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Achtung Wortspiel: Alles da für krachende Chips ... Haha. Naja, whatever. Egal.
bild: getty images/istockphoto/aargauer zeitung

Die Handgranate bei Zweifel Chips kam aus Frankreich. Äh, wirbt die Firma nicht mit Schweizer Qualität ...?

Ausgerechnet in einer Kartoffellieferung aus Frankreich versteckte sich die vor zwei Wochen entdeckte Handgranate bei Zweifel Chips in Spreitenbach. Dabei wirbt die Firma mit Schweizer Qualität – der Produktionschef erklärt, wie das alles aufgeht.

26.11.15, 19:35 27.11.15, 11:40

martin rupf / Aargauer Zeitung



Der Artikel vom Donnerstag über die bei Zweifel Chips in einer Kartoffellieferung gefundene Handgranate schlug ein wie eine Bombe. So titelte «Blick.ch» bereits am Morgen «explosiver Fund bei Zweifel Chips», verkannte dabei aber die Tatsache, dass die Handgranate gar nicht mehr scharf war.

So war es denn auch weniger die Handgranate, die zu reden gab, als viel mehr der Umstand, dass die Firma Zweifel auf ihrer Website mit «unsere beliebten Chips bestehen zu 100 Prozent aus natürlicher Schweizer Qualität» wirbt und auf den Packungen sogar angibt, von welchem Schweizer Bauernhof die Kartoffeln für die Chips stammten. Doch offensichtlich werden Kartoffeln aus dem Ausland importiert – die Handgranate aus dem Ersten Weltkrieg versteckte sich in einer Lieferung aus Frankreich.

Halleluja! Der Picdump wurde heilig gesprochen
Die erste Antwort der letzten Umfrage ist genial ;-) Und bei der Nickelback-Umfrage war ich über das Resultat doch sehr überrascht.
Super Picdump, danke Lina :-) Was ist eigentlich wenn

Grund für den Import aus Frankreich: 2015 war hierzulande ein mieses Kartoffeljahr.
bild: userinput

Auf Nachfrage präzisiert Zweifel-Chef Mathias Adank: «Die Lieferung kam aus der Normandie, dort tobten im Ersten Weltkrieg viele Schlachten.» In schlechten Erntejahren sei man gezwungen, einen Teil der Kartoffeln aus dem Ausland zu importieren. «Hitze und Trockenheit im Sommer haben zu Ernteausfällen geführt. Wir mussten deshalb rund 3000 bis 4000 Tonnen aus dem Ausland beziehen», sagt Produktionschef Pietro Realini gegenüber «Blick.ch».

Von Etiketten-Schwindel will er aber nichts wissen: «Auf unserer Homepage klären wir unsere Kunden über den Import von ausländischen Kartoffeln auf.» So wisse der Chips-Hersteller genau, in welcher Tüte sich ausländische Kartoffeln befinden. «In diesem Fall verzichten wir auf eine Erwähnung des Bauern auf der Packung», so Realini. Pro Jahr verarbeitet Zweifel rund 22'000 Tonnen Kartoffeln zu Chips. «Der Anteil der ausländischen Kartoffeln ist also relativ klein», sagt Realini.

Armee durchsuchte Kartoffeln

800 Tonnen schwer war die jüngste Lieferung aus Frankreich. 750 Tonnen davon hatte Zweifel bereits zu Chips verarbeitet – dann fand der Mitarbeiter den Blindgänger. Was passiert nun mit dem Rest? Gemäss Realini wurden die 50 Tonnen vom Kommando Kampfmittelbeseitigung und Minenräumung der Armee fein säuberlich auf weitere Granaten durchsucht. Gefunden wurde aber nichts.

Bald nur noch leere Chips-Saeckli? Der Schweizer Kartoffelchips-Industrie geht der Rohstoff aus: Gelagerte Kartoffeln genuegen den Qualitaetsanforderungen nicht mehr, und das schlechte Fruehjahrswetter beeintraechtigt die Inlandproduktion. Deshalb wurde ein zusaetzliches Kontingent fuer Kartoffeln beim Bundesamt fuer Landwirtschaft beantragt, wie am Montag, 14. Mai 2001 bekannt wurde. (KEYSTONE/Franco Greco) === ELECTRONIC IMAGE ===

«Schweizer Qualität»: Ein dehnbarer Begriff, wie das Malheur beim Chips-Produzenten einmal mehr beweist. 
Bild: KEYSTONE

«Wir prüfen nun, ob wir die Kartoffeln wieder an unseren Lieferanten nach Frankreich zurückschicken sollen.» Dass die Kartoffeln doch noch zu Chips verarbeiten werden, komme nicht in Frage. Zweifel-Chef Mathias Adank erklärt gegenüber dem «Badener Tagblatt»: «Natürlich nicht wegen der Handgranate selber, sondern weil die Lagerung der Kartoffeln sehr diffizil ist und die Kartoffeln beim Durchsuchen durch die Armee zu kalt wurden.» (aargauerzeitung.ch)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • The Writer Formerly Known as Peter 27.11.2015 08:29
    Highlight Ha, ha, die Geschichte war lustig! Darum hat Zweifel auch gleich betont, dies geschehe nur wenn zuwenige Schweizer Kartoffeln auf dem Markt sind... ja ja. Gut mir ist es noch egal. Hauptsache die Chips schmecken. Noch ein Tipp an Zweifel: Macht doch bitte einen Fabrikladen in Spreitenbach auf!
    11 0 Melden
  • Baba 27.11.2015 08:25
    Highlight Oooh - ein süsses Otten-Bild!!! Fast ein wenig Picdump am Donnerstag 😍😍😍
    9 1 Melden
  • Sapere Aude 27.11.2015 00:44
    Highlight «Die Lieferung kam aus der Normandie, dort tobten im Ersten Weltkrieg viele Schlachten.» Ich mag mich irren, aber die Front verlief im ersten Weltkrieg wenn überhaupt nur am Rande durch die Normandie. Die wirklichen Schlachten fanden an der Mas, Somme und in Verdun statt.
    14 0 Melden
  • Marmot 26.11.2015 23:35
    Highlight Äh, lässt sich die Aargauer Zeitung neuerdings vom Blich inspirieren ...?
    1 1 Melden
  • Luuu 26.11.2015 23:04
    Highlight Was passiert den mit den restlichen 50 Tonnen Kartoffeln? Wegschmeisen?😟
    4 1 Melden
  • Spir0u 26.11.2015 22:41
    Highlight Da habe ich aber meine Zweifel, ob es hier mit rechten Dingen zu und her geht... 😝
    34 2 Melden
  • Der Tom 26.11.2015 21:21
    Highlight Vielleicht wurde die HG in der Schweiz hergestellt.
    29 2 Melden
  • EvilBetty 26.11.2015 20:43
    Highlight Bei bis zu fast 20% von «relativ klein» zu reden ist ja auch ein bisschen frech 😂
    43 2 Melden
    • goschi 26.11.2015 21:46
      Highlight 20% ist ein "relativ kleiner" Anteil, vor allem, da relativ ja relativ wage ausgedrückt ist ;-)
      25 1 Melden
    • EvilBetty 26.11.2015 22:30
      Highlight stimmt, ist nur relativ frech!
      23 2 Melden
    • MM 26.11.2015 22:58
      Highlight Einverstanden. Im langjährigen Schnitt sind es aber 5%, was tatsächlich "relativ" wenig ist. Finde ich. Und auf diese Zahl bezogen wurde auch die Aussage gemacht. Im Artikel hier wurde dieser Teil der Aussage jedoch weggelassen...

      «Der Anteil der ausländischen Kartoffeln ist also relativ klein», sagt Realini. «Nur etwa 5 Prozent der zwischen 2004 und 2013 von uns verarbeiteten Kartoffeln stammten aus dem Ausland.» (Blick.ch)
      7 0 Melden
    • goschi 26.11.2015 23:05
      Highlight aber relativ korrekt.
      1 1 Melden
  • Anded 26.11.2015 19:53
    Highlight Bomb-Chips bzw. Bumm-Chips 😜
    27 1 Melden

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