Schweiz

GLP-Präsident Martin Bäumle tritt zurück

19.05.17, 13:59 19.05.17, 15:58

Martin Bäumle. Bild: KEYSTONE

Der Zürcher Nationalrat Martin Bäumle tritt im Sommer als Präsident der Grünliberalen Partei Schweiz zurück. Das gab der 52-Jährige am Freitag vor den Medien in Bern bekannt. Bäumle hatte das Amt seit der Parteigründung im Jahr 2007 inne.

Er werde am 26. August zurücktreten, dem Parteitag anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Partei, sagte Bäumle. Den Grünliberalen sei es gelungen, die Verbindung von Wirtschaft und Umwelt politisch zu etablieren. Auch eine liberale Gesellschaftspolitik hätten sie auf die Agenda gesetzt. So ist in den Räten zurzeit etwa eine parlamentarische Initiative der Grünliberalen hängig, die die «Ehe für alle» möglich machen soll.

«Optimaler Zeitpunkt»

Bäumle erwähnte auch das Politlabor glp Lab, das neue Formen politischer Partizipation möglich mache. Besonders stolz sei er darauf, dass die Jungen Grünliberalen flügge geworden seien. Gerade in der Kampagne für die Energiestrategie habe die Jungpartei eine enorme Rolle gespielt.

Die GLP sei auf einer guten Entwicklungsstufe, sagte Bäumle. «Der Zeitpunkt ist jetzt optimal, die Partei in neue Hände zu übergeben.» Er bleibe der GLP aber als Geschäftsleitungsmitglied und als Nationalrat erhalten.

Nach Bäumles eigenen Angaben hat der Rücktritt keine gesundheitlichen Gründe. «Ich fühle mich fit und gesund», sagte er. Auch die Affäre Green Cross habe auf seinen Entscheid keinen Einfluss gehabt. Das sei ein privates Engagement.

Wer als Nachfolgerin oder Nachfolger in Frage kommt, bleibt offen. Morgen Samstag lege der Vorstand das weitere Vorgehen fest, sagte der scheidende Parteipräsident.

Höhen und Tiefen

Mit Bäumle als Motor und Verena Diener als Aushängeschild hatte die Partei noch im Gründungsjahr drei Sitze im Nationalrat und einen im Ständerat erobert. Den bisherigen Höhepunkt erlebten die Grünliberalen im Jahr 2011, als sie mit 12 Sitzen im Nationalrat und 2 im Ständerat Fraktionsstärke erreichten. Inzwischen waren auch zahlreiche Kantonalparteien dazugekommen.

Die Aufbauarbeit forderte von Bäumle ihren Tribut. 2012 erlitt er einen Schwächeanfall, 2014 einen Herzinfarkt. 2015 kam dann der Absturz für die Grünliberalen: Im Frühling schickte das Stimmvolk ihre Initiative «Energie- statt Mehrwertsteuer» mit 92 Prozent Nein-Stimmen bachab. Bei den eidgenössischen Wahlen im Herbst schrumpfte die Zahl der Nationalratsmandate auf 7, in der kleinen Kammer ist die Partei nicht mehr vertreten. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 21.05.2017 06:58
    Highlight Was hat die GLP dann schon mit Präs. Bäumle gemacht ? Sie wollten die Mehrwertsteuer abschaffen und die Energie verteuern. Resultat 92 % Nein. Wenn die GLP und Bäumle bei den nächsten Nationalratswahlen untergehen, ist das kein Verlust.
    1 0 Melden
  • Rodney McKay 19.05.2017 20:48
    Highlight Ich habe nach wie vor Probleme ein klares Profil bei der GLP zu erkennen. Die GLP unterscheidet sich in vielen Punkten nur minim von den Grünen. Die Konsequenz, wenn ich grün möchte, wähle ich die Grünen, wenn ich liberal möchte wähle ich FDP. Wenn ich jedoch die GLP wähle, weiss ich nicht so genau, welche Werte von dieser Partei vertreten werden, das Parteiprogramm hilft da auch nicht so richtig weiter.
    5 7 Melden
    • phreko 19.05.2017 21:29
      Highlight Nähe Grün? In der Sozial- und Wirtschaftspolitik?
      4 3 Melden
    • cinzomat 19.05.2017 21:51
      Highlight Die GLP erscheint mir daher als guter Kompromiss beider Parteien, weil ich weder mit den grünen und FDP etwas anfangen kann. Darüber hinaus gibt es ganz viele andere Themenbereiche, welche diese Partei, oft dieselben Interessen vertritt. im gegensatz zu den anderen Parteien.
      10 1 Melden
  • Theor 19.05.2017 18:19
    Highlight Eigentlich hat die Schweiz das gleiche Problem wie die USA. Auch hier haben es neue Parteien unglaublich schwer, sich durchzusetzen und - wenn ich mir unsere Politlandschaft so anschaue - hätten wir frische Parteien genauso bitter nötig wie die USA.
    9 7 Melden
  • Scott 19.05.2017 15:32
    Highlight Good news !!!
    13 23 Melden
  • Gelöschter Benutzer 19.05.2017 14:15
    Highlight Bye bye GLP, so wage ich nun mal eine Prognose
    15 26 Melden
    • FrancoL 19.05.2017 18:56
      Highlight Ich glaube eher dass dies die Chance für die GLP ist, auf jeden Fall ist es kein Nachteil, den Bäumle hat doch sehr von der Oekologie zur Finanz hin bewegt.
      8 7 Melden
    • Gelöschter Benutzer 19.05.2017 20:24
      Highlight Wenn sie auf links macht, dann brauchts die Partei nicht mehr, dann können die gleich zurück zu den Grünen
      9 4 Melden
    • FrancoL 19.05.2017 20:39
      Highlight Nein, da ist noch ein weiter weg zu Links, ausser man denkt links ist alles was links von der SVP ist.
      Es geht nicht um Links es geht darum die Oekologie NICHT so stark finanziellen Ueberlegungen zu unterwerfen. Wenn man die Finanzen voll einbringt und leicht Grün ist kann man die FDP wählen oder den linken Flügel der SVP.
      Ich kenne Bäumle aus Dübendorf, seit seinen Zeiten bei den Grünen. Der Wandel hat bei ihm nicht mehr viel Grünes gelassen und die soziale Seite ist auch in Schieflage. Ich vermute er ist Opfer seiner Profilierungssucht geworden. Sein Abgang tut der GLP gut + schadet nicht.
      5 5 Melden
  • Christoph Collins 19.05.2017 14:02
    Highlight Jetzt ist Zeit für Kathrin Bertschy...👍
    18 8 Melden

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