Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ARCHIVBILD ANLAESSLICH DER KLAGE DER BUNDESANWALTSCHAFT GEGEN EINEN FAN DES FC LUZERN WEGEN PYRO-GEBRAUCHS, AM FREITAG, 31. MAERZ 2017 - Bei Beginn des Spiels gab es eine Spielverzoegerung wegen den St Galler Fans beim Fussball Meisterschaftsspiel zwischen dem FC Luzern und FC St. Gallen vom Sonntag, 21. Februar 2016, in Luzern. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Pyros beim Spiel Luzern - St.Gallen am 21. Februar 2016. Bild: KEYSTONE

Vier Jahre Knast für Ostschweizer Pyro-Werfer gefordert



Die Staatsanwaltschaft des Bundes hat für den angeklagten Fan des FC St.Gallen eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und eine Busse von 500 Franken beantragt. Der 24-Jährige, der während eines Spiels zwischen dem FC Luzern und FC St.Gallen im Februar 2016 vier Pyros auf das Spielfeld warf, hat vor dem Bundesstrafgericht keine Aussagen gemacht.

Gegen ihn ist unterdessen ein weiteres Verfahren hängig, weil er am 1. August vergangenen Jahres illegale Sprengkörper gezündet hatte. Die regionale Staatsanwaltschaft hat ihn dafür mit einem Strafbefehl zu einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen und einer Busse von 1000 Franken verurteilt. Der Angeklagte hat diesen Entscheid angefochten, dieser ist also noch nicht rechtskräftig.

Angeklagter schweigt

Der Staatsanwalt bezeichnete die Taten des Angeklagten als hinterhältig. Vorgeworfen werden ihm mehrfache Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht, schwere Körperverletzung, mehrfache Sachbeschädigung, begangen anlässlich einer öffentlichen Zusammenrottung und Widerhandlungen gegen das Sprengstoffgesetz.

Gemäss Bundesanwaltschaft hat der Angeklagte zusammen mit weiteren Mitgliedern der Szene einen grossen Aufwand betrieben, um die Pyrogegenstände in das Stadion zu schmuggeln.

Zu den Mittätern machte der Angeklagte während des ganzen Verfahrens keine Aussagen. Ebenso machte er während des Prozesses vor dem Bundesstrafgericht von seinem Aussageverweigerungs-Recht Gebrauch.

Vorangegangene Verwarnung

Der Angeklagte war rund fünf Monate vor dem Spiel zwischen dem FC Luzern und dem FC St.Gallen wegen seines Verhaltens bei einem vorangegangenen Fussballspiel verwarnt worden.

Nach dem Match vom Februar 2016 erhielt er ein zehnjähriges Stadionverbot für alle Fussball- und Hockeyspiele. Das Rayonverbot wurde für drei Jahre verhängt.

Irreversible Hörschädigung

Ein am Fussballspiel anwesender Zuschauer, der durch den zweiten Sprengkörper eine irreversible Hörschädigung erlitt, leidet noch heute an Flashbacks.

Der Pyro explodierte rund 20 Meter entfernt von ihm. Von dort aus erlebte der Geschädigte mit, wie sein Sohn mit einem der Spieler ins Stadion einlaufen durfte. Er führte vor dem Bundesstrafgericht aus, dass er nach der Explosion zunächst geglaubt habe, es handle sich um einen Bombenanschlag.

Der Angeklagte arbeitet heute im Gästehaus seiner Mutter und als Barkeeper. Unter anderem durch das Strafverfahren haben sich bei ihm Schulden zwischen 20'000 und 30'000 Franken angehäuft. (whr/sda)

Zeitraffer Schlange OA ST.Gallen

abspielen

Video: watson

Das könnte dich auch interessieren:

Das? Das ist nur die wohl umfangreichste Schatzkarte aller bisherigen Zeiten

Link zum Artikel

8 Dinge, die jeden Schweizer aus der Fassung bringen. Garantiert!

Link zum Artikel

«Sorry, ich muss heute noch fahren» – aus dem Leben eines Rollstuhlfahrers

Link zum Artikel

Die Neue meines Ex ist ein Baby mit Balkanslang und Billig-Mini

Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

7
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Rumbel the Sumbel 09.08.2017 19:55
    Highlight Highlight Kommt leider viel zu wenig vor, dass solche Urteile gefällt werden. Nicht nur bei Hooligens!
  • phreko 08.08.2017 18:37
    Highlight Highlight Knallpetarden sind Spielzeuge von Vollidioten. Da ist jeder Schaden der angerichtet wird sowieso als eventual-vorsätzlich (im kauf genommen) zu betrachten.
  • Zaungast 08.08.2017 16:06
    Highlight Highlight Gut so. Ich würde die Aussagen auch verweigern. Fussballfans haben sowieso keine Lobby.
    Den Fall selber soll das zuständige Gericht beurteilen und dann das Strafmass ansetzen. Aber zusätzliche Aussagen des Beschuldigten braucht es ganz sicher nicht.
  • RacKu 08.08.2017 15:34
    Highlight Highlight 😵 für ein paar Wunderkerzen?
    • Raembe 08.08.2017 16:18
      Highlight Highlight Wunderkerzen die eine starke Hörschädigung hervorgerufen haben. Gemäss Radio Zürisee auf einem Ohr noch 60% auf dem anderen gar noch 10%.

      Warnhinweise auf Verpackungen sind nicht umsonst da. Oder würdest Du auch den Entkalker von Durgol trinken?
    • Posersalami 08.08.2017 18:14
      Highlight Highlight Wenn die Wunderkerze jemanden die Fähigkeit zum Hören raubt find ich die 4 Jahre eher wenig.
  • Calvin Whatison 08.08.2017 13:44
    Highlight Highlight Einsichtig scheint dieses Früchtchen ja nicht zu sein, dann tun ihm diese 4 Jahre nur gut, und dann zahlen, zahlen, zahlen bis es weh tut. Man kann sich das Leben wirklich verbauen.🐵🐵🐵

«Carlos» muss wieder vors Gericht – dieses Mal wegen Körperverletzung und Drohung

Der als «Carlos» bekannt gewordene junge Straftäter muss erneut vor Gericht: Die Zürcher Staatsanwaltschaft klagt ihn wegen rund 30 Vorfällen in Gefängnissen an. Wann der Prozess in Dielsdorf stattfindet, ist noch unklar.

Dem heute 23-Jährigen wird vorgeworfen, in verschiedenen Gefängnissen zahlreiche Gefängnisangestellte, Polizisten und Mitinsassen geschädigt zu haben. Er wird sich unter anderem wegen schwerer Körperverletzung, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte und …

Artikel lesen
Link zum Artikel