Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bild: KEYSTONE

Prozess abgesagt: Erich Vogel zieht Anzeige gegen Bickel-Anwälte zurück

In einer Woche hätte der Prozess gegen Fredy Bickels Anwälte stattfinden sollen. Jetzt haben Erich Vogels Rechtsvertreter die Anzeige wegen Abhörens fremder Gespräche zurückgezogen. 

24.04.15, 10:56 24.04.15, 13:56


Der Prozess gegen den ehemaligen GC-Sportchef Erich Vogel wird doch nicht neu aufgerollt. Eine Anzeige gegen Fredy Bickels Anwälte wegen Abhörens fremder Gespräche wurde zurückgezogen. Der Gerichtstermin, der am 28. April hätte stattfinden sollen, ist abgesagt. Beim Bezirksgericht heisst es, die Prozessvoraussetzungen seien nicht erfüllt, der beschuldigte Bickel-Anwalt sagt nur: «Es stimmt, dass die Anzeige zurückgezogen wurde.» Details gibt er nicht preis. Sie hätten Stillschweigen vereinbart, sagt Vogels Anwalt.

Damit ist die letzte Unklarheit im Fall Vogel aus dem Weg geschafft. Bis jetzt war es ungewiss gewesen, ob der Prozess gegen Vogel zur Makulatur werden würde. Das Bezirksgericht hatte den GC-Mann am 28. November zwar wegen Gehilfenschaft zu versuchter Erpressung verurteilt, doch Vogel beschuldigte Bickels Anwalt und dessen Kollege, zwei Telefonate zwischen ihm und dem Anwalt unrechtmässig mitgeschnitten zu haben.

In der Anklageschrift verweist Vogels Anwalt auf zwei Telefonate am 4. und 9. September 2013, die der Kollege von Bickels Anwalt über den Lautsprecher mitverfolgt und sich Notizen gemacht habe, ohne dass Vogel dies wusste. Dann habe er diese Notizen ausgewertet, um sie dann der Kantonspolizei Zürich zuzuschanzen. Dadurch hätten sich die beiden Anwälte des mehrfachen Abhörens und Auswertens und Bekanntgabe fremder, nichtöffentlicher Gespräche schuldig gemacht.

Fall Vogel

Erich Vogel wurde am 28. November wegen Gehilfenschaft zu versuchter Erpressung zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt, weil er zusammen mit dem ehemaligen Spielervermittler Peter Bozzetti versucht hatte, Ex-FCZ-Sportchef Fredy Bickel zu erpressen. Der Staatsanwalt bezog sich in seiner Anklage auf mehrere Telefonate, die Erich Vogel mit Bickels Anwalt geführt hatte. Darin sagte Vogel, dass er von den Dokumenten Kenntnis habe, die Bozzetti dem «Blick» weitergebe, falls Bickel diese nicht auf die eine oder andere Art kaufe. Das über Lautsprecher geführte Gespräch schrieb der Anwaltskollege mit, weswegen Vogel Anzeige erstattete. 

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Zürcher Stadtparlament will auch in Zukunft keine Nationalitäten in Polizeimeldungen

Die Nationalitäten von Tätern und Opfern soll die Zürcher Stadtpolizei in ihren Meldungen auch weiterhin nicht nennen. Diese Praxis hat das Stadtparlament am Mittwoch klar bestätigt. Ein SVP-Postulat für die Wiedereinführung der Nennungen fand keine Mehrheit.

Seit dem vergangenen November verzichtet die Stadt Zürich auf die Nennung von Nationalitäten in Polizeimeldungen. Auf Anfrage werden sie jedoch bekanntgegeben. Der damalige Sicherheitsvorstand Richard Wolff (AL) setzte damit ein 2015 vom Stadtparlament überwiesenes Postulat um.

Mit der Nennung der Nationalität werde suggeriert, dass sich die Tat damit erklären lasse. Dies verdecke die eigentlichen Ursachen wie beispielsweise Armut, tiefes Bildungsniveau oder Drogensucht, lautete die …

Artikel lesen