Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Rueckreiseverkehr auf der Gotthardautobahn vor Airolo, am Ostermontag, 13.April 2009. Beim Osterverkehr Richtung Norden erreichte die Kolonne vor dem Suedportal am Ostermontag Nachmittag eine Laenge von fuenf Kilometern. (KEYSTONE/Karl Mathis)

Stau am Gotthard: Während sich die Delegierten der Grünliberalen in Näfels GL mit einer zweiten Röhre befassten, staute sich am Gotthard der vorösterliche Verkehr – zeitweise bis 11 Kilometer. Bild: Keystone

Delegierteversammlung der GLP

Zweite Röhre am Gotthard: Grünliberale eilen den Grünen zu Hilfe

Die Grünliberalen werden ein Referendum der Grünen gegen eine zweite Röhre des Gotthard-Strassentunnels unterstützen, sollte sich das Parlament in Bern für den Bau entscheiden. 

12.04.14, 19:39 12.04.14, 20:27


Die Konsultativabstimmung zur Unterstützung eines allfälligen Referendums gegen den Gotthard-Ausbau sei deutlich ausgefallen, sagte der stellvertretende Generalsekretär der GLP Schweiz, Michael Köpfli. 108 GLP-Delegierte hätten am Samstagnachmittag an der Delegiertenversammlung in Näfels GL mit Ja gestimmt. Nur zwei stimmten gegen ein Referendum und elf enthielten sich. 

Minuten vorher hatten sich die GLP-Mitglieder in einer weiteren Abstimmung zum Alpenschutzartikel bekannt und sich gegen eine zweite Röhre ausgesprochen. 

GLP-Parolen für den 18. Mai

An ihrer Delegiertenversammlung in Näfels GL haben die Grünliberalen eine Reihe von Parolen gefasst – unter auch für die Eidg. Abstimmung vom 18. Mai.

Den Bundesbeschluss zur medizinischen Grundversorgung unterstützt die Partei deutlich: 111 Ja-Stimmen gegen acht Nein bei einer Enthaltung.

Die anderen Parolen haben die Grünliberalen bereits vor Monaten gefasst: Die GLP sagt Nein zum Gripen-Fondsgesetz. Die GLP hält den Kauf neuer Kampfflugzeug zum jetzigen Zeitpunkt für »sicherheitspolitisch unnötig und finanzpolitisch unvernünftig«.

Ein Nein empfiehlt die GLP auch für die Mindestlohn-Initiative der Gewerkschaften. Diese sei «ein weiterer Angriff auf das Erfolgsmodell Schweiz».

Auch die Pädophilen-Initiative lehnt die GLP ab. Sie setzt lieber auf den indirekten Gegenvorschlag: 2015 soll das verschärfte Gesetz in Kraft treten, das Berufsverbote für pädophile Straftäter vorsieht. (sda) 

Mogelpackung des Bundesrats

GLP-Fraktionspräsidentin Tiana Angelina Moser bezeichnete die Vorlage des Bundesrates für den Bau einer zweiten Gotthard-Röhre als Mogelpackung. 

«Das einspurige Verkehrsregime in beiden Gotthard-Röhren würde unter dem Druck aus dem In- und Ausland schon nach kurzer Zeit fallen und der Alpenschutzartikel wäre damit Geschichte», wurde Moser in einer Mitteilung zitiert. Die Grünliberalen würden deshalb den Bau einer zweiten Röhre «vehement bekämpfen». Statt einen neuen Strassentunnels zu bauen, müsse die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene konsequent vorangetrieben werden.

Zwei Wochen zuvor hatte die Grüne Partei beschlossen, das Referendum zu ergreifen, falls das Parlament sich für eine zweite Röhre entscheidet.

Ständerat für zweite Röhre

Der Ständerat hatte Mitte März einer zweiten Gotthard-Röhre zugestimmt. Der Nationalrat sollte in der Herbstsession darüber befinden. Dessen vorberatende Verkehrskommission sprach sich bereits im Grundsatz dafür aus, will sich aber im Sommer über die Details beugen.

Der neue Tunnel soll die Alpentransit-Verbindung während der Sanierung des Gotthard-Strassentunnels sicherstellen. Nach der Renovation, etwa ab 2030, sollen beide Röhren einspurig betrieben werden. Die zweite Spur soll als Pannenstreifen dienen.

Nach Ansicht der Befürworter würde so die Verkehrskapazität am Gotthard nicht erhöht und dem Alpenschutzartikel Genüge getan. (erf/sda)

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

Abonniere unseren Daily Newsletter

5
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • boxart 13.04.2014 11:55
    Highlight Sind denn stundenlange Staus umweltgerechter? Zudem wird ja nichts verschandelt, dann werden auch noch Arbeitsplätze geschaffen. Das Tessin gehört doch zur Schweiz. Also verhindert doch nicht, was schon längst fertiggestellt sein müsste.
    2 2 Melden
  • babajaga 13.04.2014 11:35
    Highlight wenn man wöchentlich hin und her pendelt, dan fängt man für sich an zu analysieren was da so alles fährt auf dieser strecke. ja es hat viel lastenverkehr aber es hat noch viel mehr pw's! für mich wäre es eine belastung wenn sich wegen eines gschlossenen tunnels der ganze tross auf dem berg breit machen würde! und vor allem, was ist im winter?? der pass ist dann zu! wie komme ich dann übers wochenende und den ferien nach hause?? und so geht es nicht nur mir! also fazit: man kann nicht einen ganzen kanton von der restlichen schweiz abschotten! dadurch wären viele existenzen bedroht!
    1 1 Melden
  • Staal 12.04.2014 22:52
    Highlight Logo kommen aus dem Jute-Dresscode Lager wieder die Verhindererproteste. Die wohnen ja auch nicht im der Gegend bzw Tessin
    1 2 Melden

«Peinlich» – Ignazio Cassis greift in italienischer Zeitung die EU an und erntet Kritik 

Der FDP-Aussenminister gibt dem renommierten «Corriere della Sera» ein Interview. Die grösste Zeitung des Landes vergleicht Cassis' Wortwahl mit derjenigen des italienischen Rechtspopulisten Matteo Salvini. Schweizer Aussenpolitiker kritisieren Cassis' Äusserungen – von der SVP gibt es Lob.

Es sind erstaunlich direkte Sätze über die Europäische Union, welche Iganzio Cassis im Gespräch mit einem Journalisten des «Corriere della Sera» aus Mailand von sich gibt:

Die Aussagen des Schweizer Aussenministers im vergangenen Samstag erschienenen Interview (online nicht verfügbar) zeichnen ein wenig vorteilhaftes Bild der Europäischen Union.

In der Einleitung fragt der «Corriere della Sera»: «Sind das die Gedanken und Worte von Matteo Salvini (dem italienischen Innenminister von der …

Artikel lesen