor Bundesgericht stets abgelehnt. Video: © TeleM1

Unmögliche Vorhersage

Sogar ein Richter, der die umstrittene Massnahme selber einmal ausgesprochen hat, geht nicht davon aus, dass Thomas N. lebenslänglich verwahrt wird. Jeremy Stephenson bestätigte als Präsident des Basler Appellationsgerichts 2014 die lebenslängliche Verwahrung von Markus W., dem Serienvergewaltiger. Es ist eines der vier kantonalen Urteile, die das Bundesgericht seit Inkrafttreten der Verwahrungsinitiative aufgehoben hat.

Noch heute ärgert sich der pensionierte Richter darüber: «Das Bundesgericht darf die Messlatte hoch ansetzen, aber nicht so hoch, dass der Verfassungsartikel in der Praxis nie angewendet wird.» Anders äussert sich Stephenson zum Fall von Thomas N.: «Wir haben sehr gute forensische Psychiater. Es ist aber fast unmöglich, dass ein seriöser Gutachter zum Schluss kommt, ein junger Mann sei für über 40 Jahre lang nicht therapierbar.»

Marc Graf, Direktor der Forensisch-Psychiatrischen Klinik von Basel, bestätigt: «Bei einem jungen Menschen ohne Hirnschaden ist es unmöglich, zu sagen, ob er untherapierbar ist.» Wenn es um wissenschaftliche Fragen wie die Therapierbarkeit geht, sind sich Psychiater weitgehend einig. Aber wenn es darum geht, die psychiatrischen Antworten in die Sprache der Gerichte zu übersetzen, scheiden sich die Geister. Wenn ein Richter fragt: «Ist die Anordnung einer Verwahrung aus psychiatrischer Sicht zu empfehlen?» Dann pflegt Graf als Gutachter zu antworten: «Das kann ich nicht sagen, das ist eine Rechtsfrage.»

Er zieht einen Vergleich zur Medizin: «Früher hatte ein Hausarzt eher eine paternalistische Auffassung: Er schaute Ihnen tief in die Augen und sagte, Sie brauchen dies und das. Heute sagt er, Sie haben Möglichkeit a, b und c. Entscheiden müssen Sie selber.» Gefragt sei Sachverstand statt Sachverständigen. Deshalb gebe er vor Gericht keine Empfehlung ab. Als Gutachter müsse man der narzisstischen Verführung widerstehen, alle Fragen zu beantworten. Er beobachtet einen Wandel: «Die jüngere Generation von Psychiatern geht sorgfältiger mit ihrem Rollenverständnis um.»

Zwei Gutachter, zwei Meinungen

Ganz anders sieht man das beim Psychiatrischen Dienst des Kantons Zürich von Chefarzt Frank Urbaniok. Bernd Borchard leitet dort die Risikoabklärungen. Er und Urbaniok würden die Frage eines Richters, ob eine Verwahrung aus psychiatrischer Sicht zu empfehlen sei, immer so konkret wie möglich beantworten. Borchard sagt: «Auch bei Ihrem Hausarzt sind Sie froh, wenn er nicht nur die Optionen aufzählt, sondern Ihnen eine Empfehlung abgibt.» Er widerspricht Graf in einem weiteren Punkt: «Ich denke nicht, dass es eine Frage der Generationen ist, sondern der fachlichen Überzeugung.»

Das unterschiedliche Rollenverständnis von Psychiatern führt dazu, dass Richter auf die gleiche Frage eine andere Antwort aus Basel als aus Zürich erhalten. Das führt zu Interpretationsproblemen. Zum Beispiel im Fall Marie, in dem sich die Gerichte nicht einig sind, was die Gutachter meinten. Die Vorinstanz, das Waadtländer Kantonsgericht, war davon ausgegangen, dass die Worte der zwei befragten Gutachter dasselbe bedeuteten. Das Bundesgericht hingegen entdeckte Differenzen. Eine lebenslängliche Verwahrung kann aber nur ausgesprochen werden, wenn beide Psychiater zum gleichen Schluss kommen.

Christoph Blochers Prognose

Das neuste Urteil zeigt einmal mehr, dass die 2004 angenommene Verwahrungsinitiative kaum je angewendet wird. Eine Überraschung ist das allerdings nicht. 2006 sagte der damalige Justizminister Christoph Blocher: «Dieser Verfassungsartikel wird vermutlich nie oder höchst selten angewendet, denn es braucht ja Psychiater, welche am Anfang eine lebenslängliche Untherapierbarkeit voraussagen.» Die Initiative habe dennoch ihr Ziel erreicht, da Verwahrte nicht mehr leichtfertig Urlaub erhielten. Angesichts dieser Vorgeschichte ist es eher überraschend, dass die Staatsanwaltschaft bei Thomas N. eine lebenslängliche Verwahrung prüft.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Eric Lang 10.03.2018 20:23
    Highlight Highlight Immerhin hat es unsere Justiz geschafft, einen mehrfachen Bankräuber wie Hugo Portmann 35 Jahre hinter Gittern vermodern zu lassen.
    Ob nun eine lebenslange Verwahrung angeordnet wird ist egal, da spätestens das Bundesgericht garantiert dieses Urteil aufheben würde.
    Willkommen in Helvetien!
  • Shlomo 10.03.2018 20:11
    Highlight Highlight Ich schäme mich im gleichen Land zu leben wie die Kommentatoren hier die einfach so grundlegende Menschenrechte über Bord werfen wollen. Pfui.
  • Gavi 10.03.2018 17:10
    Highlight Highlight Also besteht eine Chance, dass der wieder einmal freikommt? D.h. Ich muss damit rechnen auch eines Tages von diesem Gestörten Opfer zu werden.
    Und die Gruppenhaft ist auch daneben. Aber das ist halt unsere Kuscheljustiz.
    4 Ermorderte und ein vergewaltigtes Kind? Und dann noch jene Benefits im Gefängnis?
    Ich kann nur noch den Kopf schütteln.
    • Tomjumper 10.03.2018 18:46
      Highlight Highlight Es heisst, dass die Verwahrung periodisch überprüft werden müsste. Opfer dieses "Gestörten" zu werden ist damit unwahrscheinlich,die Chance vom Blitz getroffen zu werden ist grösser. Unsere "Kuscheljustiz", die meisten Richter SVP Mitglieder, handelt nach dem gesetzlichen Rahmen den die Legislative ihnen setzt. Die "Benefits" wie eine mögliche Therapie sind unwahrscheinlich.
  • Paulschleckmaul 10.03.2018 16:55
    Highlight Highlight Was soll der Scheiss denn. Ist doch klar. Der Rechtsstaat stolpert über seine eigenen Gesetze.
    Dieses Monster hat sicher keine 2.e Chance verdient! Weg mit ihm. Am besten ein für alle mal. Das Gerede von Menschlichkeit und Resozialisierung ist in diesem Fall nur noch Grotesk. I am sorry aber solche " Menschen" verdienen die Hinrichtung. Für so etwas derbes ist das gut. Der kostet uns noch ein Vermögen. Will ich nicht. Hat er nicht verdient. Das ganze ist ja keine beschissene Bagatellle, oder?
    • Shlomo 10.03.2018 20:03
      Highlight Highlight Kaputt ist, dass du für deinen Kommentar no Herzchen bekommst.
  • Hilmy 10.03.2018 16:41
    Highlight Highlight Es macht den Eindruck, dass einige der kommentatoren die Frage nicht ganz verstanden haben. Es geht nicht um Verwahrung oder nicht, sondern um lebenslange verwahrung ohne irgendwelche Überprüfungen. Verwahrungen mit überprüfung waren schon vor der Initiative möglich und werden auch regelmässig ausgesprochen. Die lebenslange verwahrung ohne überprüfung wurde von der Verwahrunginitiative eingeführt. War aber schon im Abstimmungskampf absehbar das dies praktisch nicht funktionieren wird da unterapierbar für immer nicht diagnostizierbar ist. Auch Krebs ist nicht in 100% tödlich
  • Wald Gänger 10.03.2018 15:37
    Highlight Highlight Interessant wäre es doch, zu erfahren, ob es denn schon einmal einen Menschen mit antisozialer Persönlichkeitsstörung und sadistischen Neigungen gab, den man therapieren konnte.
    Ich wage die Behauptung: Eher nein.
  • Acacia 10.03.2018 14:10
    Highlight Highlight Manche so:

    „Am besten Todesstrafe wieder einführen!!...also einfach nicht so wie in Amerika halt...und auch nicht so wie in Saudi-Arabien...human halt..und christlich, am besten christlich..ohne weitere Opfer...und ohne Giftspritze...eben so human wie möglich...und auch nur wenn kein Justizirrtum vorliegt, nur dann...natürlich falls möglich ohne weitere Morde...und natürlich ganz anders als alle diese Schurkenstaaten auf der Welt...wir sind schliesslich zivilisiert...Menschen töten ist schliesslich eine Sache...aber mit Kopfbedeckung herum laufen uiuiuiui, das geht zu weit!“
  • reich&schön 10.03.2018 13:42
    Highlight Highlight Wenn ich die Kommentare so lese, dann wird es langsam Zeit für eine grundlegende Justizreform in diesem Land.

    Gut so.

    👍
  • Redly 10.03.2018 13:17
    Highlight Highlight „Die entscheidende Frage für eine Verwahrung lautet: Ist der Täter untherapierbar?“
    Unsinn.
    Die Fesge ist, ob die Gesellschaft jemandem nach solchen Taten noch irgendwelche Rechte geben sowie Risiken eingehen will.
    Das Volk beantwortete dies: nein.
    • Uli404 10.03.2018 13:46
      Highlight Highlight In einem Rechtsstaat darf aber das Volk nicht der Richter sein. Sonst können wir auch zur Lünchjustiz wechseln.
    • Luky22 10.03.2018 14:02
      Highlight Highlight Zum Glück leben wir nicht in einer Volksdiktatur!
    • Mr. Winston 10.03.2018 14:02
      Highlight Highlight Das heisst jemand wie Thomas N. keine Rechte mehr, laut Volk? Was ein Bullshit...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pumpido 10.03.2018 13:14
    Highlight Highlight Wegsperren!
  • LubiM 10.03.2018 13:10
    Highlight Highlight Also nehmen wir vergangen Fälle als Beispiel, wie es mit T.N. weitergehen wird:
    Er wird zu 15 Jahren unbedingt mit Verwahrung schuldig gesprochen. Zieht das Urteil weiter, die 15 Jahre werden zu 20 Jahre mit Verwahrung. Dann vor Bundesgericht: 15 Jahre und keine Verwahrung mehr, da ein Psychiater im 50. Gutachten eine lebenslange Untherapierbarkeit ausgeschlossen hat. Da er aber zu diesem Zeitpunkt bereits 10 Jahre hinter Gitter ist und sich gut benommen hat kommt er frei.
    E voila, das Schweizer Rechtssystem. Merci
    • Pisti 10.03.2018 14:09
      Highlight Highlight Sie haben vergessen zu erwähnen dass er natürlich rückfällig wird.
      Und dann wieder kollektives Schulterzucken bei Richtern und Psychiatern.
    • Saraina 10.03.2018 16:09
      Highlight Highlight Sie haben vergessen zu bedenken, dass er natürlich eine Sicherheitsverwahrung bekommt, die einfach nicht automatisch lebenslänglich ist, sondern hin und wieder überprüft wird.
  • Breel Embolo 10.03.2018 13:07
    Highlight Highlight "Doch N. war vor seiner Tat strafrechtlich ein unbeschriebenes Blatt."

    Warum wird dies in die Argumentation gegen eine Verwahrung eingebracht? Jeder Kriminelle war irgendeinmal ein "unbeschriebenes Blatt".
    Aber für mich noch brisanter:
    Wird der Fakt, dass N. bereits weitere Taten geplant hatte und kurz vor deren Ausführung stand (gepackter Rucksack mit Tatutensilien; siehe Foto) komplett ignoriert?

    • LeChef 10.03.2018 13:47
      Highlight Highlight Das hast du falsch gelesen.

      Um die unbefristete Verwahrung verhängen zu können, müssen Gutachter eine lebenslange Untherapierbarkeit feststellen. (Das ist zwar schon konzeptuell ziemlich blöd, weil wir ja die Zukunft per Definition nicht kennen, aber seis drum).

      Um diese Untherapierbarkeit feststellen zu können, ist es sehr nützlich, wenn der Täter bereits früher therapiert wurde (in Folge einer Straftat) und man die Ergebnisse dieses Versuchs kennt.

      Deshalb wäre es erheblich einfacher, ihn lebenslang zu verwahren, wenn er bereits vorher straffällig geworden wäre.
  • LeChef 10.03.2018 11:51
    Highlight Highlight Die Kommentare haben ja schon fast Blick.ch Niveau...
    • grumpy_af 10.03.2018 13:25
      Highlight Highlight Was wünscht sich denn der feine Herr?
    • reich&schön 10.03.2018 13:41
      Highlight Highlight Vermutlich Kuschelstrafen für alle... 🙄
    • LeChef 10.03.2018 13:48
      Highlight Highlight Ich würde mir wünschen, dass die Leute fundamentale Rechtsgrundsätze akzeptieren. Nicht mehr und nicht weniger.
    Weitere Antworten anzeigen
  • stereo 10.03.2018 11:27
    Highlight Highlight weg mit dem, für immer! egal ob therapierbar oder nicht! so ein mensch ist abgrundtief böse und kann sich nicht ändern!!
    • Blutgrätscher 10.03.2018 12:05
      Highlight Highlight Ömmmm...Wenn er sich nicht ändern kann, ist er auch nicht therapierbar.
    • Mr. Winston 10.03.2018 14:04
      Highlight Highlight Sagt stereo, Psychiater und Neurowissenschaftler mit 30 Jahren Berufserfahrung...
  • cal1ban 10.03.2018 11:26
    Highlight Highlight Zum Glück hat er gestanden. Die Tatwaffe wurde ja nie gefunden. Hat man DNA-Spuren von ihm im Haus gefunden?Vielleicht gibt es noch einen Mittäter.
    • Crustovsci 10.03.2018 12:18
      Highlight Highlight Ja, DNA Spuren sowie Fingerabdrücke wurden am Tatort sichergestellt.
  • ostpol76 10.03.2018 11:07
    Highlight Highlight Verwahrung hin oder her. Die Frage ist doch, ob jemand der 4 Leben ausgelöscht hat, es verdient hat jemals wieder auf freien Fuss zu kommen.
    Irgenwo muss dann auch mal fertig sein mit der Toleranz
    • walsi 10.03.2018 11:24
      Highlight Highlight Wenn man einen so jungen Mann lebenslänglich wegsperrt könnte man ihn auch so gut erschiessen. Bei einem Tier würde man das machen, aus Menschlichkeit weil es gegen die Natur des Tieres wär und man es nicht quälen will.
    • Roterriese 10.03.2018 11:50
      Highlight Highlight @walsi, korrekt. Jedoch gibt es keine Todesstrafe in der Schweiz. Daher muss man ihn lebenslang wegsperren.
    • schuldig 10.03.2018 12:21
      Highlight Highlight Sollte der Täter nicht lebenslänglich sondern "normal" verwahrt werden,
      heisst nicht, dass er jemals wieder frei kommt. Die Therapiebarkeit muss einfach in regelmässigen Abständen überprüft werden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • DerTaran 10.03.2018 11:04
    Highlight Highlight Wir müssen ihn nicht lebenslang Verwahren, wir müssen nur die Psychiater, die Ihn irgendwann einmal freilassen sollten, wegen fahrlässiger Tötung unbedingt einsperren, falls er rückfällig wird. Diese Risiko will sicher niemand eingehen.
  • Ziblizabli 10.03.2018 10:35
    Highlight Highlight Was, dieser Unmensch Thomas N soll eine Therapie erhalten? Das Geld dafür könnte man besser einsetzen. Unverständlich.
    • Gavi 10.03.2018 17:05
      Highlight Highlight Meine Worte!
      Man redet ständig über dieses Monster. Über die Opfer spricht niemand. Die sind ja sowieso schon tot.
      Er gehört in Einzelhaft bis an sein Lebensende.
  • Booker 10.03.2018 10:14
    Highlight Highlight Verrückt da bringt einer vier Menschen bestialisch um und wird nicht verwahrt aufgrund seines „jungen“ Alters. Würde beim Töten der 4 Opfer auch Rücksicht genommen auf deren Alter und Befinden ?
    Es gibt Momente da schätze ich die US Justiz, wenn bei einem solch schweren Delikt nicht verwahrt werden darf wie wäre es dann mit der Hinrichtung ?
    • Me, my shelf and I 10.03.2018 12:08
      Highlight Highlight Auge um Auge, Zahn um Zahn. Ist ja noch nie schiefgelaufen...
      Das Ziel der Gefängnisstrafe ist und bleibt Resozialisierung, egal wie schwer die Tat gewesen sein mag.
    • Mr. Winston 10.03.2018 14:01
      Highlight Highlight Wie wär‘s mit nein? Was denken Sie, warum es in den meisten Staaten die Todesstrafe nicht mehr gibt?
    • Tapatio 10.03.2018 14:14
      Highlight Highlight er wird sicherlich verwahrt. einfach ordentlich und nicht lebenslang. das bedeuted es wird laufend wieder geprüft ob er doch wieder freigelassen werden kann.. in demfall kann man dann einfach nur hoffen, dass dies niemals ein gericht machen wird. auch in 20, 30 jahren nicht..
    Weitere Antworten anzeigen
  • Roterriese 10.03.2018 09:54
    Highlight Highlight "Angesichts dieser Vorgeschichte ist es eher überraschend, dass die Staatsanwaltschaft bei Thomas N. eine lebenslängliche Verwahrung prüft."

    Nein es ist nicht überraschend. Art. 64 Abs. 1bis StGB ist keine kann-Bestimmung. Die Staatsanwaltschaft resp. das Gericht muss die lebenslange Verwahrung prüfen, wenn eine Katalogtat vorliegt.
  • raphe qwe 10.03.2018 09:53
    Highlight Highlight Was als Informatin noch wichtig sein könnte: Eine Massnahme/Verwahrung kann immer verlängert werden, solange der Täter ein konkretes Risiko darstellt. Mitunter sicherlich auch ein Grund warum die lebenslängliche Verwahrun praktisch nie ausgesprochen wird.
    • Madison Pierce 10.03.2018 13:31
      Highlight Highlight Das stimmt. Man muss sicher nicht damit rechnen, ihm die nächsten paar Jahrzehnte wieder zu begegnen.

      Aber aus zwei Gründen hätte ich für ihn lieber eine lebenslange statt immer wieder verlängerte Verwahrungen:

      1.) Risiko: Was ist, wenn er in den Jahren lernt, den Gutachtern etwas vorzuspielen und so freikommt?

      2.) Kosten: Bei einer normalen Verwahrung wird er jahrelang für viel Geld therapiert, erhält vielleicht (begleitete) Hafturlaube etc.

      Dazu kommt noch die Strafe: Keine Hoffnung auf Freilassung zu haben ist schlimmer als immer auf die nächste Überprüfung hoffen zu können.
    • Mr. Winston 10.03.2018 17:09
      Highlight Highlight Nun, was die Kosten betrifft könnte man sich streiten: Es funktioniert nun mal eben so (wie ähnlich auch bei der Krankenkasse, wo „die Gesunden für die Kranken zahlen“) dass in unserer Gesellschaft grosse Summen meist von der Mehrheit übernommen werden, die ihr oft nichts bringt. Da kommt halt wirklich die Frage einer Therapierbarkeit auf: Falls der Täter tatsächlich mal therapiert werden könnte, würde ich dies durchaus unterstützen. Ich bezweifle, dass sich ein Mensch sich während 20-30 Jahren im Gefängnis nicht ändert.
  • Graf Von Mai 10.03.2018 09:46
    Highlight Highlight Der Gedanke, dass man in 25-30 Jahren neben Thomas N. im Zug sitzen könnte, lässt mich bereits erschaudern.
    • dudette 10.03.2018 12:18
      Highlight Highlight Da habe ich keine Angst. Falls er wirklich der Täter ist, wird, nachdem er seine Strafe abgesessen hat, immer und immer wieder aufs Neue entschieden, dass er noch nicht auf die Öffentlichkeit losgelassen werden kann. Keine lebenslange Massnahme heisst nicht gar keine Massnahme. Wir leben nicht in Amerika wo jemand nach einer so langen Strafe einfach rausgeschickt wird und dem Schicksal überlassen wird. Ansonsten würde es m.M.n. sehr wahrscheinlich auch bei uns viel mehr tragische Wiederholungsfälle geben.
    • Saraina 10.03.2018 16:13
      Highlight Highlight Der Mann hat die Tat gestanden. Und er wird sicher eine ordentliche Sicherheitsverwahrung bekommen, einfach keine automatisch lebebslängliche.

Schimpftiraden und Buh-Rufe – Fragerunde mit Sommaruga läuft aus dem Ruder

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